Meine 10 Cents (Achtung, längerer Text!)
Erstens: Es kommt bei öffentlichen Äußerungen immer drauf an, zwischen Fakt und Meinungsäußerung zu trennen.
Wenn es eine belegbare Tatsache ist, dass Firma A über eine Firma B von Firma C Saatgut bezieht, und Firma C wiederum ganz oder anteilig Firma D gehört, dann ist das ein Faktum.
Wenn jemand sagt: "Ich kaufe dieses oder jenes Produkt nicht, weil ich nicht sicher bin, ob da nicht XYZ drin ist", so ist das eine Meinungsäußerung.
Schwierig und juristisch relevant kann's bei solchen Sachen werden wie: "Ich kaufe jenes Produkt von Firma A nicht, weil es STU von Firma D enthält."
Das wäre eine Behauptung, die ggf. durch überprüfbare Angaben belegt werden müsste.
Da die Betreiber des Forums vermutlich wenig Lust verspüren, Zeit und Energie zu investieren, um in einem Thread jeden Beitrag daraufhin zu prüfen, ob er evtl. solche unbewiesenen Behauptungen enthält, kann ich absolut nachvollziehen, dass man diesen Thread entfernt.
Zweitens: Ich habe bekanntlich weder Berührungsängste der Gentechnik gegenüber noch gegenüber Produkten der Monsanto, jedenfalls nicht allein deshalb, weil sie von Monsanto sind.
Ich hätte es begrüßt, wenn eine Firma, hier also Nebelung GmbH, die Gelegenheit genutzt und die angebotene Gelegenheit ergriffen hätte, hier Stellung zu beziehen.
Im Endeffekt wäre der Aufwand wohl kaum wesentlich anders gewesen als die Betreiber mehrfach zu kontaktieren und schließlich per Anwalt aufzufordern, den Thread zu entfernen.
Bei einer Firma mit einem solchen Geschäftsgebaren kaufe ich nicht. Punkt.
Drittens: Finde ich es bemerkenswert, wie aufgeladen die ganze Debatte um Monsanto und grüne Gentechnik inzwischen anscheinend ist.
Da bietet eine Firma unter der Bezeichnung "Kiepenkerl" Saatgut an, dass bei Gärtnern, insbesondere Gemüsegärtnern, seit Jahren bekannt ist und einen guten Ruf hat.
Und dann reicht die bloße Erwähnung, dass die Firma, die dieses Saatgut anbietet, irgendwie mit Firmen zu tun hätte, die mit Monsanto geschäftlich verbunden sind, aus, um offenbar erhebliche Unruhe auszulösen, dass die böse Firma Monsanto nun auch auch uns privaten Gärtnern verdienen möchte.
Zugleich wird aber beklagt, dass Monsanto und andere Saatgutfirmen ja immerzu bestrebt sein sollen, die Vielfalt einzuschränken, Sorten indirekt zu verbieten und ein Monopol anzustreben.
Das passt nicht zusammen. Zeigt aber nur exemplarisch, wie bekloppt diese Debatte ist.