Dort steht:
"Seit vielen Jahren werden wir unter anderem von Seminis und deRuiter, aus deren Züchtung viele gute Tomaten-Sorten hervorgegangen sind, mit Saatgut beliefert. Darunter sind zum Beispiel auch die mehrfach resistenten Tomatensorten „Philovita“ (zugelassen seit 2007) und „Sportivo“ (zugelassen seit 2002) von deRuiter.
Als Monsanto im Jahr 2005 Seminis und 2008 die Firma de Ruiter übernommen hat, sind diese Sorten mit in den Besitz von Monsanto übernommen worden. An der Qualität der bewährten Sorten hat sich dadurch aber nichts geändert, so dass wir diese bekannten und oft nachgefragten Sorten weiter für den Hobbyanbau anbieten."
Und wie passt das zu dem Text:
"Die wahrheitswidrige Behauptung, unsere Mandantin, die Marke "Kiepenkerl" oder sonstige Produkte und Marken unserer Mandantin seien mit Monsanto und den dortigen Produktions- und Geschäftspraktiken in Verbindung zu bringen, ist daher rufschädigend..."
Übersetzt in Klein-Erna-Klein-Fritzchen-Deutsch

, heißen diese Aussagen der Firma N:
a)
"Ja, wir verkaufen Saatgut, das die mittlerweile zum Monsanto-Konzern gehörende Firma R herstellt." b)
"Ja, wir stehen - indirekt, über besagte Firma R - in geschäftlicher Verbindung zu Monsanto." c)
"Nein, wir wollen nicht, dass unsere - real existierende - Geschäftsbeziehung zu Monsanto, siehe b), offengelegt wird. Wo's doch geschieht, hauen wir drauf. Öffentlichkeit betrachten wir als schädlich, weil wir wissen, dass unsere Kunden Monsantos Produktions- und Geschäftspraktiken igitt finden." (Alternativ-Übersetzung für Satz 3, ich kann mich da nicht entscheiden
: "Öffentlichkeit betrachten wir als schädlich, weil wir Monsantos Produktions- und Geschäftspraktiken igitt finden." ) Klein-Erna und Klein-Fritzchen wissen nun:
1. Das Unternehmen N, das so formuliert, hat ein dickes, fettes Problem. Es will Monsanto-frei sein
(zumindest so aussehen) und doch nicht auf den Umsatz verzichten, den es mit Produkten der heutigen Monsanto-Tochter R erzielt. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
2. Das Unternehmen N versucht daher, den Ursprung seiner Produkte zu vernebe(lunge)n.
3. Wenn sie - also Klein-E. und Klein-F. - Monsanto bäh finden und boykottieren wollen, haben sie gar keine Wahl: Sie müssen auch sämtliche N-Label-Produkte meiden. Denn die Firma N und ihre (Marken-)Töchter halten ja im Dunklen, woher sie was beziehen.
Da schießt sich ein Unternehmen selber ins Knie.
Und das gründlich, gründlicher, am gründlichsten: Indem man der Zielgruppe für die Produkte der Jetzt-Monsanto-Tochter N Diskussionen und Faktensuche zu verbieten sucht, vergrätzt man gezielt just diese - denkende! - Zielgruppe.
Hurra! Da sind wahre Marketing-Genies am Werk

.