Aber auch das passt schon nicht mehr in das Betriebskonzept, der Landwirte, die diese Flächen heute bewirtschaften.
... Die Landwirte müssen ihr Geld verdienen ...
Interessant sind die selektive Wahrnehmung und Darstellung, mit denen dieser spezifischen Art des Geld verdienens hin und wieder Akzeptanz verschafft werden muss. Jede nüchterne Realität braucht eine Legende, mit der sie schmackhaft gehalten werden kann.
Der Landesbauernverband Brandenburg sieht
Kein Maisproblem:"Umweltministerin ... und Abteilungsleiter ... erteilten am 7. Mai den Mitgliedern des LBV-Präsidiums in Teltow/Ruhlsdorf ungeahnte Rückendeckung. Hatten sich doch die Landwirte beschwert, von der "Umweltseite" ständig wegen angeblich zu großer Maisbestände angegriffen zu werden. Nun verkündeten beide ... "Wir haben in Brandenburg kein Maisproblem,..."
demgegenüber der O-Ton des Ministeriums:
Antwort auf eine Kleine Landtags-Anfrage:
"Die Ministerin hat immer wieder öffentlich klargestellt, dass auf Flächen, die über viele Jahre mit Mais bestellt werden, ein deutlicher Rückgang der biologischen Vielfalt zu verzeichnen ist, sich die Bodenqualität durch verringerte Humusbildung auf diesen Flächen spürbar verschlechtert und aufgrund des hohen Einsatzes von Dünge- und Pflanzenbehandlungsmitteln mit höheren Stoffeinträgen in das Grundwasser und die Oberflächengewässer zu rechnen ist. ...
In Brandenburg findet auf 10.000 bis 20.000 Hektar Maisanbauflächen gegenwärtig das Gegenteil statt: Mais in Selbstfolge über 4 bis 6 Jahre ist leider keine Seltenheit.
... z. B.innerhalb eines Vogelschutzgebietes ... können sich in Bezug auf die konkreten gebietsspezifischen Schutzziele des jeweiligen Gebietes enorme Probleme ergeben, die aus einer landesweiten Statistik nicht ersichtlich sind.
Der Gesamtumfang des Maisanbaus ... erreichte 2011 einen Umfang von 190.800 ha und nahm damit ca. 18,5 % der Ackerfläche ein.
Aus dem landesweiten Anteil von Maisanbauflächen im Verhältnis zur gesamten Ackerfläche lässt sich pauschal noch kein Problem ableiten. Regional und lokal kann der Maisanbau jedoch zu Problemen führen, wenn Mais ohne Einhaltung von Fruchtfolgen in Selbstfolge angebaut wird.
... im Jahr 2011 ... gut 20 % Mais in 3-jähriger Selbstfolge und knapp 6 % in 6-jähriger Selbstfolge ...
...
Eine derartige Anbauweise entspricht nicht den Anforderungen des Boden- und des Naturschutzgesetzes."
staudo, jeder muss sein Einkommen erzielen und der Landwirt erarbeitet es sicher nicht immer leicht. Das kann aber keine Rechtfertigung für "immer nur so weiter und anders geht´s halt nicht ..." sein. Kritische Eigensicht habe ich bisher nur bei Einzelpersonen wahrgenommen und da einiges an persönlichem Wandel und erstaunlicher Umstellung. Die Branche als solche zeigt da leider gar nichts. Hat sie wohl auch nicht nötig.
Und wenn die Herrschaften über geschützte Tier-Arten reden, dann in der Regel in Verbindung mit den aus ihrer Sicht endlich wieder fälligen Schrotgarben und Flintenlaufgeschossen.