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Autor Thema: "New German Style" - was ist das?  (Gelesen 57839 mal)

pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #45 am: 29. Juni 2009, 00:53:01 »

Ihr Buch über Stauden ist auch auf Deutsch erschienen und wird mit einem Vorwort von Karl Foerster begleitet. Damals begann etwas, das leider einen anderen Verlauf genommen hat. Schade.
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riesenweib

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #46 am: 29. Juni 2009, 08:21:21 »

...Mien Ruys...Cassian Schmidt hatte davon berichtet. Einer der drei Gärten in den Niederlanden, die er bemerkenswert fand.

was sagt er zu Priona?
« Letzte Änderung: 29. Juni 2009, 08:22:48 von riesenweib »
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will bitte jemand meine tippfehler? Verschenke sie in mengen. danke ;-)

pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #47 am: 30. Juni 2009, 00:41:23 »

absolut! Er war begeistert! Ein Garten, der ihm wohl die Rede wert war!

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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #48 am: 15. Januar 2013, 18:41:20 »

"New German Style" ist von Stefan Körner für seine prachtvollen Staudenpflanzungen auf der Mainau belegt worden. Nach dem herausragenden Beispiel des Kreisels in Kassel. Bis zu dem Zeitpunkt gab es den dutch style in der angloamerikanischen Literatur und kein Bedarf in der deutschen Literatur einen Kunstbegriff aus der englischen Sprache zu verwenden. "New German Style" ist sozusagen das "Handy" und der "Bodybag" in der deutschen Gartenszene. ;D

Für mich hat die Pflanzung auf der Mainau sehr wenig mit New German Style zu tun.

Ich habe mit den Begrifflichkeiten wenig Probleme, wenn man sich über deren Herkunft bewusst ist. Mitte der 1990er Jahre (bis ca. 2000) gab es relativ klare, voneinander abgrenzbare Strömungen, die mehr oder wenig paralell existierten (New German Style etwas eher, Dutch Wave etwas später). Da diese von englischsprachigen Personen betitelt wurden, habe ich damit kein Problem:

New American Garden:
Hauptvertreter: Oehme & van Sweden, Petra Pelz; im gewissen Umfang auch Denis Dujardin (B)
Inspiriert durch: Roberto Burle Marx (Brasilien), Karl Foerster
Höhepunkt: 1990-2000
Merkmale: großflächige Einsatz von Staudenmonokulturen; kräftige, farblich teils sehr intensive Wirkungen; die in Frage kommenden Pflanzen sind stark eingeschränkte, da sie über eine lange Phase in der Vegetationsperiode gut aussehen müssen

Dutch Wave:
Hauptvertreter: Piet Oudolf, Henk Gerritsen, Ton ter Linden
Inspiriert durch: Niederländische Naturgartenbewegung, traditionelle Staudenverwendung in NL, D und GB
Höhepunkt: 1995-2005
Merkmale: Struktur und Texturreiche Staudenpflanzungen, die Farbigkeit ist eher zurückhaltend (tendeziell eher rote, rosafarbene und violette Töne, weiß, blau und ganz besonders gelb sehr zurückhaltend), Samenstände werden in die Gestaltung mit einbezogen, artenreich, üppig (viele Hochstauden), eher gärtnerisch-ästehtischer Ansatz

New German Style:
Hauptvertreter: Rosemarie Weise, Hans Simon, Urs Walser
Inspiriert durch: Friedrich Hansen, Willy Lange, sicherlich auch etwas durch Karl Foerster und Reinhold Tüxen
Höhepunkt: 1983-1995
Merkmale:Relativ konsequente Umsetzung der Lebensbereichs-Theorie von Friedrich Hansen, bekannt sind insbesondere Steppenartige Pflanzungen, der "reife Garten" stellt ein Idealbild dar, da hier eine gewisse Artenvielfalt bei überschaubarer Pflege existiert.


Nach 2000 haben sich diese Strömungen zunehmend vermischt bzw. neue entwickelt, die aber noch nicht so genau beschreibbar sind, dies gilt auch für einzelne Protagonisten, die sich zum Teil stark weiterentwickelt haben (z.B. Oudolf und Pelz).
Sicherlich gibt es bei den Präriepflanzungen von Cassian Schmidt oder den Mischpflanzungen des Arbeitskreises Pflanzenverwendung ihrer Wurzeln auch im "New German Style", jedoch sind diese auch sehr stark durch Grimes Ansätze beeinflusst bzw. orientieren sich starl an natürlichen Pflanzengemeinschaften (Schmidt).

Die Mainau-Staudenpflanzung enthält alle drei Strömungen, zusätzlich aber auch sehr tradionelle Elemente, die man schon von Karl Foerster kannte. Ich würde sie nicht als innovativ bezeichnen, sondern eher dem Publikum angemessen. Das ist durchaus positiv gemeint, da Bepflanzungen nicht immer auf diejenigen zugeschnitten sind, die sie auch nutzen (sollen).

PS. Ein kleines Kuriosum stellen die berühmten "Salbei-Felder" von Piet Oudolf dar (z.B. in Enköppping oder Chicago), die eher dem "New American Garden" ähneln. Allerdings bestand Oudolf darauf, dass die Samenstände nach der ersten Blüte nicht zurückgeschnitten werden und somit kein zweiter Flor "provoziert" werden sollte. Da gab es damals mit den Pflegekräften wohl einige Diskussionen (zumindest in Enköping).

PSS. Deshalb finde ich den Untertitel von Mascha Schachts Buch (von Karl Foerster bis New German Style) auch etwas unzutreffend, da Sie ja die (Leute hinter der) Staudenverwendung von 1900 bis heute und nicht nur bis 1995 beschreibt.

so wird die Sache rund und oiles Anfangsfrage ist beantwortet. :D
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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #49 am: 15. Januar 2013, 18:42:18 »

Danke für diesen Überblick. Das ist der erste dieser Art, den ich hier lese, Diskussionen über den "New German Style" hatten wir im Zusammenhang mit dem Mainaubeet ja schon öfter. Demnach wäre der New German Style die älteste der von Dir erwähnten Strömungen. Kein Wunder, dass ich mich immer fragte, was daran "New" war, bin ich doch gärtnerisch mit diesem Stil irgendwie sozialisiert worden. ;D

Leider wurde damals die Planung des Mainau-Beetes als etwas unerhört Neues präsentiert, auf das inzwischen sogar die Engländer aufmerksam geworden seien und das als " New German Style" bezeichnet würde. Möglicherweise ein Missverständnis?

Ja! Der Begriff "New German Style" wird definitiv mit Dingen in Verbindung gebracht, die nichts mit der ursprünglichen Defintion zu tun haben. Wenn ich mich jetzt nicht ganz täusche, stammt dies von Christopher Breadley-Hole aus der Mitte des 1990er Jahren (kann mich hier aber auch leicht täuschen). Die Mainau-Staudenpflanzungen gab es damals noch nicht, genauso wenig die Mischpflanzungen oder Cassian Schmidt Präriepflanzungen in Weinheim.

Um noch einmal den Bogen zur "Gartenpraxis" zu schlagen: Es gab ja in der Gp 2/12 einen Artikel über die Mainau-Staudenpflanzung. Im ursprünglichen Manuskript stand ein längerer Absatz über den "New German Style" von Stefan Körner. Da der Artikel bereits sehr lang war und Körner selbst zu dem Schluss kam, dass in der Mainau-Staudenpflanzung kein "New German Style" im ursprünglichen Sinn enthalten ist (oder nur sehr begrenzt), bat ich ihn, ein gesonderten Artikel über den "New German Style" zu schreiben. Leider ist er auf das Angebot nicht eingegangen und hat stattdessen an Cassian Schmidt verwiesen, der dies sicherlich besser darstellen könnte.

Leider ist es so, dass, wenn man sich mit solchen grundsätzlichen Definitionen "herauswagt", auch schnell angreifbar macht...

perfekt!
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raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #50 am: 15. Januar 2013, 19:06:13 »

Danke - damit haben wir, was die Stile betrifft, historisch abgesicherte und klare Definitionen. Auch das umstrittene Mainau-Beet ist so wohl richtig eingeordnet (ich habe es immer noch nicht gesehen).
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raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #51 am: 15. Januar 2013, 19:12:49 »

OT
@Pearl: das Zitat "ja, in jedem menschlichen Wesen befinden sich solche Abgründe, dass es einem schwindlig wird, wenn man da oben steht und da hinabschaut ..... " ist nicht primär von Irisfool, sondern original von Georg Büchner in seinem "Woyzeck": "Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht."
OT Ende
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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #52 am: 15. Januar 2013, 19:28:10 »

[OT]danke, raiSch! Ich wundere mich sowieso über Irisfool, sie hat als Sigantur ein Zitat von Che Guevara![/OT]
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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #53 am: 15. Januar 2013, 19:57:48 »

hier ein ältlicher artikel, geschrieben 2002 von Stephen Lacy . Lots of Weihenstephan und Westpark, sozusagen.


betitelt mit: The New German Style

in: Horticulture

"This was my first taste of the "new" German planting style, in June 1993, in the trials garden at Weihenstephan, ... Rosemarie Weisse ... Westpark ... VISITING THE NEW GERMAN GARDENS: ... Munich’s Westpark ... Hermannshof ... Weihenstephan"

so, da haben wir es doch! Endlich alles zusammen.




« Letzte Änderung: 15. Januar 2013, 20:12:03 von pearl »
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raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #54 am: 15. Januar 2013, 20:12:32 »

Interessant - das mit Weises Münchner Westpark habe ich gewusst, aber dass auch Weihestephan - wohl eher die "hinteren" Teile - unter diesen Begriff fallen soll, war mir neu (aber das sind doch eher Sichtungsbeete?). Der Hermannshof (Cassian Schmidt) ist für mich aber doch wieder etwas anderes.
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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #55 am: 15. Januar 2013, 20:17:23 »

Urs Walser, Richard Hansen, Willy Lange.

Urs Walser war Leiter des Hermannshofs.
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raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #56 am: 15. Januar 2013, 20:23:34 »

Schon richtig, aber die jetzt beherrschenden "Präriepflanzungen" stammen von Cassian Schmidt. Als Sichtungsgarten war und ist der Hermannshof natürlich eng mit Weihenstephan verbunden (Bernd Hertle, vordem Richard Hansen).
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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #57 am: 15. Januar 2013, 20:27:21 »

ja klar, deshalb ist ja auch der "New German Style" so ein ausgelutschter und künstlich wiederbelebt oder ausgeliehener und jetzt vermarkteter Begriff.
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raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #58 am: 15. Januar 2013, 20:29:43 »

ja klar, deshalb ist ja auch der "New German Style" so ein ausgelutschter und künstlich wiederbelebt oder ausgeliehener und jetzt vermarkteter Begriff.

Ja, dann sollte man besser auf dieses Etikett verzichten - oder wird es deswegen so gern verwendet, weil es englisch ist?
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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #59 am: 15. Januar 2013, 20:30:37 »

riesenweib macht sich wirklich gut als Kassandra!

Für mich ist der German Style etwas, das wir aus dem Exil wieder importieren. Das ist ja typisch für Deutsche, dass sie Gutes in ihrem Land vernichten um es dann in anglizierter Form wieder zurück zu holen.
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