Auf der Suche nach dem neuen(?) deutschen Exportschlager, diesen ganz aktuellen Artikel, finde ich sehr gut und ich kann die Entstehung dieses Marketingbegriffes "New German Style" persönlich bezeugen, übrigens.
Dort heißt es, dass deutsche Autoren diesen Begriff, der irgendwann in einem englischen Artikel auftauchte, nicht verwendet haben.
"Ganz anders wird dies von Rehm-Wolters und Zeiler gesehen, die behaupten, beide Stilrichtungen hätten sich zeitgleich aber unterschiedlich entwickelt. Der „New German Style“, so die Autoren, beruhe auf „wissenschaftlich-akademischen“ Grundlagen und habe „einen stärkeren ökologischen Aspekt“ als die „Dutch Wave“ (vgl. Rehm-Wolters/Zeiler 2011: 131). Der „New German Styles“ sei, so die Verlagswerbung für das Buch, „mit neuen Staudenzüchtungen und neu entwickelten Pflanzplänen ein ganzjährig durchblühendes Beet zu kreieren“ (Callwey o.D.).
Das auffällig beworbene und prächtig bebilderte Buch wird in der Internetbeschreibung weiterhin als erste schriftliche Quelle zum „New German Style“ beschrieben: „Dieser sogenannte New German Garden Style wird nun erstmals in dem Buch Stauden im Garten von Zeiler und Bettina Rehm-Wolters vorgestellt (ebd.). „Für jede Gartensituation“, so die Werbung, „bietet der Prachtband Pflanzvorschläge, die auf der Insel Mainau geprüft worden sind“ (ebd.). Tatsächlich beschäftigt sich der Band jedoch mit verschiedenen Stilen der Staudenverwendung, dabei beispielsweise auch mit den traditionellen Border-Pflanzungen oder Cottage-Gärten.
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Dies bestätigt auch Prof. Dr. Stefan Körners (Universität Kassel)9) Aussage, die zentralen Pflanzflächen seien dem Lebensbereich „Beet“ zugeordnet (Huxmann/Hanzen/Körner 2012: 45).10) Bei Rehm-Wolters/Zeiler werden separat „spezielle Staudenmischungen für diesen Gestaltungsstil“ (2011: 136 f.) angepriesen, jedoch nicht genauer erläutert. Der neue Stil habe, so die Autoren, zuerst im öffentlichen Grün begonnen – wegen der Pflegeextensivität wie auch Langlebigkeit der eingesetzten Stauden (vgl. ebd. 139). Aus praktischen Erwägungen entstanden, ergänzt durch die „Integration üppiger Prachtstauden“ (ebd.), wären innerhalb der vergangenen 20 bis 30 Jahre „Vorzeigeprojekte“ umgesetzt worden, wie die Pflanzung von Rosemarie Weisse im Münchner Westpark, der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof (Urs Walser, heute Cassian Schmidt), der Goethestern in Kassel und das neue Staudenbeet auf der Insel Mainau (beide entworfen durch das Fachgebiet von Prof. Dr. Körner an der Universität Kassel)."
Für diese Autoren, alle aus der Mein Schöner Garten Redaktion, den Calwey Verlag und die Mainau GmbH ist dieser Begriff wichtig. Neu ist an der Art der Bepflanzung nach dieser Sicht die Prächtigkeit. Darauf legt Körner großen Wert. Ganz falsch ist die Vereinnahmung von Urs Walser und Cassian Schmidt. Stefan Körner wollte eine Beetpflanzung machen, die die breite Masse anspricht, die etwas für ihr Geld sehen will.
Urs Walser und Cassian Schmidt haben da weniger Kompromisse gemacht und an ihre Pflanzungen musste sich das Publikum erst gewöhnen.