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Pflanzenwelt => Obst-Forum => Thema gestartet von: Tester32 am 24. Januar 2017, 13:01:12

Titel: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 24. Januar 2017, 13:01:12
Hallo zusammen,

da wir noch kein Sammelthema zu Brombeeren haben, nur ein paar Einzelthemen mit Fragen zu Sortenempfehlungen, mache ich mal ein Sammelthema auf.

Als erstes beschreibe ich ein paar Sorten, die bereits auf meiner Einkaufsliste stehen. Die deutschsprachigen Sortenbeschreibungen für Brombeeren bei den jeweiligen Baumschulen sind ja oft recht dürftig und für manche Sorten erst gar nicht vorhanden. Selbst die Sortenempfehlungen meiner Lieblingsquelle BLWG bestehen aus nur 2-3 Sätzen. Auf Englisch gibt es auch nicht alles, z.B. für polnische Sorten konnte ich nichts Nennenswertes auf Englisch finden. Ich hoffe, dass wir mit der Zeit diese Sortenbeschreibungen mit Euren Erfahrungen und Fotos ergänzen werden. Schließlich verhalten sich die Pflanzen in einem anderen Klima und auch Mikroklima unterschiedlich, daher zählt jede Erfahrung.
Titel: Re: Brombeeren
Beitrag von: cydorian am 24. Januar 2017, 13:49:32
Meine einzigen Fruchtbilder der letzten drei Jahre von Brombeeren zeigen schimmlige, kaputte Früchte mit Würmern drin, später dann eingetrockente Mumien. Diese Obstart ist zumindest hier vollkommen am Ende, der Kirschessigfliegenimport hat sie zuverlässig zerstört. Ich habe Brombeeren beseitigt.

Darum gehts mir jedoch nicht, dafür gibts den Kirschessigfliegenthread http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,52758.0.html . Da es aber um Sorten geht: Gibt es eine Brombeersorte, deren Früchte auch reif grün bleiben? Oder weiss? Das würde die Anziehung des Schädlings wahrscheinlich mindern.
Titel: Re: Brombeeren
Beitrag von: Tester32 am 24. Januar 2017, 14:41:35
Sortenbeschreibung Arapaho

Die Brombeere Arapaho (Ark.1536) wurde 1993 an der Uni Arkansas gezüchtet (US Patent 08510). Autor der Sorte: Moor, James Norman.
Arapaho wurde 1982 aus Ark.631 x Ark.883 gekreuzt und 1985 ausgewählt. Die Sorte hat eine sehr große Beere, sie ist breitkegelformig. Die Beere ist schwarz und glänzt, hat einen hervorragenden süßen Geschmack. Mit durchschnittlich 9,6% Zucker liegen die Beeren leicht unter Natchez (9,5%) und gehören zu den Mittelsüßen. Sorten wie Navaho (11,7%) und Apache (10,7%) sind dann noch etwas süßer. Geeignet sowohl für Frischerverzehr, als auch für Verarbeitung. Ein sehr wichtiger Unterschied zu vielen Sorten sind die kleinen Samen. Samen dieses Sorte sind kleiner als bei Navaho und Shawnee, aber etwas größer als bei Choctaw. Die Beeren reifen 11 Tage früher als Navaho und 2 Tage früher als Schawnee. Arapaho hat die früheste Reife von stachellosen Brombeeren. Die Ernte dauert 4 Wochen.

Die Pflanze ist aufrecht wachsend, mit mittlerer Wachstumsenergie. Die Ranken werden über 1,5m lang. Blätter der erwachsenen Büsche sind 5-lappig. Der Blattrand ist gesägt. Zwei Lappen, die sich am nähesten zum Stiel befindenden, sind stark zurückgebogen zum Blattgrund. Die Blüten sind weiß.

Winterhärte der Ranken geht bis –24º C.

Pflanzen und Beeren sind widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen, nicht anfällig für Rost.

Diese Sorte bringt eine höhere Ernte als Navaho. Größe der Beeren und der Ernte sind abhängig von Anbaubedingungen. Im Norden von Florida beträgt die Ernte 4,2t/h und die Beere wiegt 4,5g. In Arkansas dagegen beträgt die Ernte 4,48-13,45t/h, abhängig vom Ort des Anbaus und Jahr.

Lagerhaltung und Transport: ohne Geschmackseinbußen kann die Sorte bis 48 Stunden gelagert werden. Mit geringen Geschmackseinbußen - bis 1 Woche.

Die Summe der positiven Eigenschaften macht diese Sorte sehr wertvoll für industriellen Anbau sowie für Kleingärten.

Das Copiright für die Fotos gehört dem russischen Brombeeren-Guru Wjatscheslav Jakimov, die Bilder wurden mit seiner freundlichen Genehmigung verlinkt.

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/P1000865.JPG)

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/Arapaho2.JPG)

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/IMG_1719.JPG)

In den USA ist das Patent für Arapaho sowie für Shawnee bereits abgelaufen.

Meine Meinung: für mich ist bei dieser Sorte die fühe Ernte, die gute Winterhärte und eine geringe Verbreitung in Deutschland interessant. Seltene Sorten zu testen macht mehr Spaß.
Titel: Re: Brombeeren
Beitrag von: Яib-∃səl am 24. Januar 2017, 14:51:34
Es gab bzw gibt eine Weiße Brombeerensorte.

http://homegrowngoodness.blogspot.de/2011/07/white-blackberry-updates.html?m=1

http://bulbnrose.x10.mx/Heredity/Burbank/WhiteBlackberry/WhiteBlackberry.html

Eine längere Alternative wäre, Brombeeren mit gelben Himbeeren zu kreuzen.
Bei mir ist die Fliege noch nicht angekommen. Ich kann die Brombeeren noch genießen ;D
Titel: Re: Brombeeren
Beitrag von: Tester32 am 24. Januar 2017, 15:01:53
Ich denke, in diesem Thema sollte es nicht nur um Sorten, sondern auch um Brombeere-spezifischen Anbau- und Pflanzenschutztechniken gehen. Gerade bei den Spalieren und beim Abdecken der Pflanzen haben die Brombeeren ihre eigenen Methoden, die sich auch für Sorten unterscheiden. Aber auch beim Pflanzenschutz: Tips, die ich gegen den Grauen Schimmel bekommen habe, fand ich sehr brauchbar, werde sie bei Gelegenheit mal niederschreiben.

Es gibt eine Sorte (habe den Namen nicht im Kopf), die beim Reifwerden ihre Farbe gleich von rosa auf schwarz wechselt. Nicht so wie andere Sorten, die schwarz werden, aber noch lange nicht reif sind und weiter hängen müssen. Aber wahrscheinlich ist auch rosa bereits attraktiv für die Vieher. :(

Dann wäre noch die Frage, ob man mit einer Sortenwahl die KEF zeitlich vermeiden kann? Z.B. gibt es sehr späte Sorten und evtl. fruchten auch die remontanten Brombeeren später? Ob im Herbst die KEF genauso aktiv ist?

Zugegeben ich habe mich mit der KEF noch nicht beschäftigt, weil ich noch keine Pfnalzen habe und in ein paar Jahren ist die Situation schon wieder anders. Außerdem kann ich mir notfalls vorstellen eine hochpruduktive Sorte mit 10-30 kg pro Busch anzupflanzen und sie mit einem Netz dann abzudecken. Bei einer Pflanze ist das machbar, wenn auch nicht toll.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: cydorian am 24. Januar 2017, 16:30:15
Der Schädlingsdruck nimmt bis zum Frost sogar ständig zu. Späte Sorten sind noch schneller kaputt wie frühe. Um noch Brombeeren ernten zu können, müsste die Haupternte bereits Anfang Juli liegen. Von den ersten Früchten im Juli sind oft noch welche essbar. Dann nimmt der Verderb schnell zu, die Beeren sehen dann zwar noch ein, zwei Tage gut aus, sind aber bereits essigsauer, gärend, verdorben. Wegen ein paar ersten Beeren lohnt sich der Anbau nicht, wenn die Haupternte von Schädlungsmaden verdorben wird.

Also wären sehr, sehr frühe Sorten versuchenswert.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: b-hoernchen am 24. Januar 2017, 17:54:04
Ich hab' keine (Kultur-)Brombeeren im Garten, eine zugeflogene mit gefiederten Blättern hab' ich (hoffentlich gründlich) gerodet.

Was mir an wilden Brombeeren auffällt: Davon gibt es hier zwei Sorten: Die einen, die als Pflanzen undurchdringliche Horste (Stacheldrahtburgen) bilden und deren glänzend schwarze Beeren vollständig, also wirklich zu 100,0 % von der KEF zerstört werden. Keine einzige mehr war letztes Jahr genießbar.

Daneben gibt es eine zweite Sorte (Art?), welche niedriger wächst, meist nur so knie- bis hüfthoch, die ist auch bei mir als Unkraut im Garten zuu finden. Viele findet man neben den Bahngleisen wachsen. Deren Früchte sind, wenn sie reif sind, blau bereift, also nicht glänzend - und von denen konnte ich auch letztes Jahr noch etliche genießbare Beeren ernten.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: floXIII am 24. Januar 2017, 17:57:36
Hier gibts sogar einen eigenen Thread für weiße Brombeeren:
http://forum.garten-pur.de/index.php/topic,22671.0.html
Allerdings konnte wohl niemand eine solche erwerben. Ist allerdings auch schon wieder 4-5 Jahre her. Vielleicht hatte da jemand Erfolg. Hört sich auf alle Fälle interessant an, da auch bei mir die KEF alle Brombeeren zunichte macht  >:(
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: cydorian am 24. Januar 2017, 18:21:45
Blau bereift ist Rubus caesius. Kultursorten davon gibts nicht.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 24. Januar 2017, 18:51:22
ich kann sehr gut mit wilden brombeeren leben da sie sehr gut schmecken, so richtig nach brombeeren halt  :)
vor 2 jahren ist eine wilde im vorgarten aufgetaucht. diesen sommer habe ich eine über den gartenzaun gezogen, in eine richtung ca. 10meter und in die andere ca. 6m und zurück, eine zweite brombeere auf die fichte links und rechts über die äste  ;D
jetzt warte ich auf den sommer...  8)

es gibt aber unabhängig davon einen eigenen beerengarten
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Paw paw am 24. Januar 2017, 19:08:36

Was mir an wilden Brombeeren auffällt: Davon gibt es hier zwei Sorten

Zitat
Derzeit sind rund 450 wild wachsende Brombeerarten (wissenschaftlich Rubus-Arten) in Deutschland nachgewiesen.
Quelle
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: b-hoernchen am 24. Januar 2017, 19:11:42
Blau bereift ist Rubus caesius. Kultursorten davon gibts nicht.

Ach, das ist also die "Kratzbeere" - auch eine Brombeerart, wie mich wikipedia belehrt.
Könnte es sein, dass die Bereifung als Schutz gegen KEF fungiert? Da fällt mir der Faden mit dem "Fruchtkalk" gegen KEF ein, mag die Suzukii-Fliege vielleicht keine weißlichen Beläge? Nancymirabellen sind auch bereift und waren letztes Jahr bei mir von KEF verschont. Hmm - deutet sich da ein neues Zuchtziel an? Vielleicht für mehr als nur für Brombeeren?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: realp am 24. Januar 2017, 20:44:36
Gibt es eigentlich auch Brombeeren als Hochstamm ?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hargrand am 24. Januar 2017, 21:23:21
 ;D
Nein, das gibt es nicht und es wäre auch sehr kontraproduktiv ;)
Ich habe letztes Frühjahr 6 Sorten gepflanzt :
Polar
Black butte
Triple crown
Chester thornless
Loch ness
Unbekannte Stachellose.
Eine auch unbekannte Stachellose steht bereits einige Jahre,
2016 kam ich trotz massivem befall relativ gut mit der KEF zurecht.
Es waren alle Früchte befallen, aber auch wenn sie bereits leicht matschig sind kann man sie noch gut zum Marmelade kochen verwenden.
Deswegen sehe ich eher entspannt in die Zukunft,  was bringt sich zu ärgern, man muss sich damit arrangieren.  Auch wenn es Verlust an Qualität und Menge bedeutet.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: cydorian am 24. Januar 2017, 21:43:22
Ärgern mag sich, wer will, aber ich verzichte dankend auf eine Wagenladung Mykotoxine, Essigsäure, unreife Früchte die nur mit Extra-Rübenzucker zu etwas marmeladeähnlichem verarbeitet werden können, frisch essen geht gar nicht. Wenn ich mit diesem Niveau zufrieden wäre, könnte ich die Marmelade auch gleich kaufen. Zentis Frühstücks-Konfitüre extra Brombeere 0,99 €. Wohl dem, der damit zufriedenzustellen ist, ich bins nicht. Lieber Sorten mit gesunden Früchten wie angeschimmelte Sorten, bei denen man sich notgedrungen einredet, das Niedrigniveau wäre auszuhalten.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 24. Januar 2017, 21:47:20
Habe heute etwas rumgelesen zum Thema KEF. Sie fliegen bei relativ niedrigen Temperaturen, durch frühere Sorten kann man das nicht umgehen. Und sie reagieren wohn nicht nur auf reife Farbe, auch grüne Früchte werden befallen, wenn auch geringer. Daher wäre eine weiße Brombeere keine Lösung. Ich denke, es wird eher in 3-10 Jahren Fallen mit passenden Lockmitteln geben, oder langfristig werden Nütlinge eingeführt oder so neue Nützlinge so gezüchtet, dass sie die KEF fressen. Das wäre vermutlich einfacher, als zig neue Pflanzensorten zu züchten. Es macht glaube ich wenig Sinn, gegen jeden neuen Pflanzenschädling die gesamte Sortenpalette neu zu züchten. Bzw. es macht Sinn bei Pilzen, aber die Fliegenbekämpfung muss auch anders gehen.





Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 24. Januar 2017, 21:54:24
Wenn ich mit diesem Niveau zufrieden wäre, könnte ich die Marmelade auch gleich kaufen. Zentis Frühstücks-Konfitüre extra Brombeere 0,99 €. Wohl dem, der damit zufriedenzustellen ist, ich bins nicht.

Das sehe ich auch so. Nichts geht über den Frischeverzehr und ein Kleingarten sollte geschmackich die Sorten in Markt-Regalen deutlich schlagen! Wenn man keine Transport- und Lagerungsanforderungen hat, dann sollten auch leckere Sorten mit dünnen Schalen und weichlichem Fruchtfleisch gehen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 24. Januar 2017, 22:13:15
Wir müssen ein wenig aufpassen, dass das hier nicht zu KEF-lastig wird. Eine einfache, ökologisch sinnvolle und ernährungsphysiologisch sinnvolle Methode mit der KEF umzugehen, ist sie einfach mit zu essen.

Ich denke dass man dann um Neuzüchtungen gegen die KEF, nicht vorbei kommt. Kulturnetze wären auch eine Alternative (ähnlich wie bei Kirschen), wobei dann dornige Sorten weg fallen würden.

Ich habe im Garten eine stark bedornte Sorte, die ich an Drähten gezogen habe (kaukasische, verwildert?). Dann habe ich zwei Taybeeren, eine ist bedornt die andere nicht. An einem Rosenspalier rankt eine dornige Schlitzblättrige Brombeere hoch. In Töpfen findet man bei mir noch eine Loch Ness, und zwei einheimische Wildbrombeeren. Die eine kommt von der Sieg-quelle und hat schöne behaarte blätter, seht weich :).

Die zweite wilde Brombeere wächst ähnlich wie Himbeeren. Sie Hat etwa 1,50m lange aufrecht wachsende, schwach bedornte Ruten. Die Ruten sind aber deutlich dicker, als die von Himbeeren. Hier und da findet man auch Kratzbeeren. Davon habe ich auch mal eine Kultursorte gesehen. Fragt mich aber bitte nicht wo. Aber ich würde nicht sagen dass sie blau bereift ist.

PS Da habe ich noch eine dritte einheimisch Wildbrombeere vergessen, die da irgendwo im Garten wächst :).

Ich bin aber auch vergesslich...
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 24. Januar 2017, 22:16:03
PPS: Brombeeren müsten in der Zeit reifen, wie frühe Kirschen, um von der KEF nicht befallen zu werden. Gelbe Kirschen und anderes grünfruchtige wird aber weit wenigeer bis gar nicht von der KEF befallen. Daher roden viele die Blauen und roten Reben und pflanzen gelbe. Weiße und gelbe Brombeeren würden dann bei stark befallenen Orten doch weit besser sein.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 24. Januar 2017, 22:30:44
Wenn ich mit diesem Niveau zufrieden wäre, könnte ich die Marmelade auch gleich kaufen. Zentis Frühstücks-Konfitüre extra Brombeere 0,99 €. Wohl dem, der damit zufriedenzustellen ist, ich bins nicht.

Das sehe ich auch so. Nichts geht über den Frischeverzehr und ein Kleingarten sollte geschmackich die Sorten in Markt-Regalen deutlich schlagen! Wenn man keine Transport- und Lagerungsanforderungen hat, dann sollten auch leckere Sorten mit dünnen Schalen und weichlichem Fruchtfleisch gehen.

Wenn es um den Frischverzehr geht, dann stimme ich zum Teil zu, aber sonst nicht.

Man kann doch Mehrfrucht-produkte herstellen, wie Liköre, Marmeladen und so weiter. Diese kann man nicht im Supermarkt für 0,99€ kaufen :). Jeder der Apfelbeeren, Holunder usw hat, der kommt ohne Tonnen von Zucker nicht aus. Ich bin mehr für die Verarbeitung, als für das Naschen. Da  würde bei mir zu viel vergammeln.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Wurmkönig am 25. Januar 2017, 06:43:02
Arapaho macht vergleichsweise dünne Triebe, ich habe sie 2 x umgesetzt - seitdem will sie nicht mehr so richtig wachsen, der Geschmack war OK. Sie muss sich an ihrem Standort (leichter Schatten) aber auch gegen eine seit Jahren etablierte unbekannte Sorte (vermutlich Navaho) behaupten. Mein Favorit ist aber Choctaw, ein derartiges Wuchsbild habe ich noch nie gesehen, die Früchte sind nicht wesentlich kleiner als Arapaho. Das gab heuer über 3.5 m hohe Lanzen die aus der Erde geschossen sind, ob sie den harten Winter überstehen werden wird sich zeigen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 25. Januar 2017, 10:28:29
Arapaho macht vergleichsweise dünne Triebe, ich habe sie 2 x umgesetzt - seitdem will sie nicht mehr so richtig wachsen, der Geschmack war OK. Sie muss sich an ihrem Standort (leichter Schatten) aber auch gegen eine seit Jahren etablierte unbekannte Sorte (vermutlich Navaho) behaupten.

Stimmt es, dass die Arapaho und die (vermutliche) Navaho ähnlich schmecken? Und schmeckt man bei der Navaho das Mehr an Zucker raus? Und im Vergleich zu Choctaw?

Mir gefällt, dass Arapaho bis -24°C gehen soll, während Navaho nur bis -20°C. In meiner Gegend mit Winterrekordtemperaturen bis -23°C (dieses Jahr bis -18°C) würde ich die Navaho sicher abdecken müssen, bei der Arapaho geht es evtl. auch ohne. Oder auch nicht, die Maximaltemperaturen sagen nur über Ruten aus, die Blütenknospen erfrieren auch bei geringeren Temperaturen. Daher würde ich evtl. beide abdecken müssen und dann ist die Winterfestigkeit auch egal.

Und wo hattest Du die Arapaho bitte bekommen? Sie ist bei uns in D. sehr schnwer zu bekommen, Navaho wird dagegen wie Sand am Meer angeboten, ob die wohl so populär ist? Choctaw ist normal erhältlich.

Hast/hattest Du Deine 3 Sorten in Sonne oder Halbschatten? Einige Sorten sollen die volle Sonne nicht mögen und Sonnenbrand (oder Beerensonnenbrand) bekommen, gerade im letzten Jahr war das problematisch. Dieses Thema würde mich sehr interessieren, aber leider gibt es wenig Infos dazu.


Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Wurmkönig am 25. Januar 2017, 13:22:31
Hallo Tester32, ich habe die Sorten Theodor Reimers, Loch Ness, Navaho, Asterina (mittlerweile gerodet), Arapaho und Choctaw (gab`s vor einigen Jahren bei Lubera) und noch einige andere Rubus-Arten. Kirschessigfliegen habe ich bei mir bislang noch nicht festgestellt.

Die waren seinerzeit (also 3 - 4 Jahre) in Töpfen angepflanzt (Topfgröße ca. 45 x 45 x 50 cm) und auf einem Pflanzgerüst direkt in der prallen Sonne aufgestellt.
Ob es an den Töpfen lag oder an der Sonne kann ich nicht sagen - das Wachstum war eher bescheiden obwohl die Erde mit Osmocote-Dünger gut versorgt war (ähnlich wie bei den Himbeeren). Gefruchtet haben sie immer (bis auf die Black Jewel - die hat schön geblüht, aber dann nur "Krümelfrüchte" gebildet - nach 3 Jahren gerodet), Sonnenbrand gab es manchmal, aber die Ausfälle nach entsprechender Witterung waren nicht der Rede wert (das ist bei Stachelbeeren weit schlimmer).

Meines Erachtens wachsen die Pflanzen im leichten Schatten deutlich besser – heute vielleicht sogar „zu gut“ (verstärktes vegetatives Wachstums bei Beschattung kennt man aber auch von anderen Obstsorten), bei der Fruchtbildung konnte ich keine Unterschiede erkennen. Auch die wilde Sorte hat sich eher im Schatten entwickelt. Heute muss ich Mitte/Ende August schneiden, das beeinträchtigt aber nicht die Fruchtbildung im nächsten Jahr. Rein gefühlsmäßig würde ich sagen, die Abreife der Früchte war bei direkter ständiger Besonnung konzentrierter als heute (damaliges Erntefenster ca. 1-2 Wochen, heute 2-3 manchmal 4 Wochen).

Die Unterschiede im Zuckergehalt ... puhh, schwierig. Die schmecken alle sehr gut (aromatisch und süss, bis auf die Theodor Reimers – da sind mir auch die Früchte zu klein), wenn man den richtigen Erntezeitpunkt erwischt und das ist bei diesen Beeren die große Aufgabe. Ich würde sagen, die muss man täglich durchpflücken und es braucht ein geschultes Auge um den Farbumschlag und das stumpf werden der Beerenhaut zu erkennen. Einen Tag zu spät hast du manchmal schon angeschimmelte Beeren da hängen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 26. Januar 2017, 13:58:06
Hallo Wurmkönig,

danke für die Infos zu Erfahrungen mit Sonne. Dass man durch das Pflanzen im Halbschatten die Ernte von 1-2 auf 2-4 Wochen ausdehnen kann, war mir nicht bekannt und ist erfreulich. :)

Die waren seinerzeit (also 3 - 4 Jahre) in Töpfen angepflanzt (Topfgröße ca. 45 x 45 x 50 cm) und auf einem Pflanzgerüst direkt in der prallen Sonne aufgestellt.
Ob es an den Töpfen lag oder an der Sonne kann ich nicht sagen - das Wachstum war eher bescheiden obwohl die Erde mit Osmocote-Dünger gut versorgt war (ähnlich wie bei den Himbeeren).

Vermutlich spielte die Topfgröße mit. Brombeeren haben ein starkes Wurzelsystem, das braucht Platz. Ein Brombeerzüchter, der 30kg von einer seiner Pflanzen erntet, empfielt für die Brombeeren ein Loch von mindestens 1m x 1m x 60cm auszubuddeln, besser 1m x 1m x 1m.

Warum hast Du die Asterina gerodet?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Wurmkönig am 26. Januar 2017, 20:41:06
Ja, den Platzbedarf habe ich sicherlich unterschätzt - beim Umsetzen in die Erde war aber die Durchwurzelung aber sehr bescheiden. Da hat wohl das Kleinklima im Boden nicht gepasst.

Die Asterina war geschmacklich nicht überzeugend, allerdings haben sich einige Himbeeren im Laufe der Zeit geschmacklich deutlich verbessert - vielleicht hätte die Asterina noch nachgezogen? Irgendwann hat sich dann die rote Waldameise in dem Topf eingenistet und da fand ich die Tiere interessanter.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 27. Januar 2017, 15:17:23
Ich habe einen interessanten Artikel mit Empfehlungen der Arkansas-Sorten für Kleingärtner gefunden. Beschreibt die Anfälligkeit für Krankheiten. Ich kopiere die Tabelle mal rein. Fall jemand eine Übersetzung braucht, gibt Bescheid.

Weiß jemand, was die chill hours bedeuten? Ich habe gegoogelt, konnte es aber irgendwie nicht kapieren, was das ist und wie man es in der Praxis nutzten kann.

Blackberry Production in the Home Garden 

Table 1. Characteristics of Recommended Blackberry Varieties for Home Gardens

Chickasaw Thorny. High yielding with large fruit. Disease resistant to anthracnose and orange rust. Mid-season harvest with medium storage potential. Requires approximately 500 chill hours.

Choctaw* Thorny. High yielding cultivar; medium fruit size. Disease resistance to anthracnose and orange rust. Early ripening. Low storage potential.

Shawnee Thorny. High yield with medium to large fruit size. Disease resistance to anthracnose and orange rust. Early to mid harvest season with low storage potential.

Apache Thornless. High yield with large fruit. Disease resistant to anthracnose and double blossom. Late harvest season with high storage potential. Requires approximately 800-900 chill hours.

Arapaho Thornless. Moderate yield with medium fruit size. Disease resistance to anthracnose and double blossom. Early to mid harvest season. High storage potential.

Kiowa Thorny, erect; very large fruit. Ripens over a long period, the longest fruiting of the Arkansas varieties. Storage and handling potential very good, among the best of the thorny varieties. Requires approximately 200 to 300 chill hours.

Navaho Thornless. Moderate yield with small to medium size fruit. Excellent, consistently rated the highest of the Arkansas varieties. Disease resistant to anthracnose and double blossom; susceptible to orange rust. Late harvest season with very high storage potential. Requires approximately 800-900 chill hours.

Ouachita Thornless, very erect canes. Early to mid-season ripening. Resistant to double blossom/rosette. High storage potential. Requires approximately 400-500 chill hours.

Prime-Jim® Primocane-fruiting; thorny, erect. Floricane yields comparable to floricane-fruiting thorny and thornless varieties. Primocane yields vary greatly by location, best in North Arkansas. Floricanes susceptible to double blossom/rosette, but primocanes avoid this disease since the disease does not appear until the second season on the canes. No orange rust observed and only slight anthracnose observed. Low storage potential. Recommended only for home garden use and very limited commercial trial. Requires approximately 300-400 chill hours.

Prime-Jan® Primocane-fruiting; thorny, erect. Similar to Prime-Jim®. Requires approximately 300-400 chill hours.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: cydorian am 27. Januar 2017, 15:21:18
Im kalten Deutschland irrelevant. "chill hours" sind die Zeiten der kühlen Winterruhe. Die haben wir hier mehr als genug...
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 30. Januar 2017, 21:35:32
Sortenbeschreibung Kiowa

Die Brombeere Kiowa (getestet als Ark. 1380) wurde 1995 an der Uni Arkansas gezüchtet (US Patent PP9861 P). Autoren der Sorte: James N. Moore, John R. Clark
Sie stammt von nicht patentierten Arkansas Selektionen Ark. 791 und Ark. 1058 ab. Die Pflanze wurde 1983 für Tests ausgewählt und an vier Orten in Arkansas sowie anderen Versuchsstationen in diversen anderen Staaten getestet.

Die Pflanze wächst aufrecht. Zwar nicht so aufrecht wie "Shawnee", aber die starren bedornten Ruten sind dennoch selbsttragend und benötigen in warmen Regionen keine Spaliere. In Deutschland ist die angegebene Winterfestigkeit von -24°C nicht bestätigt, eine Abdeckung ist zwingend erforderlich, dadurch auch eine Erziehung am Spalier. Die Abdeckung einer nicht erzogenen Pflanze dieser Sorte mit ihren bedornten starren Ruten dauert sehr lange und generiert viele Schimpfwörter, Verletzungen und Drohungen die Pflanze abzuholzen.  ;D

Für eine bessere Ernte solten die Ruten in Höhe von 1,0 - 1,2m abgeschnitten und die Nebenruten vor dem Winterschlaf auf 40 cm gekürzt werden.

Die Sorte hat eine sehr große Beere. Die Beeren wiegen 9-14g, durchschnittlich 12g, manche Examplare gehen bis 20g. Die Beeren an einem Busch haben unterschiedliche Größen. Sie sind sind schwarz und glänen. Der Geschmack ist gut. Mit ca. 10% Zucker gehört die Beere zu den Mittelsüßen, ähnlich Chickasaw, Shawnee. Eine leichte Säure-Note ist auch vorhanden, dadurch schmeckt die Beere nicht fad. Sehr saftig. Die Beeren haben geschmacklich eine ähnliche Note wie Granatäpfel. Die Samen stören nicht, durch die große saftige Beere fallen sie nicht auf.

Offiziell dauert die Ernte 6 Wochen, es gibt aber auch Berichte über eine deutlich längere Ernte. Hier im Forum berichtete jemand, dass er die Beere bei der BLWG noch im Oktober verkosten konnte.

Pflanze ist wenig anfällig für Krankheiten. Moderat widerstandsfähig gegen Anthracnose und resistent gegenüber Rost. Empfindlich gegenüber Rosette (scheinbar was Amerikanisches), aber weniger als andere Bedornte.

Lagerhaltung und Transport: befriedigend bis gut. Wenn man eine reife Beere in die Hand nimmt, hinterläßt sie Saft auf der Haut, wie für viele Brombeeren typisch. Das heißt für den Transport müsste man wohl Beeren im Stadium der sogenannten "technischen Reife" pflücken.

Passende Bilder kann ich aus Copiright-Gründen nicht einfügen, aber wer möchte, kann sich die Bilder hier anshauen (unten in den Artikel-Kommentaren, etwas scrollen).
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 19. März 2017, 17:10:02
Habe eine Loch Tay und eine Kiowa eingepflanzt. Das Loch habe ich reichlich mit Kompost gefüllt, wie es sich gehört. Hoffentlich macht es den Pflanzen nichts aus, dass er nicht komplett fertig war. Sollte aber kein Problem sein, das volle Wurzelwerk entwickeln die Pflanzen eh bis zum 5en Lebensjahr.

Ein Tipp für Neulinge. Habe selber gerade gelernt.  :) Die Ranken des ersten Jahres (ich glaube auf Englisch Primocanes) muss man ja gleich hinlegen und liegend wachsen lassen. Damit erschlägt man gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe:
1. im Herbst muss man die Ranken nicht mühsam niederlegen, sie liegen bereits. Das spart viel Zeit, bei dornigen Sorten spart das Verletzungen und die Ranken brechen nicht ab.
2. man kommt mit einem kleineren Spalier aus, weil auf diesem nur die zweijährigen Ranken drauf sind. 
So, und jetzt der Tipp selbst. Auf ebay gibt es fertige Zeltnägel, 30 cm lang, 3-4mm im Durchmesser, verzinkt. Diese Zeltnägel sind günstig (25-35 cent) und ideal dafür geeignet, die Ranken am Boden festzuhalten. Eine junge Ranke umgebogen, mit 1-2 Zeltnägeln am Boden befestigt und fertig. Ist noch einfacher als eine Pflanze an einem Bambusstock zu befestigen, bin richtig begeistert, habe mir das komplizierter vorgestellt.  :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 23. März 2017, 22:20:12
Ich hatte einen Anfängerfehler gemacht.  :) Am Boden erzieht man ja neue Triebe. Was bekommt man aber, wenn man jetzt im Frühjahr eine Brombeere im Topf kauft? Richtig, die alten Triebe des letzten Jahres. Diese müssen natürlich nicht hingelegt werden, sondern können ruhig vertikal stehen bleiben, die meisten sind eh gestäbt.

Wichtig ist es dagegen, die Blüten oder beim späteren Kauf den Fruchansatz von diesen alten Ruten zu entfernen. Weil die Pflanze im ersten Jahr keine Kräfte für die Beeren verlieren sollte, sondern neue Triebe und Wurzeln bilden sollte.

Die alten Ruten werden dann im Herbst entfernt, damit man sie nicht hinlegen muss und die Krankheiten nicht von alten auf die neuen Ruten überspringen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 23. März 2017, 22:57:09
Sortenbeschreibung Brombeere Triple Crown

Die Sorte ist stark wachsend, hat die Halbbusch-Form. Dornenlos. Hervorragender Geschmackt, ziemlich süß, mit Süßkirsche-Sahne-Geschmacksnote. Leichte Säure im Geschmack ist auch vorhanden, daher nicht fad. Die Beeren sind sehr aromavoll.

Die Samen sind klein, die Beeren sind groß, ca. 2-3 Mal größer als Thornfree. Einzelne Beeren gehen bis 17g. Die ersten Beeren werden wenige Tage später reif als Thornfree. Die Ernte ist geringer als bei Thornfree, die Sorte wird in den USA aber trotzdem für den gewerblichen Anbau benutzt. Die Transportfähigkeit ist gut.

Interessant ist die die fast ideal runde Form der Beeren. Die Beeren sehen rot-schwarz kontrastreich aus und sind ein Schmuckstück für den Garten.

Wichtige Besonderheit der Sorte: die Beeren sind hitzefest und werden nicht kleiner bei heißem Wetter.

Winterfestigkeit (*): -14...-16 °C, vergleichbar mit Natchez oder etwas höher.

Meine Meinung: die Sorte ist in Deutschland weniger bekannt und nicht die billigste. Dass sie bei den russischen und ukrainischen Brombeeren-Fans sehr beliebt ist, spricht aber für sie.

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/IMG_1732.JPG)

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/IMG_3410~0.JPG)

(*) Winterfestigkeit gibt an, ab welcher Minus-Temperatur die Ruten Schaden nehmen können. Bei ungünstigen Wetter-Verhältnissen wie z.B. austrocknende Winde können Ruten auch bei wärmeren Temperaturen bereits Schaden nehmen. Achtung! Die Winterfestigkeit gibt nicht an, ab welcher Temperatur die Blüteknospen Schaden nehmen. Die Toleranz der Blüteknospen ist wesentlich geringer. Situationen, wenn bis zu 3/4 aller Blüteknospen erfrieren und die Ernte wesentlich geringer ausfällt, sind weit verbreitet.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 12. April 2017, 10:42:18
Hat jemand Erfahrungen mit Primocanes? Ich bin auf Lubera's Direrrisima Montblanc gestoßen und überlege mir, ob das was zum Ausprobieren wäre. Einerseit spart man sich so das Abdecken und ein Spalier. Die kurzen Ruten kann man an Bambus-Stäbe binden. Und man kann bereits im gleichen Herbs eine Ernte haben. Andererseits hören sich sich der falsche Mehltau und Milben nicht gerade prickelnd an.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: strohblume am 12. April 2017, 20:50:28
Hallo  Tester  da wird viel vollmundig versprochen bei den neuen Sorten die Sorte Reuben ist auch eine Primocane ,ich persönlich warte noch bis ich da zuschlage, zumal mich die Kirschessigfliege auch schon besucht hat...
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 13. April 2017, 23:38:49
Hallo  Tester  da wird viel vollmundig versprochen bei den neuen Sorten die Sorte Reuben ist auch eine Primocane

Die Reuben ist gut verfügbar in Deutschland, aber besonderen Lob habe ich nicht gehört. Bei den Russen und Ukrainern ist von den bestachelten Primocanes die Black Magic populär, hat wohl viele Erwartungen übertroffen. Wobei ich eher auf die stachellose Prime Ark Freedom scharf bin.

ich persönlich warte noch bis ich da zuschlage, zumal mich die Kirschessigfliege auch schon besucht hat...

Ich habe Glück von der KEF bis jetzt verschon geblieben zu sein, kann also noch ungezügelt rumprobieren. :)
Habe die Direttissima Montbblanc doch noch bestellt und werde sie bis Herbst 2018 bzw. 2019 testen. Dann ernten bei mir bereits die normalen Sorten. Falls sie mich enttäuscht, fliegt sie evtl. früher raus. Es gibt so viele Sorten, die man ausprobieren möchte, da bleibt keine Zeit für Sorten, die mit bestimmtten Kapriolen unseres Wetters schlecht zurecht kommen.

Bin gerade schwer in Versuchung, eine bereits vorhandene Black Satin einzupflanzen. Sie ist weich und im manchen Jahr im Herbst zergeht sie auf der Zunge, so bin ich letztes Jahr zu Brombeeren gekommen. Leider ist die Black Satin für unser sehr feuchter Klima hier (Ex-Moorgebiet)  mit ihrer Grauschimmelneigung überhaupt nicht geeignet. Daher werde ich sie schweren Herzens verschenken müssen.

Hoffe noch, dieses Jahr die polnische Polar zu bekommen, soll auch weiche Beeren wie die Black Satin haben, aber süßer sein. Die Prime Ark Freedom als Primocane, oder nennen wir sie Herbstbrombeere.  :) Und mit viel Glück und auch Geld habe ich eine realistische Chance auf eine Columbia Star.  :o
Titel: Re: Brombeeren - Fragen betreffs Umpflanzung / Schnitt
Beitrag von: Natternkopf am 26. April 2017, 13:59:17
Guten Tag

Habe da Fragen zu diesen beiden Brombeeren.
Genauere Sorte weiss ich gerade nicht.

Nicht Schneiden oder Schneiden bzw was schneiden und wieviel?

Frühe Sorte


ca. 270cm


Späte Sorte
ca. 330cm


Zwei Ruten
evtl. 2 Wurzeln




Seiten-
aufnahme

Gestell Material



Angaben zu den Pflanzen:
Stachellose Brombeeren
Stockalter 5 Jahre
Ruten vom Frühling 2016

Situation zu den Pflanzen:
Wurzelstock kam mit wenig Erde.
Stand vermutlich 3 Tage da als wir fort waren.
Triebspitzen haben gelampt, ausser bei den längeren Seitenruten.
Im Topf eingeschlämmt.
Aktuell Regenwetter, Triebspitzen relativ gut erholt.
Warmes Wetter zur Zeit nicht in Sicht.
Aktuelle Platzierung Nordseitig.

Wege zur Pflanzung:
- Den vorgesehen Platz muss ich erst vorbereiten. (Wegräumen)
- Anschliessend Gestell platzieren / montieren.
- Pflanzloch vorbereiten, sprich Steine raus lesen/sieben.
Unter der humosen Oberschicht (ca. 20cm wurde) mit Kies und Koffermaterial befestigt während der Bauphase Haus a) und Haus b) für Kranplatz.
- Kann sicher noch ca. 14 Tage dauern bis die Bromis drin sind.

Nun zu den Fragen:

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Brombeeren - Fragen betreffs Umpflanzung / Schnitt
Beitrag von: Natternkopf am 26. April 2017, 17:50:21
Vielleicht gibt es noch weitere Antworten.  :)

hm, hab grad mal geschaut Merci 🌹 Bienchen.

ich würd die nicht zurück schneiden, weil sie dann nicht blühen
Im Topf lassen ist eigentlich kein Problem. Hab ich auch gehabt einen Sommer lang


Am idealsten gleich hier im Thread drin.  :-*
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Isatis blau am 26. April 2017, 18:34:50
Jetzt würde ich die Brombeeren nicht schneiden. Nach der Ernte im Winter die abgeerntetenTriebe ganz abschneiden. Im Sommer lasse ich immer zwei neueTriebe wachsen einer wird auf die rechte, der andere auf die linke Seite gebunden. Die erscheinenden Seitentriebe nach vier bis sechs Blättern einmal abschneiden. Im zweiten Jahr schneide ich an den Trieben nichts.

So hast Du vier Triebe, zwei tragen in diesem Jahr, zwei erst nächstes Jahr.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 26. April 2017, 19:27:16
@Isatis
Danke für den Hinweis mit den Seitentrieben und dem li & re binden.


Brombeeren kann man gnadenlos runterschneiden, aber wie das Bienchen schon sagt: dann tragen sie heuer nicht.

Dann lass ich das mal so und schaue wie sich die Brombeeren verhalten.

Grüsse aus der 🇨🇭
Natternkopf

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 26. April 2017, 21:14:58
🐌

Habe nachgeschaut und weiss ich auch die Sortennamen wieder.


Navaho


Bigandearly


Navaho


Sommerlong



Gruss 🐝


Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Angua am 27. April 2017, 15:41:05
Markus Kobelt hat zum Schnitt der Navaho zwei interessante Videos gedreht:
Link entfernt!1  /watch?v=3wC5lRbkxqQ
Link entfernt!1  /watch?v=3KZikZ7eOQs
Zusammengefasst: Nach der Ernte auf 10-20cm schneiden, und im frühen Frühling die neuen Triebe des Vorjahres auf die gewünschte Höhe kürzen und die Seitentriebe auf 1-2 Augen. Zwischendurch nichts schneiden, sonst wachsen zu viele Seitentriebe, die zudem mehr Winterschäden bekommen können.
1min. Beitragsanzahl noch nicht erreicht
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Angua am 27. April 2017, 15:43:31
Tss, hatte schon extra keine richtigen Links gesetzt. ;) Na, die Videos sind jedenfalls auf YouTube zu finden, mit den oben angegebenen Linkteilen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 27. April 2017, 18:50:31
Habe die nun beiden angeschaut.

Merci Angua 🌷

Im ganzen sind es 5 Videos über die Jahre.
Als 🇨🇭 sind mir die video.com Infofilme bekannt.  :)

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 27. April 2017, 22:55:18
Hallo Natternkopf,

wenn das Wurzelwerk so groß ist, dass es diese Ruten bis jetzt getragen hat, dann sollte es auch weiter ausreichen. Wenn es zu heiß wäre, könnte man die Pflanzen abdecken, aber Du hast gerade vermutlich Glück mit trübem Wetter.  :) Sonst spricht nichts dagegen sie jetzt und nach dem Einpflanzen für 1-4 Wochen im Schatten zu halten.

Die Ruten (nicht Seitentriebe) des Vorjahres kann man nach dem Winter kürzen, wenn sie beschädigt sind, oder wenn die (eigentlicht tragenden) Seitentriebe stärker wachsen sollen, aber ich würde nach dem Umtopfen diese Pflanzen erst mal in Ruhe lassen. Man kann sich auch mit langen Haupttrieben zufrieden geben, das spart Arbeit. Nach dem Abernten schneidest Du die Vorjahresruten aus 2016 weg. Nächstes Jahr würden sie nicht gut tragen und mit dem Wegschneiden beseitigst Du auch angesammelte Krankheitserreger, die dann nicht auf die neuen Ruten dieses Jahres überspringen können.

Beeilen mit dem Einpflanzen brauchst Du Dich nicht. Wenn die Pflanzen später blühen und im Mai bei den Eisheiligen der Nachtfrost droht, kannst Du sie getopft leicht nachts reinstellen und schützt so die Blüten.

Wenn ich das richtig verstehe und Du nur 20 cm Humus hast, dann wird das kritisch. Brombeeren haben ein immenses Wurzelwerk, ca. 1m Durchmesser und gehen bis 1,5 m tief. Beim Einpflanzen wird empfohlen, ein Loch mit mindestens 1m Durschnitt und ca. 60 cm tief (zwei Schippen lang) vorzubereiten und mit einer Mischung aus Kompost (kann durch Pferdemist oder mind. 3 Jahre alten Kuhmist ersetzt werden), Erde und Dünger zu füllen. Pflanzen in so vorbereiteten Löchern sollen deutlich schneller und stärker wachsen.  Ich glaube nicht, dass es mit nur 20 cm Humus was wird.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hargrand am 28. April 2017, 10:15:43
Das kann gut klappen, auch mit nur 20cm Humus. Hier sind gleiche Bedingungen, etwa 15-20cm Humus und danach Kies, aufgefüllt. Habe letztes Frühjahr 6 Sorten gepflanzt, alle bis auf eine machten einen Ordentlichen Trieb, 1,5 bis 2Meter. Dieses Jahr sieht man bereits richtig dicke Triebe aus dem Boden kommen. :D
Leider haben Sie Frostschäden, die Spitzen sehen erfroren aus.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 28. April 2017, 22:07:27
Guten Abend

Hallo Natternkopf,

Sonst spricht nichts dagegen sie jetzt und nach dem Einpflanzen für 1-4 Wochen im Schatten zu halten. Das ist beruhigend.

Die Ruten (nicht Seitentriebe) des Vorjahres kann man nach dem Winter kürzen, wenn sie beschädigt sind, oder wenn die (eigentlicht tragenden) Seitentriebe stärker wachsen sollen, aber ich würde nach dem Umtopfen diese Pflanzen erst mal in Ruhe lassen. Man kann sich auch mit langen Haupttrieben zufrieden geben, das spart Arbeit. Nach dem Abernten schneidest Du die Vorjahresruten aus 2016 weg. Nächstes Jahr würden sie nicht gut tragen und mit dem Wegschneiden beseitigst Du auch angesammelte Krankheitserreger, die dann nicht auf die neuen Ruten dieses Jahres überspringen können. Werde ich versuchen den Tipp so anzuwenden.

Beeilen mit dem Einpflanzen brauchst Du Dich nicht. Wenn die Pflanzen später blühen und im Mai bei den Eisheiligen der Nachtfrost droht, kannst Du sie getopft leicht nachts reinstellen und schützt so die Blüten. Okay, merci.

Wenn ich das richtig verstehe und Du nur 20 cm Humus hast, etwas in der Art.
.. Pflanzen in so vorbereiteten Löchern sollen deutlich schneller und stärker wachsen.

Könnte also gehen.
[Wobei die Pflanzen laufen :-) ja nicht, komische Redenswart]

Das kann gut klappen, auch mit nur 20cm Humus. Hier sind gleiche Bedingungen, etwa 15-20cm Humus und danach Kies, aufgefüllt.

Idee von mir ist:
- Gestell aufstellen und Drähte ziehen.
- Pflanzloch machen durch die Kofferung hindurch, bis Erdboden kommt.
- Entsprechende Erde nachfüllen. Sollte ich irgendwo noch bei mir finden.  ;)
- Einpflanzen

Deshalb dauert das noch ein wenig.

Danke für die Hinweise

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 01. Mai 2017, 15:53:38
Von links nach rechts: Arapaho, Black Magic, Prime Ark Freedom, Kiowa:

(http://forum.vinograd.info/attachment.php?attachmentid=267372&d=1470592900)

(C) Sergej Ustin, Nikopol, Ukraine
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 01. Mai 2017, 17:14:54
Nichts sichtbar
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 02. Mai 2017, 16:53:03
Nichts sichtbar

Seltsam. Habe das Bild daheim verlinkt und in der Firma ist es sichtbar, obwohl anderes Netz und Provider. Habe nun versucht, das Bild hier im Forum abzulegen:



Brombeeren

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 02. Mai 2017, 18:04:32
Salü Tester

Bin via Zitat rein die Linkadresse anzeigen lassen, via copy paste eingegeben.
Da kommt dann ein 'Formular' zum anmelden.

Hypothese 1
Bilder anschauen geht nur für Mitglieder

Hypothese 2
Deine Einstellungen am PC, (Wischdings was auch immer) sind so das automatisch eingeloggt wird.

Schöne Brombeeren

Grüsse Natternkopf

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 02. Mai 2017, 18:10:23
Mit dem Handy als auch mit dem Laptop, war das Bild bei mir nicht sichtbar.

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 17. Mai 2017, 23:14:23
Hat jemand Erfahrungen mit Black Magic und Osage in unserem Klima? 

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 19. Mai 2017, 20:06:39
meine chester thorless hat noch keine jungtriebe, ist das normal?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 19. Mai 2017, 22:38:38
meine chester thorless hat noch keine jungtriebe, ist das normal?

Wie alt ist denn Deine Pflanze und wann hat sie in den lezten Jahren Jungtriebe bekommen? Und wie wachsen so aktuell die Blätter und ggf. sogar schon Blüten? Ich glaube mich erinnern zu können, dass neue Jungtriebe auch Mitte Juni kommen können. Wenn das Blattwerk aktuell gut wächst, würde ich mir noch keine Sorgen machen.

Ich habe Ende Februar meine drei ersten Brombeeren eingepflanzt. Kiowa hat auch noch keine Jungtriebe und bei der Triple Crown muss man schon sehr genau hinschauen, um einen Jungtrieb zu finden. Einzig die Loch Tay hat bereits 2 klare Jungtriebe gebildet und will bereits Blütenansätze bilden. Werde sie wahrscheinlich am WE entfernen. Blätter und Wurzeln wachsen bei allen Pflanzen gut, bin zufrieden.

PS: Du kannst Deine Chester übrigens mit Stickstoff düngen, aktuell spricht glaube ich nichts dagegen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: bernerrose am 20. Mai 2017, 21:01:00
Hallo Beerenfreunde,
unsere dornlose, vor ca. 3-4 Jahren gepflanzte Brombeere ist jetzt rausgeflogen, weil sie 1. monstermäßig gewachsen ist und 2., viel wichtiger, nicht so gut geschmeckt hat, wie ich mir das wünsche.
Daher meine Fragen:
Sind dornenlose Brombeere von Haus aus weniger aromatisch?
Welche Brombeeren könnt ihr empfehlen, weil sie besonders gut schmecken?
Unser Boden ist lehmig-tonig, hält das Wass sehr gut und läßt alle Beerensträucher prima wachsen.
Vielen Dank schon im voraus
    die bernerrose
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 20. Mai 2017, 22:03:06
Sortenbeschreibung Loch Tay


Starke dornenlose Ruten 3-5m lang, der Wuchs ist halbgerade. Beerenform und -größe kann variieren, selbst bei gleicher Pflanze. Geschmack ist fein, intensiv, mit einem intensiven Fruchtaroma, harmonisch, süß, mit erfrischenden Säure-Noten. Das Aroma unterscheidet sich vom gewohnten Thornfree, ist feiner, intensiver. Saftige, feste Beeren hinterlassen keine Saftspuren auf der Hand. Beeren verändern sich nicht bei voller Reife, - die Sorte kann hervorragend transportiert werden.
 
Die erste Ernte ist deutlich geringer als die folgenden Ernten, aber im 4-5 Jahr kann man mit guter Technik bereits 15-20 kg von einem Busch ernten. Die Beeren sind zweimal kleiner als bei Natchez, ca. 2-3cm. Geschmack ist süß, Säure fehlt gänzlich, dadurch ist es eine der süßesten Sorten. Die Samen sind klein. Die Beeren sind hitzefest, werden bei starker Hitze aber kleiner.

Die Beere mag Pflege: Düngung und eine gute Bewässerung. Wenn man die Pflege vernachlässigt, werden die Beeren kleiner.

Die Pflanze bildet normalerweise keine Ausläufer und breitet sich nicht aus auf dem Grundstück. Außnahme: Ausläufer können sich bilden, wenn die Wurzeln beim Umgraben oder von Tieren beschädigt werden.

Die Sorte ist widerstandsfähig gegenüber Virenkrankheiten, Pilzkrankheiten, Anthraknose, Krankheiten des Wurzelsystems.

Eine der frühesten Sorten, die Ertne beginnt gleichzeitig mit Natchez (andere Quellen: 7-10 Tage nach Natchez), ca. 1-2 Wochen vor Thornfree und 2-3 Wochen vor Loch Ness. Durch den frühen Ertnebeginn wird die Sorte gerne auch für Regionen mit einem kurzen Sommer empfohlen. Zudem ermöglichst es die frühe Ernte, neue Ruten (Primocanes) nicht am Boden, sondern auf Spalier zu erziehen (z.B. Fächererziehung). Denn man kann die Ruten bereits früh (im September) wieder runter nehmen und auf den Boden für die spätere Winterabdeckung legen. Das geht deswegen leicht, weil die Ruten zu dieser Zeit noch nicht verholzt sind.

Die Sorte ist sowohl für Hausgarten als auch für den landwirtschaftlichen Anbau geeignet.

Eine Beschreibung von russischen Brombeere-Guru und Autor Wiatscheslaw Jakimov, geschrieben Juli 2012 (Quelle)
 
Die Brombeere Loch Tay reifte. Man kann mit Sicherheit sagen, dass es eine der besten Brombeeren der englischen Züchtung ist. Büsche dieser Sorte wurden bei uns im Herbst 2010 gepflanzt, aber bereits die erste Ernte hat ein spürbares Volumen und zeigt, dass es eine moderne, ertragreiche, industrielle Sorte ist. Der Busch hängt voll mit mehrbeerigen Trauben, die ersten Beeren sind größer als Loch Ness. Besonders überrascht und erfreut hat der Geschmack. Die Beeren sind süß, mit einem intensiven Frucharoma. Das Aroma steht nur unwesentlich in der Intensität der Sorte Silvan nach, ist durchaus mit ihr vergleichbar. Wenn man die Dornenlosigkeit, die Erntemenge, die frühe Reife der Beere berücksichtigt (Beeren der verbreiteten Industriesorten sind noch nicht mal saftig geworden), dann kann man dieser Sorte eine große Zukunft in Russlands Gärten prophezeien.

Notierbar ist, dass die süßen Beeren mit einer geringen Säure-Beimischung (der Geschmack ist sehr harmonisch) bei einem normalen Reifegrad gut transportierbar sind und nicht zerdrückt werden. Dabei kommen sie beim Konsum weich vor, haben kleine, nicht spürbare Samen und sind ausreichend groß.

Ihr Aroma ist individuell, ähnelt nicht dem Aroma anderer Sorten (Thornfree, Black Satin, Smooth Stem). Es ist praktisch genauso interessant wie das Aroma der besten Hybriden, und die Reife wird nicht vom Verlust der Transportfähigkeit begleitet, wie bei manchen Sorten. Bis jetzt volle Begeisterung. Die Sorte hat laute Vorteile.

(C) Bilder: Wiatscheslaw Jakimov

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/IMG_1539.JPG)

(http://dacha-foto.ru/album/albums/userpics/10008/IMG_1496.JPG)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 20. Mai 2017, 22:03:23
meine chester thorless hat noch keine jungtriebe, ist das normal?

Wie alt ist denn Deine Pflanze und wann hat sie in den lezten Jahren Jungtriebe bekommen? Und wie wachsen so aktuell die Blätter und ggf. sogar schon Blüten? Ich glaube mich erinnern zu können, dass neue Jungtriebe auch Mitte Juni kommen können. Wenn das Blattwerk aktuell gut wächst, würde ich mir noch keine Sorgen machen.


die pflanze ist noch vom vorbesitzer und ist ziemlich sicher uralt. wann die jungtriebe die letzten jahre gekommen sind weiß ich nicht mehr aber aktuell wächst sie sehr gut hat aber noch keine blütenansätze.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Isatis blau am 20. Mai 2017, 22:52:02
Hallo Beerenfreunde,
unsere dornlose, vor ca. 3-4 Jahren gepflanzte Brombeere ist jetzt rausgeflogen, weil sie 1. monstermäßig gewachsen ist und 2., viel wichtiger, nicht so gut geschmeckt hat, wie ich mir das wünsche.
Daher meine Fragen:
Sind dornenlose Brombeere von Haus aus weniger aromatisch?
Welche Brombeeren könnt ihr empfehlen, weil sie besonders gut schmecken?
Unser Boden ist lehmig-tonig, hält das Wass sehr gut und läßt alle Beerensträucher prima wachsen.
Vielen Dank schon im voraus
    die bernerrose

So ging es mir auch, deshalb habe ich eine Dornenbrombeere gepflanzt, die schmeckt tatsächlich besser. Ein weiterer Vorteil ist , dass die Früchte über einen langen Zeitraum reif werden. Man hat von August bis, je nach Wetter, November Brombeeren. Die Haupternte ist im August, aber es reifen immer wieder Früchte.

In unserem lehmig-tonigem Boden wächst sie monsterhaft. Über eine Breite von zehn Metern. Es treiben Wurzelausläufer, es wachsen Sämlinge und die Dornen sind übel. Wenn die Blätter schon verrottet sind bleibt der Dorn noch übrig, den Boden drunter zu pflegen ist nicht toll.

Wenn man nicht ständig hinterher sein kann und bindet und schneidet, sollte man sie nicht pflanzen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hemerocallis am 20. Mai 2017, 23:04:39
Hallo Beerenfreunde,
unsere dornlose, vor ca. 3-4 Jahren gepflanzte Brombeere ist jetzt rausgeflogen, weil sie 1. monstermäßig gewachsen ist und 2., viel wichtiger, nicht so gut geschmeckt hat, wie ich mir das wünsche.
Daher meine Fragen:
Sind dornenlose Brombeere von Haus aus weniger aromatisch?
Nein - es gibt inzwischen auch sehr gut schmeckende dornenlose Sorten.

Welche Brombeeren könnt ihr empfehlen, weil sie besonders gut schmecken?
Unser Boden ist lehmig-tonig, hält das Wass sehr gut und läßt alle Beerensträucher prima wachsen.
Vielen Dank schon im voraus
    die bernerrose

Uns schmeckt Navaho Summerlong außerordentlich gut - sie blüht und fruchtet laufend weiter, macht bisher keine Ausläufer (4 Jahre Standzeit) und hat nich so extrem lange Triebe wie die hier zuvor gepflanzte Navaho (die auch nicht schlecht geschmeckt hat - die neue ist süßer).
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 20. Mai 2017, 23:07:23


Schmeckt mir auch so wie beschrieben #57.
Gleiche Sorte.

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: bernerrose am 22. Mai 2017, 16:21:24
Herzlichen Dank für eure Antworten und Empfehlungen! Da schau ich mal, was ich vor Ort bekomme, sonst muss ich halt bestellen.
Jetzt probier ich's nochmal mit einer dornenlosen, und wenn die auch nicht schmecken sollte, muss eine mit Dornen her. Wäre ja gelacht, wenn ich hier keine wohlschmeckende Brombeere ranziehen könnte.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 23. Mai 2017, 11:54:38
@hemerocallis, @Natternkopf:

Könntet Ihr bitte das Aroma der Navaho Sommerlong beschreiben? Falls es für Euch schwierig ist, könnten das evtl. Eure Liebsten und Nächsten tun? Ich wäre gespannt, wie die Sorte vom Aroma her ist.

Der Geschmackt bei Brombeeren setzt sich zusammen aus Süße, Säure und Aroma. Andere sensorische Eigenschaften wie gefüllte Feuchtigkeit/Trockenheit, Spritzigkeit, größe der Kerne etc. spielen natürlich auch mit. Und das alles muss harmonisch zusammenspielen. Fehlende Säure kann einen harmonischen attraktiven Geschmack nämlich genauso stören, wie ein fehlendes Aroma oder fehlende Saftigkeit oder zu harte Beeren.

Bernerrose bemängelt bei seiner Sorte (wäre übrigens nützlich zu erfahren, welche das ist) das fehlende Aroma. Eine süße Sorte würde sein Problem nur dann lösen, wenn sie auch mehr Aroma hat.  :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 23. Mai 2017, 13:20:03
Uii, Tester

Da habe ich ein Problem.
@hemerocallis, @Natternkopf:

Könntet Ihr bitte das Aroma der Navaho Sommerlong beschreiben? Falls es für Euch schwierig ist, könnten das evtl. Eure Liebsten und Nächsten tun? Ich wäre gespannt, wie die Sorte vom Aroma her ist.

Einfach so aus der Erinnerung kann ich das nicht.  :-[
So in zwei, drei Monaten bin ich dann wieder in der Lage wenn ich die Navaho "Summerlong" und die Navaho "Big and Early'' degustieren kann.

Sorry  :-\

Grüsse Natternkopf
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 23. Mai 2017, 15:41:36
So in zwei, drei Monaten bin ich dann wieder in der Lage wenn ich die Navaho "Summerlong" und die Navaho "Big and Early'' degustieren kann.

Ich warte gerne.  :)

Grüße,
Tester
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 23. Mai 2017, 23:30:25
Okay 🌞 / Alles Klar 🍷
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 27. Mai 2017, 14:22:10
heute habe ich den ersten zarten jungtrieb entdeckt... 8)  ;D
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 27. Mai 2017, 20:27:13
Meine aus der Wildnis geholte aufrechte Brombeere blüht schön.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Urmele am 28. Mai 2017, 11:20:38
Meine Asterina ist anscheinend erfroren, die vorjährigen Ruten waren zwar noch grün trieben allerdings nicht aus.
Sehr traurig bin ich nicht darüber nachdem ich hier das vernichtende Urteil über die Sorte las.
Als Ersatz hab ich mir nun N.Bigandearly und N.Summerlong bestellt.
Titel: Erfahrungen mit Herbstbrombeere Reuben
Beitrag von: Tester32 am 04. Juni 2017, 18:48:15
Aktuell gibt es weniger als eine Dutzend Herbstbrombeeren auf dem weltweiten Markt: Prime-Ark 45, Prime-Ark Freedom (Freedom steht für dornenlos), Black Magic etc. Auf dem deutschen Markt sind nach meinen Recherchen nur Direttissima und Reuben erhältlich, daher sind sie eines genaueren Blickes wert. Herbstbrombeeren tragen an einjährigen Ruten, wie die bereits gut bekannten Herbstbrombeeren. Sie sind sehr neu und werden hauptsächlich für die Landwirtschaft entwickelt. Während es für einen Kleingärtner bei passender Technik ziemlich leicht ist, die einjährigen Ruten (Primocanes) für den Winter abzudecken, sieht das für die Bauern ganz anders aus. Versucht mal, einen Hecktar hinzulegen und abzudecken, das wäre ein immenser Aufwand.

Die hochtechnologischen Amerikaner entwickeln für solche Zwecke flexible Spaliere, die man samt Pflanzen hinlegen kann. Die polnischen Bauern sind da härter, :) sie verzichten auf den größten Teil der Ernte und nehmen sogar einen gelegentlichen Totalausfall in Kauf und decken ihre Brombeeren gar nicht ab. Den Ernteausfall kompensieren sie mit größerer Anbau-Fläche. In Länder mit Wintertemperaturen von -30°C und -40°C verzichten die Bauern auf den Anbau von Brombeeren gänzlich. Um diese Probleme der Bauern zu lösen, züchten die Züchter Herbstbrombeeren. Herbstbrombeeren kann man im Herbst nach der Ernte auf 20-30cm hoch abmähen und dann mit Stroh oder Ähnliches relativ leicht abdecken. Die Herbstbrombeeren sind somit für die Bauern deutlich handlicher. Dafür nehmen sie auch gerne eine deutlich geringere Ernte in Kauf (die Reuben z.B. soll nur 2,5-5,5 kg pro Pflanze tragen, während z.B. bei der Thornfree bis 35 kg und bei Black Satin bis 20 kg möglich sind).

Für die Faulen, Geduldigen und Genügsamen unter uns :) kann diese Lösung aber auch interessant sein. 

Daher habe ich mir die Zeit genommen und 59 Seiten zum Thema Erfahrungen mit Reuben Brombeere in einem ukrainischen Forum durchgelesen. Mein Ziel war eine ausführliche Sortenbeschreibung mit praktischen Erfahrungen der Ukrainer und Polen zu machen. Dabei stellte sich raus, dass Reuben in der Ukraine und Polen offensichtlich ein großes Problem mit der Befruchtung hat. Schuld ist daran hauptsächlich die Hitze. Die Befruchtung bei den meisten Primocanes (Herbstbrombeeren) funktioniere bei Temperaturen über 29°C nicht, die Blüten werden steril. Die normalen Brombeeren blühen im Mai bzw. Juni. Die Herbstbrombeeren müssen aber erst die Ruten wachsen lassen und so blühen sie später zu deutlich heißeren Außentemperaturen. Das Problem kann man wohl umgehen, mit Schattennetzen die Pflanzen abdecken. Einigen Bauern hilft auch eine Düngung mit Bor. Die Bor-Düngung wird auch von dem englischen Rechteinhaber an der Europa-Distribution der Reuben, Fa. Hargreaves empfohlen. Hier findet man sie übrigens: http://www.reubenblackberry.com/ Die bis zur dreimalige Blattdüngung mit Bor funktioniert auch bei vielen Besitzern dieser Pflanze, nur leider nicht bei allen. Und bei manchen hilft gar nichts. Tolle Pflanzen, schöne Blüten, aber schlechte Befruchtung und keine Ernte. Und bei manchen Leuten ist die Befruchtung instabil. In einem Jahr gut, das nächste schlecht.

Andere Primocanes haben zwar auch Befruchtungsprobleme bei hohen Sommertemperaturen, aber nicht so ausgeprägt, Reuben ist hier wohl die trautige Spitze. Bei der Sorte ist also Vorsicht angesagt. Eventuell kann man sie ausprobieren, wenn man in einer kühlen Region wohnt, wo heiße Juli und August eine Seltenheit sind. Trotz des guten Geschmacks ist es m.E. nicht die Sorte, die man in Deutschland als erste ausprobieren sollte.

Update zu Reuben: die Sorte ist dazu noch wenig winterfest und bildet auch noch viele Ausläufer, es ist ziemlich aufwendig, sie wieder los zu werden. In dem jeweiligen Thema zu Reuben unterhalten sich die Russen und Ukrainer aktuell darüber, wie man Reuben am bessten wieder los werden kann.  :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Aella am 04. Juni 2017, 19:59:47
Danke für den Bericht  :D ich könnte mir vorstellen, dass sich in dieser Richtung noch einiges in den nächsten Jahren tut. Wenn ich hier im Forum durch die Suche auf alte Obstsortenthreads stoße, dann merke ich immer wieder wie viel sich doch Sortentechnisch in den letzten zehn Jahren getan hat.

Ich habe eine big and early sowie eine stachellose unbekannte, die vom Nachbarn rüber wächst. Beide das erste Jahr, weil wir erst im Herbst hier eingezogen sind. Die vom Nachbar ist aber für eine Brombeere schon unheimlich weit. Da sind schon kleinfingerkuppengroße Früchte dran. Vielleicht ist es aber auch eine Boysenbeere? Wer weiß, wird sich bald zeigen...woran könnte ich denn den Unterschied erkennen? Das Laub ist jedenfalls dunkelgrün wie bei einer Brombeere und der Wuchs ist kräftig, macht drei bis vier Meter lange Triebe.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hemerocallis am 04. Juni 2017, 20:22:15
@hemerocallis, @Natternkopf:

Könntet Ihr bitte das Aroma der Navaho Sommerlong beschreiben? Falls es für Euch schwierig ist, könnten das evtl. Eure Liebsten und Nächsten tun? Ich wäre gespannt, wie die Sorte vom Aroma her ist.

Der Geschmackt bei Brombeeren setzt sich zusammen aus Süße, Säure und Aroma. Andere sensorische Eigenschaften wie gefüllte Feuchtigkeit/Trockenheit, Spritzigkeit, größe der Kerne etc. spielen natürlich auch mit. Und das alles muss harmonisch zusammenspielen. Fehlende Säure kann einen harmonischen attraktiven Geschmack nämlich genauso stören, wie ein fehlendes Aroma oder fehlende Saftigkeit oder zu harte Beeren.

Da muß ich leider passen. Für mich schmecken die üblichen Brombeer-Sorten in erster Linie sauer und nur wenn sie überreif geerntet werden, also schon matt aussehen und sich weich anfühlen, sind sie genießbar. Meine Lieben mögen Brombeeren grundsätzlich nicht mal in diesem Zustand/Reifegrad, fallen also als kompetente Aroma-Beschreiber völlig aus.

Navaho summerlong Brombeeren hingegen schmecken für mich hervorragend, auch wenn die Beeren noch glänzend und knackig sind (erntet man sie überreif, dominiert für mich die Süße). Ich würde sie als süßsäuerlich aromatisch und saftig beschreiben - mit verhältnismäßig geringem Kernanteil und großen Fruchtzellen.  Seit wir die Navaho summerlong haben, naschen sogar Mann und Tochter mit und beschweren sich nicht, wenn ich sie zu Beerenmischungen hinzufüge oder auf die Obsttorte packe.

Wir verwenden sie meist frisch oder tiefgefroren - als Marmelade hab ich sie nur einmal testweise in Kombination mit Pfirsichen eingekocht (die sind mir sonst zu fad) - war auch sehr gut, aber bei uns ißt kaum jemand mal Marmelade. Sie eignen sich auch sehr als Blechkuchenbelag (eingefroren das ganze Jahr brauchbar) - ansonsten essen wir sie gerne in Kombination mit Himbeeren und Felsenbirnen zu Joghurt oder Vanilleeis. 
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: flobob am 04. Juni 2017, 22:06:33
habe aufrechte navaho s. mittlerweile fast 50 Meter. habe mit 2 Pflanzen angefangen und mit diesen dann vermehrt.
aber irgentwie sind die vermehrten pflanzen weniger wuchsfreudig und tragen auch viel weniger.
Ist dies normal?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 05. Juni 2017, 11:04:40
Ich habe eine big and early sowie eine stachellose unbekannte, die vom Nachbarn rüber wächst. Beide das erste Jahr, weil wir erst im Herbst hier eingezogen sind. Die vom Nachbar ist aber für eine Brombeere schon unheimlich weit. Da sind schon kleinfingerkuppengroße Früchte dran. Vielleicht ist es aber auch eine Boysenbeere? Wer weiß, wird sich bald zeigen...woran könnte ich denn den Unterschied erkennen? Das Laub ist jedenfalls dunkelgrün wie bei einer Brombeere und der Wuchs ist kräftig, macht drei bis vier Meter lange Triebe.

Boysenbeere soll helles Laub haben, nicht dunkelgrün. An einem Stiel hängen bis zu 7 Blätter. Die Blatt-Oberfläche ist glatt, nicht geriffelt. Die Ruten haben einen runden Durchmesser, sie sind dünn, weich, hängend. Die Ruten sind kriechend, kein aufrechter Wuchs. 
Trauben hängen ziemlich, eine Traube enthält 5-6 Beeren. Blüten sind groß und weiß. Am Anfang der Entwicklung sind die Ruten grün, später werden sie allmählich rot. Dornen hat die Boysenbeere keine, manchmal eine pro 2-3 Laufmeter der Rute.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Aella am 05. Juni 2017, 16:41:16
wow, vielen dank für die tolle erklärung  :D dann wird es mit ziemlicher sicherheit eine stachellose brombeere sein.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 09. Juni 2017, 14:44:22
habe aufrechte navaho s. mittlerweile fast 50 Meter. habe mit 2 Pflanzen angefangen und mit diesen dann vermehrt.
aber irgentwie sind die vermehrten pflanzen weniger wuchsfreudig und tragen auch viel weniger.
Ist dies normal?

50 meter sind eine schon eine stattliche Zahl! Wieviele Pflanzen sind das und was machst Du mit der Ernte?

Selbst vermehrte Pflanzen sind genetisch genauso produktiv, wie gekaufte Pflanzen, einen Unterschied bei der Ernte sollte es nicht geben. Die geringere Ernte müssten also eine andere Ursache haben.

Die Brombeeren kommen erst ab dem dritten Jahr in die Massenernte. Wie alt sind Deine 2 Mutterpflanzen und wie alt sind die Vermehrten?

Dazu brauchen Brombeeren beim Einpflanzen Starthilfe, sie sollten in ein gut vorbereitetes Erdloch mit Kompost und Düngemitteln eingepflanzt werden. Ich habe den Verdacht, dass die gekauften Pflanzen gut gedüngt waren und die Vermehrten in einen weniger oder nicht abwechslungsreich gedüngten Boden rein kamen. Wie hast Du sie gedüngt?

Ansonsten müsste der Vorsprung der Mutterpflanzen mit der Zeit verschwinden. Die Brombeeren entnehmen den Pflanzen sehr viele Nährstoffe, so dass die Wirkung der Anfangsdüngung nach ca. 3 Jahren auch verpuffen sollte. Dann kommt es nur noch darauf an, wie Du aktuell düngst.

Andere mögliche Ursachen: Bodenqualität, was wuchs dort früher? Ist in der Nähe evtl. eine potenzielle Dünge-Quelle wie z.B. ein Komposthaufen etc.?

Was die Ursache auch sei, ich denke mit der richtigen Düngung lassen sich die vermehrten Brombeeren auch auf Vollernte bringen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Evko am 09. Juni 2017, 16:43:37
habe aufrechte navaho s. mittlerweile fast 50 Meter. habe mit 2 Pflanzen angefangen und mit diesen dann vermehrt.
aber irgentwie sind die vermehrten pflanzen weniger wuchsfreudig und tragen auch viel weniger.
Ist dies normal?

Wie hast Du die Navaho vermehrt?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 09. Juni 2017, 19:48:07
Ist die Navaho auch eine Chimäre, so wie zB die 'black satin'? Pflanzt man sie um, so bildet sie bedornte Ruten.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 09. Juni 2017, 22:38:17
Von links nach rechts: Chester, Navaho, Apache, Natchez, Triple Crown

(http://i58.photobucket.com/albums/g275/tester32a/DSC_0340_zpskqzniuzo.jpg)

(C) Yulia Koscharenko, Kharkiw, Ukraine

Um das Bild zu sehen, muss man vermutlich auf garten-pur.de eingeloggt sein.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Urmele am 09. Juni 2017, 22:57:59
Bin eingeloggt und kann trotzdem kein Bild sehen... :-[

Gestern sind meine beiden Navahos gekommen. Summerlong und Bigandearly, zwei schöne Pflanzen mit jeweils drei blühenden vorjährigen Trieben und einem kräftigen Neutrieb.
Den Neutrieb hab ich gleich nach dem Pflanzen auf drei Augen eingekürzt. Er soll sich nochmal verzweigen.

Dass es heuer noch Kostproben gibt freut mich narrisch ;D
Ansonsten hab ich noch eine Jumbo, da kann ich direkt vergleichen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 09. Juni 2017, 22:58:55
Ich bin zwar eingeloggt, kann das Bild dennoch leider nicht sehen. Verlinke bitte die Bildadresse direkt. auch mit einem anderen Browser geht es nicht.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 10. Juni 2017, 11:19:13
Hallo,

ich glaube das Problem war, dass die Bilder im ukrainischen Forum lagen und ich sie sehen kann, weil ich dort permanent eingeloggt bin. Habe das Bild nun auf photobucket verschoben und hier neu verlinkt. Sollte nun sichtbar sein. Seltsamerweise ist es manchmal verzerrt. Man kann es sich direkt auf dem Photobuket ansehen: http://i58.photobucket.com/albums/g275/tester32a/DSC_0340_zpskqzniuzo.jpg
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 10. Juni 2017, 17:01:50
Bin eingeloggt und kann trotzdem kein Bild sehen... :-[

Gestern sind meine beiden Navahos gekommen. Summerlong und Bigandearly, zwei schöne Pflanzen mit jeweils drei blühenden vorjährigen Trieben und einem kräftigen Neutrieb.
Den Neutrieb hab ich gleich nach dem Pflanzen auf drei Augen eingekürzt. Er soll sich nochmal verzweigen.

Dass es heuer noch Kostproben gibt freut mich narrisch ;D
Ansonsten hab ich noch eine Jumbo, da kann ich direkt vergleichen.

Versprich Dir nicht zu viel von den Kostproben (und der Beerengröße) im 1-2 Jahr. So richtig fruchten tun die Brombeeren im 3en Jahr und man braucht 3 Jahre um eine sichere Abschätzung zu geben. Weil der Geschmackt und die Ernte wetterabhängig variieren. Daher dauert es insgesamt 5 Jahre, bis man sicher ist, ob die Brombeere bleibt oder rausfliegt. Die 2 Start-Jahre + 3 Ernte-Jahre.

Falls Du noch Platz hast, kauf Dir eine Triple Crown. Mir war schon länger aufgefallen, dass bei Fragen zu Sorten-Empfehlungen für den eigenen Frischeverzerr die Ukrainer und Russen immer die Triple Crown empfehlen. Aber ich habe mich mit dieser Sorte nicht beschäftigt, weil es kein aktuellen Star der Brombeese-Szene ist, wie z.B. die Colubia Stars, die Black Magic und einige Prime-Ark's. Aber nun merke ich langsam, woher die Empfehlungen kommen. Ich hatte Anfang Mätz die Kiowa und Loch Tay in 2-3l Töpfen bekommen und eingepflanzt. Und 2-3 Wochen später bei Dehner die Triple Crown gekauft, 1,5l Topf. Alle 3 waren gut durchgewurzelt und wurden unter ähnliche Bedingungen eingepflanzt.

Heute hat die TC scheinbar bereits 4 Neutriebe. Die Kiowa einen und Loch Tay 2. Das ist schon beeindrückend. Und die Beerengröße ist auch gut, nicht wesentlich kleiner als Natchez auf dem Bild. Geschmack soll auch gut sein.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Urmele am 10. Juni 2017, 22:40:50
Danke für den Hinweis, aber bevor ich mir nun noch eine 4. Brombeere pflanze warte ich erst einmal die anderen drei ab ;)

Die Navahos werden geschmacklich ja gelobt, nicht nur von den Verkäufern, und was die Jumbo macht werde ich auch noch sehen, die steht jetzt im zweiten Jahr.

Es bleibt spannend :D
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: catinca am 10. Juni 2017, 23:48:16
Hallo,

hat bitte jemand schon mal die Lubera Zwerg-Brombeere Little Black Prince verkosten können ?
Die Größe von knapp einem Meter gefällt mir gut in meinem kleinen Garten, aber schmecken soll sie ja auch.

Danke !
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: flobob am 11. Juni 2017, 06:13:05
habe aufrechte navaho s. mittlerweile fast 50 Meter. habe mit 2 Pflanzen angefangen und mit diesen dann vermehrt.
aber irgentwie sind die vermehrten pflanzen weniger wuchsfreudig und tragen auch viel weniger.
Ist dies normal?

Wie hast Du die Navaho vermehrt?


im herbst auslaeufer abgestochen und kopfstecklinge. dornen hat keine bisher.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 19. Juni 2017, 20:45:52
heute habe ich den ersten zarten jungtrieb entdeckt... 8)  ;D

insgesamt sind es nur 6 jungtriebe bei der chester thorless geworden (mind. 10 wären ok) die letzten 2 sind am 8. und 17. juni gekommen.
ich habe aber nie gedüngt in den letzten 5 jahren, weiß auch gar nicht wann man düngen soll...
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 20. Juni 2017, 16:10:56
ich habe aber nie gedüngt in den letzten 5 jahren, weiß auch gar nicht wann man düngen soll...

Düngen sollte man auf alle Fälle, die Brombeeren entziehen dem Boden sehr viele Nährstoffe. Gut sind 20-40 liter Kompost pro Pflanze jährlich, aber ich schätze ein Bärendünger tut es auch.

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: kasi am 20. Juni 2017, 16:22:36
Ich habe auch noch nie gedüngt. Immer gute Erträge. Meine Dornenlose ( ich habe sie Kasis Boysenberry getauft ) vermehrt sich selbständig durch Samen, ohne dass ich humus dazugebe. Nicht übermäßig viele, aber ich könnte im Herbst einige abgeben. Wurzelausläufer hat sie allerdings nicht. Ich habe sie ja auch aus Samen gezogen.




siehe auch < was blüht im juni > vom 5.6.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 22. Juni 2017, 10:27:44
Sortenbeschreibung Brombeere Osage


Osage wurde an der Uni Arkansas gezüchtet, um das Aroma auf ein höheres Niveau zu bringen. Osage reift nach Natchez und etwas vor Ouachita. Die Beeren sind mittelgroß, 6-7g, kleiner als Natchez, ungefähr wie Ouachita. Osage hat hervorragende Nach-Ernte-Eigenschaften. Man erwartet, dass Osage die Ouachita zeitlich ergänzen wird.

Aufrichtig wachsend (erect), dornenlos. Zuckergehalt ist 11%, ungefähr wie Ouachita. Osage zeigte ein hervorragendes Lagern-Potenzial, vergleichbar mit Ouachita, Natchez sowie Prime Ark 45 und besser als Tupy. Die Sorte sollte seit 2013 verfügbar sein.

Und jetzt natürlich die Erfahrunsberichte. :) Sie wurden in der Ost-Ukraine gesammelt, aus anderen europäischen Gebieten liegen noch keine Erfahrungen vor.
 
Die Sorte hat eine hohe Wachstumsenergie. Blätter sind dunkel-grün, die Blüten sind gefüllt und schön rosa.

Die Beeren sind ähnlich fest wie Ouachita, die Form ist gleich. Geschmack ist sehr gut, sanft, man kann die Beeren essen und essen. Die Beere hat ein fruchtiges Aroma, welches aber Ouachita nicht ähnelt. Die Beeren sind süß selbst wenn sie noch nicht vollständig reif sind.
Großer Vorteil der Sorte: Osage ist sonnenfest. Man munkelt sogar, dass die Sorte UV-beständig sein könnte.

Ertrag ist gut. Die Beeren sind gut für einen Vertrieb und Transport geeignet, sie haben eine schön glänzende und ziemlich einheitliche Form und Größe, keine roten und weißen Steinfrüchtchen. Die Uni Arkansas schreibt zu den roten Steinfrüchchen: "Die Entwicklung von roten Steinfrüchtchen war die meisten Jahre für 'Osage' sehr gering, 0 bis 1%, mit der Ausnahme von 2008, wo dieser Wert für alle Sorten höher war. Basierend darauf erwartet man eine gute Leistung von 'Osage' im kommerziellen Vertrieb."

Osage läßt sich gut über Kopfstecklinge vermehren und hervorragend über Wurzelstecklinge.

Reift wenige Tage vor oder auch wie Ouachita, 2015 war es um Charkiw ab 10 Juli. Die Erntezeit ist sehr lange.

Biegsamkeit der Ruten (zwecks Winterabdeckung): sie lassen sich wie Natchez hinlegen, wenn man das rechtzeitig macht oder die Spitzen abzwackt, damit man dünnere Ruten bekommt.

Hier ist das offizielle Produktvideo zur Brombeere Osage vom John Clark:
https://www.youtube.com/watch?v=EXu0_TcxGUk

Ich werde die Sorte testen und berichten. Wir haben in Bayern zwar meistens einen ähnlich heißen August wie in der Ost-Ukraine, aber eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit. Der deutsche Sommer z.B. um Regensburg ist sogar feuchter als an der US-Nordwestküste (Oregon), wo die neuen amerikanischen Brombeere-Sorten neben Arkansas getestst werden. Das könnte sich negativ auf die Pflanzengesundheit auswirken.

Den Test werde ich vorerst im 40l-Kübel machen. Im Winter kommt die Pflanze in die Garage. Ein Test im Grund wäre interessant und auch ein Test, wie winterhart die Pflanze ohne Abdeckung wäre. Aber für so einen Test fehlen mir die Kapazitäten, mein Grundstück ist nicht so groß. Immerhin ist der Kübeltest auch realistisch, weil er den deutschen Alltag mit der Bodenknappheit und den zunehmend befristeten Arbeitsverträgen wiederspiegelt.

(C) Bild: Swetlana Tschekanova, Charkiw
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hemerocallis am 22. Juni 2017, 10:39:11
Versprich Dir nicht zu viel von den Kostproben (und der Beerengröße) im 1-2 Jahr. So richtig fruchten tun die Brombeeren im 3en Jahr und man braucht 3 Jahre um eine sichere Abschätzung zu geben. Weil der Geschmackt und die Ernte wetterabhängig variieren. Daher dauert es insgesamt 5 Jahre, bis man sicher ist, ob die Brombeere bleibt oder rausfliegt. Die 2 Start-Jahre + 3 Ernte-Jahre.
Bei Navaho und bei Navaho summerlong trifft das nicht zu - beide haben bereits im ersten Jahr ordentlich getragen und normale Früchte gebildet. An Navaho summerlong gefällt mir nicht nur die lange Erntezeit - ich hab sie am selben Platz wie zuvor die Navaho und die summerlong hat erfreulicherweise deutlich kürzere Triebe (3 bis max. 4 m, Navaho hat 6-7m geschafft), die dafür buschiger sind - der Fruchtertrag ist mengenmäßig allerdings de facto gleichhoch - die Früchte sitzen enger gepackt.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 22. Juni 2017, 14:00:16
Bei Navaho und bei Navaho summerlong trifft das nicht zu - beide haben bereits im ersten Jahr ordentlich getragen und normale Früchte gebildet. An Navaho summerlong gefällt mir nicht nur die lange Erntezeit - ich hab sie am selben Platz wie zuvor die Navaho und die summerlong hat erfreulicherweise deutlich kürzere Triebe (3 bis max. 4 m, Navaho hat 6-7m geschafft), die dafür buschiger sind - der Fruchtertrag ist mengenmäßig allerdings de facto gleichhoch - die Früchte sitzen enger gepackt.

Die Empfehlung ist nicht sortenabhängig, :) sie trifft auf alle Sorten zu.  Ich vermute allerdings, dass sie vielleicht auf die in Deutschland vertriebenen Pflanzen weniger zutrifft, weil die Pflanzen bei uns größer und besser durchwurzelt verkauft werden, als das die ärmeren Russen und Ukrainer machen. Für die Leute dort sind größere Pflanzen mit einem 2-Liter-Topf zu teuer. Und ein kleines Pflänzchen mit mininalen Wurzeln kann unter ungünstigen Bedingungen von den Blüten sogar getötet werden, solche Beispiele habe ich leider gelesen. Mit dem Entfernen der Blüten geht man also auf Nummer sicher.

Ich habe bei meinen Pflanzen dieses Jahr alle Blüten entfernt, aber aktuell wirft die Kiowa wieder welche und ich werde diesmal evtl. eine Handvoll für meine kleine Tochter lassen. Der erste Trieb wächst gut, ist kräfitig und bereits über 1m lang, ich denke eine Handvoll Brombeeren wird sein Wachstum nicht sehr beeinträchtigen.

Das mit der Länge der Triebe ist eine interessante Info, danke! Ich sammele solche Infos um eine Sortenbeschreibung für die Sommerlong zu erstellen. Scheint eine interessante Sorte zu sein, bei Lubera selbst steht aber leider nicht viel dazu und bei den Händlern gibt es oft unseriöse Märchen. Wieviele Triebe hat sie normalerweise? Und wie ist die Beschaffenheit der Triebe, sind sie erect, semi-erect oder trailing? Sind die Triebe flexibel genug zum Hinlegen im Herbst oder ziemlich starr und verholzen sehr schnell?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 22. Juni 2017, 14:09:58
die summerlong hat erfreulicherweise deutlich kürzere Triebe (3 bis max. 4 m, Navaho hat 6-7m geschafft), die dafür buschiger sind - der Fruchtertrag ist mengenmäßig allerdings de facto gleichhoch - die Früchte sitzen enger gepackt.

Das habe ich leider nicht verstanden, warum bitte kürzere Triebe der Sommerlong vorteilhaft sind? Du könntest ja die längeren Navaho-Triebe kürzen, dann spriesen mehr Seitentriebe und die Navaho wird auch etwas buschieger. Oder Du könntest Die Navaho-Triebe auf dem Spalier in Zickzack-Form eng anbinden, dann sind die Früchte auch enger. Einzige 2 Nachteile der längeren Triebe, die ich kenne, ist, dass sie mehr Platz im Garten beim Wachsen im ersten Jahr brauchen. Und wenn im Winter ein Frortschaden oder eine Pilzerkrankung einen Trieb auch nur punktuell beschädigt, muss man mehr wegschneiden, der potenzielle Ernteverlust ist höher. Das ist sogar ein wesentlicher Vorteil von kürzeren Trieben.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: flobob am 23. Juni 2017, 03:01:51
habe aufrechte navaho s. mittlerweile fast 50 Meter. habe mit 2 Pflanzen angefangen und mit diesen dann vermehrt.
aber irgentwie sind die vermehrten pflanzen weniger wuchsfreudig und tragen auch viel weniger.
Ist dies normal?

50 meter sind eine schon eine stattliche Zahl! Wieviele Pflanzen sind das und was machst Du mit der Ernte?

Selbst vermehrte Pflanzen sind genetisch genauso produktiv, wie gekaufte Pflanzen, einen Unterschied bei der Ernte sollte es nicht geben. Die geringere Ernte müssten also eine andere Ursache haben.

Die Brombeeren kommen erst ab dem dritten Jahr in die Massenernte. Wie alt sind Deine 2 Mutterpflanzen und wie alt sind die Vermehrten?

Dazu brauchen Brombeeren beim Einpflanzen Starthilfe, sie sollten in ein gut vorbereitetes Erdloch mit Kompost und Düngemitteln eingepflanzt werden. Ich habe den Verdacht, dass die gekauften Pflanzen gut gedüngt waren und die Vermehrten in einen weniger oder nicht abwechslungsreich gedüngten Boden rein kamen. Wie hast Du sie gedüngt?

Ansonsten müsste der Vorsprung der Mutterpflanzen mit der Zeit verschwinden. Die Brombeeren entnehmen den Pflanzen sehr viele Nährstoffe, so dass die Wirkung der Anfangsdüngung nach ca. 3 Jahren auch verpuffen sollte. Dann kommt es nur noch darauf an, wie Du aktuell düngst.

Andere mögliche Ursachen: Bodenqualität, was wuchs dort früher? Ist in der Nähe evtl. eine potenzielle Dünge-Quelle wie z.B. ein Komposthaufen etc.?

Was die Ursache auch sei, ich denke mit der richtigen Düngung lassen sich die vermehrten Brombeeren auch auf Vollernte bringen.

es sind ca 25 pflanzen. 2 muttpflanzen sie massenhaft tragen und der rest sind 1-2 jaehrige pflanzen. ich muss mal richtig duengen. habe sie in ne wiese reingepflanzt die kaum naehrstoffe hat
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hargrand am 23. Juni 2017, 08:55:07
Und den Wurzelbereich der Brombeeren frei von Bewuchs halten.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: flobob am 23. Juni 2017, 14:03:18
Und den Wurzelbereich der Brombeeren frei von Bewuchs halten.

Ist das sehr wichtig? Die grosseren Pflanzen sind Monster. Diese Wuchern wie verrueckt.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hargrand am 23. Juni 2017, 14:52:48
Also auf jeden Fall hilfreich  :D
Bessere Nährstoff- und Wasserversorgung.
Meine wachsen dadurch viel besser.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 23. Juni 2017, 19:40:07
die "wilde" vor dem haus fühlt sich offensichtlich wohl, auch ohne dünger  ;D

eine frage zu den jungtrieben, wann sollen die seitentriebe gekürzt werden?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Isatis blau am 23. Juni 2017, 20:43:02
eine frage zu den jungtrieben, wann sollen die seitentriebe gekürzt werden?

Ich lasse etwa vier bis sechs Blätter stehen und knipse/schneide dann die Spitze ab.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 24. Juni 2017, 08:02:17
eine frage zu den jungtrieben, wann sollen die seitentriebe gekürzt werden?

Ich lasse etwa vier bis sechs Blätter stehen und knipse/schneide dann die Spitze ab.

dh. gleich schneiden und nicht bis zum herbst warten?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Isatis blau am 24. Juni 2017, 22:08:55
Ja, so mache ich es. Herbst wäre natürlich auch eine Möglichkeit, denn oft treiben dann in den in den Blattansätzen der Seitentriebe wieder Triebe. Bei Brombeeren schneide ich lieber früher, damit mir das Zeug nicht zu sehr wuchert. Was sie trotzdem macht.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 25. Juni 2017, 00:41:36
Ich kürze die Triebe auf ein Auge, wenn sie fingerdick sind, ein. Da ich eine sehr stachelige Sorte habe, kann ich nicht viel länger warten. Die Pflege dieses Busches ist mir immer ein Gräuel.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 27. Juni 2017, 18:55:34
rechts chester thorless, dahinter der himbeerwald
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: b-hoernchen am 28. Juni 2017, 21:02:24
dh. gleich schneiden und nicht bis zum herbst warten?
Ich dachte, man schneidet * neue Ruten am besten wie die Sommerhimbeeren im Winter auf ein oder zwei Augen zurück, um zu verhindern, dass die Pflanze auf den Rückschnitt hin gleich wieder mit Austrieb reagiert-?
*Edit: man schneidet die Seitentriebe neuer Ruten...
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 28. Juni 2017, 21:36:57
Rechts Schwarze Brombeeren
Links schönes schwarzes Hochbeet
 :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 30. Juni 2017, 18:52:51
Rechts Schwarze Brombeeren
Links schönes schwarzes Hochbeet
 :)

Leider kann ich kein Bild sehen. :(
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 30. Juni 2017, 21:52:00
Nur Ordnungshalber:

Hier gibt es die weiße Brombeere zu kaufen :D :o:

http://www.marshalls-seeds.co.uk/blackberry-polarberry-plant-x1-pid10597.html

Ein kleiner Lichtschein für die KEF-geplagten von euch ;D

Der Bluthund ist heute wieder gut drauf! Hier noch eine Baumschule, die die weiße Brombeere verkauft! Wau, Wau!

http://www.unwins.co.uk/blackberry-polarberry-plant-x1-pid10597.html

Passend zum Thema, hier ein US-Plant-Patent vom 25.08.09, über die Sorte Nettleton Creamy White (Auch eine weiße Brombeere):

https://docs.google.com/viewer?url=patentimages.storage.googleapis.com/pdfs/USPP20234.pdf
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Natternkopf am 01. Juli 2017, 21:01:06
Salü Tester
Rechts Schwarze Brombeeren
Links schönes schwarzes Hochbeet
 :)

Leider kann ich kein Bild sehen. :( Stimmt, bei mir nicht.

Text bezieht sich auf #100  ;)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 04. Juli 2017, 08:18:11
Rechts Schwarze Brombeeren
Links schönes schwarzes Hochbeet
 :)

das schwarze hochbeet ist mir irgendwie passiert  ;D werde es juli befüllen und dann kommt trieser radiccio rein  :D

übrigens sind am 1.juli überraschend noch 2 jungtriebe beim chester thorless aufgetaucht. reichlich spät  8)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 04. Juli 2017, 11:56:45
Am spätesten bekommt jährlich wohl die Natchez Jungtriebe, die Sorte ist dafür bekannt.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: hemerocallis am 04. Juli 2017, 13:30:50
Hier sind gerade die ersten Navaho summerlong reif und die Wespen sind meistens schneller.  :-\
Ein paar habe ich schon gekostet - schmecken wie immer sehr gut direkt in den Mund  ;D ;D ;D.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 05. Juli 2017, 13:44:07
Liste der Herbstbrombeeren, von der Seite des russischen Brombeeresorten-Sammlers Sergey Sarvilin, dort kann man sich auch die Fotos anschauen.

Direttissima
Reuben
Black Magic
Prime Ark 45
Prime-Ark Traveler
Prime Jim
Prime Jane
Prime-Ark Freedom

Direttissima und Reuben sind in Deutschland erhältlich. Herr Sarvilin behauptet übrigens, die Direttissima hätte nicht das Befruchtungsproblem bei hohen Temperaturen über 30°C. Verläßlich ist diese Info m.E. noch nicht, weil er die Direttissima erst seit leztem Jahr besitzt.

Ich habe seit diesem Jahr die Direttissima und die Black Magic, beide in Kübeln. Der Direttissima geht es gut, sie hat 2 neue Ruten entwickelt, beide sind bereits ca. 1-1,20m lang. Sie kann aber auch 4 Ruten im ersten Jahr entwickeln. Die Ruten haben zwar Dornen, aber erfreulicherweise sehr wenige, sie stören nicht wirklich.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 23. Juli 2017, 20:37:51
Ich möchte euch hier meinen Findling zeigen. Die Brombeere wächst aufrecht, fruchtet am einjährigen Trieb und ist sehr schwach bedornt. Die Ruten werden max zwei meter lang. Ich habe mir letzten Herbst bereits einen Ableger genommen, der bereits fruchtet. Bilder der Frucht kommen morgen.

Die Beeren sind mild-süß mit leichtem bitterem, nicht unangenehmen Geschmack. Der Blütenboden ist sehr weich und kaum bemerkbar. Leider hat die Straßenmeisterei einen Teil der Pflanze  nieder gemäht. Ein Bild von der Originalpflanze verlinke ich hier:

https://drive.google.com/file/d/0B70ERYDg0JrfZHZWcFI5cS1lUUE/view?usp=drivesdk















hier der Fruchtstand :
https://drive.google.com/file/d/1OpdDNF750fP4ryfo4X8T60sPDhZsoYAXaA/view?usp=drivesdk

https://drive.google.com/file/d/1Xqds9rIRgGovArhedZxEH0U_ccXnw1EZpA/view?usp=drivesdk
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 23. Juli 2017, 21:22:40
meine wilde brombeere wird jetzt laufend reif und ich bin begeistert  ;D
ein bereits vergessener bb-geschmack aus meiner kindheit ist zurück  8)  der unterschied ist das diese brombeeren als wilde bb ungewöhnlich groß sind
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 23. Juli 2017, 23:21:11
Schön, eine ähnliche Pflanze habe ich auch, wobei wild für uns relativ ist. Die Gartenbrombeere ist ein Hybrid aus vielen Brombeeren, darunter die kaukasische Bb. Sie ist nicht heimisch und gilt mit ihren Hybriden, hier als invasiver Neophyt. Erkennbar an der grauen, haarige Blattunterseite und bzw mit roten Stacheln am Trieb. Schmecken tuts dennnoch
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 25. Juli 2017, 00:03:05
Von dem kleinen Ableger, den ich von der oben beschriebenen Brombeere genommen habe, habe ich auch Früchte geerntet. Sie waren im Durchschnitt 1,5 g schwer. Bild des ablegers folgen. Hier die Frucht.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Schalli am 27. Juli 2017, 20:45:23
schau ich heute mal zufällig bei meinen Brombeeren vorbei und staune nicht schlecht , trotz Regen , fehlender Sonne einiges reif !
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: b-hoernchen am 27. Juli 2017, 21:20:58
Was ist das bitte für eine Sorte?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 28. Juli 2017, 00:17:39
@manhartsberg: von der Größe, den Dornen und dem guten Geschmack aus der Kindheit könnte es die Theodor Reimers sein. :)

Sie waren im Durchschnitt 1,5 g schwer.

Яib-∃səl: Das ist krass. Krass wenig.  ;D Willst Du wirklich Deine Zeit und Boden mit so einer Mini-Sorte verschwenden? Beeren, die 5-10g wiegen sind heute standard, man muss schon gute Gründe in der Ernte oder Geschmack haben, um sich mit 1,5g-Sorten zu beschäftigen.

schau ich heute mal zufällig bei meinen Brombeeren vorbei und staune nicht schlecht , trotz Regen , fehlender Sonne einiges reif !

Schalli: Schaut sehr gut aus! Gesunde Pflanze, gute Ernte, gute Beerengröße, die Beeren sind gut befruchtet. Wie alt ist die Pflanze, welche Sorte ist das und hattest Du sie letzten Winter abgedeckt? Bei diesem Beerenreichtum dürfte die Pflanze nämlich ganz gut durch den Winter gekommen sein.

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 28. Juli 2017, 00:47:54
Die 1,5g Kommen von dem kleinem Ableger (eine alte und eine neue Rute mit je 30-40cm Länge; Letzten Herbst geholt; steht immer noch in einem kleinen Topf). Ich habe versuch Beeren von der Altpflanze zu bekommen, habe aber keine bekommen. Somit kann es auch größere Beeren geben. Eine Riesenbeere wird es nicht werden, da es sich um eine wilde Art handelt. Als Raritätenjäger war mein Augenmerk darauf gekupfert, dass es sich um eine nichtrankene, aufrecht-wachsene, dornenarme Art handelt (Das ist für mich etwas Besonderes,wann findet man das in der Wildnis? ). Da die Frucht gut schmeckt und der Blütenboden kaum bemerkbar ist, sind die 1,5g gut zu verkraften :). Der Ertrag der Ruten, der Altpflanze, ist auch recht gut. Für mich reicht dies, um mich damit zu beschäftigen :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Schalli am 28. Juli 2017, 07:32:12
Hallo,
@ b-hoernchen,
@Tester32
ein Baumarktkauf habe nach längeren suchen zwischen den Pflanzringen noch das Schild gefunden...




müßte 4 max. 5 Jahre alt sein, sind nur vier sehr starke lange Triebe mit vielen Abgängen und letzten Winter , wie eigentlich immer nicht abgedeckt oder geschützt, hatte über den ganzen Winter merkwürdigerweise noch paar Blätter dran, trotz -17°C und viel Schnee ....




Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 28. Juli 2017, 11:03:14
nach dem Schild soll also deine Sorte Black satin sein ;D
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Schalli am 28. Juli 2017, 13:02:31
@Яib-∃səl,

Zitat
nach dem Schild soll also deine Sorte Black satin sein ;D

Zweifel ?

nach der Beschreibung auf den Schild passt das schon , groß , oval saftig, dornlos....
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 28. Juli 2017, 18:37:35
Nein, keine Zweifel, habe auch nicht viel Ahnung davon. Mir kam es so vor, als ob Du mit dem Schild nicht viel anfangen könntest, sodass Du vor Unsicherheit ein Bild des Schildes postest, anstatt nur den Namen zu nennen. Es ist alles grün ;D
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 30. Juli 2017, 14:57:36
@Schalli: Danke schön! Das dürfte ziemlich sicher Black Satin sein. Ich vergesse immer wieder, dass die Sorte ovale Beeren haben kann, weil sie unter Umständen auch nur runde Beeren hat. Bei meinem Nachbar am Ende der Erntewaren die Beeren klein und rund.

@Alle:

Black Satin ist zwar nicht die neueste, aber die beste Standard-Sorte, die man in deutschen Baumärkten kaufe kann. Sie ist sehr produktiv und kann bei guter Pflege für 4-5-jährige Pflanzen bis 20-25 kg Ernte bringen.
Toll, dass sie -17°C ohne Abdeckung aushalten kann ohne Verlust der Blüteknospen! Auch die lange Erntezeit dann praktisch 7 Wochen ab letzter Juli-Woche bis meines Wissens mitte September läßt sich durchaus sehen. Geschmacklich streiten sich die Geister. Ich und manche Brombeeren-Liebhaber sind von BS sehr angetan. Sie hat genug Zucker, Säure und ist ziemlich aromatisch, zum Einlegen oder Backen die aromatischste Sorte überhaupt. Dazu saftig und die Samen stören nicht. Auch dass BS dornenlos ist, ist ein Plus der Sorte.

Die Sorte soll 2 Nachteile haben:
* sie soll anfällig gegen Grauschimmel sein
* die Beeren sind sehr zart, zum Transportieren und damit zum Verkauf ungeeignet.

@Schalli:
Hattest Du irgenwelche Probleme mit Grauschimmel? Wie hoch ist der untere Draht an Deinem Spalier angebracht? Und wie steht es bei Dir mit Feuchtigkeit? Mein Grundstück liegt leider nah an einem ehemaligen Mossgebiet und nachts bildet sich sehr viel Tau. Das hat mich bis jetzt von der Sorte leider abgehalten, vielleicht ist es aber doch nicht so schlimm.

Danke im Voraus für Deine Erfahrungen.  :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 30. Juli 2017, 16:51:31
Ich denke, dass sich auch bei Black Satin Typen heraus kristallisiert haben.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 30. Juli 2017, 19:16:34
Ich denke, dass sich auch bei Black Satin Typen heraus kristallisiert haben.

Das glaube ich nicht, habe von sowas noch nie gehört. Die Beeren bei allen Brombeere-Sorten können sich optisch und geschmacklich stark unterscheiden, je nach Alter und Pflege. Eventuell auch nach Erntezeit. Nicht bei allen Sorten, aber be Einigen werden die Beeren zum Ende der Erntezeit kleiner. Die Pflanzen scheinen nicht mehr genug Nährstoffe zu haben um große Beeren zu produzieren.
Ach ja, und je nach Klima und Boden natürlich! Es kommt durchaus vor, dass zwei Brombeeren der gleichen Sorte im gleichen Garten unterschiedlich schmecken, obwohl zwischen den Pflanzen nur 15-30m Abstand ist.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Schalli am 08. August 2017, 21:11:09
mal ein kleines Brombeer-update,

die Beeren reifen nach und nach - langes Erntefenster,
ich habe drei Reifestufen/Geschmack , wenn die Beeren so reif sind das sie bei leichter Berührung fast von allein in die Hand fallen - süß , wenn ich noch etwas ziehen muss - etwas geschmacklos und der innere "Kern" noch etwas hart , wenn ich etwas stärker ziehen muss ,so das die Beeren dabei fast zerquetscht werden - brrr bitter/sauer ... aber in allen Stufen absolut schwarz

einige dicke Brummer/Fliegen sitzen dran - fressen einiges ab , Wespen merkwürdigerweise zur Zeit keine (haben sich wahrscheinlich schon dran überfressen) KEF scheint bei mir kein Thema zu sein

@Tester ,
Du fragtest nach Grauschimmel - nix ,
die Beere steht auf einer Aufschüttung , sehr trocken , allerdings nie gegossen,
Spalier - Wildschutzdrahtzaun  erster Arm ist bei ca. 40 cm, 2. bei 100cm , 3 bei ca. 140cm , das ganze hängt (habe gerade noch einmal nachgeschaut) alles an einen einzigen vorjährigen Trieb ( der dunkle Trieb) - mehr war nicht gekommen, jetzt 3 neue für kommendes Jahr  -


Trieb


Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Schalli am 08. August 2017, 21:28:24
....
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: kasi am 10. August 2017, 16:36:05
Da ich immer noch keinen verbindlichen Namen für meine aus LA Anaheim weiß nenne ich sie einfach mal kasis Boysenberry. Die Geschichte Habe ich schon mehrfach beschrieben. Nur zur Erinnerung: dornenlos, nicht durch Wurzelausläufer vermehrend, sondern durch Samen, große Früchte. Mein seit Jahrzehnten Hauptlieferant für Brombeergelees. Hier jetzt mal Strauchblider mit Früchten. Der kompakte Strauch (Bild 2) wurde, eh ich mich versah durch helfende Hand eines Puristen radikal auf 50-70cm gekürzt. Das ander Strauchbild zeigt, wie ich sie bisher an bis zu 5m langen Vorjahrsaustrieben gezogen habe. Ich weiß nicht die beiden Bilder sich nur eingeschränkt vergrößern lassen. Von der Brombeeren kann ich mehrere "jährige Jungpflanzen, die z.T. dieses Jahr auch schon tragen, abgeben.












Bilder sind jetzt richtig, habe sie neu in die Datei eingegeben
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: oile am 10. August 2017, 18:32:41
Kasi,  da hätte ich Interesse. :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 10. August 2017, 20:53:23
Durch Samen vermehrend? Hast du das schon gemacht? Kann ich eine o. zwei Beeren haben?

PS: Hast du oft Probleme mit deinen Bildern? Von den Bildern, ist leider nur das untere zu gebrauchen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: kasi am 10. August 2017, 23:17:58
Ich habe die als vertrocknete Beere aus LA mitgebracht von einem brach liegenden Grundstück neben Disneyland, auf dem dem Erzählen nach ein gewisser Boysen sei Farm hatte. Die Nachkommen, die ich habe
haben sich alle alleine ausgesät Du kannst davon was abkriegen.
Ich habe die Bilder zur gleichen Zeit mit dem Compressor heute verkleinert und in meine Datei runter geladen. Warum die zwei nicht vergrößerbar sind ist mir ein Rätsel. Ich hatte am Tagdavor aber schon Schwierigkeiten meine Stockrosenbilder in meine Datei zu laden. Ich werde das weiter verfolgen.
Ergänzung 11. 08.:
Ich hatte die beiden mißlungenen Bilder mit meinem Kompressor kompromiert. Das habe ich jetzt neu eingegeben und von pur automatisch komprimieren lassen
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 11. August 2017, 09:08:44
ich bin auf der suche nach frühen brombeeren. gibt es da empfehlungen?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Wurmkönig am 11. August 2017, 11:03:51
Also dann dürfte das wohl auch eine Black Satin sein, ich habe sie im Garten von meinem Vormieter übernommen - er hat vor 2 Jahren bei der Übergabe alles gerodet, sie ist aber neu ausgetrieben. Die Geschmacksbeschreibung von Schalli trifft es auf den Punkt, da sie bei mir aber unter einem Ahorn wächst (und zusätzlich hinter einem Baum vom Nachbarsgrundstück steht) haben auch die völlig ausgereiften Früchte kein zufriedenstellendes Aroma. Einzelne die an der Sonne ausgereift sind schmecken aber sehr gut.
Die Grauschimmelempfindlichkeit kann ich bestätigen, es tritt an einzelnen dolden auf und hält sich doch in Grenzen.

Die direkt danebenstehenden Theodor Reimers und Chocktaw schmecken aber ausgereift deutlich intensiver.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 13. August 2017, 00:22:45
@Schalli: Danke für die Spalierinfo!

@oile: Falls Kasi keine passenden Ausläufer hat, die Boysenberry ist in D. erhältlich. Allerdings die Originale. Kasi hat eine eigene Züchtung, weil die Sorteneigenschaften über Samen bei Brombeeren nicht weitergegeben werden. Na ja, wird sich schon nicht groß unterscheiden. :) Und die Frage der Dornen ist zu klären, weil es mittlerweile eine dornenlose Variante der Boysenberry gibt, und sie ist sogar weit verbreitet.

Ansonsten gibt es dazu noch folgende Info vom russischen Brombeere-Guru Jakimov:
Zitat
Sorten Black Pearl und Black Diamond - das sind ein stufenweisen Züchtungsprozess von dornenlosen sorten mit dem Referenzgeschmack der Marion.
Man kann folgende Kette aufbauen:
Boysenberry-Marion-Silvan-Karaka Black-Obsidian-Night Fall (das sind alles bedornte)-(weiter dornenlose)Black Pearl(eine Zwischenform) - Black Diamond
Black Pearl und Black Diamond sind jetzt auf dem Gipfel der Züchter-Errungenschaften von Chad Finn.

Die Info fand ich interessant, weil mir dieses Jahr die Black Pearl geschenkt wurde. Alt ist aber nicht unbedingt schlechter, neue Sorten sind nicht in allem besser. Z.B. die Marion gilt in den USA auch weiter als Geschmacks-Referenz. Erträge der modernen Sorten sind wahrscheinlich 1,5-3x höher.


@manhartsberg:

ich bin auf der suche nach frühen brombeeren. gibt es da empfehlungen?

Für Gemütliche: Loch Tay. Eine solide, in D. bereits länger erprobte Sorte. Mittlerer Ertrag, Berengröße OK, süß, gesund, dornenlos. Die ersten 2-3 Jahre sind die Beeren kleiner und haben einen anderen Geschmack, aber das ist wohl bei allen Sorten so.

Für Schatzsucher: Natchez! Eine richtig geile Sorte! Beeren wiegen bis 20 Gramm, sind länglich, sehr aromatisch. Und sie haben auch eine Säure-Note dabei, die das Aroma und die Süße unterstreicht. Ca. 20% der Gärtner sind davon nicht angetan (Geschmack hängt natürlich auch von der LAge und Boden ab), aber die restlichen 80% läßt diese Sorte nicht kalt, man könne sie kiloweise essen. Oder andere Leute damit beeindrucken. :) Leider aktuell in D. nicht erhältlich, aber evtl. in England. Evtl. braucht sie in unserem Klima eine Winterabdeckung. Ich glaube sie ist auch dornenlos.

Für Experimentierfreudige. Wenn Dir nach remontierenden Sorten ist und Du sie gerne in unserem Klima testen würdest, dann kommt die Prime Ark Freedom in manchnen Gegenden sogar noch 9-11 Tage Wochen von Natchez. Ist aber SEHR schwer erhältlich, zu neu. Und die Pflege-Techniken, das ist alles bei dem remontierenden Sorten noch im Ausprobieren, nicht ausgereift. Dafür gibt es z.B. Chancen auf zweimal Ernte und überhaupt Entdeckungen und Überraschungen.

Ich habe habe aktuell als Frühsorte den Loch Tay Klassiker, würde aber heute die Natchez nehmen, wenn ich wieder eine frühe Sorte wählen müsste. Gut möglich, dass ich in ein paar Jahren auch die Sorten tausche.

@Wurmkönig:

Die direkt danebenstehenden Theodor Reimers und Chocktaw schmecken aber ausgereift deutlich intensiver.

Wie ist denn bitte die winterfestigkeit und der Ertrag der Chocktaw in unserem Klima? Für die Ukraine ist die Sorte nicht geeignet, weil nicht genug winterfest. Die amerikanische Autoren empfehlen sie sogar für Mexiko. Und mit Abdecken sei es auch schwierig. Die Sorte bilde viele Ruten, diese seien unangenehm bedornt (gibt ja auch angenehm bedornte Sorten) und brüchig, daher könne man sie für eine Winterabdeckung schlecht hinlegen, zu viel Arbeit, Dornen und abgebrochene Ruten. Wäre interessant, wie die Sorte bei uns mit dem Winter zureckt kommt und ob dann noch genug Blüteknospen bleiben.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: manhartsberg am 16. August 2017, 21:06:06
diese woche habe ich die komplette chester thorless wegen brombeermilben eliminiert  :(  (bild)
die jungen ruten habe ich allerdings gelassen

eine loch tay habe ich im frühjahr gepflanzt, jetzt habe noch eine black satin & navajo gekauft. die kommen aber auf einen sonnigeren platz als die chester.

@ tester
so einen exoten wie du empfohlen hast versuche ich noch aufzutreiben
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 27. August 2017, 16:15:58
Erntebilder von Herbstbrombeere Prime-Ark 45. Aus Nord-Ost-Ukraine. Die Beeren dort sind oft 1,5 bis 2 Mal größer als in der Patentbeschreibung der amerikanischen Züchter.



Prime-Ark 45




Prime-Ark 45

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: schnagga am 27. August 2017, 21:33:20
Wachsen die vielleicht nahe Tschernobyl?  ;)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 28. August 2017, 21:08:55
Wachsen die vielleicht nahe Tschernobyl?  ;)

Hm, daran habe ich nicht gedacht.  ;D Dann düften die Erträge in Bayern auch gut sein.  ;) Die Wolke ging damals hier auch nieder.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 30. August 2017, 15:49:46
Erntebilder von der ersten dornenlosen Herbstbrombeere Prime-Ark Freedom. Aus Süd-West-Russland, in der Gegend von Wolgograd. Die remontierende Sorte ist noch nicht 100%ig erprobt, aber bereits vielversprechend. Geschmacklich schätzen die meisten Besitzer sie etwas besser ein, als die Black Magic und vergleichbar mit Prime Arkt 45. Der größte Nachteil der Sorte ist, dass sie nicht transportfähig ist, und damit nur für lokale Märkte und private Gärten geeignet.



Prime-Ark Freedom, erste Ernte





Prime-Ark Freedom, erste Ernte

Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: enaira am 09. September 2017, 13:18:08
Ihr Lieben, von Obst habe ich ja keine keine Ahnung und bin derzeit ziemlich ratlos.
Unsere Brombeeren sind in diesem Jahr einfach nur Mist, und ich frage mich, ob ich es ganz aufgebe, oder (an die Stelle, eine andere gibt es nicht) neue Pflanzen setze.

'Loch Ness' steht dort schon viele Jahre, bildet keine Ausläufer, aber bislang immer ausreichend Neutrieb für das nächste Jahr. In diesem Jahr gab es zwar Blüten, auch Fruchtansatz, aber so gut wie keine Früchte.
Die Pflanze macht auf Herbst und hat keine Jungtriebe. Woran kann das liegen?
Ich denke, die muss ich auf jeden Fall roden...
(Der Trieb, der von links ins Bild ragt, kommt von 'Navao')
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: enaira am 09. September 2017, 13:20:20
'Navaho', links daneben, hatte schon in letzten Jahr viele von Gallmücken befallene Früchte. In diesem Jahr vergammeln die meisten Früchte, bevor sie reif sind.
Neutriebe sind vorhanden. Nochmal ein Jahr versuchen?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Isatis blau am 09. September 2017, 16:37:54
Hast du mal eine Gammelfrucht aufgepult und geschaut, ob dünne weiße Maden drin sind?

Warum die Loch Ness nicht mehr treibt ist mir auch schleierhaft. Ausläufer hat meine erst getrieben, nachdem ich sie gerodet habe. Da kamen in mehreren Metern Entfernung Triebe.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: enaira am 09. September 2017, 17:57:41
Hast du mal eine Gammelfrucht aufgepult und geschaut, ob dünne weiße Maden drin sind?
Werde ich morgen mal machen, glaube aber eher nicht.

Warum die Loch Ness nicht mehr treibt ist mir auch schleierhaft. Ausläufer hat meine erst getrieben, nachdem ich sie gerodet habe. Da kamen in mehreren Metern Entfernung Triebe.
Das war hier genau so. Ich hatte sie erst woanders stehen. An der Stelle kamen dann noch zwei Jahre lang Triebe aus der Erde. Das umgepflanzte Teil hatte nie Ausläufer.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 09. September 2017, 22:03:46
Das Wetter heuer, wird viele Früchte auf dem Gewissen haben. Nicht immer ist es die KEF ;D
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Wurmkönig am 10. September 2017, 08:04:20
Bei der Navaho sind das sehr kleine Früchte, ich denke bei dir stimmt irgendwas mit dem Boden nicht. Ich hatte diese Sorte früher sogar im Topf, aber gewachsen ist sie jedes Jahr. Bei starkem Gallmilbenbefall hilft ein radikaler Rückschnitt - du verlierst dadurch 1 Jahr, aber die Pflanze treibt da sie keine Früchte bilden muss im nächsten Jahr umso stärker aus.

Ich persönlich würde alle Triebe bodeneben abschneiden, über den Winter mit etwas Mulch bedecken - und mir den Austrieb nächstes Jahr genauer anschauen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 10. September 2017, 10:28:56
Wühlmäuse vielleicht. Bei mir haben sie zwei mal bei Brombeeren einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 10. September 2017, 11:41:55
Ihr Lieben, von Obst habe ich ja keine keine Ahnung und bin derzeit ziemlich ratlos.
Unsere Brombeeren sind in diesem Jahr einfach nur Mist, und ich frage mich, ob ich es ganz aufgebe, oder (an die Stelle, eine andere gibt es nicht) neue Pflanzen setze.

'Loch Ness' steht dort schon viele Jahre, bildet keine Ausläufer, aber bislang immer ausreichend Neutrieb für das nächste Jahr. In diesem Jahr gab es zwar Blüten, auch Fruchtansatz, aber so gut wie keine Früchte.
Die Pflanze macht auf Herbst und hat keine Jungtriebe. Woran kann das liegen?
Ich denke, die muss ich auf jeden Fall roden...
(Der Trieb, der von links ins Bild ragt, kommt von 'Navao')

Aufgeben musst Du nicht, die Brombeeren sind an sich eine der gesündesten und ertragsreichsten Pflanzen, einige Künstler schaffen es bei ertragreichen Sorten auf über 30 kg Ernte. Allerdings gibt es bei den Brombeeren schon ein paar Tricks, die man für eine gute Ernte kennen muss.

Für fehlende Jungtrieben fallen mir 3 mögliche Ursachen ein:
1. das Pflanzenalter. Ich habe irgendwo gelesen, dass Brombeeren bis 15 Jahre alt werden. Die Info ist nicht sicher, evtl. kann jemand seine Erfahrungen teilen?
2. Manche (nicht alle) sehr ertragreiche Sorten wie z.B. Thornfree, Black Satin, Chester, Smooth Stem neigen zu einem 2-Jahres-Zyklus. Wenn die Ernte in einem Jahr besonder ertragreich war, schafft die Pflanze es nicht, gleichzeitig die Ernte und Jungtriebe zu versorgen, und generiert keine oder extrem wenige Jungtriebe dieses Jahr. Um so mehr im nächsten. Aus Deiner Enttäuschung höre ich raus, dass Du aber nicht letztes Jahr von einer Mega-Ernte aufgesucht wurdest. Damit fällt diese Ursache für Dich weg.
3. Irgendwelche Schädlinge, die das Wurzelwerk beschädigen? Z.B. Larven vom Jünikäfer/Brachkäfer, Wühlmäuse etc.

Ansonsten ist das alles kein Problem, weil wegen der Gallmilbe hast Du auch Glück im Unglück. Du müsstest die Ruten eh komplett zurückschneiden (und die Nessy hat gar keine Neuen) oder ziemlich spritzen und damit föllt die Ernte für nächstes Jahr so oder so aus. Dann lohnt es sich m.E. doch diese Zeit zu nutzen und gleich neue Pflanzen zu besorgen. Wenn Du:
1. jetzt oder ende Februar-Anfang März gut durchgewurzelte Pflanzen kaufst (je größer das Wurzelwerk, desto besser),
2. diese Pflanzen in ein gut vorbereitetes Pflanzenloch einpflanzt.  50% Kompost und 50% Erde, dazu Dünger, ich nehme 1 Glas Grillasche pro Loch. Loch mindestens 60x60x60, kann aber auch gerne größer werden, bei Dir ergibt sich wahrscheinlich ein größeres Loch allein schon durch das Ausbuddeln alter Wurzeln. Wenn noch in diesem Herbst, dann bitte für den ersten Winter mit passendem Mulch abdecken.
3. und nächsten Sommer die Blüten abzwickst (sie werden geschmacklich und von der Größe her im ersten Jahr eh nichts Besonderes, verlangsamen nur das Wachstum der Jungtriebe. Dazu kannst Du dann ungehindert gegen die Gallmilbe spritzen),
dann wirst Du im übernächsten Jahr bereit eine gute neue Ernte haben. Und ab dem 3en Jahr könnte sie sogar sehr ertragreich sein. Ohne Gallmilben. Bei der Gelegenheit könntest Du auch gleich auf neuere Sorten "updaten".

Falls Du dich dazu entscheidest, betrachte bitte beim Ausbudeln die Wurzeln der alten Pflanzen. Alle Larven, Wühlmäuse und andere Wurzel-Schädiger sollten entfernt werden. Die Ruten und Wurzeln bei einem Befall lieber über die Müll-Tonne entsorgen, nicht auf den Komposthaufen.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: enaira am 10. September 2017, 12:12:25
Danke, das stimmt mich doch etwas hoffnungsvoll.

Ich lese heraus:

Loch Ness: Die Pflanze ist mehr als 15 Jahre alt, wird gerodet und durch eine neue, eventuell auch andere Sorte ersetzt. Da lese ich mich demnächst mal durch eure Berichte und schaue, was ich bekomme. Mir würde eine eher späte Sorte gefallen, damit die Früchte nicht schon in der Urlaubszeit reif sind. Bei der Rodung schaue ich mir die Wurzeln genau an.

Navaho: Sie hat mehrere kräftige Neutriebe, einer ist schon über 2 m lang. Die bleibt erst einmal und wird ggf. in Bezug auf Gallmilben im nächsten Jahr behandelt.

Wühler kommen übrigens definitiv nicht in Frage, die gibt es hier netterweise nicht.
Eher spielt auch der harte Lehm eine Rolle, und Dünger gab es in diesem Jahr auch keinen. Hatte ich schlicht vergessen...
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 10. September 2017, 15:03:12
@ tester
so einen exoten wie du empfohlen hast versuche ich noch aufzutreiben

Ich werde diese Sorten vermutlich noch dieses Jahr bekommen. Falls Du nicht fündig wirst, klopf bei mir in 2 jahren an. Die Natchez könnte man auch bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau nachfragen, sie kennen die Sorte und könnten evtl. auch eine passende Bezugsquelle kennen. Sonst kannst Dich auch in einem spanischen Urlaub bei dortigen Baumschulen nachfragen, - wir hatten dieses Jahr im Laden eine sehr früher Brombeere aus Spanien, die verdächtig nach Natchez ausgesehen hat. Oder Karaka Black. :) Bei der Prime-Ark Freedom habe ich vergessen zu erwähnen, dass sie bei unserem Klima sehr wahrscheinlich für den Winter abgedeckt werden muss.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 10. September 2017, 15:07:50
Hast du auch eine einsehbare List an Sorten die du schon gesammelt hast? Das müssten viele sein, oder?
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 10. September 2017, 18:34:37
Hast du auch eine einsehbare List an Sorten die du schon gesammelt hast? Das müssten viele sein, oder?

Ich habe die Kiowa, Triple Crown, Loch Tay, Osage, Black Pearl und als Herbstbombeeren die dornigen Direttissima und die Black Magic.

In der Warteschleife sind: Natchez, Polar, Navaho Summerlong, Prime-Ark Freedom, dornenlose Marion, bedornte Boysenbeere (wahrscheinlich ist sie das).

Warteschleife heißt der Erhalt ist bereits geregelt, aber wartet noch auf irgendwas, warscheinlich kommen sie noch dieses Jahr. Die bedornte Boysenbeere z.B. ist ein Geschenk von meiner Mutter, welches wartet, bis ich sie mit dem Auto besuchen komme.  :) Die Navaho Sommerlang wartet auf den Versand durch Lubera usw. Für die NS habe ich mich übrigens nach positiven Berichten hier im Forum entschieden. Die Eigenschaft, beim Verfärben bereits reif zu sein, finde ich ist ziemlich wertvoll. Ob sie auch alle anwachsen und erfolgreich überwintern werden, wirs sich zeigen. Vermutlich ja, ich habe irgendwie eine gute Hand, bei mir wachsen selbst nackte Stengel ohne Wurzeln und Knospen aus dem Discounter an.

Sonst gibt es aktuell keine Sorten, die mich vom Hocker reißen. OK, die Karaka Black reißt mich schon noch, aber sie würde zuviel Arbeit in unserem Klima bringen, ist wirklich schlecht geeignet.
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Яib-∃səl am 10. September 2017, 20:21:01
Cool, cool, cool!
Da haben wir uns noch auf viele interessante Berichte von Dir zu freuen. :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 10. September 2017, 22:15:48
Ja, ich denke es wird noch was kommen.  :) Die Brombeeren wachsen deutlich schneller als Kamtschatkabeeren und haben mehr Spielraum in der Pflege. Es läßt sich besser darüber reden.  :)
Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 14. September 2017, 21:52:58
Die in diesem Frühling eingepflnze Kiowa wächst wie verrückt. Es gibt glaube ich nur einen Neutrieb, aber er verzweigte und insgesamt habe ich jetzt ca. 6 Ruten a 1,5-3m. Damit kann man im nächsten Jahr bereits den ersten Ernte-Versuch starten, wenngleich ich noch Zweifel habe, ob das zweite Jahr bei Brombeeren wirklich schon gut genug ist. Es gibt sogar langsam startende Sorten, die über die ersten 5(!) Jahren ihren Geschmack kontinuerlich verbessern, ich glaube Chester war das. Mein Loch Tay soll ca. 3-4 Jahre brauchen, um geschmacklich und von der Beerengröße her in Schwung zu kommen. 

Die Blüten hatte ich abgezwickt, da die Beeren im ersten Jahr eh nicht den originalen Sortengeschmackt haben, und das Wachstum der Pflanze nur unnötig ausbremsen. Von den 3 dran gelassenen Blüten gab es gestern eine Beere geerntet. Die Beerengröße liegt mit 10,74g im Rahmen der üblichen Größe für Kiowa von 10-12g. Füllt sich in der Hand wie ein Tischtennisball an.  :)

Die Pflanze liegt schön auf auf dem Boden (wurde so erzogen), ist bereit für die Winterabdeckung, das Blattwerk ist gesund, ich bin mit der Entwicklung erst mal sehr zufrieden. Das nächste Ziel ist es, die Pflanzen heil über den Winter zu bringen. Dürfte im Prinzip nicht schwer sein, aber man muss einige Schritte wie passende Abdeckung, Mäusegift und profilaktisches Spritzen gegen Pilze beachten.

Fotos von der Pflanze selbst gibt es später. Wenn ich sie für den Winter abdecke, mache ich wieder welche.



Brombeere Kiowa





Brombeere Kiowa



Titel: Re: Brombeeren - Sorten, Techniken, Erfahrungen etc.
Beitrag von: Tester32 am 17. September 2017, 10:02:55
Danke, das stimmt mich doch etwas hoffnungsvoll.

Ich lese heraus:

Loch Ness: Die Pflanze ist mehr als 15 Jahre alt, wird gerodet und durch eine neue, eventuell auch andere Sorte ersetzt. Da lese ich mich demnächst mal durch eure Berichte und schaue, was ich bekomme. Mir würde eine eher späte Sorte gefallen, damit die Früchte nicht schon in der Urlaubszeit reif sind. Bei der Rodung schaue ich mir die Wurzeln genau an.
...
Eher spielt auch der harte Lehm eine Rolle, und Dünger gab es in diesem Jahr auch keinen. Hatte ich schlicht vergessen...

Ich bin gestern bei einem sehr erfahrenen Brombeeren-Verkäufer auf die Angabe gestoßen, dass Brombeeren 20-25 Jahre alt werden können. Wobei das Werbung in seinem Shop war und Werbung ist meinstens etwas besser als die Realität. :) Und ich kann mich waage erinnern, dass die Angabe von 15 Jahren von dem russischen Brombeeren-Guru Jakimov waren, der eine Plantage betreibt und ein sehr guter Buch geschrieben hat. Ich vermute, dass Jakimov mit 15 Jahren die Zeit der hochen Produktivität meinte, die für den Erwerbsanbau notwendig ist. Privat könnte man Pflanzen auch länger halten, bis 20-25 Jahre, bei guter Pflege natürlich, und man könnte auch Abstriche in der Produktivität hinnehmen. Wenn sie allerdung schon keine Jungtriebe bringt, st wahrscheinlich in der Tat ein guter Zeitpunkt sie gegen eine neue zu tauschen.

Gute Düngung bei Brombeeren ist unabdingbar. Die Beeren entziehen dem Boden jährlich sehr viele Nährstoffe. Ein Eimer Kompost pro Pflanze jährlich ist ein Muss. Das kann man im Frühling (Ende Februar - Anfang März) oder im Herbst machen. Welche Zeit besser ist, - darüber streiten sich die Geister, in der Praxis kann man es daher tun, wenn man Zeit hat und daran denkt. Im Sommer kann man zusätzlich auch mit Schnittgras vom Rasen mulchen, das tut den Pflanzen gut.