Willkommen, Gast. Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.
News: Originelle Formulierungen sind noch nicht originelle Einsichten.  (Ludwig Marcuse)
Willkommen, Gast. Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.
20. Juni 2021, 11:54:28
Erweiterte Suche  
News: Originelle Formulierungen sind noch nicht originelle Einsichten.  (Ludwig Marcuse)

Neuigkeiten:

|20|8|Pessimisten sind Menschen, die sich über den Lärm beklagen, wenn das Glück bei ihnen anklopft. (Unbekannt)

Seiten: 1 ... 3 4 [5] 6 7   nach unten

Autor Thema: gemüse- samenfest oder f1-hybriden?  (Gelesen 11194 mal)

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #60 am: 14. Januar 2008, 17:17:15 »

Zitat
o.p. Sorten werden in unvorstellbaren Ausmaß illegal weitervermehrt.
So eine Frechheit aber auch!
Zum Glück wurde das Terminatorsaatgut schon erfunden. Und auch nicht schlecht diese neuen Sorten, die überhaupt erst nach Spritzungen mit den firmeneigenen Chemikalien Samen ausbilden. Genial.

Feder, das ist keine Frechheit, das ist kriminell, was ich da beschrieben habe und leider einer der wichtigsten Gründe für den Vormarsch der F1.

Dein Terminatorsaatgut wird auf einen anderen Strang beschrieben, viel Spass dort ;)

l.g.

Yorvik

Gespeichert

Lehm

  • Gast
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #61 am: 14. Januar 2008, 17:17:32 »

Was soll man sich denn bitte unter Anpassung an gesellschaftliche Bedingungen vorstellen?

Gute Frage. Die Samen werden wohl alle eher reaktionär sein. ;D
« Letzte Änderung: 14. Januar 2008, 17:18:20 von Lehm »
Gespeichert

Feder

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4047
  • Liebe Grüsse Maria
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #62 am: 14. Januar 2008, 17:18:00 »

Vielleicht die Feinschmeckerkultur, Slow Food und soetwas? ::)
Gespeichert
Das Natürliche bleibt immer gleich. Das Normale ändert sich alle 100 km oder alle paar Jahre.
  Pat Parelli

Feder

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4047
  • Liebe Grüsse Maria
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #63 am: 14. Januar 2008, 17:21:24 »

Yorvik, ich finde es kriminell den Bauern und Gärtnern das Recht und die Möglichkeit auf Weitervermehrung ihrer landwirtschaftlichen Produkte zu nehmen. Das hat mit Gentechnik erst mal gar nichts zu tun. Dieses Recht ist jahrhundertealtes Kulturgut des Menschen.
Samenzüchter können trotzdem immer noch bessere Sorten erzüchten und auf den Markt bringen, auch wenn Sorten weitervermehrt werden.
« Letzte Änderung: 14. Januar 2008, 17:32:23 von Feder »
Gespeichert
Das Natürliche bleibt immer gleich. Das Normale ändert sich alle 100 km oder alle paar Jahre.
  Pat Parelli

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #64 am: 14. Januar 2008, 17:24:46 »

Gut, ich machs kurz. Was hält ihr denn von einer solchen Anpreisung. Ist da was dran oder wird da was als Mehrwert ausgelobt, was keiner ist?

Hallo Lehm,

Ich halte solche Betriebe für eine ideale Ergänzung der Saatgutmarktes. Für manche Gärtner mag es ein Mehrwert sein, für andere nicht.

Nur beim Marketingunterricht haben sie wohl etwas geschlafen, ansonsten ist für einen Biovermehrer das Wortungetüm "Hortikulturgutsorten" nicht zu erklären ;D

l.g.

Yorvik
Gespeichert

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #65 am: 14. Januar 2008, 17:28:11 »

Yorvik, ich finde es kriminiell den Bauern und Gärtnern das Recht und die Möglichkeit auf Weitervermehrung ihrer landwirtschaftlichen Produkte zu nehmen. Das hat mit Gentechnik erst mal gar nichts zu tun. Dieses Recht ist jahrhundertealtes Kulturgut des Menschen.
Samenzüchter können trotzdem immer noch bessere Sorten erzüchten und auf den Markt bringen, auch wenn Sorten weitervermehrt werden.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Das Saatgut gehört im Rahmen der Arbeitsteilung bis zum regulären Verkauf weder den Gärtnern noch sonstwem, sondern dem Züchter alleine.

Jeder Gärtner kann gerne alte Sorten auf eigene Rechnung vermehren, nichts dagegen einzuwenden, es steht jedem frei.

Möchte er aber das Eigentum anderer für seine Produktion einsetzen, muß er bezahlen. Sollte das so schwer sein zu verstehen?

kleine Erweiterung:

Züchter sind auch Gärtner und schau mal in die Historie, wenn du sie schon bemühst, wie und warum kommerzielle Züchter entstanden sind, vor mehreren hundert Jahren.

l.g.

Yorvik
« Letzte Änderung: 14. Januar 2008, 17:30:46 von Yorvik »
Gespeichert

Feder

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4047
  • Liebe Grüsse Maria
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #66 am: 14. Januar 2008, 17:31:42 »

Ja, das finde ich schwer zu verstehen, denn genau das ist der Knackpunkt, wo z.B. ethische Fragen anfangen.
Kann man Leben patentieren?
Gespeichert
Das Natürliche bleibt immer gleich. Das Normale ändert sich alle 100 km oder alle paar Jahre.
  Pat Parelli

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #67 am: 14. Januar 2008, 17:35:10 »

Ja, das finde ich schwer zu verstehen, denn genau das ist der Knackpunkt, wo z.B. ethische Fragen anfangen.
Kann man Leben patentieren?

Wir reden nicht über Patente, wir reden über Sortenschutz und das Endprodukt von Firmen, die es herstellen über Sorten, die diese Firmen mit privaten Mitteln finanziert haben.

Deine Frage ziehlt auf ein anderes Problem. Darf ein hungernder Mensch deinen Kühlschrank plündern, ohne dich zu fragen?

 
Gespeichert

Lehm

  • Gast
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #68 am: 14. Januar 2008, 17:36:56 »

Vielleicht müsste man doch mal erklären, was denn Sortenschutz von Patentierung unterschiedet.
Gespeichert

frida

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 9369
    • Gemüse-Info
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #69 am: 14. Januar 2008, 17:37:31 »

Ich kann beide Positionen verstehen und bin etwas ratlos. Wenn ich als Züchter Arbeit und Entwicklungsaufwand betrieben habe, um eine neue samenfeste Sorte zu entwickeln, bin ich natürlich nicht begeistert, wenn ich die quasi nur einmalig verkaufen kann und der Bauer oder Gärtner sie dann einfach nachbaut.
Andererseits - wie soll ein Bauer z.B. eine Sorte noch besser an seine Standortbedingungen anpassen, wenn er sie nicht nachbauen kann? Und ist es tatsächlich gesetzlich verboten, die eigene Ernte wieder als Saatgut zu verwenden?

Faktisch führt ein Züchtermonopol eben dazu, daß es immer weniger regional angepaßte Sorten geben kann.

Es könnte ja auch Regelungen geben wie eine Lizenzgebühr, sagen wir mal ganz naiv wie bei der GEMA als allgemeine Abgabe oder eben auch als ganz konkrete Abgabe. Gibt es so etwas irgendwo?
Gespeichert
Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind (Karl Valentin)

Feder

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 4047
  • Liebe Grüsse Maria
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #70 am: 14. Januar 2008, 17:41:39 »

Zitat
Deine Frage ziehlt auf ein anderes Problem. Darf ein hungernder Mensch deinen Kühlschrank plündern, ohne dich zu fragen?
::) Keine Ahnung, was du damit sagen möchtest.
Gespeichert
Das Natürliche bleibt immer gleich. Das Normale ändert sich alle 100 km oder alle paar Jahre.
  Pat Parelli

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #71 am: 14. Januar 2008, 17:45:37 »

Ich kann beide Positionen verstehen und bin etwas ratlos. Wenn ich als Züchter Arbeit und Entwicklungsaufwand betrieben habe, um eine neue samenfeste Sorte zu entwickeln, bin ich natürlich nicht begeistert, wenn ich die quasi nur einmalig verkaufen kann und der Bauer oder Gärtner sie dann einfach nachbaut.


Frida, kann man machen, dann wird es eben nur teurer, wird auch manchmal gemacht.

Zitat
Andererseits - wie soll ein Bauer z.B. eine Sorte noch besser an seine Standortbedingungen anpassen, wenn er sie nicht nachbauen kann?


Eine Sorte, die heute in den Markt kommt, wird heute unter so vielen verschiedenen Standortbedingungen getestet, wie es früher undenkbar war. Sie wird übrigens meisstens auch regional selektiert, was auch viele nicht wissen und vor der Markteinführung immer erst bei Gärtnern getestet.

Zitat


Und ist es tatsächlich gesetzlich verboten, die eigene Ernte wieder als Saatgut zu verwenden?
nein
Zitat
Faktisch führt ein Züchtermonopol eben dazu, daß es immer weniger regional angepaßte Sorten geben kann.
Es gibt in keiner einzigen Gemüseart ein Monopol, wie es hier immer wieder fälschlich beschrieben wird, es gibt einen extrem harten Wettbewerb um die besten Sorten, in nie gekannter genetischer Vielfalt und immer mehr regional selektiert. Ein internationaler Züchter hat in jedem Land, wo er aktiv ist Selektionsflächen, meisstens in jeder Region. Bin immer wieder überrascht, wie wenig über die reale Züchtungslandschaft bekannt ist.

Zitat
Es könnte ja auch Regelungen geben wie eine Lizenzgebühr, sagen wir mal ganz naiv wie bei der GEMA als allgemeine Abgabe oder eben auch als ganz konkrete Abgabe. Gibt es so etwas irgendwo?

Diese Überlegungen gibt es auch im Gemüsebau und werden zur Zeit getestet.

l.g.

Yorvik
Gespeichert

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #72 am: 14. Januar 2008, 17:47:40 »

Vielleicht müsste man doch mal erklären, was denn Sortenschutz von Patentierung unterschiedet.

zum Beispiel das Nachbarrecht in einigen Ländern oder der Nachbau der eigenen Ernte, es ist nochmehr, zum Beispiel die Duchsetzbarkeit im Schadensfall ist viel geringer als bei Patenten.

Mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein, ich bin aber sicher, dass es weitere Unterschiede gibt.

Gerade bei den Bingenheimern gefunden:

Sortenrechte
Das Sortenschutzgesetz (SortSchG) sieht vor, dass neu angemeldete Gemüsesorten geschützt werden können. Danach muss ein Saatgutvermehrer, der die Sorte kommerziell vermarkten will, dem Züchter eine individuell zu verhandelnde Lizenz zahlen. Somit erhält der Züchter ein Entgelt für die geleistete Arbeit, die Sorte an sich ist aber nicht patentiert. Andere Züchter können wiederum mit der neuen Sorte weiterarbeiten (sog. Züchterprivileg), diese Regelung soll den allgemeinen Züchtungsfortschritt sicherstellen.
« Letzte Änderung: 14. Januar 2008, 17:53:48 von Yorvik »
Gespeichert

Lehm

  • Gast
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #73 am: 14. Januar 2008, 17:50:07 »

Also klar ist mir das nun nicht.

Entweder ist eine Sorte eine Erfindung und kann als Immaterialgut geschützt und anschliessend als Lizenz vermarktet werden - oder eben nicht. Etwas zwischendurch gibts doch nicht, zumindest im EU-Recht.
Gespeichert

Yorvik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 278
    • www.hortipedia.org
Re:gemüse- samenfest oder f1-hybriden?
« Antwort #74 am: 14. Januar 2008, 17:54:50 »

Also klar ist mir das nun nicht.

Entweder ist eine Sorte eine Erfindung und kann als Immaterialgut geschützt und anschliessend als Lizenz vermarktet werden - oder eben nicht. Etwas zwischendurch gibts doch nicht, zumindest im EU-Recht.

Hallo Lehm,

lese mal oben, hab noch was eingefügt ::) ;)

klarer?
Gespeichert
Seiten: 1 ... 3 4 [5] 6 7   nach oben
 

Garten-pur.de Nutzungsbedingungen | Impressum | Datenschutzerklärung

Forum Garten-pur | Powered by SMF, Simple Machines
© 2001-2015 garten-pur. All Rights Reserved.
Garten-pur.de