Hallo Robert,
weißt Du, ob es sich bei den beiden Vogelküken um Körnerfresser handelt oder um Vögel, die Lebendfutter brauchen?
Wasser brauchst Du den Vögelchen sicher noch nicht zu geben. (Die Vogeleltern werden dies ja auch kaum im Schnabel transportieren können.) Das Futter sollte ausreichend feucht sein, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.
Ich habe einmal ein noch nacktes Vögelchen gefunden, das die Augen auch noch zu hatte und wollte es eigentlich zur Vogelwarte bringen, was jedoch erst einige Tage später möglich gewesen wäre. Deshalb ließ ich mich von dort tel. beraten, wie die Zeit überbrückt werden kann.
Da nicht sicher war, um welchen Vogel es sich handelt, bekam ich die Empfehlung, ihn mit Magerquark und altem, in Wasser eingeweichtem Weißbrot zu füttern. (Magerquark schmeckte ihm offensichtlich besser.)
Wenn Du ihn fütterst, solltest Du unbedingt warten, bis er selbst den Schnabel aufreißt. Auf keinen Fall versuchen, den Schnabel zu öffnen.
Das Futter am besten in knapp erbsengroßen Kügelchen auf einen abgestumpften Zahnstocher oder ein abgebrochenes Streichholz pieksen und vor den Schnabel halten. Vermutlich wird er dann ziemlich ruckarig mit offenem Schnabel nach vorne schießen, so daß Du schon befürchtest, er könne sich aufspießen - doch er weiß, wie weit er seinen Kopf drüberstülpen kann.
So lange er noch kein Federkleid hat, ist ausreichend Wärme notwendig (nachts ist es doch noch deutlich kühler). Ich hatte damals ein kleines Körbchen mit hohem Rand mit Watte ausgepolstert, darüber ein Stück feinen Baumwolltoff gelegt (damit er sich nicht in den Wattefuseln verheddert). Über das Körbchen kam nochmals ein gleicher Stofflappen, der außen über die Ränder hing, so daß sich der Vogel bewegen konnte, ohne durch den Stoff behindert zu sein.
http://home.arcor.de/wi/wildvogel/ Hier wirst Du sicher noch mehr Infos finden.
Ob sie Futter brauchen oder noch Vorrat haben, erkennst Du am Kröpfchen, das etwas seitlich am Hals deutlich sichtbar wird, sobald es sich beim Füttern füllt. Sobald nichts mehr drin ist, wird es höchste Zeit zum Füttern. Normalerweise ist alle 1 - 2 Stunden Nachschub erforderlich. Während der Nacht ist die Futterpause natürlich länger. Doch schon im Morgengrauen werden sie massiv Hunger haben.
Viel Erfolg und viel Freude bei der Aufzucht.
Liebe Grüße
Gundelrebe
PS
Meiner entwickelte sich übrigens zu einem prächtigen, sehr zutraulichen Spatzenmännchen, das in der Handhöhlung im fließenden lauwarmen Wasser badete oder auf der Schulter sitzend, mit auf den Balkon kam ... bis es ihm (er hatte in der Zwischenzeit mit Straßenspatzen Freundschaften geschlossen und von ihnen gelernt, wovon man sich standesgemäß ernährt) nach ein paar Wochen eine rotbraune pummelige Spatzendame angetan hat ...