...und noch ein paar Überlegungen zum Substrat:
... Das Problem ist - nach langjähriger eigener Erfahrung und Austausch mit anderen Rosenkennern sowie Fachleuten (Rosenzüchtern) - dass die Rosen in den Rosenschulen frei ausgespflanzt auf lehmigen Ackerböden stehen. .. Diese Rosen brauchen, um zufriedenstellend gedeihen zu können … unbedingt ein Lehm-Humus-Gemisch, da ihre Wurzeln den Lehm des Ackers gewohnt sind. ...
Das ist, pardon, in dieser Absolutheit falsch, "Rosenkenner sowie Fachleute"

hin oder her. Richtig ist zwar, dass Rosen Lehmböden
mögen. Richtig ist aber auch, dass sie anpassungsfähig sind und auch in anderen Böden "zufriedenstellend gedeihen" (ich kenne herrliche Rosengärten auf völlig lehmfreien Sandböden).
... Es gibt etliche Gewächse …, die … in reinem Torf-Kultur-Substrat herangezogen werden und ausgepflanzt im Gartenboden versagen. Das liegt ausschließlich an dem in der Baumschule verwendeten Substrat, nicht an der Pflanze selbst. ...
Jein: Wo Baumschulen, Rosenschulen, Staudengärtnereien Super-Hyper-Locker-Substrate verwenden, tun sie das, damit ihre Pflanzen schnell und sicher verkaufsfähige Größe erreichen. Aus Sicht der Produzenten verständlich. Nur ist das Wurzelwerk der so gezogenen Pflanzen meist sehr schwach. Werden solch zarte Pflanzen
abrupt umgesetzt in schwere Böden, müssen die kein bisschen kampferprobten Wurzeln plötzlich hart kämpfen, und das kann schiefgehen. Wird aber
in leichte Böden ausgepflanzt, gibt es keinerlei Schwierigkeiten, der Umpflanzschock bleibt aus.
Es lässt sich halt nichts verallgemeinern; man muss schon en détail gucken, wohin die Reise geht

.
Da ich auf Extremlehm gärtnere, praktiziere ich regelmäßig vorübergehende Abhärtungs-Umtopfereien, wie du sie beschreibst, bei Gehölzen wie auch bei Stauden. Das funktioniert prima; nach ein paar Monaten in Lehmkompost-/Tütenerde-/ Sand-Mix (siehe #25) ist das Wurzelwerk i.d.R. stark genug, um sich auch in Lehmbatsch durchzusetzen.
So weit, so gut – es ist aber eigentlich ein ganz anderes Thema. Hier geht es ja darum, welches Substrat sich am besten eignet, damit Rosen in Kübeln gedeihen. Und zwar auf lange Sicht.
… Wenn Du die Rosen, die in Kübel wachsen sollen, NIE auspflanzen wirst, dann ist das Substrat eigentlich egal … Die Rosen werden sich an dieses Substrat gewöhnen, können später aber nicht mehr in Lehm ordentlich gedeihen.
…
Zum ersten Satz kann ich mangels Erfahrung wenig sagen. Der zweite Satz ist aber, pardon, wiederum schlicht falsch: Rosen sind anpassungsfähig. Und wo die Anpassungs-Spanne zwischen Boden A (Topf) und Boden B (Garten) gar zu groß ist, kann man, siehe oben, zur Umgewöhnung sehr leicht Übergänge herstellen.
Bleibt weiterhin die Frage nach tauglichen Kübel-Substraten (im Plural, denn "das" alleinseligmachende muss ja nicht sein).
Anforderungen:
- angemessener pH-Wert (6 bis 7,5 - oder sollte man's anders eingrenzen?),
- Durchlässigkeit (gute Durchlüftung, gute Drainage),
- Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern,
- Nahrhaftigkeit,
- stabile Struktur (kein Verkleben/ Verbacken oder Zusammensacken),
-

– was noch?
Und wenn man selber mixt: Welche Kombi-Bestandteile bewirken was?
Schöne Grüße
Querkopf