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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #165 am: 22. November 2013, 20:44:21 »

Da ist die Frage wieder. Was ist Natur? Oder Wildnis? Ich sehe das nicht so kritisch wie Du.

Hältst Du das für Wildnis?:




« Letzte Änderung: 22. November 2013, 20:44:33 von lerchenzorn »
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #166 am: 22. November 2013, 20:47:43 »

Schaut so aus, wie wenn ich beim Heuen die Brille verliere ;).

Ich glaube, es ist einfach Kulturlandschaft, die Natur zulässt. Für mich hat der Begriff keinen negativen Klang; ich verbinde ihn mit Verantwortung, Erhaltung und Nutzung.
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #167 am: 22. November 2013, 20:52:27 »

 ;)

Unter diesem Deinem Ansatz lässt sich Landschaft gut entwickeln, glaube ich.

Das wäre noch eine Variante, über deren Wildnis-Qualität sich nachdenken ließe:




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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #168 am: 22. November 2013, 21:06:04 »

oder das:





« Letzte Änderung: 22. November 2013, 21:06:28 von lerchenzorn »
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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #169 am: 22. November 2013, 21:37:31 »

Mir geht die allgegenwärtige Angst vorm "bösen Buchenwald" nicht aus dem Kopf, der die Entwicklung jeglicher Artenvielfalt unterdrückt. ???

Daher habe ich vorhin einmal den Rahmenlandschaftsplan für den Landkreis Diepholz (ca. 2000 qkm) durchgeforstet. Für diejenigen, die dieses "Nirgendwo" nicht kennen... die nördliche Hälfte des Landkreises ist Geestgebiet mit Anteilen an der Wesermarsch, der südliche wird von einer Moorniederung mit einzelnen Geestrücken geprägt.

Der Plan führt 17 verschiedene potenzielle Vegetationseinheiten (Was wäre wenn...?) auf. Den größten Anteil würden hier demnach auch Buchenwälder einnehmen, wenn es den Menschen nicht gäbe. ;) Sofern diese Flächen auf mittleren bis guten Böden nicht beackert werden, sind dies Forststandorte, die überwiegend schon seit dem Mittelalter als Wald genutzt werden.

Für die kleine Samtgemeinde (100 qkm). in der ich lebe, werden im Plan allein 5 potenzielle Vegetationseinheiten aufgeführt, wobei für die Buchenwaldstandorte dasselbe gilt, wie für den Landkreis. Diese Wälder kenne ich gut und habe festgestellt, dass die Krautschicht dieser vier größeren Waldstandorte durchaus typische Unterschiede aufweist.

Interessant für diese Diskussion hier sind jedoch weitgehend "waldfreie" Flächen entlang von Bachläufen, in denen nach meinen Vorstellungen landwirtschaftliche Nutzung extensiviert werden sollte. Es handelt sich bei diesen Flächen um Standorte, in denen die "böse Buche" keine Chance hätte und sich nach einem Rückbau der Entwässerungsmaßnahmen Stieleiche, Birke und Erle und vielleicht sogar waldfreie Moorvegetation durchsetzen könnte.

Abgesehen von den Wirkungen auf den Hochwasserschutz in anderen Regionen würde die Extensivierung bzw. Aufgabe menschlicher Nutzung eines historisch als Grünland genutzten Streifens entlang dieser Bachläufe die Chance auf eine Biotopvernetzung eröffnen, die das gesamte Gemeindegebiet abdecken könnte.

Wir hatten übrigens vor wenigen Jahren den Abschluss einer Flurbereinigung. Folge war, dass "Ausgleichsmaßnahmen" als Alibi an anderer Stelle in Form von Gehölzstreifen gepflanzt wurden, die aus Mangel an Pflege nicht einmal zur Hälfte angewachsen sind und sich vor allem eine Ruderalflur etabliert hat. Auf den ökologisch "wertvollen" Standorten, die früher als Grünland genutzt wurden, wächst jedoch inzwischen vielfach der von mir so geliebte Futter- oder Biogasmais. :P

« Letzte Änderung: 22. November 2013, 22:19:27 von troll13 »
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #170 am: 22. November 2013, 21:55:12 »

Lerchenzorn, aus dieser Perspektive habe ich die Wildnisfrage noch nie betrachtet. Die Kästchen blenden so schön alles aus, ich finde, alles kann Wildnis sein oder eben nicht. Das zweite Bild könnte auch eine Löwenzahnwiese sein oder Trollblumen - oder Buchenwald im September ;) .

Troll, hier wurden mit der Aufgabe des früheren Landwirtschaftstyps, bei dem viele Familienangehörige (und andere) mitgearbeitet haben und genügend Helfer auch für zeitintensive Arbeiten vorhanden waren die Bäche und Wassergräben sich selbst überlassen. Die Folge war einerseits Rodung dieser Zeitfresserhecken und andererseits, wo niemand roden wollte, der Anflug von Großbäumen und Verdrängung der bis dahin regelmässig auf Stock gesetzten Hecken (regional meist Hasel, natürlich durchsetzt von vielen anderen Arten). Diese Großbäume wurden nun seit diesem Umbruch, also seit bald 60 Jahren, sich selbst überlassen. Die Folge ist keine positive: Vögel, die auf freie Landschaften angewiesen sind, verschwinden immer mehr.

Und weil so viel gerodet wurde, dass die Hecken nicht mehr aneinandergrenzen und Straßen und Siedlungen sie durchbrechen, ist hier auch der Laubfrosch beinahe verschwunden. Er zieht an Heckenzügen entlang zu Laichgewässern - die auch verschwunden sind, früher hatte jedes Bauernhaus einen Löschteich. Wir haben im Tal ein allerletztes Laubfroschvorkommen mit geschätzten 50 Individuen - beschämend, wenn man bedenkt, dass die vor 60 Jahren noch sehr zahlreich zu finden waren.

Ideal wären für eine Landschaft niedrige, gepflegte Hecken. Aktuell gibt es hier positive Tendenzen zu erkennen: Die hier schon erwähnte Begeisterung der ÖsterreicherInnen für Hackschnitzelheizungen steigert die Nachfrage, sodass viele Bauern wieder beginnen, ihre Hecken/Baumreihen/Galeriewälder auf Stock zu setzen. Das ist gut, allerdings nur dann, wenn wir heimische Hackschnitzel kaufen (die sind aber wohl manchen zu teuer ::) ).
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #171 am: 22. November 2013, 21:55:52 »

OT: Sorry, ziemlich lang die Story...

Wenn ich selbst nur einen Ansatzpunkt finden würde, um hier wenigstens einen kleinen Teil, von dem was ihr macht, auch umsetzen zu können, wäre ich glücklich.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #172 am: 22. November 2013, 22:06:34 »

@ Katrin,

es gibt sicher nicht allgemeingültige Lösungsansätze. Ich denke für meine Vorstellung von einer Biotopvernetzung hier auch nicht an einen flächendeckenden Urwald ähnlichen Streifen entlang der Bachläufe.

Allein der Rückbau der Entwässerung und die Aufgabe der Ackernutzung würden schon wesentliche ökologische Aufwertungen sein.

Aber auch das passt schon nicht mehr in das Betriebskonzept, der Landwirte, die diese Flächen heute bewirtschaften.

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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #173 am: 22. November 2013, 22:36:04 »

Aber auch das passt schon nicht mehr in das Betriebskonzept, der Landwirte, die diese Flächen heute bewirtschaften.

Das ist völlig logisch. Die Landwirte müssen ihr Geld verdienen. Natürlich stört mich die Vermaisung der Landschaft auch. Aber Straßen und Gewerbegebiete finde ich ebenfalls nicht gerade attraktiv. Genauso wie dem Industriearbeiter oder Büromenschen, die dazu noch in einer zu nahezu 100% naturfreien Umgebung arbeiten, muss man dem Landwirt seine Existenz gönnen.
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chris_wb

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #174 am: 22. November 2013, 22:39:29 »

Ich blicke aus meinem Bürofenster direkt in ein Naturschutzgebiet. Da laufen auch schonmal Rehe und Fasane vorbei.
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #175 am: 22. November 2013, 22:40:18 »

Dort, wo Dein Büro ist, war auch mal Wald ...
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chris_wb

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #176 am: 22. November 2013, 22:43:08 »

Ich gehe wieder.
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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #177 am: 22. November 2013, 22:56:33 »

Aber auch das passt schon nicht mehr in das Betriebskonzept, der Landwirte, die diese Flächen heute bewirtschaften.

Das ist völlig logisch. Die Landwirte müssen ihr Geld verdienen. Natürlich stört mich die Vermaisung der Landschaft auch. Aber Straßen und Gewerbegebiete finde ich ebenfalls nicht gerade attraktiv. Genauso wie dem Industriearbeiter oder Büromenschen, die dazu noch in einer zu nahezu 100% naturfreien Umgebung arbeiten, muss man dem Landwirt seine Existenz gönnen.

Eben so! Mit dem Landwirt bin ich aufgewachsen und zusammen zur Schule gegangen und ich gönne ihm auch das Abenteuer "Biogasanlage".
Aber ich frage mich, ob es nicht auch höher gestellte Interessen, wie Hochwasser- und Biotop- und Artenschutzschutz gibt, die die Herausnahme von Flächen aus industriell landwirtschaftlicher Produktion und meinetwegen auch auch die großzügige Entschädigung des Landwirts rechtfertigen.
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #178 am: 22. November 2013, 23:03:29 »

Darin sind wir beide einer Meinung. ;)
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #179 am: 23. November 2013, 00:18:41 »

Aber auch das passt schon nicht mehr in das Betriebskonzept, der Landwirte, die diese Flächen heute bewirtschaften.

... Die Landwirte müssen ihr Geld verdienen ...

Interessant sind die selektive Wahrnehmung und Darstellung, mit denen dieser spezifischen Art des Geld verdienens hin und wieder Akzeptanz verschafft werden muss. Jede nüchterne Realität braucht eine Legende, mit der sie schmackhaft gehalten werden kann.

Der Landesbauernverband Brandenburg sieht Kein Maisproblem:"Umweltministerin ... und Abteilungsleiter ... erteilten am 7. Mai den Mitgliedern des LBV-Präsidiums in Teltow/Ruhlsdorf ungeahnte Rückendeckung. Hatten sich doch die Landwirte beschwert, von der "Umweltseite" ständig wegen angeblich zu großer Maisbestände angegriffen zu werden. Nun verkündeten beide ... "Wir haben in Brandenburg kein Maisproblem,..."

demgegenüber der O-Ton des Ministeriums:

Antwort auf eine Kleine Landtags-Anfrage:
"Die Ministerin hat immer wieder öffentlich klargestellt, dass auf Flächen, die über viele Jahre mit Mais bestellt werden, ein deutlicher Rückgang der biologischen Vielfalt zu verzeichnen ist, sich die Bodenqualität durch verringerte Humusbildung auf diesen Flächen spürbar verschlechtert und aufgrund des hohen Einsatzes von Dünge- und Pflanzenbehandlungsmitteln mit höheren Stoffeinträgen in das Grundwasser und die Oberflächengewässer zu rechnen ist. ...

In Brandenburg findet auf 10.000 bis 20.000 Hektar Maisanbauflächen gegenwärtig das Gegenteil statt: Mais in Selbstfolge über 4 bis 6 Jahre ist leider keine Seltenheit.
... z. B.innerhalb eines Vogelschutzgebietes ... können sich in Bezug auf die konkreten gebietsspezifischen Schutzziele des jeweiligen Gebietes enorme Probleme ergeben, die aus einer landesweiten Statistik nicht ersichtlich sind.

Der Gesamtumfang des Maisanbaus ... erreichte 2011 einen Umfang von 190.800 ha und nahm damit ca. 18,5 % der Ackerfläche ein.
Aus dem landesweiten Anteil von Maisanbauflächen im Verhältnis zur gesamten Ackerfläche lässt sich pauschal noch kein Problem ableiten. Regional und lokal kann der Maisanbau jedoch zu Problemen führen, wenn Mais ohne Einhaltung von Fruchtfolgen in Selbstfolge angebaut wird.
... im Jahr 2011 ... gut 20 % Mais in 3-jähriger Selbstfolge und knapp 6 % in 6-jähriger Selbstfolge ...
...
Eine derartige Anbauweise entspricht nicht den Anforderungen des Boden- und des Naturschutzgesetzes."


staudo, jeder muss sein Einkommen erzielen und der Landwirt erarbeitet es sicher nicht immer leicht. Das kann aber keine Rechtfertigung für "immer nur so weiter und anders geht´s halt nicht ..." sein. Kritische Eigensicht habe ich bisher nur bei Einzelpersonen wahrgenommen und da einiges an persönlichem Wandel und erstaunlicher Umstellung. Die Branche als solche zeigt da leider gar nichts. Hat sie wohl auch nicht nötig.
Und wenn die Herrschaften über geschützte Tier-Arten reden, dann in der Regel in Verbindung mit den aus ihrer Sicht endlich wieder fälligen Schrotgarben und Flintenlaufgeschossen.
« Letzte Änderung: 23. November 2013, 00:21:19 von lerchenzorn »
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