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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

Amur

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #480 am: 11. Dezember 2013, 16:36:28 »

Die tun ja was verlangt wird.
Kommt halt drauf was da verlangt wird und wer dass festlegt.

Kontrolle über Satellit erfolgt relativ gut. Das weiss ich von Bekannten die einen Hof umtreiben.
FIONA heisst das System über dass die Beantragung und Überwachung läuft meine ich.

Genau:
 http://de.wikipedia.org/wiki/FIONA
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #481 am: 11. Dezember 2013, 19:23:34 »

Der Großteil der Agrarförderung wird künftig, wie schon bisher "insgesamt" für die vom Betrieb bewirtschaftete Fläche vergeben. Ab 2014 sind 30 % der Betriebsprämie (Prämien der Säule 1, ohne besondere Auflagen) an das so genannte Greening gebunden. Ursprünglich sollte damit auch einmal die Biodiversität der Agrarlandschaft gefördert werden.

Zwischendurch gab es die Idee, die pure Lage einer Nutzfläche in Schutzgebieten als Greening-Beitrag abzurechnen, mit oder ohne Nutzungsbeschränkung.

Irgendwo dazwischen wird die abschließende Regelung ankommen. 5 % der Nutzflächen müssen "ökologische Vorrangfläche" werden, was nach dem Stand der Dinge mit dem bisher zur normalen "Guten fachlichen Praxis" zählenden Anbau von Zwischenfrüchten und Eiweißpflanzen - gedüngt und gespritzt - schon erfüllbar ist.
« Letzte Änderung: 11. Dezember 2013, 21:06:08 von lerchenzorn »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #482 am: 11. Dezember 2013, 19:50:00 »

Energiepflanzenanbau soll auch Greening werden.
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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #483 am: 11. Dezember 2013, 23:37:51 »

Wenn ich jetzt garstig wäre, würde ich jetzt sagen, der Schulterschluss zwischen Bristlecones Beiträgen und denen von Lerchenzorn ist geschaffen.

Hier sieht es so aus: " Landwirt giert nach Biogasanlage, wenn er schon keine Windkraftanlage bauen darf. Um Grenzsteine kümmert er sich eh schon lange nicht mehr. (Wo kein Kläger ist...) Nach Feierabend holt er gerne die Flinte aus dem Schrank und gibt sich "grün". Wenn wir keine Fasanen und Hasen mehr schießen können, dann gehen wir eben auf Drückjagd nach Wildsauen." ::)

Für mich ist das auch das Resultat einer Politik, die Windparks im Nationalpark Wattenmeer genehmigt, ohne überlegt zu haben, wie der Strom überhaupt an Land kommt.

Auch wenn es hier unterschiedliche regionale Problemlagen gibt, mit dem "Laissez faire" der wirtschaftlichen Kräfte ist Artenvielfalt nicht zu retten.

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andreasNB

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #484 am: 12. Dezember 2013, 01:12:57 »

Ich mag es überlesen habe - obwohl ich durchgehend und oft amüsiert mitgelesen habe ;D 8) - aber es wird nicht bzw. kaum das Instrument der Förderung grundsätzlich infrage gestellt.

Warum müssen gewinnorientierte und -machende (!) Betriebe/Firmen, egal ob in der Landwirtschaft, Handwerk oder Industrie, überhaupt finanzielle Förderungen erhalten ?

Wenn die Gesellschaft - vertreten durch die Politik, umgesetzt durch Bürokraten in den Ämtern - andere Ziele als das Unternehmen hat, wie z.B. eine reich strukturierte Landschaft, kann sie diese Leistung direkt bezahlen.
Mal so einfach 300Euro Flächenprämie erhalten, nur weil ich sie bewirtschafte - Häh ? Gehts noch !
Bei 100 Hektar jage ich einfach ne Herde Kühe drüber und leg den Rest des Tages die Beine hoch. Bequemer gehts doch kaum noch. Eigentlich ::)
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andreasNB

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #485 am: 12. Dezember 2013, 01:13:58 »

Grundsätzlich hat der Mensch/Bauer immer im Rahmen von wirtschaftlichen Zwängen und seinen Möglichkeiten Land- und Forstwirtschaft betrieben. Die Absicht dabei auch "Naturschutz" zu betreiben, hatten auch vor 200Jahren wohl nur Idealisten ;)
Dies ist heute nicht anders - mit dem Unterschied das zumindest in Europa damals meistens mehr für die Natur raussprang und heute bei einer Mißernte keiner mehr Hunger leiden muß.
Heute könnten wir die Landschaft also bewußt im Sinne von Mensch & Natur gestalten/nutzen - so manch einer glaubt das auch. Gibt ja genug Gesetze.

Ich erwarte aber nicht das sich hier grundlegend in den nächsten Jahrzehnten etwas ändert.
Damit das, was sich hier im Grunde doch alle wünschen, umgesetzt wird, bräuchte es einen grundsätzlichen Bewußtseinswandel in den europäischen Gesellschaften in wohl so ziemlich allen Bereichen (Gesundheit, Finanzen etc.).
Glaubt ihr wirklich das dies passiert ?
Der Sozialismus hatte auch schon hohe Ideale und ist an der Wirklichkeit gescheitert.

Bei der Landbewirtschaftung/-nutzung wird es wohl so weitergehen wie bisher. Einerseits immer stärkere Intensivierung auf der einen Seite und auf der anderen Seite einige wenige "Ökoflächen" als Rückzugsräume für die dies überlebenden Tier- und Pflanzarten.
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Amur

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #486 am: 12. Dezember 2013, 06:53:35 »

Das Grundproblem der Förderungen ist doch dass die entweder von den Lobbyisten gemacht wurden und mehr oder weniger ein Mäntelchen tragen um ein Ziel vorzutäuschen. Das hat zur Folge, dass mit wenigen, kaum eine Rolle spielenden Massnahmen (oder gar durch die ganz normale Bewirtschaftung) die Förderung zu bekommen ist.
Oder sie wurden von den hier ja auch reichlich vertretenen "Gegnern" der modernen Landwirtschaft gemacht. Dann sind die meist so umständlich einzuhalten, dass die kaum einer macht und mit allen Mitteln umgehen will.

Und ganz zum Schluß, wie bei allen staatlich lenkenden Einflüßen: Nicht der welcher entsprechend gut wirtschaftet erhält das größte Stück, sondern der welcher die Schlichen und Tricks kennt wie man die Anträge stellt und begründet.

Und Feldgehölze werden oft von ahnungslosen gepflanzt. Wer da natürlich sich ausbreitenden Schwarzdorn in die Felder pflanzt, wird so schnell keine Hilfe mehr von der Landwirtschaft erhalten. Denn den Ärger damit haben die. Hecken schneiden und in Grenzen halten ist dann meist nicht mehr auf dem Plan der Pflanzer wenn es nach einigen Jahren nach der Pflanzung nötig wäre. Oft existieren die Gruppen gar nicht mehr so wie bei uns. Die weggerissenen Aussenspiegel von Schleppern oder sonstige Kleinigkeiten interessieren so wenig wie den Landwirt eben der Streifen zum Radweg hin, auf dem in den meisten Fällen eh nur Disteln und Hundehaufen wachsen.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #487 am: 12. Dezember 2013, 07:42:59 »

Wo wir wieder bei der Kommunikation zwischen schlehenpflanzenden Naturschützern und feldbewirtschaftenden Bauern wären ::)
Die Schlehe ist übrigens ein perfektes Heckengehölz, allerdings halt nicht auf einem schmalen Pflanzstreifen von 2 m Breite. Und wer pflanzt, muss auch pflegen, eine Hecke bedarf ständiger Pflege, damit es eine Hecke bleibt ;)

Förderung für normales Wirtschaften finde ich auch "in den Arsch blasen". Aber wie schon gesagt wurde, das ist so gewollt.
Für den Anbau der neuen "Energiepflanzen", Don Quichote lässt grüßen, bekommen Landbesitzer unterdess immense Summen, bezahlt vom Ottonormal-Stromkunden. Eine "Kulturlandschaft der Zukunft" :-\
In unserem Land ist auch gewollt, dass ein spritschluckendes protzendendes Edelklasseauto (natürlich zufällig in unserem Land hergestellt) "umweltfreundlich gerechnet" wird, und im Endergebnis besser dasteht wie mancher Kleinwagen.
Also ganz ehrlich glaube ich dann auch nicht daran, das der Politik irgendetwas an "Erhaltung von ursprünglichen Kulturlandschaften" liegt. Aber vielleicht gibt es da ja mal einen Kopf, der etwas nachdenkt und die Ökoförderung etwas unkomplizierter gestaltet.
Oder die böse EU schreibt uns irgendwas vor. Manchmal sind sie ja auch für was gut.

« Letzte Änderung: 12. Dezember 2013, 07:48:14 von Mediterraneus »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #488 am: 12. Dezember 2013, 10:33:38 »

Heute stand übrigens in der Zeitung, dass ein Wasserbüffelprojekt in einem bekannten Spessarttal (in dem mal ein Trinkwasserspeicher für Würzburg geplant war) sehr erfolgreich verläuft. Damals gabs massiven Protest: "Rettet das Hafenlohrtal". Jetzt wird es erneut gerettet.

Die Büffel sollen das feuchte Tal bewuchsfrei halten. Rinder und Ziegen gehen nicht, das es so feucht ist. Also Wasserbüffel.
Ein Schäfer hat sich der Tiere angenommen und betreut das Projekt, Stall und weitere Kosten kommen aus dem Naturschutztopf.

Seit das Tal bewuchsfrei gehalten wird, hat sich u.a. der Sumpffarn wieder ausgebreitet und der Feuerfalter ist wieder da. :D

« Letzte Änderung: 12. Dezember 2013, 10:34:39 von Mediterraneus »
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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #489 am: 12. Dezember 2013, 11:03:29 »

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Tara

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #490 am: 12. Dezember 2013, 11:11:57 »

Seit das Tal bewuchsfrei gehalten wird

Das ist bisher leider nur in einem sehr kurzen Stück des Hafenlohrtales der Fall. Der Rest ist heute bis zum Anschlag überwuchert vom Drüsigen Springkraut. :-X
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #491 am: 12. Dezember 2013, 11:20:56 »

Das wächst nicht nur dort, sondern an fast jedem schattigen Bächlein. Es hat die mangelnde Pflege des Lebensraumes genutzt und alles besiedelt. Als die Wiesen noch gemäht wurden, hatte das Springkraut keine Chance.
Ich vermute auch mal, es schmeckt den Weidetieren nicht besonders.

Wir bräuchten dringendst Naturschützer, die das im Sommer ausreißen. :(
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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #492 am: 12. Dezember 2013, 11:23:44 »

Warum ist das Springkraut NICHT Natur?
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Tara

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #493 am: 12. Dezember 2013, 11:27:58 »

Du willst jetzt hier wirklich eine Neophyten-Diskussion beginnen?
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #494 am: 12. Dezember 2013, 11:32:19 »

Es ist schon Natur. Die einzige halt an diesem Standort.

Bzw. eine Natur, die eigentlich zu der ursprünglichen Kulturlandschaft nicht passt. Eigentlich ist es eine Art von Verwilderung durch Vernachlässigung in der Kulturlandschaft. Ob sie mit Springkraut verwildert oder verbuscht oder verwaldet ist ja wurscht.

Natur ist es also. Die bisher erschaffene Natur verschwindet dadurch trotzdem.

In diesem Fall muss der Naturschützer Natur ausreißen, damit Natur erhalten wird. Naturschutz heißt ja nicht, einfach alles wachsen zu lassen.
« Letzte Änderung: 12. Dezember 2013, 11:34:28 von Mediterraneus »
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