katrin, deinen post habe ich sehr wohl gelesen; aber da du damit ganz offenbar (in erklärter übereinstimmung mit mediterraneus) eine schwarzweiß-gegenposition zu meinem hinweis formuliert hast und deine meinung auch klar nicht zur diskussion stellen wolltest, sondern als allgemeingültige erkenntnis beschrieben hast, mochte ich mich da nicht weiter zu äußern. mir war nicht bewusst, dass es auf jeden einzelnen post eine reaktion geben muss. 
da du nun einschließlich ätzender unterstellung nachhakst: ich halte es nicht für richtig, grundsätzlich alle empfindlichen biotope für erholung und (naturschutz-)tourismus offenzuhalten oder zu öffnen und jederzeit massenhaft leute durchlaufen zu lassen. genau dafür gibt es landschaftsschutzgebiete. dass es trotzdem naturschutzkundliche führungen für wirklich interessierte geben kann, zum beispiel außerhalb der brutzeit o.ä. besonders schutzwürdiger zeiten, schließt ein ansonsten nicht allgemein zugängliches naturschutzgebiet ja nicht aus.

- Ich habe keine Gegendarstellung
formuliert , sondern ich
erlebe das Gegenteil. Deswegen fehlt der Konjunktiv.
In dieser Diskussion wird deshalb immer auf deinen Wohnort verwiesen, weil du von völlig anderen Zahlen ausgehst, als dann tatsächlich für die von uns hier diskutierten Flächen von Bedeutung werden. Wenn ich in Bezug auf unseren Verein von Führungen und Besuchern spreche, sind wir für 6 Orchideenwiesen auf unter 600 Personen, das sind weder Massen noch Mengen, die ein geschlossenes Gebiet rechtfertigen würden. Hier ist außerdem alles recht kleinräumig - durch die mir bekannten Schutzgebiete führen Straßen, Wanderwege und dort wohnen Menschen. "Touristen" gibt es nicht, hier sind vor allem alte Leute in den Wiesen, die manche Blumen von früher kennen und davon erzählen, wie viele Schmetterlinge es früher überall gab. Sie inmitten einer Trockenwiese staunen zu sehen, wo 50 Schwarze Apollos herumsegeln, ist sehr berührend und macht mich immer traurig, da wir hier etwas bieten können, das vor 40 Jahren noch Normalität war.
So wie du es vorschlägst, mit unzugänglichen Bereichen, wird es im nahen Nationalpark Kalkalpen gehandhabt. Betreten des Kernbereichs nur mit Rangern, kein Herumgewusle von irgendwem. Das ist ein anderer Ansatz: Dort wird Urwald erhalten, wie er in Mitteleuropa herrschen würde. Die Almen im Randbereich werden bestoßen, der Wald wird sich selbst überlassen (inklusive Borkenkäferbefall der Fichten, Windwurf und Schneedruck). Das hat zu Widerstand geführt (benachbarte Waldbesitzer hatten Angst um ihre Wälder) und konnte nur unter großen Anstrengungen durchgesetzt werden.
Ich bin durchaus dafür, solche Gebiete völlig zu schließen, weil es dort darum geht, dass möglichst wenig Einfluss geschieht. Kulturlandschaften leben aber davon, vom Menschen bearbeitet und bestaunt zu werden, deswegen muss man hier anders vorgehen.