@Hymenocallis
Bewässern läuft hier morgens jeden 2. Tag aber wurzelnah mit Tropfer, das stört die Blüten nicht. Meine Vermutung geht inzwischen dahin, daß es hier einfach zu schwül ist. Jeden Tag heiß (knapp unter oder knapp über 30°C) und kein Regen - der Boden ist ohne Bewässerung knochentrocken und trotzdem hatten wir heute morgen Nebel (wir leben in der nähe eines größeren Flußes nahe der Auen).
Dampfkochen bekommt den Blüten anscheinend noch weniger als Regen. Ich war noch nie in Kalifornien - ist es dort schwül oder trocken, wenn es heiß ist?
Wie kommst du auf Kalifornien?
Das amerikanische Taglilien-Mekka liegt in Central Florida und ich war in den vergangenen beiden Jahren jeweils für mindestens einen Monat dort. Vom Klima her ist es tropisch, wie daylily es bereits erwähnt hat und das bedeutet nicht nur, dass die Tage brüllend heiß sind und die Nächte himmlisch warm, sondern auch, dass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist. Sie entsteht in erster Linie durch die fast täglich am frühen Abend niedergehenden unwetterartigen Regenfälle, die in der Folge verdampfen, wird aber konstant auch durch Verdunstung aus den in diesem Gebiet sehr zahlreichen natürlichen Wasservorkommen angereichert. Die Region ist nämlich geographisch betrachtet eine Seenplatte, d.h. es gibt dort jede Menge größere und kleinere Seen, die durch Bach- und Flussläufe miteinander verbunden sind. Entsprechend hoch dürfte auch der Grundwasserspiegel sein, was alles zusammengenommen die idealen Rahmenbedingungen für die Taglilienkultur schafft. Floyd Cove (früher Stamile, heute Pierce) und Trimmer haben zum Beispiel den Lake Monroe direkt auf der anderen Straßenseite und es ist einfach traumhaft, morgens in aller Herrgottsfrühe an diesem See entlang durch den Urwald zu fahren (Pfauen am Straßenrand... Schilder vermelden "Attention - Bear crossing", wo sich langsam der Nebel in großen Schwaden lichtet... wenn die ersten Strahlen leuchtend durch die Baumkronen brechen und das sanft im Wind schaukelnde spanische Moos an den Ästen zum glänzen bringt... Es ist wie in diesen alten Kolonialzeit-Spielfilmen, ein wirkliches Paradies.
Aber was ich sagen wollte, - meiner Meinung nach ist der Grund bei dir für das schlechte Öffnungsverhalten trotz Tröpfchenwässerung Wassermangel. Taglilien sind dermaßen hydrophil, sie brauchen Wasser, Wasser, Wasser, - das kann man bei anhaltender Trockenheit einfach kaum ausgleichen.
Und ansonsten schließe ich mich den Damen Callis (Danke übrigens für das Willkommens-Foto) und Toscaline im "Frust-Schieben" an und drittel das Leid. So wird es dann bald doch wieder irgendwie erträglich...
Und zuletzt noch: Meine spätesten Taglilien sind immer
Final Touch und
Wild Mustang .