Raisch, in dem Wiki-Artikel über die Waldweide wurde der Zusammenhang von romantischen Naturbildern mit alten knorrigen Eichen mit der Waldweidewirtschaft erwähnt.
Partisanengärtner, Ergänzung zum Wolf: In Sachsen-Anhalt gab es dieses Jahr in Altengrabow 8 Wolfsjunge, in der Colbitz-Letzlinger Heide 7. Davon werden schon ein paar in Richtung Westen abwandern ...
...
Es gibt hier auch die "übrig gebliebenen" Nischen, auf den Äckern gabs früher mehr Obstbäume z.b.
Andererseits, wenn ich mir alte Fotos anschaue, war die Landschaft früher viel offener als heute. Es gab kaum Hecken, jeder ebene Fleck wurde für Landwirtschaft genutzt, die Steillagen waren Wiese für Futter oder Streuobst. Selbst Lichtungen im Wald wurden als Wiese bewirtschaftet.
Jeder Aufwuchs wurde entfernt, Holz wurde zum Heizen gebraucht.
Heute wächst die Landschaft mangels Bewirtschaftung wieder zu, Hecken werden nicht mehr auf Stock gesetzt und werden zu hohen Baumreihen. Werden angrenzende Wiesen nicht mehr gemäht, werden sie von den Hecken eingenommen, erst wachsen Brombeeren in die Wiese rein, dann kommen Schlehen, Pappeln, die eingeschleppte Robinie an trockenen Stellen, dann die Eiche und schließlich die Buche.
...
Ich habe auch mal ein Bild der Landschaft hier von vor 100 Jahren gesehen: Völlig kahle Kuppen - die Hoch-Zeit der Schafe und für Arten der (Halb-)Trockenrasen - aber andererseits eine übernützte Landschaft. Heutzutage gibt es dagegen entschieden zu wenig Schafe, viele Standorte, die nicht extrem flachgründig und/oder steil sind, wachsen zu.
Das ist das generelle Problem heutzutage: Es gibt einerseits landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Artenschwund wegen intensiver Nutzung, andererseits Flächen, auf denen sich wegen Kleinteiligkeit, Hangneigung, Nässe ... die Nutzung nicht mehr lohnt, und die deswegen verwildern, zuwachsen, das führt zu Artenschwund wegen Verbuschung, Verschattung.
Naturschutz-Förderprogramme die die Nutzung (Mahd, Beweidung) solcher Flächen subventionieren versuchen dem entgegen zu wirken.
Bristle hat die Moore erwähnt: Dort, wo der Wasserhaushalt halbwegs in Ordnung ist oder wiederhergestellt werden kann, profitieren sie vom nachlassenden Nutzungsdruck. Wobei Nährstoffeintrag tatsächlich ein Poblem ist.
In dem Zusammenhang finde ich den Link mit der Plaggenwirtschaft sehr interessant.
Denn Heiden sind ja auch FFH-Lebensraumtyp und meist von Nährstoffeintrag bedroht. So wurde also früher der natürlichen Nährstoffarmut noch tatkräftig nachgeholfen.