Ups, I did it again...
Jo, jetzt bin ich doch tatsächlich wieder eingestiegen und habe gestern und heute Tomaten ausgesät. Nach zwei Jahren ohne Ernte (die Braunfäule war schneller) hatte ich letztes Jahr ausgesetzt und keine Tomaten angebaut. Für dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, ein Tomatenpflanzendach zu bauen. Dieses ist zwar bisher noch nichtmal auf dem Papier konstruiert, aber da ich mir auch vorgenommen hatte, dieses Jahr im Mai blühende Tomatenpflanzen zu haben, eilte es mit der Aussaat etwas.
VERN: Beauty Blanche (Samen von VERN am Staudenmarkt im BoGa Berlin)
VERN: Freilandtomate (dito)
Marianna's Peace
Purple Russian
Bianca
Kasachstan Rubin
Striped Roman 2004 (eigene Samenernte aus dem Jahr, in dem ich überhaupt etwas geerntet habe)
Tigerella 2004 (dito)
Sungold Select 2004 (dito)
De Berao 2002 (von Matthias)
Black Cherry
Malinowski
Weißes Ochsenherz
Prairie Fire
Matt's Wild Cherry
Black from Tula
Vilma
Harzfeuer F1 (als Vertreter einer billigen Supermarktsaatgutsorte)
Vigomax F1 (eigentlich eine Tomatenunterlage für Veredlungen)
Picolino F1 (gewissermaßen die Referenz unter den bekannteren Cocktailtomaten)
Vitella F1 (angeblich Braunfäule-tolerant)
Philovita F1 (dito)
Dolcevita F1 (angeblich ebenfalls sehr gut schmeckende Kirschtomate)
Zebrino F1 (hatte beim Kauf nicht gesehen, dass da nur 5 Samen in der Tüte sind. Immerhin habe ich im Gegensatz zu hier genannten Quellen dafür knapp unter 5 Euro bezahlt...

)
San Marzano 2 (Biosaatgut aus einem Supermarkt in Italien. Wenn man sieht, was da in einer Packung drin ist, dann möchte man unseren hiesigen kommerziellen Saatgutherstellern die Ohren langziehen. Aber so richtig...

Es sind 1,5g Samen enthalten! Keine Ahnung, wieviel das sind, 100? 200? )
Die Länge dieser Liste relativiert sich allerdings gewaltig, wenn man bedenkt, dass das meiste vier bis fünf Jahre alte Restbestände sind, von denen ich außerdem z.T. nur zwei Körner pro Sorte übrig hatte. Wahrscheinlich kann ich froh sein, wenn ich wenigstens von der Hälfte der Sorten überhaupt Pflanzen erhalte.
Noch etwas zur diesjährigen Aussaattechnik: Habe die Samen erstmal einen Tag lang in Wasser eingeweicht. Das enthielt einen Schuss Schachtelhalmextrakt (ein Fertigprodukt), war zu faul zum Tee machen. Beim letzten Mal hatte ich direkt einzelne Samen in meinen Roottrainer-Töpfen platziert, um das Pikieren zu sparen. Da diesmal die Keimrate fraglich ist, habe ich in Zehnertrays vom Friedhof gesät, pro Sorte ein Töpfchen, und werde dann (hoffentlich) später pikieren.
Nachdem ich in der Vergangenheit auch mit zerschnittenen Quark- und Obstplastikschachteln als Namensschildchen experimentiert hatte, wollte ich diesmal etwas weniger zeitaufwändiges und besser lesbares: Ich wollte Laserdrucker-bedruckte Plastikschildchen. Da ich mich nicht rechtzeitig um solcherlei Material aus dem Profibedarf gekümmert hatte, habe ich Overheadfolien aus dem Schreibwarenbedarf genommen. Also: zweispaltige Tabelle in der Textverarbeitung erstellen, die Sortennamen in die Felder eintragen, auf Folie ausdrucken. Die Folie ist natürlich durchsichtig und daher etwas schwer zu lesen. Von meiner letzten Fahrradreparatur habe ich aber noch diverse Lacksprays: Grundierung und Klarlack. Ich habe also nach dem Druck die Rückseite der Folie mit der Grundierung eingesprüht (hellgrau) und dann beide Seiten mit Klarlack. Trocknen lassen und dann zerschneiden.
Hört sich vielleicht kompliziert an, ist es aber nicht. Es geht schneller und vor allem viel besser lesbar als wenn man einzelne Etiketten von Hand beschriftet. Vor allem soll auch nach dem Pikieren jede einzelne Pflanze ein Namensschild erhalten, denn erfahrungsgemäß kommt sonst immer etwas durcheinander.
Mal sehen, wie haltbar die Schildchen mit dem Lack sind, aber bisher bin ich mit der Handhabung und der Lesbarkeit zufrieden.