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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)

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|8|6|Und wie dick das Fell ist, das ich heut trag, entscheid ich immer morgens vorm Kleiderschrank - heut ist es eher aus der Collection "nacktmull". (Zitat aus einem Fachthread)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #390 am: 09. Dezember 2013, 11:45:28 »

Wenn der Bauer die Gülle nicht auf die Wiese kippen darf, wo geht sie denn dann hin? Biodünger in Pulverform wird er wohl nicht draus herstellen. Dann kippen wir sie halt in die verwilderten Dickichte, sieht dann keiner. Wächst der Nutzwald umso schneller.


Jedenfalls haben weder das Ausbringen von Gülle noch güllegedüngte Wiesen irgend etwas mit Naturschutz zu tun.
Eher schon mit umweltbelastender und geruchsbelästigender Abfallentsorgung.

Kulturlandschaften haben auch nichts mit Naturschutz zu tun.

Was hast du denn immer mit Naturschutz? Es gibt auch einen sinnvollen, nachhaltigen Umgang mit der Natur ohne Naturschutz. Das ist der Punkt, an dem man meiner Meinung nach ansetzen sollte.

Gülle ist ein anfallender Dünger, der dazu gebraucht wird, Rindern Nahrung zu besorgen. Sie sorgt dafür, dass Tiernahrung direkt vor Ort "angebaut" wird, ohne lange Transportwege.

Das ist eine althergebrachte Methode. Mein Opa hat die Gülle seiner 2 Kühe auch auf die Wiese gespritzt, weil er aufs Gras angewiesen war. Diese Wiesen waren sehr artenreich. Durch das ständige Entnehmen von Mahd wären die Wiesen für ihn wertlos geworden, wäre nicht nachgedüngt worden.

Zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht, schadet das auch der Lebensform Wiese erstmal nicht, solange es nicht übertrieben wird. Ist halt keine Magerwiese, sondern eine Fettwiese, was ist denn daran schlecht?

Die Grenzen zwischen "Dünger" und "Entsorgung" sind allerdings problematisch.
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2013, 11:52:47 von Mediterraneus »
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Touluser

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #391 am: 09. Dezember 2013, 11:53:11 »

Wie schön das Bristlecone von Luft und Liebe leben kann :D, wir leider nicht. Klar ist jeder Hof ein Wirtschaftsunternehmen aber sehr vom Staat gegängelt. Warum glaubst du dass die Lebensmittel so billig sind?
Ich verbräme ganz gewiss nichts. Es ist Realität.das sind Tatsachen.

 Ich liebe meinen Beruf der mich körperlich und geistig auslastet. Aber ich habe nicht nur Verbraucher,Ämter,Kontrolleure und Wichtigtuer im Nacken sondern auch das Wetter. Das ist so berrechenbar wie der 6. im Lotto- trotz Wetterkarte, Wetterfax usw.
 Der Acker die Wiese der Wald ist unser Kapital. Jeder qm ist eimalig und nicht vermehrbar. Aber das ist das was eine Kulturfläche ausmacht. Ich bearbeite, säe, mähe, ernte gezielt und nicht nach dem Zufallsprinzip. Ich erzeuge Natur aus der Natur mit der Natur. Dazu gehört auch Gülle und Mist. Was ist Gülle. Der Rest den die Tiere nicht verwerten konnten bei der Produktion von Fleisch und/oder Milch oder Eier. Aus was besteht sie. Aus den Resten des Futters von Tieren ob Schwein oder Rindern. Sie ist versetzt mit Bakterienresten, die teilweise auch deiner Darmflora gleichen. Bei Festmist ist halt noch Stroh dabei.
Was fressen Rinder:Gras Silage aus Mais und Gras,(das ist wie beim Mensch das Sauerkraut)
Getreide und Leguminosenschrot, Mineralfutter, Salz manchmal auch Kartoffeln (Übergrößen) Rüben, Rübenteile, Heu und Stroh Melasse in sehr geringen Mengen. Schweine:Unsere Mastschweine zB Gerste Triticale,Rapsschrot,Leguminosenschrot,Mineralfutter Rapsöl.
Wenn ich auf meine Äcker schaue und sehe wieviel Regenwürmer ich füttere bin ich immer selbst ganz erstaunt. Selbst heute sind sie aktiv. Sie lieben Mist, sie brauchen Abfälle um zu leben. Natürlich könnte man den Mist trocknen und pressen und für viel Geld in Plastikbeutel an die lieben Gartenbesitzer verkaufen. Aber das ist keine Kreislaufwirtschaft.

Stell dir den Schwarzwald oder die Alpen ohne landw. Nutzung mal vor. Die Höhen und Täler wachsen zu, verbuschen,verwalden. Ok auch eine Art der Natur. Aber die Auswirkungen für das Mikroklima ist dann enorm. Die Täler wären Kühler. Die Flora wäre eine ganz andere. Die Weitsicht wäre auf Postkarten von anno dunnemal zu bewundern. Denn dann hat auch der Mensch dort nichts mehr verloren.
Dehnen wir es auf noch mehr Fläche aus, muss sich der Homo sapiens aus der Fläche zurückziehen. Massenmenschenhaltung, in Wohnsilos komprimiert, ist dann der Gegenentwurf. Dass die menschlichen Exkremente sehr teuer entsorgt werden müssen steht auch noch im Raum.
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #392 am: 09. Dezember 2013, 12:00:48 »

Stell dir den Schwarzwald oder die Alpen ohne landw. Nutzung mal vor.

Ich war gerade in den Neuenglandstaaten, u.A. in den dortigen White Mountains. Dort gibt es praktisch keine landwirtschaftliche Nutzung mehr. Was soll ich dir sagen: eine wundervolle Landschaft!
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #393 am: 09. Dezember 2013, 12:20:28 »

Das ist eine althergebrachte Methode. Mein Opa hat die Gülle seiner 2 Kühe auch auf die Wiese gespritzt, weil er aufs Gras angewiesen war. Diese Wiesen waren sehr artenreich. Durch das ständige Entnehmen von Mahd wären die Wiesen für ihn wertlos geworden, wäre nicht nachgedüngt worden.

Na die Gülle von zwei Kühen ist aber ein großer Unterschied zum Düngen, wie es heute passiert. Und verallgemeinern darf man hier sowieso nicht: In Regionen, wo sich in den vergangenen Jahrhunderten artenreiche Wiesen etablieren konnten, wurden diese überhaupt nicht gedüngt, da man den raren Dünger - Kühe waren ja immerhin mehr als die Hälfte des Jahres selbst auf den Wiesen, wo sie nur punktuell und im Flachen düngen konnten - auf Ackerflächen verteilt hat.

Nach dem zweiten Weltkrieg waren dann für Feldfrüchte auf einmal mineralische Dünger erhältlich, zusätzlich wurden Traktoren erschwinglich und Kühe wurden in größerer Zahl ganzjährig im Stall gehalten. Wohin nun mit der vielen Kacke? Erst dann - ab den 50er-Jahren - hat man sie auf die Wiesen gekarrt, gleichzeitig den Boden verdichtet und alle steilen Flächen, die man mit dem Traktor nicht erreichen konnte, aufgeforstet. Innerhalb von zwei Jahrzehnten war die Artenvielfalt futsch.

In Österreich kam zu diesen Entwicklungen ab den 80er-Jahren die Silagegewinnung dazu. Ab dieser Zeit wird schon ab Ende April gemäht, vier- bis fünfschürige Wiesen bestimmen seitdem das Landschaftsbild. Ab da ging es auch mit den Tieren in den Wiesen bergab und viele Pflanzen, die mit erhöhtem Nährstoffangebot zwar umgehen können, aber eine längere oder erst im Sommer erfolgende Saatentwicklung aufweisen, konnten sich nicht halten. Seitdem brechen auch die Schmetterlingsbestände ein, weil Futterpflanzen oft mitsamt den Raupen siliert werden und es zu keiner Sommergeneration mehr kommen kann.

Aus diesen Gründen müssen solche Wiesen geschützt werden: Weil es nur wenige gibt, die nicht als Acker, Wald oder Gülleaufbringfläche genutzt werden.

Übrigens: Das duftende Magerwiesenheu, das unser Verein erwirtschaftet, ist bei den Landwirten der Region nicht erwünscht, da es zu wenig Eiweiß aufweist und die erforderten Eiweißanteile in der Milch nur mit Zufütterung (von Soja aus Brasilien) erreicht werden könnten. Wir sind sehr froh, dass das Tierasyl, das unser Heu bezieht, da keine Ansprüche stellt.

Verdammt, ich wollte ja nicht mehr...
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich

uliginosa

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #394 am: 09. Dezember 2013, 12:24:58 »

Kulturlandschaften haben auch nichts mit Naturschutz zu tun.

Was hast du denn immer mit Naturschutz? Es gibt auch einen sinnvollen, nachhaltigen Umgang mit der Natur ohne Naturschutz. Das ist der Punkt, an dem man meiner Meinung nach ansetzen sollte.

Gülle ist ein anfallender Dünger, der dazu gebraucht wird, Rindern Nahrung zu besorgen. Sie sorgt dafür, dass Tiernahrung direkt vor Ort "angebaut" wird, ohne lange Transportwege.

Das ist eine althergebrachte Methode. Mein Opa hat die Gülle seiner 2 Kühe auch auf die Wiese gespritzt, weil er aufs Gras angewiesen war. Diese Wiesen waren sehr artenreich. Durch das ständige Entnehmen von Mahd wären die Wiesen für ihn wertlos geworden, wäre nicht nachgedüngt worden.

Zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht, schadet das auch der Lebensform Wiese erstmal nicht, solange es nicht übertrieben wird. Ist halt keine Magerwiese, sondern eine Fettwiese, was ist denn daran schlecht?

Die Grenzen zwischen "Dünger" und "Entsorgung" sind allerdings problematisch.

Klar hat Kulturlandschaft etwas mit Naturschutz zu tun - der wird gebraucht und sie zu erhalten - sonst gibt es nur noch verbuschte Wildnis und ausgeräumte Agrarsteppe.

Und der Naturschutz wird gebraucht um Bauern, die nicht alle Strukturen (Obstbäume, Hecken) wirtschaftlichen Zwängen opfern wollen, fördern zu können. Als Maßstab.

Gülle ist leider nicht ganz eindeutig - hat dein Opa wirklich Gülle gehabt oder Mist mit Einstreu?

Auf (Fett-)wiesen ist entzugsausgleichende Düngung kein Problem. Wenn Opas Kühe nur von dieser Wiese gefressen haben, dann reicht ihr Mist nicht aus, sie zu düngen.

Aber ein Schweizer (womöglich ein Naturschützer? ;) ) hat einmal gesagt: Die schweizer Kühe fressen (zu einem großen Teil) im Ausland und sch... in der Schweiz. Und das führt dann langfristig zu Überdüngung.
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #395 am: 09. Dezember 2013, 12:25:33 »

Danke für eure differenzierenden Darstellungen.
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2013, 12:26:18 von Bristlecone »
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Amur

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #396 am: 09. Dezember 2013, 12:34:48 »

WEnn ich das richtig weiss, müssen die landwirtschaftlichen Betriebe heute für ihre Flächen eine Düngebilanz erstellen. Sonst gibt es einen Zuschuss.
Also Gülle ausbringen auf Teufel komm raus und nur zur Entsorgung sollte schon lange GEschichte sein.
Und als Laie einzuschätzen was zu viel ist oder nicht wird nicht ganz einfach sein.
Allerdings gibts natürlich Situationen in denen einiges abgeschwemmt wird. Das ist dann sicher nicht so gut.
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #397 am: 09. Dezember 2013, 12:40:21 »

Was gesetzlich erlaubt ist, ist für ein Knabenkraut schon zu viel. Da ist das Problem.
« Letzte Änderung: 09. Dezember 2013, 12:40:26 von Katrin »
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uliginosa

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #398 am: 09. Dezember 2013, 12:50:39 »

Toulouser, eine regelmäßig gegüllte Wiese mit Knabenkräutern, die müsstest du mir wirklich mal zeigen!
Und dass zweimalige Mahd auf Feuchtwiesen obligatorisch vorgeschrieben wird ist tatsächlich weltfremd - einmalige Mahd und nur wenn Wetter und Bodennässe es zulassen eine 2. Mahd, etwas anderes kommt da eigentlich nicht in Frage.

Überhaupt sind wir in den letzten Jahren davon abgekommen feste (späte) Mahdzeitpunkte vorzuschreiben. Es wird jetzt eher Wert gelegt auf mindestens 6 Wochen Abstand zwischen der 1. und 2. Mahd, damit die Wiesenarten zur Blüte kommen können.

Als Bauer hast du auch Freude an Margeriten in deiner Wiese. du läßt jedes Jahrdiesen Streifen stehen und mähst ihn erst später. Doch dann kommt so ein Neunmalklug von so einer Behörde und sagt dir wie toll die Margeriten sind und dass es die gesamte Wiese unter Schutz stellt und dir vorschreibt wann du mähen sollst. Der Neunmalklug hat aber von nichts anderem als Botanik Ahnung und das hat er nicht selbst erforscht oder Erfahrung gesammelt, sondern gelernt von irgenteinem der mal was geschrieben hat, ob es Wahr ist oder nicht.(Denkt an die vielen Zitate in den Doktorarbeiten). Was mach ich als Bauer dann. Schweren Herzens mähe ich die Wiese ganz ab.

Im Fall des Margaritenstreifens würde ich vorschlagen, die ganze Wiese so zu bewirtschaften, wie den Streifen mit den Margariten. ;D

Zitat
Bei uns gibt es Schutzgebiete die wurden kartographiert wo die Eigentümer verpflichtet sind, diesen Status nicht zu verschlechtern sonst drohen empfindliche Strafen. Das heißt, die Flächen dürfen nicht der Natur überlassen werden, sie verbuschen sonst. Sie müssen gemäht werden, aber bitte nicht rationell mit großen Maschinen. Das Grüngut muß abgefahren werden. Beweidung ist nicht zulässig, das führt Dünger zu. Und die paar Euronen die du dafürbekommst- vergiss es.

Diese Schutzgebiete heißen hier FFH-Gebiete. Wenn die Flächen in gutem Zustand sind, sollen sie so weiter bewirtschaftet werden, wie bisher. Wenn der günstige Zustand mit Beweidung erreicht odelr gehalten wurde, spricht nichts gegen Fortführung der Beweidung.

Zitat
.... Es wird immer mehr Flächen geben die sich selbst überlassen werden, da niemand sie mehr pflegen kann und der finanzielle Aufwand für Land und Verbände zu groß wird. Ich glaube, dass sich die Natur immer wieder durchsetzen wird. Nicht so wie die Paragraphenreiter es gerne hätten und wir denken. Nein es werden neue Gattungen und Arten entstehen. Tiere werden sich anpassen oder verschwinden. (Beispiel Dino,s) Und wir auch.
....

Neue Gattungen und Arten werden kaum entstehen - es werden die profitieren, die sich immer an solchen Standorten ansiedeln, Brombeeren, Brennnesseln - schlimmstenfalls werden sich Neophyten ansiedeln, die noch konkurrenzstärker sind.
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Viele Grüße aus dem Trockengebiet, Uli

Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #399 am: 09. Dezember 2013, 12:54:54 »

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Amur

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #400 am: 09. Dezember 2013, 12:57:25 »

Was gesetzlich erlaubt ist, ist für ein Knabenkraut schon zu viel. Da ist das Problem.

Das Problem liegt wohl eher daran, das keine übliche Landwirtschaft mehr langfristig mit solchen Wiesen überleben kann.

Ich hatte mal einen Kollegen hier der aus Australien kam. Er schüttelte nur den Kopf wie denn die Bauern mit den Minifeldern hier überhaupt überleben könnten.

Langfristig müssen wir in etlichen Regionen in D uns wohl entscheiden, wo international konkurrenzfähige Landwirtschaft betrieben wird, und wo wir Landschaftspfleger mit etwas Ertrag bezahlen.

Dazwischen wird es m. e. nicht mehr viel geben. Ein paar Pferdehöfe welche (möglichst für lau) das Heu von altem Gras aus Naturschutzflächen nehmen werden da nicht viel ändern können.
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #401 am: 09. Dezember 2013, 13:06:08 »

Übrigens: Das duftende Magerwiesenheu, das unser Verein erwirtschaftet, ist bei den Landwirten der Region nicht erwünscht, da es zu wenig Eiweiß aufweist und die erforderten Eiweißanteile in der Milch nur mit Zufütterung (von Soja aus Brasilien) erreicht werden könnten. Wir sind sehr froh, dass das Tierasyl, das unser Heu bezieht, da keine Ansprüche stellt.

Bietet das mal in Reitställen (oder bei Pferdekliniken) an, Pferde und Eselbesitzer haben enorme Schwierigkeiten an "Pferdeheu" zu kommen, weil im Handel fast nur Heu von gedüngten, fünfschürigen Wiesen zu kriegen ist. Das ist für Pferde viel zu energiereich mit erhöhtem Rehe-Risiko und Moppel-Haflingern inklusive EMS etc...
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #402 am: 09. Dezember 2013, 13:13:49 »

Stell dir den Schwarzwald oder die Alpen ohne landw. Nutzung mal vor.

Ich war gerade in den Neuenglandstaaten, u.A. in den dortigen White Mountains. Dort gibt es praktisch keine landwirtschaftliche Nutzung mehr. Was soll ich dir sagen: eine wundervolle Landschaft!


Eine wundervolle Landschaft. Mit vergleichbaren 250 Einwohnern pro Km2 wie bei uns?

Hat hier nicht jemand was von "träumen" erzählt?
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #403 am: 09. Dezember 2013, 13:19:44 »

Übrigens: Das duftende Magerwiesenheu, das unser Verein erwirtschaftet, ist bei den Landwirten der Region nicht erwünscht, da es zu wenig Eiweiß aufweist und die erforderten Eiweißanteile in der Milch nur mit Zufütterung (von Soja aus Brasilien) erreicht werden könnten. Wir sind sehr froh, dass das Tierasyl, das unser Heu bezieht, da keine Ansprüche stellt.

Bietet das mal in Reitställen (oder bei Pferdekliniken) an, Pferde und Eselbesitzer haben enorme Schwierigkeiten an "Pferdeheu" zu kommen, weil im Handel fast nur Heu von gedüngten, fünfschürigen Wiesen zu kriegen ist. Das ist für Pferde viel zu energiereich mit erhöhtem Rehe-Risiko und Moppel-Haflingern inklusive EMS etc...

Auch das hab ich schon geschrieben, dass die wachsende Zahl der Pferdebesitzer einer (Wieder-)Bewirtschaftung von Magerwiesen sehr förderlich sein könnte.
Der Besitzer der Wiese (oder der Bauer) hätte was davon, das magere Heu zu verkaufen.
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #404 am: 09. Dezember 2013, 13:20:38 »

Kommt natürlich auch drauf an, wie viele Herbstzeitlose u.a. Giftpflanzen drin sind :-X
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