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Pflanzenwelt => Kräuter, Duft- und Aromapflanzen => Thema gestartet von: lissy am 05. November 2005, 18:16:03
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Hallo,
im Oktober waren wir in Griechenland auf dem Olymp und haben auf der Berghütte den Bergtee genossen, der dort aus Sideritis scordice gemacht wird.
Weiß jemand, wo man die Pflanzen, bzw. Samen hier bekommt, bzw. ob die bei uns vernünftig gedeiht?
Bei Rühlmanns wird nur Sideritis syriaca angeboten.
Ist der Tee geschmacklich ähnlich?
Hat Sideritis Heilwirkungen?
Kann man den Tee über längeren Zeitraum trinken ohne Nebenwirkung?
Gruß, Lissy
Titel geändert in Sideritis scardica.LG Ismene
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Den erstgenannten kenn ich nicht, aber hatte bis letztes Jahr Sideritis syriaca. Der Geruch ist unglaublich. Jede Teemischung wird durch ihn aufgewertet. Pur hab ich ihn noch nie genossen. Dafür war er mir zu kostbar.
Brauch unbedingt wieder Ersatz! Werd mir wohl im Frühjahr neue Pflanzen besorgen.
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(...) Sideritis scordice gemacht wird.
Weiß jemand, wo man die Pflanzen, bzw. Samen hier bekommt, bzw. ob die bei uns vernünftig gedeiht?
Ist der Tee geschmacklich ähnlich?
Kann ich nicht wirklich beurteilen. Aber ich hab auch Sideritis syriaca. Und den trinke ich ganz gerne. Hat den letzten Winter im Garten ohne Schutz problemlos überstanden, obwohl es lange Zeit sehr viele Minusgrade und auch viel Schnee hatte.
Hab Pflanzen von www.gartenbauwagner.at gekauft, die schicken Pflanzen auch sehr gut verpackt zu.
Hat Sideritis Heilwirkungen?
Angeblich ganz ähnliche wie Salbei: Entzündungshemmend - bei Halsschmerzen, Entzündungen im Rachenraum etc.
Liebe Grüße
amrita
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Hallo Lissy,
Sidertis syriaca wird auch griechischer Bergtee genannt. Ich habe Samen genommen aber die Anzucht war nicht sehr erfolgreich. Man erhält die Pflanzen in sehr guter Qualität auch dort.
Bei mir wächst der Sideritis syriaca schon seit mehr als 5 Jahren im Freiland. Das größere Problem im Winter sind weniger die Temperaturen als die Feuchtigkeit. Unbedingt etwas erhöht in Sand setzen.
LG Lilo
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Das größere Problem im Winter sind weniger die Temperaturen als die Feuchtigkeit. Unbedingt etwas erhöht in Sand setzen.
Und das ist bei ganz vielen anderen Kräutern ja auch der Fall.
Lilo: könntest du wohl gelegentlich mal ein Foto deiner erhöhten Pflanzungen machen und herzeigen?
Ich habe nämlich eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit hier und am Boden bleibt auch immer viel zurück. Da ich mich da auch nicht so geschickt anstelle :-[, würde ich mich freuen mal ein Beispiel aus der Praxis zu sehen.
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Hallo Ismene,
in meinem Garten sieht es so aus. Aber das Bild kennst du schon. Sideritis blüht links unten vor dem Rosmarin.
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Und im Apothekergarten habe ich es so gelöst. Das ist ein Bild aus dem April vor der Pflanzung. Ich kann demnächst ein aktuelles Bild machen.
Weil der Boden dort lehmig ist, habe ich einen Sandkasten bauen lassen.
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Bei mir wächst der Sideritis syriaca schon seit mehr als 5 Jahren im Freiland. Das größere Problem im Winter sind weniger die Temperaturen als die Feuchtigkeit. Unbedingt etwas erhöht in Sand setzen.
@lilo: ich habe überhaupt keine probleme damit, den bergtee auf unserem meist lehmigen boden zu überwintern. ohne besonderen schutz oder abdeckung. deshalb kann ich dir zustimmen, was die temperaturen betrifft. aber ich weiß nicht genau, wie du das meinst mit erhöht in sand setzen.
klaus-peter
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@lilo:
bild kam zu spät. jetzt weiss ich, wie du es meinst.
klaus-peter
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Das ging ja schnell! :D
Aha, Lilo, du hast das ganz Beet erhöht. Ich, Döspaddel, hätte jetzt gemeint für jede Pflanze ein Hügelchen schaffen zu müssen. :-[
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Meiner ist nicht verfault, sondern letztes Jahr im Sommer vertrocknet. Zwei extreme Dürresommer hintereinander waren zuviel. Stand allerdings auch gut drainiert. :'(
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@pumpot,
schade um deinen Bergtee. :'(
Bitte erkläre mir, wie du diesen gut drainierten Stand erreicht hast. :) Ich bin diesbezüglich immer wieder mal am Überlegen und habe folgende Theorie:
Sand ist zwar durchlässig aber, je feiner er ist, bildet er sehr feine Kapillaren in welchen sich auch bei Trockenheit noch zarte Reste von Feuchtigkeit halten können. Außerdem, wiederum abhängig vom Feinheitsgrad, schmiegt er sich an die Wurzeln an und bietet auch den feinsten Haarwurzeln noch Halt und ein geschützes Milieu.
Kies und Splitt, eventuell gemischt mit einem humosen Substrat, trocknet in den Zwischenräumen schneller aus.
Bei meinem Sandkasten habe ich mir gedacht, dass sich der Bergtee selbst aussuchen kann, ob er seine Wurzeln in den Lehm treiben will oder nicht, jedenfalls behält er einen trockenen Hals.
LG Lilo
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Falls es jemanden interessiert, so sieht der bepflanzte Sandkasten heute aus.
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Die Drainage ist natürlich vorgegeben. Der Garten befindet sich auf einem Gneisschotterhang mit z.T. nur minimalen Erdauflage. Wo der Sideritis stand begann in 20 cm Tiefe purer Gneisschutt ohne Erdanteile. Der wuchs ja auch einige Jahre recht gut. Die Dauerdürre war jedoch zuviel. Da half auch wässern nicht. Daneben hatte ich übrigends Asphodeline lutea (Junkerlilie) die hatte auch keine Chance zu meinem erstaunen.
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Auf dem Olymp war ich früher schon mehrmals. Sideritis scardica ist dort beheimatet, wie überhaupt im Norden Griechenlands bis nach Mazedonien. Diese Art wird höher (bis 60 cm) und hat deutlich gelbe Lippenblüten, die Blätter sind weißlich-gelblich filzig behaart. Am Olymp wächst sie auch im Halbschatten der mittleren Regionen.
Beispielsweise auf Kreta gedeiht Sideritis syriaca. Diese Art bleibt niedrig (ca. 40 cm), wächst jedoch zu größeren Pulks.
Beide wollen extrem trocken, aber mit einem leichten Lehmanteil.
Von beiden kann der sehr bekömmliche griechische Mountain-Tee gemacht werden, sehr gut wird dieser, wenn man ihn mit Origanum dictamnus zusammen mischt.
Beide sind bei mir voll winterhart, habe aber nur S.syriaca im Topf!
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Hallo,
auch bei mir wächst S. syriaca aus der Staudengärtnerei Gaissmaier.
Ich habe die Pflanze als Test bei einer Katalogbestellung mitgeordert und war sowohl über den Zusatand der Pflanze, als auch über die Verpackung erfreud.
Bei mir steht sie nun seit ~April oder Mai und hat sich zwar weiterentwickelt aber nict so gut wie erwartet.
Standort:
Südbalkon. In riesigen Blumenkästen (H:50, B:60 L:600 cm ), auch gibt es keinen Konkurenzdruck, da der Balkon erst dieses Frühjahr mit Substrat befüllt wurde.
Dieses besteht aus zwei Teilen 0815-TorfSubstrat und einem Teil Sand und Kies in verschiedenen Körnungen von 1-50 mm, normales oberbayrisches Voralpen-Kies-Sand-Gemisch. (insgesamt recht kalkig, hoher pH-Wert)
Das gaze befindet sich auf einer Schicht Kies (~5-10 cm), abgetrennt durch eine Art wasserdurchlässiges Vlies.
Nässe ist sicher kein Problem, der hohe pH-WErt evtl.?
Ich hatte eher den Eindruck, dass der Pflanze das magere und relativ trockene Substrat nicht unbedingt genossen hat.
Es gab zwar einen gewissen Zuwachs in die Breite, aber nur langsam. Blüten erschienen (noch) keine.
Bin mir nicht sicher ob mein Eindruck stimmt, oder ob die Pflanze sich dieses Jahr erstmal 'eingewöhnen' musste, gewurzelt hat und dann nächste Saison so richtig loslegt.
So lasset uns gemeinsam hoffen..... :)
Lg Sonnenstrahl
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mein sideritis hat den nassen sommer übel genommen. obwohl in ein durchlässiges hochbeet in sand lehm gemisch gepflanzt, war mitten im sommer der ofen aus. :(
oder ist sie einfach kurzlebig? ???
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@Cimifuga, direkt kurzlebig scheint er nicht zu sein.
Bei mir im Garten wächst Sideritis syriaca bereits im 5. oder 6. Jahr.
@Sonnenstrahl, die Sideritis von Gaissmeyer sind heuer alle diesjährig. (weiß ich zufällig definitiv) Darum gab es auch noch keine Blüte. Zu deiner Orientierung: Die Pflanzen im abgebildeten Sandkasten wurden auch im Mai gepflanzt. Manche Vertreter haben einen Durchmesser von 50 cm andere gerade mal 12 cm. 3 Pflanzen sind abgestorben. Ich habe außer bei der Pflanzung nicht gewässert und wir hatten dieses Jahr einen extrem trockenen Sommer.
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??? Hi allerseits,
ein Freund von mir behauptet ??? Bergtee - Sideritis scordice sei Estragon. Ich kann das gar nicht glauben.
Weiß da jemand Bescheid
Ciao
Martin
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Nein nein nein :o
die gehören doch noch nicht mal in die selbe familie :-\
Estragon = Artemisia dracunculus
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Kann das jemand abändern: Sideritis scardica! Da stellen sich bei mir die Haare auf. :'(
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Moin Moin,
das Thema macht Appetit auf mehr. Hat Sideritis Syriaca in Norddeutschland Chancen? Weklche Pflanzenteile werden in mwelchen Menge verteet?
Ich mg nämlich keinen Pfefferminztee.
Gruß willem
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Falls jemand den Bergtee trinken möchte, ohne ihn selber anzubauen: Ich habe ihn heute in mehreren Varianten in einem Bioladen gesehen. Die Blüten kamen aus der Türkei, ich weiß aber nicht mehr zu welcher Art Sideritis sie gehörten.
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[ist gut gegen Erkältungen und hat eine antibiotische Wirkung. habe so eine Pflanze im Garten und versuche sie zu vermehren durch Stecklinge. Wenn es gut geht kannst du eine abbekommen ok.
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Hallo willem
Bin neu hier, also noch nicht so viel Erfahrung im Chat, Verteet werden die graufilzigen Blätter und Blütenkerzen. Das Kraut 10 min kochen und habe fertig Gruß anna
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Bin neu hier, also noch nicht so viel Erfahrung im Chat,
Dann herzlich willkommen hier, Anna! :D
Du kannst jederzeit fragen, wenn du was nicht verstehst. Dumme Fragen gibts hier nicht. ;)
Wir sind ja froh noch eine Kräuterfrau hier begrüßen zu können.
Liebe Grüße
Ismene
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vielen dank
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Das ging ja schnell! :D
Aha, Lilo, du hast das ganz Beet erhöht. Ich, Döspaddel, hätte jetzt gemeint für jede Pflanze ein Hügelchen schaffen zu müssen. :-[
Ist zwar schon eine Weile her, aber ich würde diesen Thread gerne wiederbeleben.
Zu dem Zitat: Man kann auch innerhalb von Beeten für einzelne Pflanzen kleine Hügelchen anlegen. Bei Gehölzen habe ich das auch schon öfter gesehen. Vor allem bei unserer DDG-Exkursion nach North Carolina im letzten Jahr haben wir uns über die extrem höher gepflanzten Solitärbäume (Alleebäume) beeumelt. Diskussionen, ob da Faulheit in Sachen Lochtiefe oder ein noch tieferer Gedanke dahinter steckt ergaben, dass es eine Synthese aus beidem sein muss: manchmal ist Faulheit auch eben klüger (sowas ist aber natürlich auch vom Boden, den Pflanzen und anderen Faktoren abhängig)...
In Beeten oder Steingärten kann man durch eine interessante "Geländemodellierung" "Mikrostandorte" schaffen, in denen Pflanzen höher und somit trockener stehen und andere, in denen sich Wasser eher sammelt und die Pflanzen noch etwas länger feucht stehen. Das wirkt natürlich und interessant. Bilder bitte vorstellen ;).
Sideritis syriaca habe ich seit letztem Jahr aus England mitgebracht. Gepflanzt wie schon beschrieben mit rel. gutem Nässeabzug und sonnig, warm. Sie fasziniert mich durch ihre herrlichen primelgelben Blütenstände schon seit Monaten. Dummerweise habe ich gar nicht den genauen Zeitpunkt aufgeschrieben, aber sie blüht denke ich seit Mai und es ist noch kein Ende abzusehen. Laub ist auch wunderschön, wie eine Kreuzung aus Stachys byzantinus und Salvia officinalis. Das man das Zeuch auch noch trinken kann habe ich jetzt erst hier bei einer Recherche erfahren. Ich habe nämlich gestern bei Simon, Marktheidenfeld Sideritis scardica gesehen, die vom Laub wie meine S. syriaca aussieht. Simon verkauft noch Sideritis hyssopifolia (wäre das nicht auch noch was für dich, Ismenchen? Habe so in Erinnerung, dass du Hyssop magst ;-) ). Der hat grünes, wesentlich weniger attraktives Laub und soll nicht ganz so aromatisch sein. Habe ihn aber dennoch mal zum Ausprobieren mitgenommen...
Viele Grüße von Iris
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Moin
Ich hab meinen Bergtee (Sideritis syriaca) letztes Jahr bei Rühlemanns bestellt. Den Winter hat er gut überlebt. Im Frühjahr hab ich ihn nochmal umpflanzen müssen... ich hab ihn einfach vollsonnig ins kräuterbeet gepflanzt... er gedeiht prima, wächst aber recht langsam. Er blüht bei mir jetzt schon den ganzen Sommer mit hellgelben Blüten...
Tee hab ich noch nicht so vie getrunken, da die pflanze doch noch recht klein.
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Hier noch ein Link zu einer Seite über Bergtee: http://www.bergtee.de/.
Schön Ringelblume, dass er bei dir auch so lange blüht!
Gruß von Iris
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Ihr seit die Besten ;)
Ich hab' S. syriaca seit ein paar Jahren in einem großen Topf, er überwintert hell und frostfrei, was ihm gut bekommt. Er wächst kräftig. Geerntet wurde bereits.
Was ich bemerkt hab, er braucht ziemlich viel Wasser. Ich will ihn demnächst in eine große Schale umtopfen, und die Frage ist nun, was ich für ein Substrat benutze. Vermischt mit Kalksand, Kalksplit oder nicht, oder nur Blumenerde, Flußsand (0-4 mm) und Perlite?
Bezüglich pH-Wert, hat da jemand Erfahrungen ???