Unter den Pappeln gibt es ja beträchtliche Unterschiede, insofern kann man sie nicht einen Topf werfen.
Hybridpappeln wachsen am schnellsten, sind aber auch am kurzlebigsten. Bei ungünstigem Standort beginnen sie mit ca. 40 Jahren schon zusammenzubrechen, auch sonst ist mit 60 - 70 Jahren meist Schluss. Eine "Robusta" würde ich mir auch niemals in den Garten pflanzen, P. alba und P. tremula haben wir auch gepflanzt, weil ich sie persönlich sehr schön finde. Außerdem auch mehrere artreine Schwarz-Pappeln, die zu den langlebigsten unter den Pappeln zählen (200 Jahre können sie durchaus schaffen, mitunter sicherlich mehr). Im Alter bilden sie wunderschöne, regelrecht malerische Baumgestalten mit weit ausgebreiteten, oft überhängenden Kronen.
Der Samenflug aller Pappeln kann lästig sein, dies ist jedoch zu vermeiden, indem man männliche Exemplare setzt. Der von männlichen Pappeln ausgehende Pollenflug ist jedoch für Allergiker nicht selten problematisch, ähnlich wie bei Weiden und Birken (die als einhäusige Arten natürlich stets Pollen freisetzen).
Hinsichtlich der Standortansprüche unterscheiden sich die verschiedenen Pappel-Sippen stark. Zitter-Pappeln sind Pioniere terrestrischer Standorte, meist auf sandigen, oft sauren udn trockenen Standorten vorkommend. Nicht selten findet man sie ja an den Rändern von Kiefernforsten.
Die Schwarz-Pappel ist eine Art der Weichholzaue und des Übergangsbereichs zur Hartholzaue. Dass es sich um eine typische Art der Hartholzaue handele, ist lediglich eine Försterlegende. Sie wurde in der Vergangenheit wegen ihrer Schnellwüchsigkeit oft auf Hartholzaue-Standorten gepflanzt und gedeiht dort gut, ihr natürlicher Platz befindet sich jedoch tiefer in der Aue, nämlich dort, wo z. B. durch Sedimenttransport regelmäßig Rohbodenstandorte entstehen, die ihr die Ansiedlung ermöglichen. Auch wenn man forstlicherseits die Schwarz-Pappel bevorzugt auf lehmige Standorte bringt, so siedelt sie sich selbst doch vorrangig auf sandigen bis kiesigen Substraten an, die sehr starker Sommertrockenheit ausgesetzt sind. Natürlich ist sie üblicherweise mit der Silber-Weide vergesellschaftet, oft auch mit der Flatter-Ulme, die wesentlich weiter zum Fließgewässer hin vordringt als z. B. Stiel-Eiche, Esche, Feld-Ulme, die als wesentliche Arten die Hartholzauen bilden. Diese typische Baumartenkombination wurde als eigene natürliche Pflanzengesellschaft beschrieben (Salici-Populetum oder auch Salicetum albae).
Aufgrund der geschilderten Standortanpassung sind Schwarz-Pappeln und ihre Hybriden in der Lage, auch auf Kulturstandorten Trockenheit sehr gut zu ertragen, die Hybriden "schwächeln" dann jedoch eher.
Die Silber-Pappel kenne ich selbst auch eher aus der Weich- als aus der Hartholzaue. Wenn sie in Hartholzauen vorkommt, dann meines Erachtens entweder reliktisch, das heißt ihre Ansiedlung geht auf eine Zeit zurück als der betreffende Standort noch keine Hartholzaue war, oder sie wurde gepflanzt. Auch Silber-Pappeln sind ausgesprochen trockenheitsresistent. Bei uns stehen sie in sandigem Kies, wurden im ersten Jahr nach der Pflanzung gegossen und seither nicht mehr.
Auch was das Treiben von Ausläufern angeht unterscheiden sich die verschiedenen Pappeln stark. Zitter-Pappeln treiben auch ohne Wurzelverletzung fast stets Ausläufer, Silber-Pappeln schon deutlich weniger bis selten, Schwarz-Pappeln nur mitunter (nicht ohne Wurzelverletzung oder Freilegung oberflächennaher Wurzeln) und Hybrid-Pappeln der Populus x canadensis - Gruppe selbst nach Wurzelverletzungen nahezu nie.
Was noch zu bedenken wäre ist, dass die großen Pappel-Arten trotz weichen Holzes eine ungeheure Wurzelenergie entwickeln und Fundamente sprengen oder schwerste Gehwegplatten anheben können. In die Nähe von Gebäuden, Mauern, gepflasterten bzw. anderweitig befestigten Wegen oder Versorgungsleitungen würde ich sie nicht pflanzen.
Die Schnellwüchsigkeit der Pappeln ist natürlich von Vorteil, wenn man ein Grundstück ohne große Bäume hat und schnell "sichtbare" und schattenspendende Bäume haben möchte. Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe anderer Gattungen/Arten, die diesen Vorteil ebenfalls bieten.
Ansonsten stellen Pappeln wie auch Birken im Siedlungsbereich bevorzugte Nistplätze von Elstern dar. Die mag ja nicht jeder ...
Um die Eingangsfrage nach diesem ausschweifenden Text vielleicht etwas besser zu beantworten: spezielle Standorterfordernisse sind nicht zu beachten. Wenn es sich nicht gerade um einen stark sauren Standort handelt, gedeihen alle der regelmäßig verwendeten Pappel-Arten, sonst nur die Zitter-Pappel.
Zitter- und Silber-Pappel finde ich persönlich am ansehnlichsten, außerdem auch die nicht heimische Birken-Pappel Populus simonii. Schwarz-Pappeln sind de facto nicht zu bekommen; Hybrid-Pappeln machen am frühesten