Was in Mitteleuropa als "Natur" geschützt wird ist immer Kulturlandschaft.
Ui, da hab ich ja was losgetreten

Uliginosa, dieser Satz von dir trifft es ganz gut. Vielen ist nicht bewußt, wo denn der Wald, die Wiese, die Freiflächen herkommen. Dass der Schmetterling nur da ist, weil der Mensch die Bäume nicht zulässt (trifft auf die meisten Gebiete mit gutem Boden zu)
Beispiel Spessart: Greenpeace hat sich aufgekoffert, der Wald muss geschützt werden, soll der Natur überlassen werden. Die Bevölkerung läuft Sturm dagegen. Analog beim Steigerwald.
Der schützenswerte Wald, so wie er heute ist, ist ein BEWIRTSCHAFTETER Wald. Der Mensch hat schon immer eingegriffen, nachgepflanzt, gefällt usw.
Es gäbe hier keine schützenswerten uralten Eichen, wenn der Mensch damals den Eichen die Buchen nicht vom Hals gehalten hätte. Ohne Mensch gäbs die Spessarteiche nicht, es wäre die Spessartbuche.
Streuobstwiesen bilden in Mitteleuropa den einzigartigen Lebensraum der Baumsavanne. Savannen gibt es sonst nur noch in Afrika. Es handelt sich um eine gemähte Wiese, welche durch das ständige Ausräumen der Mahd ausgemagert ist. Dadurch wachsen die starkwachsenden Gräser nicht mehr so gut, Blumen konnten sich zunehmend ansiedeln. Durch die regelmäßige Mahd werden Baumsämlinge gehindert, zu wachsen und die Obstbäume zu überwuchern.
Dadurch kamen nach und nach die ganzen schützenswerten Pflanzen, Knabenkräuter (und weitere Orchideen), Schachbrettblumen, Schlüsselblumen, Küchenschelle usw.
Die lichten Obstbäume geben vielen Vögeln und auch Höhlenbrütern Unterschlupf, z.b dem Steinkauz.
Ohne Eingreifen des Menschen und maßvoller Bewirtschaftung gäbe es diesen einzigartigen Lebensraum NICHT.
Dass der Mensch durchaus auch negativ in die Natur eingreifen kann, z.B. intensive Landwirtschaft, sei mal dahingestellt.