Natura, heißen Dank nochmals für deinen Wein, den ich demnäxt köpfe!

Ja, das Angebot flacht etwas ab. Ich habe es mir seit Jahren zur Aufgabe gemacht, einen ausgewogenen Mix aus "Mizzitantenpflanzen", aktuellen Neuheiten und botanischen Seltenheiten mitzubringen. Und dann macht man einen Unterschied zwischen dieser und jener Veranstaltung, weil das Publikum nicht immer gleich ist. In Maikammer halten sich Kenner und Nichtkenner die Waage. Meine Raritäten habe ich an den Mann/Frau gebracht. Sitzengeblieben bin ich auf den Agastachen. Letztes Jahr hatte ich viiiiel zu wenig mit. So ist die Realität. Und der Geschmack der Leute wechselt auch.
Was mich aber stört, ist die Tatsache, dass manchen Leuten 25 Euro für eine blühende Riesenwegwerfanemone im 4 l-Pott nicht zu teuer ist, während sie bei normaler und starker Ware die Nase raufziehen, wenn was über 4 Euronen kostet. In Maikammer hat übrigens bei mir nicht einer über den Preis gemeckert!
Und dass sich ganz allgemein die Kenntnis abzuflachen beginnt. Jungvolk wird groß, das neben Händi und Kombjuder nur noch wenig Ahnung von Garten, geschweigedenn von Pflanzen hat. Dies wird unser Hauptproblem, nicht das Geld und nicht die Größe eines Gartens, auch wenn er voll zu sein scheint. Da gehe ich gleich mit meinen Freunden und Kollegen, jedenfalls mit denen, die sich ein wenig Gedanken machen.
Heute kommen einige wenige Menschen an den Stand, die sich in Sachen Arisaema, Geranium oder Epimedium (nur als Beispiel, es können auch andere Gattungen sein!) super auskennen, aber nicht wissen, das Hostas Schneckenfutter sind oder ein Meconopsis zu den Alpinen gehört. Die gärtnerische Bandbreite geht vielen Gartenliebhaber immer mehr ab. Dies fällt uns allen auf. Es fehlen die Köhleins und Fuchsens, die Gräfin und Kummerts, um es mal beim Namen zu nennen.
Und dass viele sogenannte Brüllpflanzen kaufen, je bunter, um so besser. Aber dies war schon immer menschlich.