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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: Asimina am 14. September 2005, 08:50:46
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Hat jemand Erfahrung mit Haselnüssen ?
Sorten, die sich am Besten eignen, Schnittmaßnahmen ?
Erziehung als Bäumchen (wie Holunder ) oder als Busch ?
Bekämpfung des Haselnussbohrers ?
Danke schonmal
Carola
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In den Baumschulkatalogen findest Du viele Sorten, schau bei lokalen Schulen nach, dort findest Du eher in Deine Gegend passende.
Gezogen werden sie meist als Busch oder Heister, empfohlen werden aus Befruchtungsgründen mindestens zwei Sorten.
Gegen den Haselnußbohrer weiß ich nix, mit Eichhörnchen und Vögeln mußt Du selber fertig werden ;D
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Es gibt verschiedene Arten von Strauchhaselnüssen und verschiedene Arten von Baumhaselnüssen.
Wenn man Bäumchen haben will, dann gibt es auch Strauchhaselnüsse auf Baumhaselnuß veredelt. Eine normale (unveredelte) Strauchhaselnuß sollte man besser nicht zum Bäumchen erziehen, weil sie dauernd Bodentriebe macht.
Schnitt beschränkt sich meines Wissens nach darauf, überzählige, überalterte oder völlig verquere Äste herauszuschneiden.
Ich empfehle Dir das Buch "Nüsse und Quitten" von Friedrich/Schuricht: Link
Zum Haselnussbohrer findet sich darin:
Die Käfer fliegen im April/Mai aus den Winterquartieren in die Bestände und befressen zunächst die Sitele weiblicher Blüten, die Blättter und die jungen Triebe, auch Früchte werden angenagt. [...] Nach dem Reifungsfraß bohren sich die Köfer in die noch weichen Nüsse ein und legen dort hinein je 1 bis 2 Eier, insgesamt etwa 40. Die daraus schllüpfenden gelbweißen, fußlosen, später bis zu 8 mm langen Raupen mit brauner Kopfkapsel fressen den Kern meist völlig auf. Sie verlassen nach 25 bis 30 Tagen die Nuß durch ein etwa 2 mm großes Bohrloch und wandern zur Überwinterung in den Boden ab. Die Verpuppung erfolgt im Frühjahr. Die Käfer überliegen oft ein Jahr in Erdhöhlen. Frühreifenden Haselnußsorten dienen vorwiegend als Käfernahrung, spätreifende bevorzugt der Eiablage.
Der Haselnußbohrer wird mit Lindan-Stäubemitteln, Carbaryl, Mecaptodimethur, Tetrachlorvinphos und anderen dafür zugelassenen Insektiziden vor de Eiablage zur Zeit des Reifungsfraßes im Mai bekämpft. Bei starkem Befall wiederholt man die Behandlung nach jeweils 14 Tagen ein- bis zweimal.
Na ja, die Infos zu den Insektiziden stammen noch aus DDR-Zeiten. Davon dürfte nichts mehr zugelassen sein. Aber vielleicht kann man auch Niemöl verwenden?
Ansonsten könnte ich mir vorstellen, daß ein Rudel Hühner, die regelmäßig unter den Haselsträuchern patroullieren, viele Maden erwischt, bevor sie sich eingraben können.
Keine Ahnung, ob Singvögel an den Käfern interessiert sind, sonst könnten vielleicht ein paar Meisenkästen auch Linderung verschaffen.
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Merci vielmals,
da bin ich doch schon ein bischen klüger.
Das Buch werd ich mir besorgen.
Zwar ist es schon ein bischen älter und die Pflanzenschutzmittel sind tatsächlich leicht überholt, aber zum Anbau und so sind die DDR Bücher meist sehr ausführlich und genau.
Danke nochmal, ich werde über meine Erfolge berichten.
Carola
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Haben eine große wilde Haselnuss im Garten
Die Blüten werden aber jedes Jahr weniger und auch die Nüsse
Weis jemand wie man den Ertrag wieder erhöhen könnte?
Schneiden? Sommer oder Winter?
Hatte im vorjahr Nicht mal ne hand voll nüsse
Sg
Franz
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Kann es sein, dass der Strauch vergreist ist? Dagegen hilft, Jahr für Jahr ein paar Altäste möglichst tief herauszusägen.
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Alle drei Jahre unten absägen. Optimal wären mehrere Sträucher im Wechsel.
Haselnußblüten sind Spätfrostanfällig. Vor 2 Jahren hatte der Nachbar 30 kg, vor einem Jahr nichts, vergangenen Herbst ein paar Schüsseln voll.
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Alle drei Jahre unten absägen.
Den ganzen Busch? Das wäre mir zu extrem!
Ich machs eher so wie Staudo sagt, wenn auch nicht zwangsläufig jedes Jahr, sondern nach Bedarf/Gefühl.
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Beim Busch werden 4-6 Äste belassen. Dabei müssen sie jeweils so ein alter haben, dass man 1-2 Äste pro jahr entfernt, da sie 3 Jahre alt sind. Folglich müssen die anderen Äste, die man belässt, jünger als 3 jahre alt sein.
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Also ähnlich wie bei Johannisbeeren (zumindest was das Alter der Triebe angeht).
Lässt die Produktivität tatsächlich nach 3 Jahren so stark nach?
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Lässt die Produktivität tatsächlich nach 3 Jahren so stark nach?
Nein, ich habe eine Fruchthasel, die seit ein paar Jahren jährlich trägt, und die trägt auch an älteren Trieben. Die ganz alten Triebe nehme ich auch raus, es wächst ja ständig was Neues nach, ich lasse sie aber länger als drei Jahre stehen.
Ich lasse sie eher drei Jahre tragen.
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Na ja, die Hasel ist, wie die Jonnisbeere, ein Masochist. Je mehr man sie quält, desto mehr Ertrag. Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, dann fruchtet die am einjährigen Holz. Die männliche Blüte kommt am zweijährigen Holz.
Die Johannisbeere trägt ja auch am älteren Teil der Pflanze aber eben nicht so gut.
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Haselnusstriebe brauchen ein paar Jahre bis sie blühen und tragen. Am einjährigen Holz fruchtet eine Haselnusss nicht. Wenn man alle Triebe, die älter als drei Jahre sind wegschneidet, wird man nie etwas ernten.
Eine Haselnuss sollte auch nicht allein stehen. Zur Befruchtung braucht es eine weitere.
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Nicht die kräftigen 1-Jährigen Besenstiele, sondern die kurzen 1-jährigen Seitentriebe.
Quelle:
http://www.kob-bavendorf.de/Service/kulturbeschreibungen/wildfruechte-und-sonstige-obstarten/haselnuss
Sollte das mit der drei doch falsch sein, dann kann man sie auch bis zu fünf Jahre alt werden lassen. Aber die Bilder von Plantagen zeigen nicht all so alte Triebe.
https://www.google.de/search?q=haselnussplantage&tbm=isch&oq=haselnussplantage&gs_l=mobile-heirloom-serp.3..0l2j0i24l3.7174.8742.0.9574.4.4.0.0.0.0.204.637.0j3j1.4.0....0...1c.1.34.mobile-heirloom-serp..0.4.634.XGZOKDY55Nc
Es wird nicht alles alle drei Jahre entfernt, sondern revolver-artig nach aneinander. ich suche mal das Buch heraus, wo ich meine dies gelesen zu haben.
Auch interessant:
http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Haselnussstrauch/Anbau
oder:
http://www.gartenjournal.net/haselnuss-schneiden
oder:
http://www.hausgarten.net/gartenpflege/pflanzenschnitt/haselnussbaum-schneiden.html
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Ich habe eine Haselnuss, die etwa 4 Jahre alt und fruchtig ist und ich hatte eine ca. 10 Jahre alt, die ich geschnitten und mit 3 verschiedenen Sorten Scion Holz gepfropft habe.
In diesem Video kannst du sehen, wie man Sauger auf Haselnüsse wurzelt.
https://www.youtube.com/watch?v=UTF0bCMegAc
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Vielen dank für die vielen hilfreichen Antworten ;)
Dann werd ich jedes jahr 3-4 alte Triebe herausnehmen
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In einem Post, ich weiß nicht mehr wo er war, wurde geschrieben, dass die Blüten der Hasel sehr gerne im Frühjahr erfrieren. Mit leichter Skeptik, habe ich versucht, den Sachverhalt im heurigen Frühjahr zu beobachten.
Ich habe im Garten mehrere Zuchtsorten stehen, von den ich aber nicht weiß, um was für Sorten es sich handeln. Bewusst ist mir aber, dass es sich um Lambertnüsse (C. maxima), Zellernüsse (C. avellana) oder um deren Hybriden handeln muss. Die meisten Ertragssorten sind Lambertnüsse, dessen Ursprung in der südlichen Balkanhalbinsel liegt. Das ist, nach meiner Vermutung, auch der Ursprung die Aussage des Members.
Wie viele Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet, so vermute ich auch, dass die Blüte der Lamberthasel weit früher ist, als die der heimischen Zellernuss.
Ich habe gestern Bilder von ein paar Haselpflanzen gemacht, dessen Art oder Artausprägung mir bekannt sind. Dabei habe ich mich auf die aktuelle Fruchtentwicklung konzentriert, die mit dem Blühzeitpunkt in Verbindung steht.
Da die Spätfröste heuer, hier weniger ein Problem waren, kann ich von den gewählten Pflanzen Früchte erwarten.
Im Gegensatz zur Apfel- oder Steinobst-blüte, schien die Blüten der Haseln nicht aufeinander zu fallen.
Anfangen möchte ich mit der Korkenzieherhasel, die nach meinem Wissen, eine reine Zellernuss ist und so schien auch die Blüte heuer weit später zu sein, als bei mancher Ertragssorte. Das kann man auch gut am Fruchtstatus sehen. Die Nüsse sind noch sehr klein.
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Im gegensatz zu dieser Pflanze. Sie ist ein Bluthaselsämling. Die Bluthasel ist eine Lamberthasel, somit muss dieser Sämling mindestens ein Hybrid mit starker Lambertausprägung sein. Die Blüte war sehr früh zu sehen, was man auch am Fruchtstatus deutlich sehen kann. Die Nüsse sind in der Entwicklung weit.
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Hier habe ich eine unbekannte Ertragssorte. Ob es sich um eine Lamberthasel oder um einen Hybriden handelt, weiß ich nicht (ich vermute Hybrid). Jedenfalls war hier die Blüte wiederum sehr früh. Der Fruchtstatus zeigt es.
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Hier habe ich einen großfruchtigen Sämling. Ich vermute es handelt sich um einen Lamberthaselhybriden mit starker Zellernussausprägung (Darauf lässt die Frucht hindeuten). Die Blüte war auch hier wieder sehr spät. Der Fruchtstatus ist dem entsprechend. Die Nüsse sind momentan sehr klein.
Ich will noch mal darauf hindeuten, dass das eine Beobachtung ist und keine, von mir postulierte, scheinbare Tatsache. Mir scheint, dass die Hasel ein wirklich unbekanntes Wesen im Garten ist.
Wer im Garten bekannte Sorten hat, kann vielleicht auch mal gucken, wie bei euch die Fruchtentwicklung ist. Vielleicht lernen wir die Hasel besser kennen. ;D ;)
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Das ist die Northhamptonshire, das Bild ist vom 3. 6.
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Bekommt er auch ab und zu mal Dünger? Oftmals werden Bäume ja so behandelt, als ob sie sowas nicht bräuchten, obwohl jedes Jahr Nährstoffe durch die Ernte entzogen werden und der Baum natürlich für sein Wachstum auch mehr und mehr Nährstoffe dem Boden entzieht.
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Von meiner Seite her, wird nicht gedüngt. Die Dinger wachsen sowieso wie ungescheit. Mangelerscheinungen sind nicht erkennbar.
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Bei mir schon. Ich schneide auch immer wieder Äste raus, das muss auch ersetzt werden.
Außerdem finde ich die Mischkultur mit Brennnesseln klasse, nachdem mir der Strauch letztes Jahr komplett abgeerntet wurde >:(.
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Wenn rund um die Sträucher Brennnesseln wachsen, sind ausreichend Nährstoffe im Boden. ;)
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Daher brauche ich nicht düngen ;D
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In meinem Garten steht 'Webbs Preisnuss'. Ein frohwüchsiges Gehölz, die Nüsse sind jetzt etwa erbsengroß. Darunter wachsen keine Brennesseln, aber dadurch würden sich die Eichhörnchen bestimmt nicht von der Ernte abhalten lassen.
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Ich möcht' nur gern wissen, wie dieses Forum rechnet:
Letzter Beitrag vom Juni 2018 und ich bekomme die Meldung, seit 120 Tagen sei nichts mehr geschrieben worden.
Warum interessieren sich so wenige für Haselnüsse ? Die gekauften mag ich garnicht mehr essen, die werden aus der Nussmischung aussortiert für meine Hühner. Dabei kann man sie so gut lagern, anders als Feigen - den Beiträgen nach muss das die Lieblingsfrucht des Forums sein.
Weiss jemand, ob die Halleschen Riesen ein Synonym von "Wunder von Bollwiller" ist ? Manche Baumschulen behaupten das.
Hat jemand Erfahrungen mit unterschiedlichen Sorten oder sind alle Schildchen verloren gegangen und die Hälfte sowieso Fehllieferungen ?
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Interessieren tue ich mich schon für Haselnüsse, ich mag die Sträucher sogar sehr, auch wenn sie zum Wuchern neigen. Sie wachsen unkompliziert, vertragen Rückschnitt, unser Klima und man muß sie kaum pflanzen, weil überall Sämlinge von ganz alleine auftauchen.
Hier habe ich das Problem, daß fast alle Früchte angebohrt sind und die gesunden vom Eichhörnchen geholt werden. Ich gönne es ihm, aber für mich bleibt da kaum etwas übrig, weshalb ich garnicht erst auf die Idee komme, die Früchte aufzusammeln, zumal hier nur Wildsämlinge mit kleinen Früchten stehen.
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Guten Morgen, Nox. Wenn Du Dir zu den "120 Tagen" ein "seit mehr als ... " denkst, passt es (rein rechnerisch). Schade finde ich es auch, dass Haseln so ein Randthema sind.
Zu den Halleschen Riesen kann ich Dir leider nichts sagen. Ich habe vor Jahren Eckige Barceloner, Webbs Preisnuss und Rote Zellernuss gepflanzt. Eine weitere Bluthasel ist wahrscheinlich ein Sämling und direkt an den Grenzen zu den Nachbarn stehen noch zwei namenlose Uraltbüsche.
Im letzten Jahr habe ich akribisch aufgeschrieben, wie viel Kilo Nüsse die einzelnen Sorten brachten. Auch nach dem Knacken habe ich die Kerne noch mal gewogen und im Ergebnis waren die einzelnen Sorten ungefähr gleichauf, es gab keine Ausreisser nach oben oder unten.
Nach 44kg mit Schale (etwa 22kg Kerne) im letzten Jahr war die Haselernte in diesem Jahr sehr enttäuschend: Ganze 1,4kg hab ich gestern geerntet (mit Schalen). Wir hatten nach dem frostfreien Winter mehrere Nächte mit -8 bis -10°C im März - könnte es daran gelegen haben?
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Meine einzige Sorte (ich glaube ich habe sie damals als Webbs Preisnuss gekauft) hatte zunächst schön angesetzt. Im Juni/Juli ist dann fast alles abgefallen. Teilweise angebohrt, viele aber auch einfach nur am Stiel abgeworfen (Pilz?, wir hatten einen recht nassen Juni mit ca. 200 l). Auch an den Wildlingen und im Wald hängen nur vereinzelt Nüsse.
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Nicht ausgeschlossen.
Wenn die Blüten schon geöffnet waren. In dem Link zur KOB Bavendorf steht ja, dass die Blüten "tiefstens" -8°C aushalten.
Ich ernte leider auch nie etwas. Spätfrost, Bohrer, Eichhörnchen, Mäuse, ... bei der Lage meines Gartens am Waldrand nicht verwunderlich. Wird beim nächsten Garten definitiv ein Thema ;)
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Wir haben eine alte Haselnuss übernommen, die schöne große Nüsse trägt. Allerdings nur alle 2 Jahre und dieses Jahr holen die wenigen die Eichhörnchen, obwohl sie noch grün sind. Von dieser gibt es mittlerweile auch 2 Sämlinge mit ebenfalls schönen Nüssen.
Weiß jemand wie man eine Haselnuss bestimmt?
LGr.
Bienenkönigin
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Soweit ich weiß, sind ein Hauptbestimmungsmerkmal die Hüllblätter
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Ja, wenn die allermeisten hier nur die kleinen wilden Haselnüssen kennen, dann ist's kein Wunder, dass die keine Begeisterung auslösen.
Als ich vor 4 Jahren meinen neuen grossen Garten übernommen hatte, fand ich dort viele Haselnussbüsche/Bäume. In der Hoffnung, die Ursprungspflanze mit den grossen Nüssen zu finden, testete ich sie alle durch. Vergeblich, nur wilde mit kleinen, zum Teil bitteren Nüssen.
Nun entferne ich sie nach und nach und habe schon einen Platz für meine Edel-Haselnüsse ausgeguckt.
Dieses Jahr haben wir hier eine sehr gute Ernte: das Frühjahr mild (eher zu viel Regen), der Sommer ohne ausgeprägte Dürre - obwohl eingewachsene Sträucher enorm viel Trockenheit abkönnen. Meine Favoriten sind Webbs Preisnuss und Wunder von Bollweiler (Merveille de Bollviller) mit leckeren, teils süsslichen Kernen. Sie befruchten sich auch gegenseitig.
Wunder von Bollweiler wird in meinem uralten BdB Handbuch als "weniger geschmackvoll" beschrieben - bei mir sind sie sehr lecker.
Und sie produziert sehr wenig Bodenschösslinge. So wenige, dass ich hier https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,67702.0.html mal nachgefragt habe, welche anderen Vermehrungsmöglichkeiten man sonst noch hat.
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Wir haben hier viele wilde Haselnüsse sowie eine Lambertsche Nuss und eine in den siebziger Jahren gekaufte Haselnuss stehen. Die gekaufte Haselnuss bringt zwar mit Abstand die größten Nüsse, sie taugen aber am wenigsten und schmecken wesentlich schlechter als die anderen. Wenn sie getrocknet sind, ist der Kern in den Nüssen dermaßen geschrumpft, dass ich wesentlich lieber die kleineren wilden esse.
Mit Abstand am besten schmeckt die Lambertsche Nuss, auch wenn sie mühsam aus ihren Hüllblättern auszupulen ist.
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Weiß jemand wie man eine Haselnuss bestimmt?
Gute Frage ! Ich fürchte, selbst in den Baumschulen hat man damit Probleme, denn ich habe eine ganze Reihe von Fehllieferungen hier stehen:
Vor 30 Jahren wollte ich mal eine Auswahl verschiedener Sorten pflanzen. Eine Segorbe scheint schlicht ein Wildling zu sein. Zwischen der Nottingham's Fruchtbaren und der Webbs Preisnuss sehe ich überhaupt keinen Unterschied, glaube dass beide Webbs' Preisnüsse sind.
Eine Princesse Royale aus der Schweiz und eine rote Lambertsnuss haben in 30 Jahren nie eine einzige Nuss produziert !
Einen neuen Anlauf habe ich vor 5 Jahren genommen. Haselnüsse in's Hühnergehege, keine Eichhörnchen-Konkurrenz mehr und auch praktisch keine Haselnussbohrer mehr.
Meine Longue d'Espagne hat sich als Merveille de Bollviller entpuppt......
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Haselnüsse wachsen eben auch viele wild. Ich müsste einen Fuß"marsch" von nur ca. 30m zurücklegen um Haselnüsse zu ernten (welche zwar sicher eine Wildform sind aber sehr gut schmecken, die Kids holen sich auch immer gerne welche). Das kann ich mit Feigen nicht machen, die muss ich im Supermarkt kaufen und dann kommen sie von weit weg und wurden unreif geerntet. In meinem Garten stehen vorrangig Dinge die man sonst nicht so einfach bekommt :D (aber das ist natürlich auch einfach ein wenig Liebhaberei). Zumindest das was ich gepflanzt habe fällt meist in diese Kategorie (von Dingen wie Himbeeren, Josta, Gemüse etc. mal abgesehen) - wir haben den Garten mit einem Altbaumbestand übernommen und da wächst z.B. auch eine wilde, mindestens 60 Jahre alte Walnuss. Die darf auch bleiben auch wenn die Nüsse nur sehr bedingt für irgend etwas zu gebrauchen sind (der Geschmack ist ok aber sie lösen sich ganz schlecht aus der Schale und zerbrechen dabei in viele kleine Einzelfragmente was das ganze sehr mühsam macht). Es ist ein wunderschöner großer Baum der zu diesem Garten einfach dazu gehört und Schatten spendet.
Im persönlichen Fall sind in meiner Familie außerdem so gut wie alle extrem allergisch auf Haselnusspollen. Das ist recht weit verbreitet habe ich das Gefühl. Ich würde sonst ev. durchaus auch einen Versuch mit einer Edelhasel wagen aber dann wären wir im Frühjahr dauerhaft außer Gefecht ;)
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Man kennt die starken Triebe der Hasel, die sie innerhalb eines Jahres bilden können. Anstatt sie einzukürzen oder weg zuschneiden habe ich sie mit einer Drehbewgung umgeknickt. Das hält die Pflanze ruhig und führt zu neuem Fruchtholz
Auf dem Bild kann man gut diesen Knick sehen, der dabei über die Zeit hinweg entsteht. Die dicken Terminalknospen an den Kurztrieben beinhalten die weiblichen Blüten. Bei der Pflanze handelt es sich nicht um eine Sorte, sondern nur um eine Wildsaat mit roten Blättern.
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Hier die Krone des Busches.
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"...Anstatt sie einzukürzen oder weg zuschneiden habe ich sie mit einer Drehbewgung umgeknickt. Das hält die Pflanze ruhig und führt zu neuem Fruchtholz..."
Geht auch bei Apfel und Co.,
aber traut sich keiner................
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"...Anstatt sie einzukürzen oder weg zuschneiden habe ich sie mit einer Drehbewgung umgeknickt. Das hält die Pflanze ruhig und führt zu neuem Fruchtholz..."
Geht auch bei Apfel und Co.,
aber traut sich keiner................
Hochinteressant :D
Das werde ich dieses Jahr mal ausprobieren, bei einjährigen Haselnuss-Trieben und am Apfel des Nachbarn, an dem ich herumspielen darf. Lässt man dann den oberen Teil des Triebs hängen? und schneidet im Herbst oder im nächsten Frühjahr weg?
Funktioniert vermutlich so ähnlich wie Kerben o.ä. durch Saftstau?
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Hallo an die Besitzer der Haselnüsse ;D
ich habe echt eine dumme Frage, aber ich kenne nur die Zellernüsse und Wildformen, deshalb wollte ich gern Webbs Preisnuss und rote Lambertnuss pflanzen,
nachdem ich sie auf Baumhasel veredelt habe. Mir wäre eine hohe Veredelung lieber, allerdings wäre es doof für die Ernte...
Jetzt kommt nämlich meine Frage: fallen Lambertnüsse mit ihrer langen Hülle zu Boden, Zellernüsse fallen ja aus dieser raus 8)
Ich finde dazu keinerlei Angaben, vielen Dank für eine kurze Info dazu :D
LG Elisabeth
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Geht auch bei Apfel und Co.,
aber traut sich keiner................
Ich meine dies mal im Artikel über Haselanbau gelesen zu haben. Ich habe es aber auch mal im Artikel über Stielrosenanbau nach japanischem Stil gesehen. Neu ist es nicht aber vergessen.
Hochinteressant :D
Das werde ich dieses Jahr mal ausprobieren, bei einjährigen Haselnuss-Trieben und am Apfel des Nachbarn, an dem ich herumspielen darf. Lässt man dann den oberen Teil des Triebs hängen? und schneidet im Herbst oder im nächsten Frühjahr weg?
Funktioniert vermutlich so ähnlich wie Kerben o.ä. durch Saftstau?
Die Triebe werden vorsichtig in einer Drehbewegung umgeknickt. Sie werden nicht weg geschnitten. Entsprechend bleibt der ganze Ast erhalten. Wir haben dort einen Saftstau, der Fruchtholz begünstigt. Daneben verhindern wir die Ausschüttung von Hormonen die dann zu einem verstärkten Triebwachstum (Besenreiser) führt.
Herunderbinden tut das selbe.
@flammeri: Ja, bei Lambertnüssen bleiben die Nüsse in den Hüllblättern. Die muss man dann von ihnen befreien.
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@flammeri: Ja, bei Lambertnüssen bleiben die Nüsse in den Hüllblättern. Die muss man dann von ihnen befreien.
Aber sie fallen auch zu Boden oder bleiben Sie am Baum hängen? Danke Rib-isel :D
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Wenn die Stiele und Hüllen eintrocknen, schüttel ich gerne die Äste, dann lohnt sich das Sammeln und alles bleibt sauber.
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Wenn die Stiele und Hüllen eintrocknen, schüttel ich gerne die Äste, dann lohnt sich das Sammeln und alles bleibt sauber.
Super, dann kriege ich sie wenigstens mit Schütteln runter ;D
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Eine kleine Gruppe Haselnüsse ist in meinen Garten eingezogen (oder kommt in kürze dazu):
Habe eine "Bergeri" in meiner Baumschule gefunden und gepflanzt,
2 Webb's Preisnüsse aus Schösslingen im letzten Februar wurden im Topf bewurzelt und nun ausgepflanzt,
ein Schössling Corabel ist gekommen - naja, 3 kurze Wurzeln dran, der bleibt nochmal ein Jahr im Topf
und meine leckeren Bollwiller Wunder sind gesteckt, hoffe ich kann sie nächsten Herbst auspflanzen.
Die schmecken ja so viel leckerer als die im Laden (und der Bioladen verkauft sie für 39 €/kg).
Ausserdem habe ich so viele schöne Anregen zum Unterpflanzen einer "nutterie" hier gesehen. Erste Wildnarzissen (pseudonarcissus) spitzen schon aus dem Boden.
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Wir haben noch ein paar mehr Infos zu Haselnüssen über das Forum verstreut:
Hier: https://forum.garten-pur.de/index.php?topic=64644.new#new
und
hier: https://forum.garten-pur.de/index.php/topic,68375.msg3621770.html#new
"Ich habe auch noch die Fertile de Coutard bei mir stehen, sie bringt wirklich sehr reiche Ernten von schönen dunkelbraunen Nüssen, sodass es eine Freude beim Ernten ist. Den Geschmack finde ich einen Tick weniger ausgeprägt als bei Wunder von Bollweiler.
"Fruchtbar" ist Programm, sie hat sehr viele leuchtend gelbe Kätzchen, muss mal ein Bild einstellen - irgend jemand suchte doch eine schön blühtende Haselnuss.
83.197.22.18"
Bild zur Fertile de Coutard:
(https://up.picr.de/40449065os.jpg)
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Zur Frage nach den Halleschen Riesen und dem Wunder von Bollweiler:
Ich habe die beiden Sorten.
Sie sind so unterschiedlich, dass man sie nicht verwechseln kann.
Gruß
BR
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Wunderbar !
Kannst Du das ein wenig näher ausführen ? Wie sind die Nüsse, der Geschmack, der Wuchs ?
Wie unterscheidest Du sie ?
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Hallo,
ich meine, hier im Forum mal gelesen zu haben, es gebe eine Auslese der C.avellana mit großen Nüssen, die definitiv keine Kreuzung sei. ICh finde die Stelle im Forum nicht mehr. Weiß jemand von euch was über diese Haselnuss?
LG Salamander
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Hier gibt's sich die GSuche. die ist ein bisschen besser.
https://forum.garten-pur.de/index.php?action=gsearch
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Hey,
wir haben bei uns im Garten auch ein paar wilde Haselnüsse, sie haben ganz viele Wasserschosse gebildet(deutlich helleres Holz von den Wurzeln aus ausgetrieben und keine/sehr wenige Blüten vorhanden). Wir soll man diese entfernen? Einfach Basis nah abtrennen, oder erzeugt das nur noch mehr Wachstum?
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Hallo, das kann man unterschiedlich handhaben. Entweder man schneidet jedes Jahr die jungen Triebe bodennah weg und probiert einen Halbstamm mit Hohlkrone zu erziehen. Das lässt sich natürlich leichter mit veredelten Nüssen umsetzen. Man kann auch immer die ältesten Stämme nach ein paar Jahren entfernen und eine begrenzte Anzahl jüngerer Stämme stehen lassen, was ich sehr umständlich finde. Für welche Methode man sich auch entscheidet, am wichtigsten ist, dass viel Licht ins Kroneninnere fällt, da nur an lichten Stellen Nüsse angesetzt werden. Ich selber habe meine Sträucher mit ca 2-4 Stämmen erzogen und entferne die Neutriebe und lichte evtl ein wenig aus.
Zufrieden bin ich mit meinem System nicht. Die nächsten werden definitiv veredelt und vernünftig erzogen.
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Kennt jemand die Sorte "Barcelona"?