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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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|17|3|Aber nicht vom Winde verweht, sondern vom Wurme zerlegt.  (Zitat aus einem Fachthread bei garten-pur)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

Rieke

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #195 am: 26. November 2013, 14:17:12 »

Zitat
Wogegen ich mich etwas wehre, ist, wenn man ein funktionierendes Biotop/Lebensraum plötzlich unter "Naturschutz" stellen will, um es zu erhalten.

Wenn ein Gebiet unter Naturschutz gestellt wird, heißt das nicht, daß jede Nutzung verboten wird. Was in dem jeweiligen Schutzgebiet erlaubt ist, wird durch eine Schutzgebietsverordnung geregelt. Diese Verordnung denkt sich normalerweise auch nicht ein Beamter einfach so aus, sondern die wird auf der Basis von Fachgutachten entwickelt, d.h. von Biologen oder vergleichbar qualifizierten Leuten und gilt nur für dieses bestimmte Schutzgebiet.

In der Regel gibt es einen Pflegeplan, in dem festgelegt wird, wie die jeweiligen Schutzziele erreicht werden sollen, d.h. z.B. bei einer erhaltenswerten Wiese durch Mahd.

Der Artikel bei Wikipedia erklärt das recht gut.

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #196 am: 26. November 2013, 14:19:38 »

Zitat
Wogegen ich mich etwas wehre, ist, wenn man ein funktionierendes Biotop/Lebensraum plötzlich unter "Naturschutz" stellen will, um es zu erhalten.

Wenn ein Gebiet unter Naturschutz gestellt wird, heißt das nicht, daß jede Nutzung verboten wird. Was in dem jeweiligen Schutzgebiet erlaubt ist, wird durch eine Schutzgebietsverordnung geregelt. Diese Verordnung denkt sich normalerweise auch nicht ein Beamter einfach so aus, sondern die wird auf der Basis von Fachgutachten entwickelt, d.h. von Biologen oder vergleichbar qualifizierten Leuten und gilt nur für dieses bestimmte Schutzgebiet.

In der Regel gibt es einen Pflegeplan, in dem festgelegt wird, wie die jeweiligen Schutzziele erreicht werden sollen, d.h. z.B. bei einer erhaltenswerten Wiese durch Mahd.

Der Artikel bei Wikipedia erklärt das recht gut.



Aber wozu das alles, wenn es doch eh schon Jahrhunderte gut funktioniert? Ganz ohne Nutzungsplan.
Nicht jeder braucht einen Plan für sein Handeln. Auch Akademiker nicht, wie ich gerade neu gelernt habe ;)

Natürlich ist das auch sinnvoll, wenn der Lebensraum bedroht wird, z.B. durch einen Straßenneubau oder Neubaugebiete, Industriegebiete etc. Keine Frage.

Kann man die Natur eigentlich auch gegen überbordende Windparks schützen?
« Letzte Änderung: 26. November 2013, 14:23:04 von Mediterraneus »
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Rieke

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #197 am: 26. November 2013, 14:42:00 »

Zitat
Natürlich ist das auch sinnvoll, wenn der Lebensraum bedroht wird, z.B. durch einen Straßenneubau oder Neubaugebiete, Industriegebiete etc.

Wenn die Straße schon geplant wird, ist es für ein Unterschutzstellung zu spät.

Durch die Unterschutzstellung wird 1. ein Gebiet langfristig gesichert, 2. erhöht sich die Chance, daß Geld für Pflegemaßnahmen zur Verfügung steht.

Vielleicht solltest Du mal ins Bundesnaturschutzgesetz gucken, das ist nämlich garnicht so schlecht. Da werden z.B. "historisch gewachsene Kulturlandschaften" geschützt, geht es um "Vielfalt, Eigenart und Schönheit". Ich kenne kein anderes Gesetz, das Schönheit schützt ;D.

In der Praxis scheitert leider sehr viel von der Umsetzung an dem "Überwachungs- und Vollzugsdefizit", also sehr unterbesetzten Behörden. Da ist ein Naturschutzgebiet auch hilfreich, weil es die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß ein Bauer nicht unbemerkt eine wertvolle Wiese als Maisacker nutzt oder massiv unter Gülle setzt.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #198 am: 26. November 2013, 15:03:03 »

Irgendwie scheint jeder zu denken, nur Naturschutz ist das "Gute". Neben SUV, Smartphone, Laptop, Drittcomputer, 16:9 Leinwand, Billigfleisch vom Discounter und Urlaub in Übersee kann "Naturschutz" ja nicht schlecht sein.

Wieviele Landschaften stehen denn unter Naturschutz, und wieviele nicht?
Sind die nicht unter Naturschutz stehenden Landschaften denn so schlecht? Sie sind völlig ohne Naturschutz entstanden, warum sollten sie ohne Naturschutz nicht weiterexistieren können. Landschaften, wie von Katrin geschildert, gibt es noch häufig.
Wo Mensch und Natur noch miteinander klar kommen. Man sollte den Bauern, Waldbauern, Weinbauern, privaten Landbesitzern nicht nur Schlechtes unterstellen. Die leisten auch gute Beiträge, wenn nicht die größten zur Landschaftspflege überhaupt. Völlig ohne Antrag, Nutzungsplan, Sondergenehmigung ;)

Wobei ich jetzt nicht sage, dass gewisse Zuckerln für die Bauern nicht nötig sind.

« Letzte Änderung: 26. November 2013, 15:19:04 von Mediterraneus »
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #199 am: 26. November 2013, 15:32:12 »

ein Bauer nicht unbemerkt eine wertvolle Wiese als Maisacker nutzt oder massiv unter Gülle setzt.

bravo, bravo, bravo!

Stichwort "unter Gülle setzen"!

Hier in einer schönen Odenwaldtallandschaft mit einem entzückenden Flüsschen, das sich durch noch recht ursprüngliche Landschaft schlängelt - mein Chemie-Professor in Oldenburg damals, 1975, der mit der Gruppe Erstsemester am Projekt Lebensraum Haarenniederung arbeitete, oder das versuchte, schwärmte von diesen ursprünglichen Odenwaldbächen in der Umgebung der Heidelberger Universität - mit einer nur teilweise von Erlen bestandenen und gelegentlich von sumpfigen Stellen mit Binsen bewachsenen Ufern ...

Also diesen teilweise beschatteten und teilweise lichten Abschnitten des Flusslaufes folgt ein schön mäandernder Spazierweg. Zwischen Wiesen, die von Schottischen Hochlandrindern bestanden werden. Die haben nichts dagegen, wenn ihre Klauen im Wasser stecken und ihre Köpfe im Nebel.

An diesem Spazierweg gibt es an beiden Ortsausgängen, also am oberen und unteren Beginn des Weges, Schilder mit einem scheißenden Hund, der durchgestichen ist. Die Schilder sind rund, rot umrandet und rot durchgestrichen. Die üblichen Verkehrsschilder eben.

Der Spazierweg hat an zwei Stellen Bänke. Sitzt man auf einer, kann man an schönen Herbsttagen beobachten, wie der Güllewagen mit dem rotierenden Verteiler über diese gewässergeschützte Wiese fährt. Es riecht würzig und man amüsiert sich köstlich, während man mit der Zufallsbekanntschaft neben sich das Bild genießt und die Lage im nächstgelegenen Fitnesscenter bespricht.

Idyllisch! ;D
« Letzte Änderung: 26. November 2013, 15:36:26 von pearl »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #200 am: 26. November 2013, 15:35:39 »

Du hättest auch in die Hundesch..ße treten können ;)
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #201 am: 26. November 2013, 15:38:40 »

du erfasst es nicht.

Vielleicht noch eine Information: die Bitte um den Verzicht auf scheißende Hunde wird auf einer Infotafel zusätzlich erklärt. Dieses sei ein aus Gewässerschutzgründen geschütztes Gebiet und deshalb sei darauf zu achten nichts zu hinterlassen oder einzubringen, was das Gewässer verschmutzen könne.

Die Nutzung der Aue als Wiese um Heu zu machen ist sicher sinnvoll. Eine Nutzung als Weide ist schon fragwürdig, eine Nutzung als Fettwiese mit Gülledüngung ist völlig daneben.

Im Hinblick auf die Tatsache, dass die Regenerationsfähigkeit dieses Gewässers durch die Begradigung und Kanalisierung im weitern Verlauf beim Durchfließen zweier Zwergstädte sehr eingeschränkt ist.

Schottisches Hochlandrind wird gerne in Odenwaldtälern auf solchen Standorten eingesetzt. Finde ich nicht sinnvoll.
« Letzte Änderung: 26. November 2013, 15:45:32 von pearl »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #202 am: 26. November 2013, 15:45:15 »

du erfasst es nicht.

Vielleicht noch eine Information: die Bitte um den Verzicht auf scheißende Hunde wird auf einer Infotafel zusätzlich erklärt. Dieses sei ein aus Gewässerschutzgründen geschütztes Gebiet und deshalb sei darauf zu achten nichts zu hinterlassen oder einzubringen, was das Gewässer verschmutzen könne.

Und ebensowenig wie der böse Bauer halten sich die Hundebesitzer dran. Das meinte ich mit dem Reintreteproblem. Bauern machen selbstverständlich nicht alles richtig.
Schutzgebiete müssen halt auch überwacht werden, sonst nützen sie nix. Und wenn Fifi nicht mit reindarf und an die Leine muss, dann ist die öffentliche Meinung für Schutzgebiete gleich nicht mehr so hoch.
« Letzte Änderung: 26. November 2013, 15:46:42 von Mediterraneus »
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #203 am: 26. November 2013, 15:46:27 »

egal! 8)
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #204 am: 26. November 2013, 15:52:27 »

Weideflächen finde ich auch nicht immer richtig.
Leider ist das oft die einzige Möglichkeit, die Flächen überhaupt offen zu halten. Eben weil der Bauer das Interesse verliert, die Wiesen zu mähen. Irgendwie müsste man ihn dazu bringen, die Wiese als Streuwiese zu nutzen.
Ein Hoffnungsschimmer sind die neumodischen Pferdebesitzer. Dame 50plus, die was auf sich hält,braucht neuerdings ein Hobby. Reiten. Pferde als Steppentiere brauchen am besten mageres Heu. Also genau das Futter, welches auf Trockenrasen/Magerwiesen wächst. So könnte man ansetzen:Du bekommst bestes Pferdeheu, wenn du nicht düngst und nur 2 mal mähst. Da hab ich als Bauer auch was davon, wenn ich das Heu verkaufen kann. Man munkelt auch, plötzlich wieder Frauen mit Sensen gesehen zu haben. Allerdings dürfen die Gäule nicht dort auf der Wiese weiden, das ist dann wieder kontraproduktiv.

Im Naturschutzgebiet hat er zuviele Auflagen und lässt es bleiben. Dann kommt halt das Hochlandrind hin. Das hat ein "Öko-Image". Oder bei uns ganz neu: Wasserbüffel. Toll!

PS: Sorry für den Schreibstil, etwas zerstückelt. Muss nebenbei arbeiten
« Letzte Änderung: 26. November 2013, 15:59:44 von Mediterraneus »
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #205 am: 26. November 2013, 16:10:39 »

geh mir wech mit Pferde! ;D

Sicher ist auf jeden Fall, dass wir um den selben Punkt kreisen.

Vielleicht läge die Kunst in einem Naturschutz mit großer Akzeptanz in allen Teilen der Bevölkerung in der Lockerung einiger Naturschutzdingens und des Entgegenkommens der Landwirtschaft. Dazu wäre eine bessere Kommunikation notwendig und bitte auch keine Obrigkeitsstaatlichkeit und auch nicht die dumpfbackige Weigerung der bodenständigen Bevölkerung sich ein wenig zu bewegen.

Der Weg zu einem effektiven Zusammenarbeiten aller betroffenen und engagierten auf den Land läge politisch in der Befreiung der Kommunen von der Gewerbesteuer als hauptsächlicher Einnahmequelle.

Die Gewerbesteuer ist die Wurzel allen Übels.
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #206 am: 26. November 2013, 16:11:38 »

Bei diesen Hundekackverbotschildern geht es in seltenen Fällen um Gewässerschutz, meistens sollen die Weidetiere vor Parasiten (Neospora caninum und andere) im Hundekot geschützt werden. Allerdings gibt es sicherlich Hundebesitzer, denen der Gewässerschutz wichtiger ist, als ob die Kühe ihre Kälber abortieren bzw. tot gebären.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #207 am: 26. November 2013, 16:14:17 »

Allerdings gibt es sicherlich Hundebesitzer, denen der Gewässerschutz wichtiger ist, als ob die Kühe ihre Kälber abortieren bzw. tot gebären.
:o

wasn jetzt los?

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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #208 am: 26. November 2013, 16:17:39 »

Das (Neosporose) ist der Grund, warum in den letzten Jahren diese Hundehaufen-Paranoia in der Bauernschaft aufgekommen ist.
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pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #209 am: 26. November 2013, 16:22:51 »

ja, das ist ja gut, nur kenne ich keine Hundebesitzer, denen der Gewässerschutz wichtig ist. :-\
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