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Autor Thema: Jugendstil und Staudenverwendung  (Gelesen 15835 mal)

pearl

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #45 am: 07. Februar 2011, 00:15:57 »

Ernst Graf Silva Tarouca dann das folgende Kapitel:

"Die Stauden in der landschaftlichen Parkanlage

Die mannigfaltige Verwendung von Stauden im Landschaftsgarten ist heutzutage Mode geworden; diese Tatsache mag einerseits mit dem Streben der modernen Kunst nach möglichster Naturwahrheit zusammenhängen ...

Der Landschaftsgärtner schafft mit dem Material, das Natur und Kunst ihm bieten, Bilder. ... "
« Letzte Änderung: 07. Februar 2011, 00:21:54 von pearl »
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raiSCH

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #46 am: 07. Februar 2011, 00:20:40 »

Was ist das anderes als reinster Jugendstil? Blumen und Pflanzen dekorativ (nicht im abwertenden Sinn!) verwendet wie gemalte Bilder; man denke nur an Klimt.
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pearl

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #47 am: 07. Februar 2011, 00:21:23 »

eben, sag ich doch! :D
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raiSCH

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #48 am: 07. Februar 2011, 00:23:24 »

Es ist übrigens wohl kein Zufall, dass Karl Foersters 'berühmteste' Staude, Rudbeckia 'Goldsturm', gar keine Züchtung, sondern eine Naturauslese ist (ebenso wie das später nach ihm benannte Gras Calamagrostis acutiflora )...
« Letzte Änderung: 07. Februar 2011, 00:28:57 von raiSCH »
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pearl

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #49 am: 07. Februar 2011, 00:28:56 »

genau. Und der Name ist ebenfalls eine typische Zeiterscheinung, voller Romantik und Symbolismus und zutiefst archetypisch.
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raiSCH

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #50 am: 07. Februar 2011, 00:29:49 »

Sic est.
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pearl

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #51 am: 07. Februar 2011, 00:31:42 »

danke für diesen Dialog und Gute Nacht, raiSCH!
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raiSCH

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #52 am: 07. Februar 2011, 00:46:37 »

Schon die Foerstersche Namengebung nur seiner Rittersporne ("seine" Farbe) und seiner Phloxe ("ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum") ist reinster Jugendstil, der ja auf Neoromantik und Symbolismus fußt und in den frühen Expressionismus hineinragt.
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sarastro

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #53 am: 07. Februar 2011, 07:53:49 »

Herzlichen Dank für eure analytische Diskussion, die den Nagel auf dem Kopf trifft. Wenn ich meine Bände der Gartenschönheit in den Händen halte, so ist dies innen wie außen Jugendstil pur, obgleich rund 15 Jahre später. Auch empfinde ich beim Lesen von Foerster wie Silva-Tarouca durchaus eine Art "Jugendstilgeist" herüberschwappen, obgleich sicher längst nicht alles aus jener Zeit übernommen wurde.

Die Theorie mit den runden, natürlichen Inselbeeten kann ich jedoch sehr wohl nachvollziehen, gab es doch zu jener Zeit in allen herrschaftlichen Gärten seit Versailles eher funktionale, ornamentale Pflanzenverwendung.
Und darum denke ich auch, dass unsere zeitgemäße Staudenverwendung, also hochgezüchtete Staudensorten mit filigranen, naturbelassenen Arten verquickt, sehr wohl einen Hauch Jugendstil beinhalten, ganz zu schweigen von der "Harfe und Paukenwirkung" eines K.F, die ja schon aus den 30er-Jahren stammt.

Ein wenig jugendstilhaft anmutend ist auch Hundertwasser in seiner Architektenrolle, obgleich ich in seinem Umfeld gärtnerisch kaum was erkenne.
« Letzte Änderung: 07. Februar 2011, 07:57:11 von sarastro »
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raiSCH

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #54 am: 07. Februar 2011, 11:01:05 »

Ein wenig jugendstilhaft anmutend ist auch Hundertwasser in seiner Architektenrolle, obgleich ich in seinem Umfeld gärtnerisch kaum was erkenne.

Natürlich gibt es da einen Einfluss; noch mehr in Hundertwassers Ornamentik - schließlich heißt der Jugendstil in Frankreich ja "art déco".
Gärtnerisch-architektonisch gemahnen mich die Ziegelmauern in sarastros Gärtnerei ebenfalls an Jugendstil...
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Maria Zauberfee

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #55 am: 07. Februar 2011, 12:29:51 »

Ich hab mal in meiner Gartenlinksammlung und in meinen Bücherlisten geforscht.. ;D

"In den 1860er Jahren begann der Werkkünstler William Morris gediegenes Kunsthandwerk (Crafts) mit den künstlerischen Ideen des Jugendstils zu vereinen. Gertrude Jekyll schuf die ersten, von dieser neuen Richtung inspirierten Staudenbeete. Unsere Reise führt zu Gärten, die dieser Arts and Crafts Bewegung entstammen" -Arts and Crafts Gartenreise -Beschreibung
(wobei ich bezweifle, daß Sissinghurst und Great Dixter (bis auf das Haus) in diese Kategorie gehören?)

Le Bois des Moutiers Eine Arts and Crafts-Perle unter den Gärten der Normandie (geschaffen von Gertrude Jekyll...)

Jekyll hat übrigens mit Weaver Lawrence ein Buch herausgegeben mit dem Titel: Arts and Crafts Gardens 288 S. Garden Art Press 1997

Und noch eins zu Gertrude Jekyll: Tooley, M. J. Gertrude Jekyll: Artist, Gardener, Craftswoman Michaelmas Bks 1985

Zeitschriftenartikel (kann man über Bibliothken als Kopie anfordern!)
Davey,Peter Arts and Crafts gardens (Gaerten der Arts and Crafts Bewegung) Fachzeitschrift: Architectural review (London) 179(1985)Nr.1063, S.32-37, Abb.,Lit.

Falcke,Renee: Ein Haus der Symbole in Fachzeitschrift: Häuser (1986)Nr.2, S.124-129, Abb.
Edwin Lutyens baute als 29jaehriger an der französischen Kanalküste 1898 im Auftrag einer Pariser Bankiersfamilie eine grandiose Mischung aus westlichen und fernoestlichen Elementen - gepaart mit unvergleichlicher englischer Gartenkunst.

Österle,Norgard; Schwehr,Ingo: Gertrude Jekyll und Edwin Lutyens. Gartenkunst in der Arts-and-Crafts-Bewegung. Fachzeitschrift: Stadt und Grün / Das Gartenamt 46(1997)Nr.3, S.165-170

und zu William Morris: Hamilton, Jill Duchess of /Hart, Penny /Simmons, John William Morris Gartenkunst und Ornament Mit einem Vorwort von Sir Roy Strong. Aus dem Englischen von Susanne Stopfel 160 S. m. zahlr. Abb. DVA 2000
Der Lebenslauf des Jugendstil-Künstlers anhand seiner Gärten, seine Ideen und Vorstellungen zu Fragen der Botanik und der Gartengestaltung.

Hitchmough, Wendy Arts-and-Crafts-Gärten 208 S. DVA 1998, in englisch Arts and Crafts Gardens
Die englische Arts-and-Crafts-Bewegung hat vor und nach der Jahrhundertwende nicht nur die Architektur und das Kunstgewerbe nachhaltig beeinflußt, sie hat auch in der Gartenkunst einen neuen Stil geprägt. Der Arts-and-Crafts-Garten verband rationale Strukturen mit einer üppigen natürlichen Bepflanzung. Die schönsten Gärten dieser Zeit - berühmte und weniger bekannte - werden in dem Band vorgestellt.

Vielleicht auch interessant:
  Gaudi. Sonderausgabe. Interieurs, Möbel, Gartenkunst von Maria A. Crippa 252 S. Hatje Cantz Verlag 2001

Blum-Spicker, H. Mohn Mythos-Symbol-Gestalt, Die Mohn-Pflanze in der Malerei und der Angewandten Kunst mit Schwerpunkt auf Jugendstilobjekten. Katalog zur Ausstellung im Kreismuseum Zons. 195 S. 36 sw.. u. 83 farb. Abb. Dormagen 1999

Darke, Rick In Harmony With Nature: Lessons from the Arts & Crafts Garden [ Garden Penguin 1999

In diesem Buch
 Kaiser, Wolf-Dieter / Rainer R. Vetter Narzissus und die Tulipan. Über alte und neue Blumenzwiebeln 170 S. m. 163 Farbf. u. Zeichn. Ulmer Stuttgart 1986
ist ein Kapitel überschrieben: "Modell im Jugendstil - das Alpenveilchen"


Ich habe den Amazon-Partnerlink ergänzt. Kostet euch nicht mehr, aber hilft das Forum zu finanzieren. Liebe Grüße Nina :)
« Letzte Änderung: 25. Februar 2011, 12:19:15 von Nina »
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herzliche Grüße
Maria Zauberfee

sarastro

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #56 am: 07. Februar 2011, 13:59:27 »

Maria danke!

Sissinghurst und Great Dixter - ja, aber nicht die Gebäude, sondern sehr wohl die Art, die Pflanzen zu verwenden. Wobei immer noch zu strenge Linienführungen vorhanden sind. Das Gebäude in Great Dixter ist ja viel älter.

Ich interessierte mich immer schon für Gartenepochen und wundere mich einfach, dass über Renaissancegärten, Barockgärten, orientalische Gärten und moderne Gärten jede Menge Pflanzbeispiele gibt, kaum jedoch etwas vom Jugendstil auf dem Kontinent. Wahrscheinlich ist einfach die Zeit von nicht einmal 20 Jahren zu kurz gewesen. Ein Wunder, dass noch so viele fantastische Gebäude existieren. Und ein Hauptgrund ist vielleicht auch das mangelnde Interesse.

Mich interessiert deswegen auch, ob eine Art "Aufwärmen" dieser Epoche in Sachen Pflanzen sinnmachend ist.

« Letzte Änderung: 07. Februar 2011, 14:01:29 von sarastro »
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gartenfex999

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #57 am: 07. Februar 2011, 15:41:35 »

Hallo
Vielleicht noch eine andere herangehensweise wäre, mit Kunsthistorikern zu reden.
Auf die Idee hat mich das Buch "Gartenlust der Garten in der Kunst"
gebracht. Geschriebn hat es Agnes Husslein-Arco, die jetzige Leiterin des Belvedere in Wien. Es wäre vielleicht interessant, mit ihr Kontakz aufzunehmen.
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löwenmäulchen

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #58 am: 07. Februar 2011, 16:07:35 »

In Mannheim gibt es eine Parkanlage mit herrlichen Jugendstil-Laternen und Skulpturen, über die Bepflanzung schweigt allerdings des Sängers Höflichkeit, siehe angehängtes Foto. Ich hab mal im Netz nach alten Abbildungen der Anlage gesucht, hier ist eine:

http://www.heimatsammlung.de/topo_unter/68_ab_02/images_01/mannheim-70.jpg

Toll bepflanzt war das wohl früher auch nicht ::)

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pearl

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Re:Jugendstil und Staudenverwendung
« Antwort #59 am: 07. Februar 2011, 21:26:21 »

ja, der Wasserturm in Mannheim. Das beste Stück einer sonst unwahrscheinlich hässlichen Stadt. Die Anlage und der Senkgarten sind trotz der phantasielosen städtischen Bepflanzung durch die Wasserspiele und das Raumgefühl und die erhaltenen Laubengänge eine pure Erholung!
« Letzte Änderung: 07. Februar 2011, 21:26:43 von pearl »
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