Eine Landschaftsarchitektin sollte in ihrem Ermessen bereits feststellen können (ggf. durch selbständiges vernünftiges Nachdenken), inwiefern Bienenflug an einer Pflanze eine GEFAHR darstellt.
Das unterschreibe ich nicht. Auch wenn jedem Planer immer bewusst sein muss, dass direkte und indirekte Wirkungen einer Realisierung auch unerwünscht oder sogar in Einzelfällen gefährlich sein können, ist es illusorisch, vom einzelnen Fachplaner eine Totalübersicht, bzw. eine in jeder Hinsicht unbedenkliche Leistung zu fordern.
Da kann man auch ganz allgemein mal beim Kunden nachfragen, inwiefern er da eine Gefahr sieht. Dann könnte die Landschaftsarchitektin bereits darauf hinweisen, dass ein Bienenflug ganz normal ist und zur Natur dazugehört.
Das Phänomen hohen Insektenaufkommens an Wildem Wein ist bisher auch von Fachleuten wohl nur selten (ggf. in Ausnahmefällen) beachtet worden. Dass es "zur Natur gehört" macht es weder besser noch schlechter. Vieles, was zur Natur gehört mögen Menschen nicht erdulden. Sie bauen sich z.B. Häuser zum Schutz vor Nässe und Kälte, bekämpfen Schädlinge und sichern ihre Infrastruktur....
Die Tatsache, dass eine Landschaftsarchitektin bei sowas bei einem Gärtner nachfragen muss, sagt nach meiner Meinung schon viel über sie aus.
Das sagt bestenfalls sehr, sehr wenig über sie und ihre Qualifikation aus und außerdem bin ich kein Gärtner sondern sorge üblicherweise dafür, dass vorrangig gerüstkletternder Fassadenbewuchs dauerhaft verlässlichen Halt findet und damit u.a. auch optisch seine Funktion optmal erfüllen kann. Nebenbei versuche ich die Fassadenbegrünung zu fördern, indem ich mich mit potenziellen Risiken vorrangig technischer Art und Schadensvermeidung befasse. Das mache ich offiziell seit >25 Jahren und trotzdem habe ich vergangene Woche erstmalig mitbekommen, dass Wilder Wein zu den "Bienenweiden" gerechnet wird. Nun geht es mir um den angemessenen Umgang mit diesem Phänomen in der Praxis. Es völlig zu ignorieren, halte ich ebenso für falsch, wie die ein generelles Pflanzverbot.
Was darf denn eigentlich nach Meinung der selbsternannten Kindesbeschützer überhaupt gepflanzt werden?
Eben diese Frage gilt es in angemessener Weise zu klären. Dazu muss man sich m.E. inhaltlich mit allen aufkommenden Bedenken auseinandersetzen. Wenn das vermehrte Insektenaufkommen wirklich nur sehr wenige Tage anhält, halte ich es persönlich für völlig ausreichend (und pädagogisch wünschenswert), wenn den Kindern einsichtig vermittelt wird, warum sie vorübergehend eine Teilflächen des Außengeländes meiden sollen.
Notwendigkeit und Erfolg einer "einsichtigen, bzw. von Kindern (verschiedener Altersgruppen) einsehbaren Vermittlung von Gefahr" lässt sich allerdings kaum pauschalieren. Deshalb pflege ich z.B. in der Frage der "Giftpflanzen", die ich für üblicherweise lächerlich überbewertet halte, Ausnahmen. So bin ich z.B. sehr dafür, Menispermum aus allen Listen geeigneter Kletterpflanzen (auch für Begrünungen im privaten Umfeld) zu streichen. In diesem Fall besteht eben tatsächlich eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Kinder das Probieren der Früchte nicht schadlos überstehen.
Wie soll denn ein Kind im Laufe seines Lebens lernen können, wenn die Erwachsenen alles tun, um das Lernen zu verhindern?
Daraus, dass die öffentliche Hand (oder auch Privatfirmen in Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften) in ihrer Zuständigkeit nach einem Höchstmaß an Sicherheit für alle strebt bzw. streben sollte, kann man wohl kaum auf Verhinderung des Lernens schließen. Vor allen Dingen ist es m.E. eher verantwortungslos, wenn man sich zur Unterrichtung kleiner Kinder, mehr oder weniger unkalkulierbarer "Lernanlässe" bedient. Z.B. ist es wohl kaum vorhersehbar, ob eine Bienenweide tatsächlich nur von "glücklichen" und friedlichen Bienen besucht wird.