Ganz so negativ sehe ich das nicht. Man braucht nur in das Sortiment der angebotenen Gartenbücher schauen - es gibt nicht wenige mit "Schatten" im Titel, wenn sie auch meist nicht gestalterische Aspekte, sondern eher Sortimentsgesichtspunkte im Vordergrund haben. Bei den englischsprachigen Titeln ist man da allerdings - wie so oft - schon weiter.
Nachtrag:
Zur Unterbewertung von Schattenbepflanzungen in der aktuellen Diskussion der Pflanzenverwendung passen meiner Meinung auch diese Zitate von Prof. Kühn in der GP 12-2012 (S. 37):
"Schattige Situationen lassen sich im Freiraum nicht vermeiden. Dort, wo Baum- oder Häuserschatten anzutreffen ist, kann man nicht nur mit Pflanzen arbeiten, die Stress vermeiden und damit die meiste Zeit des Jahres inaktiv sind (also die Geophyten).
...
Nährstoff- und Wassermangel wird in traditionellen gärtnerisch betreuten Pflanzungen entgegengewirkt. Man geht davon aus, das die Pflanzen immer im optimalen Zustand zu sehen sein sollen.
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Somit ist es nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus gestalterischer Sicht geboten, die Ausbildung gewisser Anpassungserscheinungen durch die entsprechende Standortwahl und und die dazugehörige Pflege zu unterstützen."
Das hört sich für mich an wie "Schatten? - Schwiiierig. Vermeidet ihn wo ihr könnt!"

Aus eigener Erfahrung kenne ich inzwischen viele Stauden, die auch mit der Problemzone "Trockener Schatten im Wurzelbereich von Gehölzen" über die ganze Vegetationsperiode gut zurecht kommen und kann auch damit leben, dass andere, die anspruchsvoller sind, bereits im Hochsommer einziehen.
Dafür gibt es im Lebensbereich Gehölz(-rand) Gestaltungsaspekte wie Rinde und Laubfärbung oder Struktur- bzw. Texturaspekte aus der Wuchsform von Gehölzen, die ein reiner Staudengarten im Herbst und Winter kaum bieten kann.