Lieber Max,
die feine Klinge des Spotts seh ich wohl - und kann damit gut leben :-)
Aber im Ernst: Es geht mir da nicht um apokalyptische Visionen, zerbombte Häuser haben hier keinen Platz. Worum es mir geht, ist dass es (egal ob wir das nun gut finden oder nicht) einen Wechsel geben wird - und zwar von den argentinischen Birnen zu einheimischen, vom spanischen Gemüse zu einheimischen, von den ägyptischen Frühkartoffeln zu den einheimischen.
Und zwar ganz einfach aus dem Grund, dass unsere fossilen Brennstoffe endlich sind und wir (laut den entsprechenden Fachleuten) ds Fördermaximum erreicht haben. D.h. ab jetzt wirds weniger und weniger Öl/Benzin geben (gut die Wirtschaftskrise hält diese Entwicklung auf, wird sie aber nicht ändern). Und damit wird es schlicht und einfach demnächst wirtschaftlich uninteressant Nahrungsmittel um die halbe Welt zu fliegen, weils zu teuer sein wird.
Und da muss ich sagen: Ja, ich find das gut, wenn wir uns wieder um den Eigenanbau kümmern (müssen), ja, ich find das richtig, dass man wieder die alten Sorten von Winteräpfeln und Winterbirnen ausgräbt anstatt die üblichen fünf Sorten von Chile oder Argentinien einzufliegen. Ja, ich find das gut, wenn man mit erheblich reduziertem Dünger- und Spritzmittelbedarf gärtnert und Lebensmittel anbaut (denn auch diese Stoffe sind letztendlich Ölderivate) - und damit altes gärtnerisches Wissen um Boden und Wachstum von bestimmten Sorten wieder braucht.
Ich glaub nicht wirklich an eine Apokalypse, sondern eher an einen Übergang und je mehr Menschen sich auf diesen Übergang vorbereiten, bevor er zwingend notwendig ist, desto sanfter wird er.
Soho