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Autor Thema: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)  (Gelesen 1517405 mal)

allgaeu

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #345 am: 20. Dezember 2009, 11:17:05 »

Nachdem im Oktober die Reben und Kiwis bei uns vor der Holzreife vom Frost überrascht wurden, kommt nun die kälteste Nacht im Dezember seit Messbeginn. Und der Winter ist noch nicht vorbei. Wir hatten -20,4 Grad. Angewachsene Veredelungen können einen Freuen. Wie nachhaltig der Erfolg ist zeigt sich erst nächstes Jahr.



Temperatur-20-12-09.JPG



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Wiesentheo

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #346 am: 20. Dezember 2009, 11:49:02 »

Jetzt möchte ich noch Mal was fragen.
Im Herbst riet man mir zu warten.
Durch eine bauliche Veränderung ist eine daumenstarker Abzweig (großer Männerdaumen) im Wege.Man riet mir,den einzurollen und zu warten mit dem abschneiden.
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt,oder ist es zu kalt.

Frank
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Der Vorteil der Klugheit besteht darin,dass man sich dumm stellen kann. -  Umgedreht ist das schon schwieriger.

Werner987

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #347 am: 20. Dezember 2009, 18:37:45 »

das schneiden von reben oder obstbäumen ist bei tiefen minustemperaturen nicht empfehlenswert.
gehärtete stahlklingen können brechen, das holz kann aufreißen.
der schnitt eines einzelnen störenden astes sollte jetzt aber kein problem darstellen. ich würde ihn dann ca. 3 cm länger lassen und bei wärmeren wetter auf die gewünschte endlänge schneiden.

die letzten trauben der rebsorte Georg habe ich heute geerntet. ein paar einzelne beeren waren durch frosteinwirkung geplatzt (gestern früh -15 grad, momentan -12 grad).
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Urmele

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #348 am: 21. Dezember 2009, 20:06:00 »

Hast Du da bei der Ernte überhaut noch Trauben zu essen?
Oder sind das kleine Traubeneiskugeln zum lutschen?
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Dietmar

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #349 am: 21. Dezember 2009, 22:47:26 »

Zitat
Oder sind das kleine Traubeneiskugeln zum lutschen?

Ich weiß nicht, wie das bei Werner987 am Rand der Streusandbüchse und kurz vor Sibirien ist. Ich kenne das so:

Zunächst passiert bei Frost gar nichts, da der Zucker wie Frostschutzmittel wirkt. Wird der Frost stärker, kristallisiert ein Teil des Wassers aus dem Traubensaft aus und bildet Eiskristalle. Dadurch erhöht sich die Konzentration des restlichen Traubensaftes und damit auch der Zuckergehalt. Reife Trauben frieren praktisch nie ganz durch, da mit jedem weiteren Auskristallisieren von Wasser der Zuckergehalt des Restsaftes weiter steigt und damit steigt auch die Frostschutzwirkung bzw. sinkt die Gefriertemperatur.

Beim Eiswein presst man die teilweise gefrorenen Beeren aus, ohne das Eis aufzuschmelzen. Dadurch gewinnt man höher konzentrierten Saft bzw. Most als aus normalen Beeren. Im Most aus gefrorenen Beeren ist meist soviel Zucker, dass dieser von der Weinhefe nicht vollständig in Alkohol umgewandelt werden kann. Bevor der Zucker alle ist, stirbt die Weinhefe an akuter Alkoholvergiftung, quasi am Komasaufen. Man erhält so ohne den Trick mit der Süßstoffreserve süße, aromatische und alkoholreiche "Eisweine".

Wenn es lange genug sehr frostig ist, dann verdampft das Eis nach und nach. Das nennt sich Sublimation. Ein anderes Beispiel für Sublimation ist das Wäschetrocknen bei Minusgraden. Gefrorene Wäsche trocknet schneller als nasse Wasche knapp über 0 °C. Technisch nutzt man die Sublimation z.B. beim Gefriertrocknen.

Nach langen starken Frösten werden die Beeren rosinenartig.

Im sonnigen Süden (Italien, Spanien ...) haben die vollreifen Weintrauben auch einen hohen Zuckergehalt, aber diesen Trauben fehlt oft die Weinsäure und oftmals auch das Aroma. Der Most ist dort oft mehr oder weniger Zuckerwasser. Das verleitet die Keltereien dazu, den Säuregehalt mit billiger Salzsäure oder bestenfalls mit Zitronensäure aufzupeppen.
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max.

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #350 am: 21. Dezember 2009, 23:20:40 »

zum eiswein:
am letzten samstag wurde in meiner gegend ein riesling-eiswein mit 274 oe gelesen. lage: heppenheimer maiberg (früher schloßberg)
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Dietmar

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #351 am: 21. Dezember 2009, 23:45:15 »

@max

Das dürfte in Deiner Gegend bemerkenswert sein, da es bei Dir kaum echte Winter wie in meiner Gegend gibt und selbst hier klappt es mit der Eisweinlese nicht jedes Jahr.

Mit dem Ochsengehalt tendiert der gekelterte Eiswein gegen Likör. :)
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max.

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #352 am: 22. Dezember 2009, 00:06:19 »

mich würde das mal interessieren, wie diese zuckerbomben überhaupt zum gären gebracht werden.
zur lage "heppenheimer schloßberg": der liegt deutlich höher als die umliegenden weinberge und wird entsprechend kälter. dort gibt es jedes jahr eisweine (glaube ich jeenfalls).
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Werner987

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #353 am: 22. Dezember 2009, 00:09:11 »

Oder sind das kleine Traubeneiskugeln zum lutschen?

als ich die gefrorenen trauben schwungvoll auf den küchentisch legte hat es tatsächlich geklappert. ;D
obwohl ich auch gern speiseeis esse habe ich die geduld aufgebracht mit der verkostung zu warten, bis die trauben aufgetaut waren. ;)
sie schmeckten etwas aromatischer als zum regulären erntetermin.
im gegensatz zu Rotem Gutedel(gerodet), den ich sonst bis dezember am stock hängen ließ, waren die beeren von Georg nicht teilweise eingetrocknet.
durch den anbau verschiedener rebsorten hat man bei günstigem mikroklima die möglichkeit, trauben in der zeit von august bis november zu ernten. ausnahmen bestätigen die regel. wer dann noch ein GW o.ä. hat kann im juli bereits die ersten reifen trauben genießen.

mit 274 Oe dürfte der traubensaft eine recht hohe viskosität haben.
zum trinken eines hochkonzentrierten eisweines sind gläser mit breiter öffnung zu empfehlen, damit der wein schnell genug nachfließt. 8)
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max.

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #354 am: 22. Dezember 2009, 00:17:10 »

ich habe noch nie einen getrunken. interessant ist, daß diese weine auch noch sehr alkoholarm sind, dafür oft sehr säurereich und - natürlich - extrem süß.
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Urmele

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #355 am: 23. Dezember 2009, 10:32:25 »

Danke Euch allen!
Ist ja hochinteressant! Jetzt habe ich wieder viel gelernt.
Heißt das , daß man Trauben bedenkenlos hängen lassen kann wenn der erste Frost angekündigt ist und sie verderben nicht, werden im Gegenteil, sogar süsser und verlieren dabei nur etwas an Wasser?
So quasi natürliche Vorratshaltung direkt am Stock?
Funktioniert das auch, wenn die Früchte nicht ganz ausgereift sind?

Rein theoretisch gesehen tun sich gerade ungeahnte Möglichkeiten für mich und meine nicht ganz so optimale Lage auf. Aber ob das auch praktisch funktioniert?
Ich fange bereits an, nach den mittelspäten Sorten zu schielen....
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Werner987

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #356 am: 23. Dezember 2009, 16:42:12 »

Heißt das , daß man Trauben bedenkenlos hängen lassen kann wenn der erste Frost angekündigt ist und sie verderben nicht, werden im Gegenteil, sogar süsser und verlieren dabei nur etwas an Wasser?
So quasi natürliche Vorratshaltung direkt am Stock?

die rebsorte muß eine hohe botrytiswiderstansfähigkeit besitzen, damit die trauben nicht vorzeitig faulen/verschimmeln. PSM würde ich nicht empfehlen, weil sich der abbau der wirkstoffe bei niedrigen temperaturen verzögert.
unreife trauben sind auch nicht geeignet, weil ihnen das frostschutzmittel = zucker fehlt. die sorte soll spät, aber sicher ausreifen.
tafeltrauben mit schnellem säureabbau schmecken später nur noch fade...
der diffusionswiderstand der beerenhaut sollte möglichst hoch sein, ansonsten erzeugt man (kernhaltige) rosinen.
es ist günstig, wenn die reben einen regengeschützten standort haben (vordach o.ä.).
gegen vogelfraß können netze dienen. bei mir schieben outdoorgeprüfte gartentiger wache (der schichtwechsel muß noch geübt werden). ;)
wenn du das alles beachtest stehen die chancen gut, den weinherbst zu verlängern.

nach meiner erfahrung kommen folgende sorten in dieser reihenfolge in betracht: Georg, R.Gutedel, Muscat Bleu/Garnier.
jakob hatte am 1. dezember FVR-7-9 geerntet.
vlt. meldet sich noch jemand, der über positive ergebnisse mit anderen traubensorten berichten kann.
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Dietmar

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #357 am: 23. Dezember 2009, 18:59:01 »

Vor etwa einem Jahr haben wir noch auf unsere Rebenbestellungen aus Polen gewartet. Bei einigen Traubenfreunden ist der Garten jetzt bis auf den letzten geeigneten Quadratmeter aufgerebt und viele denken erst einmal nicht mehr an neue Reben.

Bei mir ist auch jede geeignete Stelle im Garten aufgerebt, allerdings spiele ich mit dem Gedanken, einige spätere Sorten zu roden, da diese in den vergangenen Jahren immer später oder gar nicht reif wurden. Entgegen der Schockpropaganda von der globalen Erwärmung ist es bei uns in den letzten Jahren im Durchschnitt etwas kälter geworden (wie auch weltweit) und insbesondere die Vegetationszeit, vor allem im Herbst, ist um ca. 1 Monat kürzer geworden als vor mehr als 10 Jahren.

Gemäß dem 11-jährigen Sonnenzyklus wird es in etwa 3 Jahren wieder etwas wärmer. Nun stehe ich vor der Entscheidung, die später reifenden Sorten gegen sehr zeitige Sorten, z.B. Wostorg, zu ersetzen oder die Sache noch 3 Jahre auszusitzen, in der Hoffnung, dass das Klima wie in der Vergangenheit der Sonnenaktivität folgt.

Bei mir stehen alle Sorten zur Disposition, die ähnlich Muskat Bleu oder später reifen. Muskat Bleu war dieses Jahr erst Anfang/Mitte Oktober reif und kurz danach war der erste tiefe Kälteeinbruch wie der gerade Überstandene.

Welche langfristigen Anbaustrategien verfolgt Ihr bzw. welche Neuanpflanzungen plant Ihr für 2010?
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Apfelfreund

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #358 am: 23. Dezember 2009, 19:35:14 »

Liebe Traubenverrückte,

hättet Ihr nicht auch Lust Eure Sorten mit in die Datenbank Obstsorten einzubringen? Wir haben eine Exceltabelle mit unseren Sorten gefüllt, über die ein Kontakt zu dem Besitzer direkt möglich ist. Excel bietet den Vorteil, daß man die Tabelle nach Sorten, also Reben, Äpfel Birnen usw sortieren kann und somit ein geordneter Zustand nach den gewünschten Kriterien der Liste sofort möglich ist. Die Teilnahme ist frei und jeder braucht nur das einzutragen, was er möchte bzw weiß.

Wir sind derzeit bei etwa 3000 Obststandorten mit 35 Teilnehmern aus überwiegend Deutschland, aber auch den Niederlanden, Österreich und der Schweiz.

Wir sind eine tolle Truppe, die sich gegenseitig mit Infos und auch Reisern versorgt.

Euer Apfelfreund
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Ich freue mich auf jede Eurer Antworten und es ist mir eine Freude Euch zu antworten

Werner987

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Re:Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #359 am: 27. Dezember 2009, 20:35:06 »

Welche langfristigen Anbaustrategien verfolgt Ihr bzw. welche Neuanpflanzungen plant Ihr für 2010?

langfristig werde ich vlt. versuchen, die erntespitze im september zu vermeiden und statt dessen mehr sehr frühe und späte sorten zu fördern.
alternativ käme eine andere verwertung der tafeltrauben in betracht. die meisten sind relativ neu, was eine bewertung für andere zwecke als den frischverzehr erschwert. die ideale vorgehensweise wird sich erst im laufe der zeit ergeben.
im frühjahr sind natürlich wieder einige neupflanzungen vorgesehen. wenn die sonne scheint, soll sie nicht nur der natürlichen bräunung der haut dienen. ;) ;D
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