Hallo, Amirosenfreunde,
wollte ich seit Tagen schon mal schreiben, kam aber nicht dazu:
Ich hatte mir von Kai-Eric das Pflanzengesundheitszeugnis der Vintage-Sendung ausgeborgt und etwas gegoogelt. Ergebnis: Das Dokument ist zwar kostspielig, aber m. E. sein Geld wert (und ich persönlich halte nach der Lektüre noch viel weniger von Hosentaschen-Im-und Exporten jeder Art, als das schon zuvor der Fall war…) .
Kurzzusammenfassung:
Die Inspektorin bescheinigt, dass die Pflanzen keine Symptome von Bakterien, Viren und virusähnlichen Organismen aufweisen. Außerdem keine Symptome von Nematoden, Insekten, Läusen oder Pilzen.
Während eines "angemessenen Zeitraums" seien keine Symptome diverser Viren (lange Liste!) beobachtet worden, die von
Bemisia tabaci (Baumwoll-Weiße Fliege oder Tabak-Mottenschildlaus) übertragen werden. Die Pflanzen seien überdies gegen Bemisia tabaci behandelt worden.
Unmittelbar vor dem Export seien die Pflanzen zudem gegen
Thrips palmi behandelt worden; das Verfahren dabei ist, wenn ich das zweite Dokument richtig verstanden habe, Eintauchen in eine ziemlich konzentrierte Pyrethrin-Lösung, 2,5 Esslöffel pro Gallon (= 3,79 Liter) Wasser.
Bescheinigt wird darüber hinaus, dass die Pflanzenproduktionsstätte insgesamt frei sei von zwei üblen Schaderregern an Kartoffeln (Quarantäne-Schädlinge, in der EU meldepflichtig), nämlich
Clavibacter michiganensis ssp. sependoniscus (Bakterium, verursacht Ringfäule) und
Globodera rostochiensis (Goldnematode = Fadenwurm, Wurzelparasit).
Zu mehreren weiteren Schadorganismen, ebenfalls Quarantäneschädlinge, wird erklärt, dass von ihrem Auftreten in den USA nichts bekannt sei.
So Zeuchs muss man wirklich nicht einschleppen – die Reblauskatastrophe im 19. Jahrhundert, die bis heute (!) nicht ausgestanden ist, spricht eine deutliche Sprache…
Möge die Kontrolle gründlich gewesen sein!
Schöne Grüße
Querkopf