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|18|8|Ein kluger Mensch macht nicht alle Fehler selber, er gibt auch andern eine Chance.  Buzulus

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Autor Thema: Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung  (Gelesen 15512 mal)

fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #90 am: 28. Juni 2008, 06:37:14 »

Zurück zum Thema.

Darf man diese Beispiele, mehr oder minder gelungen, bereits als "Trend" bezeichnen? Diesen gegen das Ordnungsdiktat der Kommunalverwaltungen oder den angepassten Bürgersinn löckenden Ungehorsam einzelner hat es zu allen Zeiten gegeben. So, wie das in der Morgendämmerung unbekümmert Taubenfutter ausstreuende Großmütterlein.

Wenn ich mir die Stadt Frankfurt anschaue, so hat dort der Trend zur Pflegeleichtigkeit zugenommen. Ein recht hübscher Rosengarten am Goetheplatz musste einer Tiefgarage weichen, ohne auf ihrem Haupt wieder angelegt zu werden. Zwar gibt es nach wie vor kostbar bestückte Parks, aber im Innenstadtbereich ist es ärmer geworden. Vor der EZB hat das Grünamt, mit der absoluten Betonung auf Grün, so richtig zugeschlagen. Blumenbeete sind offenbar zu pflegeaufwändig. Manchmal wünscht man sie sich auch abgeschafft, wie hier in Gießen: Die Farbkombinationen bohren Dornen in die Augen. Die Verantwortlichen tragen vermutlich eine gelbe Binde mit drei schwarzen Punkten.

Ebenfalls zurück zum Garten.

Wenn ich durch die Gartencenter und auch Staudengärtnereien streife, so hat m.E. der Hang zur Exotik deutlich zugenommen. Noch vor 5 Jahren hätte man mühsam nach einigen wenigen Anbietern von Kamelien suchen müssen. Inzwischen rollen sie lastwagenweise an. Palmen, Bananen, tropische Rhododendren, Neuseeländische Magnolien, seltene und seltsame Stauden der Subtropen, anspruchsvolle Gemüsesorten, frostempfindliche Gewürzpflanzen...kurzum, der Hang zum Besonderen hat stark zugenommen. Fatal ist allerdings, dass das Wissen um die Bedürfnisse dieser Gewächse selbst bei Fachleuten nicht Schritt gehalten hat. Die Globalisierung hat eben auch hier ihre Auswirkungen.

Begleitend dazu, quasi im Retrolook, die Neigung zur Gartenornamentik. Da hat der Reihenhausbesitzer keine Bedenken, sich eine armlose Aphrodite - plang! - mitten in den Garten zu stellen. Aus weißlichem Zement, versteht sich. Das Angebot an Brunnen- und Wassergestalten reicht vom Hummel-Figürlichen bis hin zu Phidias-Kopien. Boticellis Venus habe ich allerdings noch nicht entdeckt. Vermutlich wirft sie statische Probleme auf.

Etwas bescheidenere Dekorationsvarianten sind die bereits erwähnten Rosenkugeln und mit bunten Glassteinen bestückte Staudenhalter oder Pflanzstäbe, die aber in der Ornamentik zumindest einem Bischofstab den Rang ablaufen müssen. Barock anmutende Beeteinfassungen aus Kunststoff oder Gusseisen, zweifellos schöner als die ehemals beliebten Flaschenreihen, sind auch sehr gefragt. Und wer seine Pflanze liebt, der benamst sie auch. Der wahre Liebhaber mit Porzellanschildchen, der Feingeist mit zierlich beschrifteten Schiefertäfelchen, der etwas derber gestrickte Gärtner mit Tontstickern, der Prolo mit Plastik. Alles soll eben hübsch ordentlich sein und Schlichtheit ist derzeit nicht "in".

Auch in dieser gesteigerten Dekorationsneigung sehe ich einen Trend.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 07:36:41 von fars »
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sarastro

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #91 am: 28. Juni 2008, 07:11:28 »

... und im Ausbuddeln uralter Olivenbäume, die dann für wenige Jahre manche Innenhöfe dekorieren sollen und eigentlich für ihren ideelen Wert viel zu billig verschleudert werden. Ein absoluter Negativtrend.

Pearl, Molinia arundinacea 'Transparent' ist nicht nur das eindrucksvollste Pfeifengras, sondern es hält den Standort "Verkehrsinsel" ohne weiteres aus, ob dies nun den Normen der Lebensbereiche entspricht oder nicht. Auch in der Natur stehen Pfeifengräser öfters mal an Straßenrändern. Zum Beispiel im Hochschwarzwald. :o :D
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berta

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #92 am: 28. Juni 2008, 07:59:50 »

ich glaube, auch wir hier im gartenforum sind trend"bildend", obwohl es ja selbst hier in dieser gemeinschaft die verschiedensten trends gibt.
mein garten ist und war schon für etliche leute vorbild, oder vielleicht auch abschreckendes beispiel ;D, sodaß sich möglicherweise von hier aus trends entwickeln.
meine besuche in anderen gärten von gartenPURlern haben mich auch ordentlich beeinflußt.
so hoffe ich, daß es nicht nur die wirtschaft ist, die trends vorgibt.
bin ich naiv ? ;)
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Mari1234

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #93 am: 28. Juni 2008, 08:18:46 »

Und wer seine Pflanze liebt, der benamst sie auch. Der wahre Liebhaber mit Porzellanschildchen, der Feingeist mit zierlich beschrifteten Schiefertäfelchen, der etwas derber gestrickte Gärtner mit Tontstickern, der Prolo mit Plastik.

Oh je, der Trend hat mich erwischt!!! (Aber erst seit dem ich bei euch im Forum immer mal wieder rumspaziere! Ich bin ja gerade erst in der Namen-Lern-Phase!!!)
... und wo gehöre ich da mit meinen kleinen Blechschildchen hin?! ::) ;D

Und klar lass ich mich von anderen Gärten beeinflussen. Ich lebe ja nicht im luftleeren Raum. Was mir gefällt, das schaue ich mir ab, und mache mein eigenes Neues daraus. :)

Mari
« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 08:21:13 von Mari1234 »
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Irisfool

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #94 am: 28. Juni 2008, 08:38:55 »

Da habe ich doch mit meinem neuen Gartenteil einen ganz neuen Trend gesetzt, wie meine Familie behauptet: "Rollatorgerecht" ;D ;D ;D naja, als über 50 garten- pur lerin darf ich mir das erlauben......... ;D ;D ;D ;)Ganz so dramatisch, will ich das aber so nicht sehen, vorläufig halte ich es eher auf "Racemeile" für Enkeltöchters Dreiräder 8) 8) 8) :D ;)LG Irisfool
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kvafaen

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #95 am: 28. Juni 2008, 11:31:30 »


Beim Kreisverkehr wirds allerdings schwierig. Ich könnte die ausführende GaLaBau Firma anrufen und um eine Pflanzliste bitten. Selber zur Tat schreiten und ohne Verkehrsgefährdung zu dem Zentrum des Kreisverkehres zu gelangen und ohne dabe selber schaden am eigenen Leben zu nehmen?


Es scheint Leute zu geben, die sich nicht nur auf die Verkehrsinsel wagen um eine Pflanzliste zu erstellen, sondern um diese zu beeinflussen.
http://www.guerrillagardening.org/

Übrigens habe ich das jahrelang gemacht, mit Samen in der Tasche durch die Stadt gegangen und kleine öde Erdflecken besamt. Feuerbohnen am Laternenpfahl, Sommerblumenmischung rund um die Stadtbäume, Sonnenblumen weitläufig überall dort wo es viel Sonne hat. Habe viel Meconopsis cambrica versamt, schliesslich taucht der hier wild überall in der Stadt auf, dem scheint es hier zu gefallen. Manchmal hat es funktioniert, manchmal wurden die Pflanzen vor der Blüte gemeuchelt. Der Mensch an solcher scheint etwas gegen wildwachsende Pflanzen zu haben.
So sind manche Strassenzüge hier im Sommer durch und durch gelb, besagter Meconopsis kommt aus jedem Riss im Betong und jeder Ritze im Asphalt -ganz ohne meine Hilfe. Das ruft natürlich die Mörder auf den Plan, die es nicht ertragen können dass etwas wächst ohne gepflanzt geworden zu sein. Hausmeister mit Round-up-Flaschen sind zu beobachten.
Dabei schadet der Meconopsis meines Wissens nach nicht die Baumasse sondern nutzt nur vorhandene Öffnungen der Bodenversiegelung, sprich Asphalt. Und vor einer Invasion im eigenen Garten braucht man sich auch nicht schützen wenn es in solchen Strassenzügen doch gar keine Gärten gibt?

Ich jedenfalls finde Guerilla-Gardening eine ausgezeichnete Idee, und hoffe sehr auf einen Guerilla-Gardening-Trend.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 11:34:06 von kvafaen »
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kvafaen

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #96 am: 28. Juni 2008, 11:43:23 »

ich glaube, auch wir hier im gartenforum sind trend"bildend", obwohl es ja selbst hier in dieser gemeinschaft die verschiedensten trends gibt.
mein garten ist und war schon für etliche leute vorbild, oder vielleicht auch abschreckendes beispiel ;D, sodaß sich möglicherweise von hier aus trends entwickeln.
meine besuche in anderen gärten von gartenPURlern haben mich auch ordentlich beeinflußt.
so hoffe ich, daß es nicht nur die wirtschaft ist, die trends vorgibt.
bin ich naiv ? ;)

Zumindestens in der Bekleidungsmode und Musik ist es ja sehr oft so, dass es Untergrundbewegungen gibt, die dann von der Industrie aufgespürt werden und zur klingender Münze verwurstet werden. Es wird ein Medienhype hergestellt und an die breite Masse verkauft.
Das Prinzip kann sicherlich auch auf Gartentrends zutreffen, solange sie eben zur Vermarktung geeignet sind. Das schliesst naturgemäss Trende wie "Weniger ist Mehr" aus, denn die breite Masse soll ja kaufen, kaufen, kaufen. Wenn eine Untergrundbewegung nichts Verkaufbares beinhaltet wird sie nie vermarket werden können und ergo nie als Hype gepusht.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 11:44:05 von kvafaen »
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fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #97 am: 28. Juni 2008, 12:42:20 »

Ich habe sehr wohl etwas gegen "Guerilla-Gardening". Nicht jeder ist bewandert in dem, was er da aussät. Mein Nachbar liebt die Herkulesstaude und schaut träumerisch zu, wie sich die Staude allmählich in seinem Garten ausbreitet. Über kurz oder lang, wird sie die Grenze überschreiten wie auch der von ihm großzügig angepflanzte Japanische Knöterich, den er stolz als seinen Dschungel beschreibt.

Wer weiß, wie sehr die Taubenfreunde an der Verbreitung von Ambrosia mitwirken. Auch das an sich hübsche Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) hat sich inzwischen zu einer Pest ausgewachsen.

Nicht jeder Gartenfreund ist zwangsläufig auch ein Pflanzenkenner. Und wenn mich Farbwolken an Kalifornischem Mohn umgeben würden, griffe ich auch zu Vernichtungsangriffen. Geschmäcker sind halt verschieden. So gibt es folglich Blumen, die ich in meiner Umgebung nach Möglichkeit nicht dulde.
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kvafaen

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #98 am: 28. Juni 2008, 13:07:33 »

Ich habe sehr wohl etwas gegen "Guerilla-Gardening". Nicht jeder ist bewandert in dem, was er da aussät.

stimmt.
Das kann negative Folgen haben.
Ich aber glaube nicht, dass es Leute gibt Guerilla Gardening betreiben ohne zu wissen was sie da aussähen. Leute, die von Pflanzen so viel wissen wie ich von Quantenphysik werden seltenst auf diesen Gedanken kommen.

Und wenn mich Farbwolken an Kalifornischem Mohn umgeben würden, griffe ich auch zu Vernichtungsangriffen. Geschmäcker sind halt verschieden. So gibt es folglich Blumen, die ich in meiner Umgebung nach Möglichkeit nicht dulde.

Das widerum kann ich nicht verstehen. Wenn man seinen Garten vor einer Invasion von aussen schützen will, dann ist das für mich ein logischer Gedankengang. Wenn es aber keinerlei Gärten in den "Meconopsis-Strassen" gibt, dann verstehe ich es absolut nicht. Bevorzugt Mensch wirklich grau und öde?
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fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #99 am: 28. Juni 2008, 13:15:34 »

Bevorzugt Mensch wirklich grau und öde?

Absolut nicht. Aber muss es der Ansturm gerade des Kalifornischen Mohns sein? Nimm lieber Erigeron karvinskianus.
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kvafaen

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #100 am: 28. Juni 2008, 13:26:11 »

Bevorzugt Mensch wirklich grau und öde?

Absolut nicht. Aber muss es der Ansturm gerade des Kalifornischen Mohns sein? Nimm lieber Erigeron karvinskianus.

Ich dachte, dass die im Deutschen als Kalifornischen Mohn bezeichnete Pflanze auf latein Escholzia Californica hiesse? Sprechen wir über die gleiche Pflanze? Wie heisst den Meconopsis cambrica auf deutsch?
Danke für den Empfehlung des Erigeron! Den kannte ich noch nicht.
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riesenweib

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #101 am: 28. Juni 2008, 13:39:06 »

gelber scheinmohn heisst der, oder waldscheinmohn. Welsh poppy, also walisischer mohn, auf englisch.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 13:40:10 von riesenweib »
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will bitte jemand meine tippfehler? Verschenke sie in mengen. danke ;-)

Staudo

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #102 am: 28. Juni 2008, 14:29:51 »

Die Idee ist aber gut. Leider tut sich Meconopsis hier etwas schwer, dem ist es zu trocken. 8)
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sarastro

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #103 am: 28. Juni 2008, 15:18:45 »

OT. Meconopsis cambrica ist ein großes Unkraut, das wächst auch auf trockeneren Böden.
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fars

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Re:Gibt es "Trends" in der Gartengestaltung
« Antwort #104 am: 28. Juni 2008, 16:28:34 »

Sorry, ich hatte die "Mohn"-Sorten verwechselt.

Wenn man die Idee weiterverfolgt, sollte man in Läden, wo es auch sonst Samen gibt, "Guerilla-Samen" verkaufen. Bunte Mischung ohne invasive Arten.

Hoffentlich wirft die keiner in einen thematisierten Privatgarten.
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