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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)

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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

Amur

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #555 am: 13. Dezember 2013, 12:42:58 »

...
Was wäre das Ergebnis wenn man die heutigen Agrarsubventionen abschaffen würde ?
Einerseits wohl eine noch stärkere Intensivierung der Landbewirtschaftung auf einen Teil der Ackerflächen - dies passiert aber ohnehin schon auf den größten Teil der Flächen.
Andererseits gäbe es - meiner bescheidenen Meinung nach - aber auch mehr Natur in der Kulturlandschaft und wieder mehr Menschen, welche von dieser auch Leben können.
Und vielleicht würde man auch weniger Märkte in anderen Ländern durch exportierte Überschüsse und Abfallprodukte (wie z.B. Hühnerfüße) kaputt machen und den Landwirten dort wieder wirtschaftliche Chancen geben.


Ahnlich dem was ich schon gesagt habe. Allerdings wären hier im Süden starke Eingriffe in die Struktur der Flächen nötig, um wirtschaftlicher arbeiten zu können. Die kleinen Miniäcker ermöglichen keine großen Maschineneinsatz womit dann ein Mann auch entsprechende Flächen umtreiben kann. Das würde aber die Grenzlinien, die ja für viele Tiere auch wichtig sind, weiter verringern.
Hier im Nachbarort gibt es gerade eine Flurzusammenlegung. Da entstehen aus vielen kleinen Flächen Äcker mit 2km und mehr Länge, wenn auch entsprechend schmal. Da die aber eh nie vom Eigentümer sondern alle nur vom selben Pächter bewirtschaftet werden, hat der natürlich einen Vorteil.
Die Kurzstrecken-Spaziergänger haben Pech. Man muß große Runden drehen um wieder an den Ausgangspunkt zurück zu kommen.

In den östlichen Bundesländern sieht es schon anders aus.


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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #556 am: 13. Dezember 2013, 12:46:52 »

Und auf dem 2-Kilometeracker wird dann auch kein "Landschaftselement" mehr stehen.
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2013, 12:47:02 von Mediterraneus »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #557 am: 13. Dezember 2013, 19:12:59 »

Zitat des Tages (Radkau / Natur und Macht):

"Der Kult der Wildnis ist vor allem US-amerikanischen Ursprungs. In den USA hat er einen praktischen Sinn: den Schutz der Nationalparks, der Baumriesen des Westens, der verbliebenen Büffelherden. Aber längst ist erwiesen, dass auch jene 'wilde' Natur, die man im Westen glorifiziert, unter dem Einfluss der indianischen Brandwirtschaft entstand. 'Die schädlichste Fehlkonzeption, die die Europäer nach Kalifornien ebenso wie in den Rest des Kontinents mitbrachten, war der Glaube, dass sie eine 'natürliche Wildnis' beträten.' (Blackburn/Anderson: Before the Wilderness)"
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agarökonom

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #558 am: 13. Dezember 2013, 19:28:48 »

Und auf dem 2-Kilometeracker wird dann auch kein "Landschaftselement" mehr stehen.
Das ist hier im Nordosten der Republik normal . Feldwege gibt es nur minimal , gerade mal um die Zufahrten zu den Riesenäckern zu sichern . Als Ausgleich gibt es aber den Oderdeich und die Oderwiesen sind dann Naturschutzgebiet .
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Nutztierarche

pearl

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #559 am: 14. Dezember 2013, 00:44:02 »

Blöd nur, dass es in Landschaftsschutz,Landschaftspflege, Naturschutz keine Arbeitsplätze gibt ;)

Arbeit in des Wortes ursprünglichster Bedeutung gäbe es schon.
Aber keine Lohnarbeit, d.h. solche, die Profite garantiert.



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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #560 am: 14. Dezember 2013, 08:50:31 »

Alles andere wäre auch Ehrenamt und wird durchaus in kleinem Rahmen gemacht.
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #561 am: 14. Dezember 2013, 20:24:33 »

Neues von J. Radkau, wieder nichts zum raten. Das mit dem Stickstoff .... , passt mir nicht, aber nun ja:

" ... wenn man die Natur als historischen Akteur ernst nimmt, muss man auf unberechenbare Wirkungsketten gefasst sein. Da die Natur nicht anthropomorph ist, bedeutet das Eindringen des Menschen in sie keine Verletzung, die eine 'Rache der Natur' nach sich zieht. Selbst die gewaltigen Kohlen- und Stickstoffemissionen des Industriezeitalters haben auf das Pflanzenwachstum nicht nur schädliche Auswirkungen; vielmehr wirken sie einer jahrhundertelangen Stickstoffverarmung der Waldböden entgegen."
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #562 am: 15. Dezember 2013, 23:22:55 »

Heute statt eines Zitates nur ein Link zu einer coolen Oma.
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2013, 23:31:42 von lerchenzorn »
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zwerggarten

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #563 am: 16. Dezember 2013, 00:44:33 »

30jähriger wald?! ::)

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andreasNB

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #564 am: 16. Dezember 2013, 01:20:07 »

Danke Lerchenzorn,
Danke für den Link zu diesem schönen Film. :)

Jetzt stellen sich mir einige kulinarische Fragen.
Wie werden die jungen Triebe der Aralia elata zubereitet ?
Ich habe einen kleinen Bestand, wo ich dies mal probieren könnte.
Warum steht noch keine Glyzinie in meinen Gemüsebeet und wie bereit sie den Buchweizen auf (gemeint ist das schälen) ?

Wie im Film erwähnt, wird Brandrodung heute wirklich fast nur noch negativ bewertet.
Sicher, in Zentraleuropa gäbe es hierfür auch kaum noch den Raum dazu. Und es gibt für den hiesigen Wald heute bessere Varianten der Bewirtschaftung. Ich habe aber die totale Verteufelung der kleinen Variante hiervon, das abrennen von Rainen und Brachen, nie verstanden.
Sicher, ich kann mir vorstellen das gerade in den letzten Jahrzehnten mit der zunehmenden Naturentfremdung beim abbrennen mehr Blödsinn gemacht wurde und sie nicht als sinnvolle Möglichkeit einer effektiven und schonenden Pflege od. gar Nutzung angewendet wurde.
Aber sie unreflektiert zu verteufeln ???

Ich habe immer mal wieder nen dicken Pult alten Grases bzw. 'nen Quadratmeter im Frühjahr abgebrannt (Gelände ist recht groß).
Auch haben wir vor Jahren das neu erworbene Gelände bei nem Freund - da großflächig nur altes, verwachsenes Grasland - Stück für Stück brandgerodet.
Da war nix mit ökologisch wertvoll ::)
Die Fläche war danach keinesfalls einheitlich schwarz, sondern ein Flickenteppich aus abgebrannten und kurzrasigen Flächen.
Danach konnten recht leicht mit normalen Rechen und Schaufel die gröbsten Buckel (Wühlmaus & Co + alte Ameisenhaufen) entfernt und die Fläche wieder problemlos gemäht werden.
Aber natürlich wäre schweres Gerät, ein fetter Mulcher, viel Öschologischer gewesen :P
Ne, ganz sicher. Kostet ja nur Sprit, Schmierstoffe, Sprit für die Anfahrt, Energie bei der Herstellung der Maschine und die Kleinlebewesen werden da auch so total geschont ::)
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #565 am: 16. Dezember 2013, 07:39:58 »

Im Prinzip ist so eine "Brandrodung" ja ein natürlicher Vorgang, welcher z.B. durch Blitzschlag entsteht.

Kann halt auch schnell aus dem Ruder laufen. Ich trau mich das nicht.
Mein Opa hat das aber noch so gemacht.
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #566 am: 16. Dezember 2013, 07:55:01 »

Wenn's aus Ostasien kommt, muss es ja prima sein. ::)
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #567 am: 16. Dezember 2013, 08:13:56 »

um nochmal zu den Förderungen der Landwirte zu kommen:

Kann es sein, dass die Flächenförderung für den alleinigen Anbau höher ist, als die Umweltförderung von "Landschaftselementen"?
Dass der Bauer für einen Baum auf dem Feld also unterm Strich weniger bekommt, nur weil der Baum da steht?


Dann ist es kein Wunder, dass alle Bäume und Hecken verschwinden. :-\

Im Prinzip müsste der Bauer doch belohnt werden, wenn er einen Baum auf dem Acker stehen hat. Schließlich hat er "Mehrarbeit" damit und einen (kleinen) Ertragsausfall.
Und für den landschaftlichen und umweltmäßigen Mehrwert müsste der Bauer auch mehr bekommen als für die bloße Ackerfläche.
« Letzte Änderung: 16. Dezember 2013, 08:16:42 von Mediterraneus »
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Katrin

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #568 am: 16. Dezember 2013, 08:29:25 »

In Süditalien werden vor dem Einackern alle Durumweizenfelder abgebrannt, weil das Stroh wegen des geringen Niederschlags zu langsam verrotten würde.
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"Ich glaube, viele von uns haben ihre Heimat längst verloren, denn sie haben sie in der Kindheit gelassen, in den staubigen Straßen und an den sonnigen Tagen, als die Welt noch gut war, weil wir nur die Fassade sahen und zu klein waren, die Türen zu öffnen."

ich

lerchenzorn

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