Kulturlandschaften leben aber davon, vom Menschen bearbeitet und bestaunt zu werden, deswegen muss man hier anders vorgehen.
Auch nicht zum ersten Mal hier niedergeschrieben: Die Vielfalt an Kulturlandschaften hat die Zahl an Lebensräumen und damit die Artenvielfalt begünstigt und z.T. erst erschaffen.
Das hat sich aber gründlich geändert. Die heutige Kulturlandschaft wird zunehmend zu einer Agrarsteppe, wobei das Wort "Steppe" noch ein Euphemismus ist, assoziiert er doch eine Natürlichkeit, die gar nicht besteht.
Diese Umwandlung folgt ökonomischen Zwängen und ist gewollt. Und solange sich daran nichts ändert und alles unter dem Gesichtspunkt der Finanzierbarkeit betrachtet wird, wird sich auch an einer weiteren Nivellierung und damit Verarmung der Kulturlandschaft nichts Grundsätzliches ändern.
So entsteht eine neue "Kulturlandschaft", die eben Ausdruck dieser Zwänge ist: Auf der einen Seite Intensivlandwirtschaft bis an den Straßenrand, wo das letzte an Profit angestrebt wird, auf der anderen Seite aus der Nutzung entlassene Flächen, die eben nicht mehr genug Profit abwerfen und deshalb - aus Sicht eines bewahrenden Kulturlandschützers - verwahrlosen.
Dazwischen bleibt ein Rest an Kulturromantik, der das Landleben verklärt.
Das ist schon klar.
Aber was sind die Lösungsansätze?
In diversen Antworten scheint das einzige Allheilmittel ein Naturschutzgebiet zu sein. Gut. Dann beantrage ich mal ein Naturschutzgebiet für ganz Unterfranken. Hmm. Oberfranken ist auch noch sehr unberührt und unverdorben, das könnte man auch unter Naturschutz stellen. Und der Odenwald natürlich auch, da geh ich ab und zu mal hin.
Oder wir machen die Museumsmethode, überall gibt es einen kleinen umzäunten Zoo mit Schild davor und Fotoplattform.
Ich finde, es redet sich unheimlich leicht über Naturschutz. Aber alles kann er nicht richten.
Übrigens, Janis Einwand zeigt auch gleich ein neues Problem eines "Nationalparks" innerhalb dichtbesiedelter Gebiete auf. Wenn nicht genügend Platz vorhanden ist, kollidiert Natur mit alle ihren Krankheiten (Schweinepest) mit den Lebensräumen des Menschen und seinem Haustier. Stichwort: Bejagung. Aber das ist ein anderes Thema.