Ich wäre vorsichtig damit, viel Arbeit für eine Nachblüte zu investieren, du könntest enttäuscht werden. Bei mir hat letztes Jahr trotz Massen von Kompost nur eine Taglilie remontiert (Taunus Icewine) und diese eine saß im Schatten in einem Sammelkübel vor dem Einpflanzen. Ich bin in Klimazone 8a, viel wärmer geht es in Deutschland nicht. Die Nachblüte scheint von sehr vielen Zufällen abzuhängen und oft sind die Blüten nicht mehr so toll. Eine lange erste Blüte erscheint mir viel erstrebenswerter.
Könnte es sein, daß die Klimazone gar nicht so entscheidend dafür ist, sondern die Mitteltemperatur im Sommer?
Wir leben in 7a/7b (Südösterreich - klimatisch mediterran beeinflußt) und hier remontieren aufgrund der langen heißen Sommer auch die Schwertlilien in günstigen Jahren.
Im ausgeglichenen ozeanischen Klima in Norddeutschland ist es zwar wintermild aber die hohen Temperaturen, die die Taglilien in ihrer Vegetationsperiode brauchen, scheint es bei Euch nicht zu geben, oder?
Eine lange erste Blüte ist hier aufgrund der Hitze hier nicht wirklich realisierbar - hier blühen ja fast alle Sorten gleichzeitig in der zweiten Juni-Hälfte.
Für dieses und das nächste Jahr werden wir hier jedenfalls an der Optimierung der Bedingungen arbeiten - die Ergebnisse sind ja auch davon abhängig, ob wir einen verregneten oder einen heißen September bekommen; danach weiß ich mehr und werde berichten (eine Sammlerin eine Autostunde entfernt berichtet über Nachblüten in fast jedem Jahr; sie hat allerdings so viele Sorten, daß sie aus dem Stegreif nicht angeben konnte, welche Sorten es bei ihr regelmäßig schaffen - heuer wird sie das aber auch aufzeichnen, damit wir im kommenden Jahr unsere Ergebnisse diskutieren können).
LG
PS: Kompost ist hier kein Thema - die Nährstoffdichte ist zu unterschiedlich, um damit berechenbare Ergebnisse zu erzielen. Abgesehen davon mögen es viele Stauden gar nicht, jedes Jahr tiefer im Bodengrund zu versinken (was ja die reichliche Kompostgabe verursacht).