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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #525 am: 12. Dezember 2013, 16:30:18 »

Wer ist der Naturschutz?

Wenn die Quelle, aus der die Kröte kam, längst trocken ist? Was dann?
(Ich bin nicht für neue und alte Bombentrichter. Immerhin: Im Osten gab es, kurz vor der Wende, "Bastelanleitungen" für die dynamit-getriebene Neuschaffung von Laichgewässern :-X )
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #526 am: 12. Dezember 2013, 17:21:17 »

Eine ähnliche Anleitung gab der Pflanzensammler "Chinese Wilson": Er empfahl, Pflanzlöcher für Gehölze mit Dynamitstangen auszuheben.


Deine Anmerkung, die ursprünglich vorhandenen "gestörten" Standorte gäbe es heute natürlicherweise kaum noch, ist natürlich richtig. Manche davon sind vermutlich sogar so gut wie unwiederbringlich verloren, wie z.B. Fluslandschaften mit sich dauernd erneuernden und wieder verschwindenden Sandbänken, abbtrechende Steilufer an Prallhängen etc.
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #527 am: 12. Dezember 2013, 18:09:33 »

Zu den artenreichsten Biotopen gehören in D wohl die Truppenübungsplätze, weil da wenig Publikumsverkehr ist aber immer wieder "Störungen" der Bodenoberfläche vorkommen und entsprechend Platz für Pioniere wird.
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maigrün

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #528 am: 12. Dezember 2013, 18:24:41 »

ich habe mich, bis auf einen zwischenruf, hier rausgehalten. ich habe einfach zu wenig ahnung, um etwas wirklich gescheites beizutragen. doch frage ich mich bei vielen beiträgen, ob wir nicht alle zu sehr nur unsere eigene (lebens-)zeit bedenken. "unwiederbringlich verloren" kann eigentlich nicht sein, oder?

Deine Anmerkung, die ursprünglich vorhandenen "gestörten" Standorte gäbe es heute natürlicherweise kaum noch, ist natürlich richtig. Manche davon sind vermutlich sogar so gut wie unwiederbringlich verloren, wie z.B. Fluslandschaften mit sich dauernd erneuernden und wieder verschwindenden Sandbänken, abbtrechende Steilufer an Prallhängen etc.
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wenn das forum ein garten ist, dann sind die nicht nötigen zitate der giersch.

enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #529 am: 12. Dezember 2013, 18:32:21 »

Musstest du meine Tippfehler auch mitkopieren? ;D

"Unwiederbringlich" jedenfalls solange, wie Menschen in den Gebieten siedeln. Wenn die Zivilisation den Bach runtergeht, werden die Karten neugemischt. Aber dann interessiert das niemanden mehr.


Konkret hatte ich hier die Flusslandschaft am Oberrhein im Kopf. Die dürfte mit der Tullaschen Rheinkorrektur und den nachfolgenden Umgestaltungen tatsächlich futsch sein. Auch jetzt allmählich anlaufende Programme mit neu angelegten Überflutungsbereichen - für sogenannte ökologische Flutungen -, die die Rheinanwohner stromabwärts vor Hochwasserspitzen schützen sollen, werden diese Landschaft nicht zurückbringen.
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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #530 am: 12. Dezember 2013, 18:35:13 »

"unwiederbringlich verloren" sind beispielsweise ausgestorbene Tiere...
Die Dronte , bekannt.
Eine weggeschwemmte Sandbank gibt's auch nimmer.
Und singuläre Biotope rekonstruieren - ich weiß nicht....
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #531 am: 12. Dezember 2013, 18:54:07 »

Stimmt schon alles. Dass mitteleuropäische Arten aber in unserer oder in nahe folgenden Generationen (komplett) aussterben und diese Äste der Evolution dann tatsächlich für immer abgestorben sind, ist eine reale Perspektive. Heute schon ist für sehr viele Arten jeder Zusammenhang der mitteleuropäischen Verbreitungsgebiete (Ausbreitung, Austausch) verloren gegangen. Sie sind also nicht mehr in der Lage, eventuell neu entstehende, ihren Ansprüchen gerechte Standorte neu zu besiedeln. Und das gab es, in dem erreichten Ausmaß, nie zuvor.

Die Flussauen-Dynamik stellt sich vermutlich als erstes wieder ein - wie bereits gehabt. Es sind die "Normalstandorte", grundsätzlich gehölzfreundliche Flächen, denen die (gedanklich konstruierte, weil nicht direkt belegbare) Dynamik der prähistorischen Landschaft fehlt und in denen die Erosion der standörtlichen und biologischen Vielfalt besonders dramatisch ist.

Das kann man alles entspannt von der Seite betrachten, wenn es einem nicht auf die Pelle rückt. 8) Manche müssen anders. :P
« Letzte Änderung: 12. Dezember 2013, 21:28:19 von lerchenzorn »
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andreasNB

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #532 am: 12. Dezember 2013, 21:55:47 »

@Medi,
Zur Antwort #511.
Bitte nicht nur halb zitieren und nur das sehen was man sehen will ;)
Dieses Tal ist - wie es scheint - Kulturlandschaft.
Mittelfristig macht also nur eine wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung Sinn, welche dabei die von "der Gesellschaft"/Naturliebhabern gewünschte Artenvielfalt erhält. Wenn "man" dies denn so will.
Damit bin ich ganz bei deinem Wunsch der Land-/Forstwirtschaft nicht das Leben durch Naturschutzauflagen von Berliner Bürokraten schwer zu machen ;)
Wobei logischer Weise eine gewisse Kontrolle des Bewirtschafters notwendig sein dürfte.

Wenn dieses Tal im Sinne des Naturschutzes wertvolle Biotope besitzt kann man diese natürlich pflegen, um sie längerfristig zu erhalten. Dies ist aber ein 'statischer Naturschutz' welcher langfristig nur eine Krücke zum Arterhalt sein kann.
Für das ganze Tal, für alle als wertvoll erachteten Biotope in Deutschland, ist dies aber niemals umsetzbar.
Zumal, man wandelt dabei auf einem schmalen Grad.
Legt man die Wege noch so, das sie schöne Aus- und Einblicke in die Landschaft gestatten, stellt ein paar Bänke auf, etc. pp, dann ist man nicht weit vom idealen Park des 21.Jahrhundert entfernt. 8)
Und man erhält eine Idylle, nach dem Motto: "Hach ist das eine schöne Almwiese, aber wo steht die lila Kuh?" ;D


So wirklich habe ich hier noch bei keinem Beitrag gelesen, das jemand grundsätzlich fordert der Natur - in unserer Kulturlandschaft - freien Lauf zu lassen.
Es geht aber darum ihr wieder Möglichkeiten und Freiraum - wo immer nach einer Abwägung der verschiedenen Interessen möglich - zu geben, damit sie sich (weiter)entwickeln kann.
Bei vielen deiner Beiträge habe ich den Eindruck das die böse, böse Natur ja unfähig ist für sich selbst zu sorgen und nur der Mensch fähig ist die Natur vor sich selbst zu schützen, die Artenvielfalt und Idylle ;D zu erhalten.

Übrigens,
von Natur aus würde kein Vogel im Käfig sitzen ::)
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andreasNB

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #533 am: 12. Dezember 2013, 22:59:33 »

@lerchenzorn,
Auf deine Antwort #507.
Darfst auch lange ganz allgemein. Sehe ich nicht so eng 8)
Zitat
Kann sie? Wovon und durch wen?
Gute Frage. Eigentlich gibt es hierfür ja schon Personal.
Ich sehe halt das Problem vor allem in der Art und Weise der Förderung.
 
Man spricht ja heut meist vom Landwirt und nicht mehr vom Bauern. Da stecken ja schon die Wörter Bewirtschaftung und Wirtschaftlichkeit drin.
Auch einem Textilfabrikanten in Bangladesh oder einem Callcenter-Betreiber in MeckPomm geht es in erster Linie ums Geldverdienen - ähm, Geld machen ::) .
Von wegen es geht auch um soziale Verantwortung und man meint es doch so gut mit seinen Mitarbeitern. Dies ist meistens Schwachsinn. Wobei es natürlich immer Ausnahmen geben kann. Zum Beispiel das Idealbild des kleinen Familienbetriebes 8)
Hier müssen also im Sinne der Arbeiter Regeln und Vorschriften her und diese auch kontrolliert werden.

Genauso ist es beim Landwirt und den ökologischen Belangen. Sei es auf seinen bewirtschafteten Flächen oder auf solchen die aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen sind. Oder auch bei der Tierhaltung. Als Stichworte seien mal nur genannt: Schweinemast, Hühner in Legebatterien, Tötungsmethoden wie Schächtung, CO2-Vergasung etc.

Diese Vorgaben & Regeln werden von unseren gewählten Volksvertretern beschlossen und von den Bürokraten kontrolliert. Dies wäre zumindest ihre originäre Aufgabe für die sie auch bezahlt werden.
Naja, wäre...

Ich wiederhole mich, aber wie kann man jemand Geld geben nur weil er sein Land bewirtschaftet ?
Was für ein Schwachsinn.
Wenn der Gewinn seines Unternehmens nicht reicht, muß er sich halt etwas überlegen. Genossenschaft, Umstrukturierung hin zur regionalen Vermarktung, Abschaffung der Schweineintensivmast und so weiter. Deswegen auch der Vergleich mit den Kühen über die Weide treiben.
Für diese Umstrukturierung kann man natürlich staatliche Unterstützung (Förderung/Kredit) geben - bis zu dem Punkt wo es sich selbst trägt.
Wenn nicht muß er halt Stütze beantragen.
Die mittelfristig frei werdenden Milliarden kann man dann sehr gut für Pflegemaßnahmen, Wiederherstellung von Biotopen etc. ausgeben.

Was wäre das Ergebnis wenn man die heutigen Agrarsubventionen abschaffen würde ?
Einerseits wohl eine noch stärkere Intensivierung der Landbewirtschaftung auf einen Teil der Ackerflächen - dies passiert aber ohnehin schon auf den größten Teil der Flächen.
Andererseits gäbe es - meiner bescheidenen Meinung nach - aber auch mehr Natur in der Kulturlandschaft und wieder mehr Menschen, welche von dieser auch Leben können.
Und vielleicht würde man auch weniger Märkte in anderen Ländern durch exportierte Überschüsse und Abfallprodukte (wie z.B. Hühnerfüße) kaputt machen und den Landwirten dort wieder wirtschaftliche Chancen geben.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #534 am: 13. Dezember 2013, 08:17:58 »

....Übrigens,
von Natur aus würde kein Vogel im Käfig sitzen ::)


Das ist richtig. Von Natur aus hätten wir überhaupt keine Kulturlandschaft.

Sorry wg. zitieren. Mir war nur der Begriff Pflege/Bewirtschaftung wichtig. Ich weiß schon, was du meintest.

Um wieder auf dieses Tal zurückzukommen, das schaut jetzt nicht gerade "bewirtschaftet" aus. Das tun viele Lebensräume nicht. Viele Spessarttäler schauen aus, wie irgendwo in Skandinavien. Sie werden jedoch einmal im Jahr gemäht, damit kein Wald aufkommt. Die Lüneburger Heide schaut auch nicht "bewirtschaftet" aus, ist es aber schon. Oder wird sie eher gepflegt?
Solche realtiv naturnah aussehenden Lebensräume vermitteln oft den Eindruck, als seien sie die pure Natur. Möchtegernnaturschützer prangern die Waldabeiter an, was ihnen denn einfällt, die schöne Natur wegzumähen. Dass die schöne Natur nur so ist, wie sie ist, eben weil sie gemäht wird, ist denen völlig fremd.

(Wir haben eine ganze Reihe von Kulturlandschaften geschaffen, auch unbekanntere wie z.b. sowas wie den Mittelwald. Kennt kein Mensch.
Wir haben für alles mögliche ein Museum, für Gegenstände, Bilder etc. Landschaften sind meines Ermessens auch erhaltenswert. Dass das nicht flächendeckend funktioniert, ist mir klar.)

Was ist also der Unterschied zwischen Bewirtschaftung und Pflege einer Landschaft? Bin mir selbst nicht so sicher.
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2013, 08:25:25 von Mediterraneus »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #535 am: 13. Dezember 2013, 08:24:44 »

Ich wiederhole mich, aber wie kann man jemand Geld geben nur weil er sein Land bewirtschaftet ?
Was für ein Schwachsinn.

Warum große Firmen subventionieren, nur weil sie viel Strom brauchen?

Warum Autofirmen subventionieren, nur weil sie große Autos bauen?

Viele Leute bekommen in diesem Land viel Geld für Dinge, die ich nicht verstehe und für nicht gerechtfertigt halte.


Also müssen sich halt die Leute ohne Geld um die Natur kümmern ;)
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #536 am: 13. Dezember 2013, 08:27:37 »


...Ich sehe halt das Problem vor allem in der Art und Weise der Förderung.
 

Immer dieses Zitieren :P


Das sehe ich ganz genauso.
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zwerggarten

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #537 am: 13. Dezember 2013, 08:44:52 »

Ich wiederhole mich, aber wie kann man jemand Geld geben nur weil er sein Land bewirtschaftet ?
Was für ein Schwachsinn.

Warum große Firmen subventionieren, nur weil sie viel Strom brauchen?

Warum Autofirmen subventionieren, nur weil sie große Autos bauen? ...

meines wissens ist das standardargument: um produktion, beschäftigung, arbeitsplätze, einkommen, steuereinnahmen hier in deutschland zu sichern.
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #538 am: 13. Dezember 2013, 08:50:37 »

Jedenfalls ist spartenübergreifend fast niemand bereit, zugunsten des Naturschutzes auf 30% seines Einkommens zu verzichten. Das eint Bauern, Autobauer und Verwaltungsangestellte.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #539 am: 13. Dezember 2013, 08:52:14 »

Blöd nur, dass es in Landschaftsschutz,Landschaftspflege, Naturschutz keine Arbeitsplätze gibt ;)
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2013, 08:52:52 von Mediterraneus »
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