>Na, da bin ich gespannt, ob sich Jonas Reif hier weiterhin meldet und ob Anregungen Eingang >in die GP finden.
Ganz so intensiv wie in den letzten Tagen kann ich mich nicht immer beteiligen. Ab und zu werde ich mich aber schon melden. Außerdem versuche ich gerade mit Facebook Freundschaft zu schließen und dort ein bisschen aus dem Redaktionsleben mitteilen…
>Ich habe die GP lange Zeit abonniert gehabt, habe sie aber dann abbestellt, da es einfach zu >viele Beiträge gab, die mich nicht interessiert haben. Nun bin ich ja mehr der Freund von >alpinen Pflanzen und Raritäten und mir ist schon klar, dass man damit im deutschsprachigen >Raum nur einen beschränkten Kreis anspricht. Trotzdem hätte ich mir mehr Pflanzenporträts >auch von selteneren Gartenpflanzen und Neueinführungen gewünscht. Die Beiträge z.B. von >Fuchs, Kleinhans und Knoche waren für mich immer Highlights, aber leider viel zu selten. >Schön war auch die Rubrik, in der Leser Fachleuten gärtnerische Fragen stellen konnten. Aber >die wurde ja schon vor vielen Jahren abgeschafft.
>Wenig interessiert war ich an Staudensichtungen, Gartenschauen, architektonischen und >künstlerischen Werken, die - wenigstens nach meinem Empfinden - im Laufe der Zeit einen >immer breiteren Raum eingenommen haben. Eine Rückbesinnung auf ein "Pflanzenmagazin", >wie die GP sich ja im Untertitel nennt, könnte mich auch wieder veranlassen, die GP wieder zu >beziehen.
>Zu einem Pflanzenmagazin gehören aber auch gesamtheitliche Themen, wie unkonventionelle >Verwendungsmöglichkeiten. Wer rein auf Raritätenbeschriebe, Besonderheiten und >Neueinführungen aus ist, der ist beim "Plantsman" besser aufgehoben. Ich jedenfalls fände es >lebendiger, wenn in einer Publikation beispielsweise nicht nur eine Papaverneuheit nach der >anderen beschrieben wird, sondern der Bezug zum Naturstandort, die Bedeutung für die dort >lebenden Menschen, die Möglichkeit der Verwendung im Garten etc.pp.
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Für mich ist die GP ein Magazin mit Pflanzenschwerpunkt, aber insgesamt bleibt es eine vollwertige Gartenzeitschrift. Gerade Staudensichtungen und Gartenschauen sind aus meiner Sicht wichtig, um Entwicklungen der Pflanzen- und Gartenkultur nachzuvollziehen.
>Ebbie, gerade zu früheren Zeiten wurde beispielsweise von vielen Lesern bekritelt, dass die >beschriebenen Raritäten nirgends zu bekommen seien, bzw. nur im Ausland, auch zu Zeiten >der EU! Kann mich noch lebhaft erinnern, wo verschiedentlich gemeckert wurde, dass bei >entsprechenden Autoren keine Bezugsquelle oder höchstens der lapidare Hinweis darauf, dass >die Pflanze im internationalen Samenaustausch überall in den Listen seien. Das hilft einen >wirklich interessierten Liebhaber nicht weiter.
>Und hier hast du mich auf ein wichtiges Thema gebracht, die Bezugsquellen. Wenn etwas >schwach ausgearbeitet war, dann dieser Punkt! Das liegt aber nicht an der Redaktion, sondern >am Autor des jeweiligen Artikels, der besser recherchieren sollte. Wie oft habe ich erlebt, dass >entweder immer die gleichen Lieferanten aufschienen oder welche, die die entsprechende >Pflanze nicht mehr hatten oder sogar die Gärtnerei gar nicht mehr existierte. Heute im >Zeitalter von Tante Gogle ist es etwas einfacher, wenngleich auch der Blechtrottel geduldig >wie das Papier ist. Zwischen Aufscheinen und Verfügbarkeit liegen bekanntlich Welten, das >wird jeder Gärtner bestätigen!
>Mir geht's wie ebbie. Ich hatte vor langer Zeit mal die GP abonniert, habe sie dann aber >abbestellt, weil dort immer mehr Beiträge waren, die mir zu sehr "Lifestyle" waren und mich >daher nicht angesprochen haben. Letztes I-Tüpfelchen war dann allerdings Ärger über ein >Schreiben des damaligen Chefredakteurs.
>Der jetzige Thread ist immerhin Anlass für mich, mal wieder zu schauen, was sich seit >meiner Abo-Abbestellung geändert hat.
Das freut mich. Aber die Änderungen kommen nicht alle auf einmal. Die Vorplanung für manche Artikel und Rubriken dauern 2-3 Jahre.
>Ich lese die GP immer noch, mit wechselndem Vergnügen.
>Manches finde ich enttäuschend beschrieben/geschrieben/recherchiert, aber die Themen >wären ausbaufähig:
>Beispiel: in der letzten GP war ein Artikel über einen Landhausgarten in Ungarn, das hat mich >interessiert: war aber schnell enttäuscht, weil es ein Garten von Deutschen war, der auch hätte >hier sein können. Interessant wäre gewesen, auch zu wissen, wie es in den Gärten der >Bäuerinnen, die diesen deutschen Garten pflegen aussieht...
>Ansonsten bleibt es Lifestyle, schick, wie auch die Fotos dazu, glatt. Alles perfekt. Garten ist >aber lebendig, Erde, Dreck, Würmer- das hätte ich gern etwas mehr in so einer Zeitschrift - >durchaus auch im übertragenen Sinn gemeint. Perfekten glatten Zeitungs-Lifstyle haben wir >übergenug in allen sonstigen Gartenblättern.
>Zum Homo horticula: im Prinzip spannend, aber mit den ewig gleichen Fragen werden die >Personen irgendwie nivelliert. Lassen sich nicht tatsächlich interessantere Gespräche führen >mit interessanten Gartenmenschen in ihrem Garten oder einem (Garten) Ort, der ihnen am >Herzen liegt, samt Fotos?
>Warum habe ich die GP noch nicht abbestellt? Weil ich keine deutschsprachige Alternative >sehe, bisher.
>Ich möchte keineswegs die GP generell schlecht machen; es gibt, wie RosaRot schon schreibt, >m.W. keine Alternative im deutschsprachigen Raum. Ich kann mich auch an eine ganze Reihe >von Artikeln erinnern, die fachlich ausgezeichnet waren. Nur, wenn mich vielleicht nur ein >Drittel des Inhalts wirklich interessiert, überlege ich mir, ob ich für die Zeitschrift 9 € (oder so) >ausgeben soll.
In der Gartenpraxis erscheinen pro Heft ca. 8 große Hauptbeiträge. Hier ist meine Aufgabe, eine gute Balance aus Artikeln zu finden, die gleichsam populäre wie unbekanntere Gattungen berücksichtigen. Neben den „reinen“ Pflanzen sind auch Pflanzenverwendung und Gestaltung wichtige Themen (so zumindest eine nicht mehr ganz so frische Leserumfrage). Ich selbst komme ja aus der Landschaftsarchitektur, war zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr- und Forschungsgebiet für Pflanzenverwendung an der TU Dresden. Ich habe keine gärtnerischen Ausbildung, nur meine eigenen Erfahrungen aus 15 Jahren neugierigem gärtnern.
Bitte bedenkt: Auch ein Redakteur ist nur ein Mensch und somit immer subjektiv.
>sarastro, ich glaube, dass die Nennung von Bezugsquellen für eine kommerzielle Zeitschrift >nicht unproblematisch ist. Wird jemand vergessen oder übersehen, sieht er das vielleicht als >Geschäftsschädigung. Ich denke, im Zeitalter des Internets ist eine Suche auch für Verbraucher >ungemein erleichtert (und weckt den Jagdtrieb!).
Sarastro hat es eigentlich schon beantwortet: Der Autor macht Vorschläge, die wir je nach Platz auch übernehmen. Dafür gibt es kein Geld von den Gärtnereien und Baumschulen…
>das hatte ich mich gleich zu beginn seines einstiegs hier gefragt: wieviel zeit kann der neue >chefredakteur einer zeitschrift in ein anderes medium investieren - bzw. welche terminroutine >in seiner arbeitszeit wird er für öffentlichkeitsarbeit/kundenmonitoring festlegen?
Leider viel zu wenig. Ist mir aber doch sehr wichtig. Gerade weil die GP ja eine Zeitschrift auf Augenhöhe mit Ihren Lesern sein möchte…
>Nach einem Chefredakteur fragt ihr wohl. Nicht aber nach Betriebsinhabern, welche ebenfalls >kostbare Zeit hier investieren.
Lieber Christian (ich wurde darauf hingewiesen, dass man sich im Forum duzt): Dass frage ich mich schon die ganze Zeit. Wolltest Du nicht noch neue Artikel für die GP schreiben?
