Man geht bei über 80 Jährigen von ca. 20% Demenzen aus, bei den über 90 jährigen soll ungefähr jeder 3. eine Demenz entwickeln. Das ist viel, aber der Glückspilze sind doch noch mehr.
Dabei vergißt Du, daß ca. die Hälfte der Demenzpatienten derzeit überhaupt nicht identifiziert wird - Vergeßlichkeit im Alter wird ja als 'normal' akzeptiert und deswegen geht niemand zum Arzt. Die Prognosen bezüglich Demenzerkrankungen sehen übrigens deutlich schlechter aus, als die von Dir geposteten Zahlen.
@ Hymenocallis
Wenn Du beruflich sehr viel mit Pflegeeinrichtungen zu tun hast, siehst natürlich v.a. den sehr pflegebedürftigen Teil der altgewordenen Bevölkerung. Vielleicht prägt das Deine Wahrnehmung?
Die 70-75 jährigen in meiner Verwandtschaft waren/ sind übrigens keineswegs besonders starrsinnig. Gleiches gilt für viele ältere Puristen.
Ich sehe den nicht pflegebedürftigen 91jährigen Großvater meines Mannes, der sich alleine lebend durchschlägt. Ich sehe meine nicht pflegebedürftige Mutter mit 78 Jahren und meinen pflegebedürftigen Vater mit 86 Jahren - und all ihre betagten Freunde in der Nachbarschaft.
Und ich erfahre über die Gespräche mit Ärzten aus der Geriatrie und dem dort beschäftigten Pflegepersonal viel über diese Thematik. Patienten, die aufgrund eines körperlichen Gebrechens pflegebedürftig werden, sind keineswegs stärker oder heftiger vom Altersstarrsinn betroffen (Deine Anspielung halte ich hier für wirklich diskriminierend).
Mit 70-75 fällt dem Umfeld in der Regel kaum etwas auf (die Veränderungen sind in dem Alter noch gering - die betroffenen Personen erklären ihr Verhalten noch eher nachvollziehbar). Vor allem leben die wenigsten in diesem Alter noch im Familienverband - der Vergleich zu Menschen im mittleren Alter im täglichen Alltag fehlt daher (sowohl für die Betroffenen selbst als auch für das Umfeld).
Auffällig wird die Angelegenheit meist erst, wenn diese Personen rund um die Uhr - z. B. im Krankheitsfall - betreut werden müssen. Dann werden die 'Macken' in der Regel zuerst mit der aktuellen Erkrankung entschuldigt - erst wenn eine Dauerpflege daraus wird, sind die Verwandten eher bereit, die Problematik zu akzeptieren.
LG