Was gesetzlich erlaubt ist, ist für ein Knabenkraut schon zu viel. Da ist das Problem.
a) Das Problem liegt wohl eher daran, das keine übliche Landwirtschaft mehr langfristig mit solchen Wiesen überleben kann.
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b) Langfristig müssen wir in etlichen Regionen in D uns wohl entscheiden, wo international konkurrenzfähige Landwirtschaft betrieben wird, und wo wir Landschaftspfleger mit etwas Ertrag bezahlen.
c) Dazwischen wird es m. e. nicht mehr viel geben. Ein paar Pferdehöfe welche (möglichst für lau) das Heu von altem Gras aus Naturschutzflächen nehmen werden da nicht viel ändern können.
a) Eine zu kleine, aber auch nicht verschwindend geringe Zahl von Bauern zeigt, dass es geht.
b) Landwirtschaft hat zuallererst die regionale Versorgung sicherzustellen, soll mindestens aber eine möglichst große Regionalität von Erzeugung und Verbrauch verfolgen. Das klingt unter aktuellen Marktbedingungen naiv. Diese aktuellen Märkte hinterlassen aber heute schon zerstörte Landschaften, Sozial- und Wirtschaftsgefüge in allen Teilen der Welt, was reichlich belegt ist. Langfristig müssen wir wohl eher entscheiden, welche Politik in eine tragfähige Richtung führt.
Im übrigen werden jedes Jahr einige europäische Milliarden damit begründet, dass sie die "Landschaftspflege mit etwas Ertrag" belohnen, herauslocken, entschädigen. Wer immer nur den angeblichen Gegensatz von tragfähiger Landwirtschaft und vollfinanzierter Pflege konstruiert, argumentiert für die komplette Streichung aller landwirtschaftlichen Förderungen zugunsten eines gezielten "Einkaufs" von Landschafts-Dienstleistungen. Er argumentiert damit gleichzeitig, vermutlich unbewusst, für eine Einbeziehung aller Landnutzungen in die für andere "Landverbraucher" längst eingeführte Eingriffsermittlung und -regelung, so lächerlich diese oft ist. Es fallen dann also nicht nur Fördermittel weg, sondern der die Artenvielfalt einer Fläche "verbrauchende" Industrie-Agrarier muss diesen Verbrauch dann auch noch bezahlen. Auch das hört sich heute noch unglaublich und naiv an, aber die Großen der Agrarbranche arbeiten fleißig am Schwinden des Rückhaltes in der Öffentlichkeit. Mit leiden würden viele, die nicht annähernd so belastend ackern, aber nach bewährter Manier am Ende in einen Topf geschmissen werden.
c) Einige Pferdefutter-Produzenten gehören zu den unter a) genannten Betrieben. Auch wenn sie nicht viel an der Gesamtmisere ändern, erhalten sie sehr pracht- und wertvolle Wiesen im Land.
Aus Landwirtschaft und Naturschutz ein an einem Wagen in eine Richtung ziehendes Gespann zu machen, ist immer eine Herausforderung und die ganze Kiste steckt voll unterschiedlichster Interessen und Meinungen, die aus genauso unterschiedlichen Erfahrungen und Horizonten erwachsen. Da hat man sich nicht an einem Tag miteinander ausgesprochen als Landwirt und Naturschutz-Vertreter und hat auch nach mehreren Tagen nicht herausgefunden, wie man zusammen etwas erreicht. Wenn beide einen ehrlichen Willen dazu haben, kann es mit der Zeit, nach reichlichem Aneinandervorbeireden aber was werden.
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Bald wieder mit´nem neuen Förster unterwegs. Bin gespannt, wie lange wir uns falsch verstehen. Ist immer ein Treffen von zweien von zwei verschiedenen Sternen. Überall das Gleiche.

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