Ich bin der Meinung, hier wird im Augenblick viel zu fokussiert auf die klassischen Naturschutzkategorien diskutiert.
Vielleicht sollte man hier eher den Grundgedanken derBiosphärenreservate diskutieren.
Die Liebe des Franken zu seinem Land in allen Ehren (sorry Mediterranaeus
), ich denke einfach, die Umwelt, Natur, Landschaft... braucht einfach gesetzlich/vertraglich gesicherten Schutz vor dem Menschen und auch Räume in denen sie sich selbst überlassen wird.
Das wird in einem Bundesland wie Bayern mit einem Waldanteil von 35 % der gesamten Flächennutzung anders diskutiert bzw. geregelt werden müssen als in Niedersachsen mit einem Waldanteil von 20 % und ganz besonders bei mir im Landkreis, wo der Waldanteil gerade einmal 9 % beträgt.
Es geht ja nicht nur um Wald. Bei euch gibts wenig Wald, also versteh ich den Wunsch, einen Urwald als Schutzareal ausweisen zu wollen. Sicher sehr sinnvoll. Ich lebe in einem der größten Wälder Deutschlands, hier ist der Wald die artenärmste Vegetation, die Lichtungen sind die artenreichsten Lebensräume. Ich kenne das, auch wenn ich kein Akademiker bin. Aber ich bin jeden Tag draußen in der Natur und beobachte seit Jahren.
Es sind aber je nach Region unterschiedliche Lebensräume schützenswert. Eine Düne an der Nordsee z.b. oder das Wattenmeer. Die schützenswerten Küsten werden aber auch nicht sich selbst überlassen. Es werden Lahnungen gebaut, z.B. um den Lebensraum vor dem Meer zu schützen. Sich selbst überlassen bedeudet dort, vom Meer weggespült zu werden.
Oder die Halligen. Sich selbst überlassen ist dieser einzigartige Lebensraum verloren. Viele Pflanzen und Tiere gibt es nur dort.
Ein Weinberg, mit all seinen Eidechsen und Mauern. Sich selbst überlassen wird das zu Gebüsch, ohne Eidechsen.
Es gibt halt soviele Lebensräume, die schützenswert sind. Schützt man viele davon aber vor menschlichen Eingriffen, dann sind sie verloren. Menschliche Eingriffe sind nicht immer Umweltverschmutzung und Flächenverbrauch, auch mähen ist menschlicher Eingriff.
Naturschutz oder Schutz an sich muss dann aus menschlicher Pflege bestehen. Entweder müssen es die Naturschutzvereine etc leisten, oder weranders. Übers "weranders" kann man diskutieren. Sind das dann die "bösen Bauern", muss man denen auch mal Fehler verzeihen. Aber man muss trotzdem froh sein, dass sie ihre "Landschaftspflegearbeiten" tun. Denn die Städter kann man schlecht zu Frondiensten verpflichten
