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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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|21|1|Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet. (David Hume)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #120 am: 21. November 2013, 14:19:04 »

Dazu müsste er in unseren Kiefernheiden schon sehr, sehr stark verdichten ;D

Schön, was Du da begonnen hast. Viel Glück und Freude am Ergebnis.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #121 am: 21. November 2013, 14:29:04 »

Danke! :D
Naja, die Freude hielt sich bei der Entfernung von Schlehen und Brombeeren auf der Wiese in Grenzen. Bin total verkratzt :P

Wie kriegt man diese fürchterlichen Robinien los??
« Letzte Änderung: 21. November 2013, 14:29:26 von Mediterraneus »
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #122 am: 21. November 2013, 14:30:18 »

Indem man die frische Stammfläche mit Roundup einpinselt.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #123 am: 21. November 2013, 14:34:28 »

Indem man die frische Stammfläche mit Roundup einpinselt.

Wirkt Roundup auch auf dem Stamm? Das wäre ja genial!

(Also zu meiner Einstellung zur Erhaltung der Streuobswiesen passt das Roundup ja gar nicht, aber es ist wohl das kleinere Übel gegenüber der Robinie :-\ )

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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #124 am: 21. November 2013, 14:36:37 »

Leider ist die These der umfassenden "Landverwüstung" durch historische Nutzungen immer noch fest in unsere Hirne gemeißelt. Man muss unsere Vorfahren nicht für sensibler im Umgang mit der Natur halten, aber man sollte sie auch nicht für dümmer halten, als wir es sind. Bis weit in die Neuzeit lebte man in dem Bewusstsein, dass Jahrzehnte des eigenen Lebens und die der Kinder von dem zu bewältigen waren, was die dörfliche Gemarkung hergab. Fossile Quellen waren fast keine Option. Nachhaltigkeit ist nur als Begriff eine Erfindung von Förstern - die ihn seit 300 Jahren fast nur auf das Substrat "Holz" anwenden. Als umfassendes Prinzip der Landnutzung wurde Nachhaltigkeit von der ländlichen Bevölkerung bis in das 19. Jahrhundert hinein gelebt, in einem für ihre Lebens- und Nutzungsverhältnisse angemessenen Sinn.

Das Auszehren einiger Standorte durch wiederkehrende Entnahme fruchtbarer Schichten (Streu, Aufwuchs, Humusdecken) geschah nicht einfach räuberisch, sondern in einem Rahmen örtlicher Umverteilung und in bestimmten, nach Standort und Lage differenzierten Abständen. Daraus regelmäßig begütert wurden die Standorte, die für die Erzeugung der wichtigsten Lebensgrundlagen - Ackerfrüchte - wesentlich waren.

Zwei Böden verdeutlichen ganz gut, was unsere Vorfahren da betrieben haben:
Der Podsol, auf dem oft so wenig Ertrag abfiel, dass es sinnvoller war, ihn abzuschöpfen, um damit andere Standorte, mit besseren Ertragsaussichten, aufzubessern, woraus in NW-Deutschland z.B. der Plaggenesch entstand.
Dabei rühren die nutzungsfeindlichen Zustände des Podsol schon aus dessen natürlicher Entstehung, nicht allein aus der historischen Ausbeutung.

Das alles gilt für relativ geringe Bevölkerungsdichten und (sehr) bescheidene Lebensverhältnisse (nicht zu verwechseln mit bescheidenen Ansprüchen). Über Bevölkerungswachstum, dessen Gründe und über sich entwickelnde Ansprüche an die Landschaft wäre extra zu reden, daran entzündet sich vieles.
 
« Letzte Änderung: 21. November 2013, 14:47:31 von lerchenzorn »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #125 am: 21. November 2013, 14:45:18 »

Hat ja nun nicht so ganz gepasst, der Salm im Vorpost.

Zu den Robinien:
"Gärtnern nach dem Mond" soll helfen ;D: Kontrollmaßnahmen Robinie, page 4, 3.3.2 (originale pdf leider nicht erreichbar, nur im g...e-Cache)
(Da steht leider nicht, wie man traditionell bayerisch nach dem Mond Robinien killt.)
Selbststerbende Robinien ereignen sich hier vor allem unter starkem Schattendruck anderer Bäume. Ob man jüngere Stämme durch Abdunkeln umbringen kann, habe ich noch nicht probiert.

Allgemein gilt tiefes Ringel, bis stark in das Holz hinein und Belassen eines schmalen Rindensteges als Methode der Wahl. Es ist aufwändig und beileibe nicht zuverlässig. Jahrelange Nacharbeit, vor allem zur Beseitigung der durch die Störung angeheizten Wurzelschösslinge, musst Du einrechnen.

Aus Glyphosat wird AMPA, und nicht CO2 und Wasser. Nur so.
« Letzte Änderung: 21. November 2013, 14:49:12 von lerchenzorn »
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Rieke

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #126 am: 21. November 2013, 14:45:46 »

Zitat
Wie kriegt man diese fürchterlichen Robinien los??

Ringeln mit Restbrücke
Vortrag mit Bildern

Round Up wird dazu nicht benötigt.
« Letzte Änderung: 21. November 2013, 14:47:43 von Rieke »
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Wo bleibt der Regen?

enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #127 am: 21. November 2013, 15:19:26 »

Aus Glyphosat wird AMPA, und nicht CO2 und Wasser. Nur so.

AMPA wird zu Ammonium, Phosphat, CO2 und Wasser abgebaut. Siehe hier.
« Letzte Änderung: 21. November 2013, 16:15:20 von bristlecone »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #128 am: 21. November 2013, 21:48:57 »

Aus Glyphosat wird AMPA, und nicht CO2 und Wasser. Nur so.

AMPA wird zu ... CO2 und Wasser abgebaut. Siehe hier.

 :-X Die sind echt dabei? Hätt ich jetzt nicht gedacht.
(Toller Fettnapf ;D )
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #129 am: 21. November 2013, 22:05:08 »

warum ich diese
Pollendiagrammen.


hier aufgelistet habe hat einen Grund. Wenn man die Daten genau liest, dann kann man sich direkt zwei Vorurteile von der Backe schminken.

1. Es hätte irgendwann einen stabilen definierten "Naturzustand" gegeben. Natur bedeutet Dynamik. Mit oder ohne den Menschen.

2. Dass der Mensch ressourcenschonend gewirtschaftet hätte und nur so viel Natur verbraucht hätte, wie regenerierbar gewesen ist, das ist ein romantisches Märchen. Dazu wäre auch eine Bevölkerungspolitik nötig gewesen.

Die großflächige Umweltzerstörung begann - immer noch in Bezug zum Vorgebirge, aber auf Mitteleuropa generell übertragbar - mit der Eisenzeit vor 2700 Jahren. Waldweide, verunkrautetes Offenland durch Rodungen und beginnende Grünlandwirtschaft in den Auen lassen auf intensive Landnutzung durch große Besiedlung schließen. Die ersten Heideflächen entstanden und waren nur noch für den Weidebetrieb mit Schafen und Ziegen nutzbar.

Im Mittelalter gab es diese Phase der Wüstungen durch Überbevölkerung und ungünstige klimatische Bedingungen. Wüstung bedeutet, dass Höfe verlassen wurden, dass die Böden ausgelauft und unfruchtbar waren und nur noch auf den Lössböden effektiv Ackerbau betrieben werden konnte.

Im 19. Jahrhundert ist historisch, dass die Wälder völlig ausgeplündert wurden. Waldweide, Streusammeln, Holzeinschlag führte zum Verschwinden des Waldes auf den Höhen zum Beispiel um Heidelberg. Nur in den Tiefen der Wälder des Hundsrücks, der Eifel und des Odenwaldes, wo es Mühlen und Köher gab, waren noch dichte und auch gefürchtete Wälder, die von Räubern und fahrendem Volk bewohnt wurden. Hölzerlips und Schinderhannes.

Einen musealen Ansatz im Naturschutz zu vertreten ist also auch aus akademischen Gründen nicht sinnvoll.

Die Frage muss ganz anders gestellt werden.

Sollen wir ein Gebiet wie den Mainzer Sand, das für den Botaniker in seiner Einmaligkeit in Deutschland an vorderster Stelle steht, von Autobahnen einrahmen und so den Artenbestand kontinuierlich abnehmen lassen? Oder sollen wir darauf setzen, dass Steppenvegetation sich entlang von Autobahnen ebensogut entwickelt? Zumal es im städtischen Umfeld, in dem der Mainzer Sand liegt, genügend Ödland befindet um einigen Arten ein Überleben zu sichern.

Ist es überhaupt nötig und möglich komplette Landschaften in einem fixierten Zustand zu erhalten?
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maliko

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #130 am: 21. November 2013, 22:28:40 »

Möglich nur mit zunehmend steigenden Kosten für die Pflegemaßnahmen. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist bereits bei simpler einmaliger Herbstmahd im Jahr kaum noch hinzubekommen.
Inwieweit die Schutzflächen für den Erhalt von Tierarten sinnvoll sind, wird von der Tierart bzw. deren notwendige Größe für Habitate, Nahrungs- bzw. Jagdreviere abhängen.
Musealer Naturschutz und vor allem der Einzelschutz von Tierarten ist oft noch fachlicher Stand, obwohl mit Natura 2000 auf europäischer Ebene ein übergreifendes Verbundsystem geschaffen werden sollte (wurde ?). Ich glaube nicht, dass dieser Ansatz auf Dauer beibehalten werden kann.

maliko
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maliko

pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #131 am: 21. November 2013, 23:15:32 »

welcher jetzt? Der mit dem Einzelschutz oder der mit dem Verbundsystem?

Wobei ich das Verbundsystem wichtig und richtig finde.
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #132 am: 21. November 2013, 23:23:05 »

"komplette Landschaften"?
(romantische, mit vernetzten Habitatstrukturen, dynamischen Populationen in vernetzten Arealen?)

Sowas habe ich in meinem Leben nicht mehr kennen gelernt. Darum geht es doch schon ewig nicht mehr. Das sind die frommen Psalmen der Naturschutzgesetze, die sowas noch hochhalten müssen als Opium.

Die letzten Reste von dem, was wir als "Arten" bezeichnen, sind oft dermaßen ruinöse Populationen, dass denen nur noch Mund-zu-Mund-Beatmung hilft. Und da sind wir dann eben doch wieder bei der Frage nach den Zielen. Für welche Arten wollen wir uns diesen (extremen) Aufwand leisten? Dass Land- und Forstwirtschaft eine für den wesentlichen Artenbestand Mitteleuropas lebbare Landschaft liefern, das ist ja wohl vorläufig passé.

"museale" Ansätze kenn ich eigentlich auch nicht aus der Praxis. Das ist ein viel gebrauchtes Totschlagargument von pflegeunwilligen Funktionären. Gefragt ist eine möglichst effektive, an den Ansprüchen von Zielarten eng ausgerichtete Landschaftspflege mit gutem Methodenbesteck. Wenn zu diesem Besteck Maßnahmen gehören, die die Wirkung historischer Nutzungsweisen aufnehmen, weil sie wirken, ist das in Ordnung. Wenn es völlig neue, gut wirkende Methoden gibt, sind sie ebenso in Ordnung. Teuer und aufwändig bleibt es, weil eben an vielen winzig kleinen Plätzen gearbeitet werden muss, die gerade noch übrig geblieben sind.
« Letzte Änderung: 21. November 2013, 23:23:56 von lerchenzorn »
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #133 am: 21. November 2013, 23:32:42 »

unter musealem Ansatz verstehe ich die verzweifelten und verständlichen Bemühungen den Mainzer Sand zu erhalten. Zum Beispiel.

Wenn man einmal dort gewesen ist, dann wird einem der Spagat, die Zerreißprobe der Naturschutzbemühungen, bewusst.

Mainzer Sand 2. von um-art 26.11.2009 Zweiter Platz im CEWE-FOTOBUCH Fotowetbewerb "Deutschland - unserer Land"

was jeder daraus macht ist eine persönliche Angelegenheit. Ich finde die Kombination von Hochhäusern und Steppenlandschaft mit archetypischem Schafhirten gut.


« Letzte Änderung: 21. November 2013, 23:33:53 von pearl »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #134 am: 21. November 2013, 23:39:22 »

Ja. Finde ich auch gut. Und bedauere doch, dass es die einzige Möglichkeit ist, derzeit in der Fläche auch nur das Wichtigste zu erhalten und nicht etwas mehr Raum gewinnen zu können. Und es stehen für diese Art der Landschaftspflege viel zu wenig Mittel zur Verfügung.
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