Ich halte mich jetzt auch raus, ich habe beim Nachlesen das hier entdeckt:
Da kann der Biologe noch so viele Dr. und Profs haben, er kann halt nur Theorie und hat in seiner Uni gelernt, was ihm andere vorgetragen haben. Eine Sense hatte der vermutlich noch nie in der Hand, oder ein Beil.
Damit ist meine Inkompetenz nachgewiesen - obwohl ich schon mal eine Sense in der Hand hatte. 
Mein Bio-Studium in den 80er Jahren hat eine gute Grundlage gelegt für meine anschließende Arbeit. Einer der nützlichsten Kurse war "Bestimmungsübungen an Gräsern im nichtblühenden Zustand".
Brauche ich ständig, denn von Mai bis Oktober bin ich auf Wiesen, Mooren und (Halb-)Trockenrasen unterwegs, voller nichtblühender Gräser. Ein Wort habe ich fürchten gelernt, schon während des Studiums: "noch". "Da gibt es noch die und die Art." Oder, schlimmer: "Jene Art habe ich vor 10 Jahren noch dort gefunden ..."
Nach dem Stufium habe ich dann richtig angefangen zu lernen. Und aus dem, was ich seither dazugelernt habe, im Gelände, im Gespräch mit Bauern, Schäfern und Naturschutzbehörden, auf Rinder- Pferde-, Konik- und Schafweiden und nicht zuletzt im eigenen Garten könnte ich wohl mehrere Doktorarbeiten schreiben.
Eine Sense hatte ich schon in der Hand, was nicht heißt, dass ich richtig damit umgehen kann. Allerdings glaube ich, dass das den meisten Bauern heutzutage nicht viel anders geht. Zumindest zeigen sie keine Bereitschaft, die Sense auf Wiesen auch einzusetzen. Das höchste was erwartet, und als Biotoppflege bezahlt werden kann ist der Einsatz der Motorsense.
Meine Arbeit in den letzten 10 Jahren bestand zu einem sehr großen Teil aus Erfassung, Bewertung und Managementplanung für Offenland in FFH-Gebieten: Und da geht es in den meisten Fällen eben darum: artenreiche Wiesen, Kulturlandschaft, zu erhalten, oder wiederherzustellen.
Wenn bei euch noch alles in Ordnung ist, Medi, um so besser, aber meine Erfahung ist leider anders: Ich kartiere Hunderte ha Wiesen und davon sind 2 oder 3 wirklich in sehr gutem Zustand mit annähernd vollständigem Arteninventar.

Je nach Gebiet mehr oder weniger sind halbwegs passabel

und viele können gerade noch so als LRT 6510 (Magere Flachland-Mähwiese) angesprochen werden

und je nach Gebiet sehr große Flächen sind einfach nur eintönig, Gräser, Löwenzahn, Scharfer Hahnenfuß

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Eben weil in den letzten 50 Jahren in der Kulturlandschaft ein rasanter Artenschwund stattgefunden hat, ist der Naturschutz und Förderprogramme nötig.
Zur Beweidung: Auf beweideten Flächen habe ich schon alles gefunden, von den artenreichsten blühenden Wiesen bis zum reinen, zertretenen Matsch. Der Vorteil der Beweidung ist, dass die Tiere überall hinkommen, auch zwischen Gehölze und auf Hänge, die kein Bauer mit Traktor erreicht. Was daraus wird hängt von Beweidungsdauer, -Zeitpunkt und -Intensität ab: Mit Koniks und Hochlandrindern lassen sich durch ganzjährige, sehr extensive Beweidung aus Reitgras-Goldrutenfluren artenreiche Frischwiesen schaffen. Oder: Viele Jungrinder fressen kurze Zeit auf Hangwiesen, die im Juni noch blütenübersät waren. Im August ist alles ratzekurz - und die Rinder wieder weg.