So nun hab ich wohl einiges gelernt über Rankhilfen für Clematis:
so brauche ich für mein neue Clematis vitivella Schnittgruppe 3 ein weniger stabiles Klettergerüst
Hallo Paula,
das ist alles relativ und Pauschalaussagen helfen da nicht weiter....
Im Vergleich zu den Ansprüchen starkwüchsiger Schlingpflanzen sind die statischen Anforderungen an Kletterhilfen bei allen Clematis-Arten/Sorten eher "lächerlich". (vgl.:
Tabelle zu Pflanzengewichten) Sehr relevant ist aber nicht nur das Pflanzengewicht (hier meist im Nasszustand), sondern auch die Windlast. Die hängt natürlich von der Expositiion und dem Überhang (Dicke des Bewuchses) ab, denn i.d.R. ist der Windangriff parallel zur Wand relevanter als rechtwinklig wirkender Druck oder Sog, der Befestigungen von halbwegs steifen Rankgittern nur auf (Aus)Zug oder Druck - also i.d.R. axial - belastet.
- muß ich denn dann gut an die Clematis viticella rankommen - oder nur an die unteren 50 cm, wenn ich sie eh jedes Jahr radikal zurückschneiden muß
Was du "musst", entscheidest du selbst. Du kannst dir eine praktische und beständige Kletterhilfe bauen (lassen) oder kaufen oder du kannst dir Arbeit/Freizeitbeschäftigung schaffen, bzw. alle paar Jahre eine neue Fassadenbegrünung anlegen....
Ich vertrete - u.a. weil meine (unter ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten) wichtigen Kunden in der Praxis nicht bereit sind, Pflegemaßnahmen durchführen zu lassen, den Standpunkt, dass eine Kletterhilfe vorrangig auch so optimiert werden sollte, dass sie selbst keiner Pflege bedarf und die Pflege von daran wachsenden Kletterpflanzen so einfach (und schnell) wie möglich erfolgen kann. Das gilt natürlich um so mehr, je größer (und vor allem höher) eine Pflanze wird. M.E. "lohnen" sich nur dauerhafte Fassadenbegrünungen die eine akzeptable Bilanz con Aufwand und Nutzen aufweisen.Viele "Hobbygärtner" sehen Minimierung des Unterhaltungsaufwandes allerdings nicht als Notwendigkeit. Ich empfehle ihnen trotzdem ,auch daran zu denken, dass selbst Arbeiten, die heute noch Spaß machen, sehr oft eines Tages zur Last werden.
Meine Clematis Tetra Rose braucht dann wohl das stabilste Klettergerüst, oder? - werde mich wohl im Gartenfachhandel/Baumarkt umsehen.
Lass es mich bitte wissen, in welchem Gartencenter du ein stabiles (und stabil aufzuhängendes) Rankgitter/Klettergerüst findest

Wie gut muß sich zum Schneiden erreichbar sein - oder kann ich beruhigt einige kleinere Sträucher daneben pflanzen?
Wie schon sinngemäß geschrieben, kann ich (und jeder andere) so eine Frage nur nach seinen eigenen Maßstäben beantworten... Ich hab auf dem Gebiet gewisse Erfahrugen und weise darauf hin, dass sich die Maßstäbe von Haus- und Gartenbesitzern i.d.R. mit der Zeit wandeln. Generell wird den Leuten sehr oft irgendwann etwas zuviel, was sie ursprünglich überhaupt nicht als (potenziell) belastend empfunden haben...
Ist nun ein Estrichgitter für eine Clematis alpina geeinget oder nicht?
Von der Struktur her wird es sehr gut von allen Clematis bewachsen. Aber wie ich schon schrieb, ist das nur ein Eignungskriterium von mehreren. Ist deine Kletterhilfe auf der Basis von so einer solchen Gitterstrutur (ggf mit Aussteifung) von beiden Seiten zugänglich, dann ist sie für schlanktriebige, kurzrankige Kletterpflanzen (u.a. Clematis alpina) gut geeignet und pflegrlechz. "Nagelst" du so ein Zeug vor eine Wand, dann kannst du jeden Herbst Laub durch das Gitter "puhlen" und wenn du abgestorbene Triebe entfernen musst, brauchst du jede Menge Geduld, um dabei keinen Schaden an jungem Holz zu verursachen. Unterlässt du diese zwitaufwändigen Arbeiten, kann es sein, dass sich hinter dem Drahtgeflecht mehr oder weniger dauerfeuchte Biomasse sammelt und in direktem Kontakt zur Fassade Schäden verursacht. Wenn das Laub und Totholz aber (z.B. unter einem Dachüberstand) trocken ist und bleibt, dann mag der eine das als zusätzliche Wärmedämmung ansehen - andere könnten es als leicht entzündliche Fassadenbekeidung (unzulässige Brandgefahr) ansehen.... In beiden Fällen sieht es nicht gut aus und eine hinterfüllte Rankhilfe ist auch irgendwann nicht mehr zweckmäßig...
Schneiden muß ich sie ja kaum, oder wird sie mir zu schwer?
Schneiden musst du i.d.R. sowieso - u.a. weil du anderenfalls meist mit Aufkahlung leben müsstest.
Die Tragfähigkeit einer wandgebundenen Kletterhilfe ist (anders als bei freistehenden Konstruktionen) i.d.R. eine Frage des Anbringungsprinzipes und der Befestigungsmittel. Man kann sicherlich ein Vielfaches des relevanten Pflanzengewichtes einer Clematis mittels Estrichgitter und geeigneten Befestigungsmitteln auf eine Wand übertragen, aber das tut i.d.R. niemand .... Dann stellt sich nämlich oft heraus, dass selbst aus "geschenktem" Estrichgitter so einfach noch keine billige Kletterhilfe wird....
Grüße
TB