Wer sich interessiert, ist (meistens) auch jemand, der schützt. Das heißt, Naturschutz muss mit den Menschen passieren, er muss von ihnen verstanden, erkannt und in der Folge akzeptiert werden, damit er funktioniert.
Das hat Mediterraneus gut verstanden. So gehen wir hier auch vor: Wanderungen mitten durch die Wiesen (auf vorher gekennzeichneten Wegen natürlich) werden gut angenommen und die Schilder lassen wir immer ein paar Tage danach noch stehen, weil viele in Ruhe und mit Fotoapparat auch die Insektenragwurz, Feuerlilie, etc. sehen wollen. Seit die Bauern hier wissen, dass es den Schwalbenwurzenzian gibt, lassen sie ihn am Rand der Weiden stehen oder mähen rundherum. Und seit wir unermüdlich ermutigen, in den Wiesen nach bestimmten Pflanzen zu suchen, und immer mehr Pflanzen auch tatsächlich gefunden werden, umso mehr Leute gewinnen wir für die Sache.
Einfach absperren wäre zumindest bei Pflanzen, die ja so am Papier nicht recht begeistern können, sondern errochen, erfühlt und selbst gefunden werden wollen echt blöd.
Brutvogelschutzgebiete wie wir sie in den Auen haben, sind etwas anderes. Durch Anlegen von Rad-, Wander- und Reitwegen kann die Zerstörung aber auf ein Minimum reduziert bleiben, und seit es offene Zugänge zum Wasser gibt, sind sie noch weniger geworden.
Naturschutz ohne der Bevölkerung mag vielleicht nah der der Natur sein, aber er funktioniert nicht. Vielleicht wäre er manches Mal einfacher, aber man erreicht keine Identifikation, keine Partizipation.