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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

enigma

  • Gast
Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #630 am: 23. Dezember 2013, 18:37:21 »

Man erkennt es schlecht, ein absterbender Wildapfel (Holzapfel).

Ihm bekommt die Natur nicht, andere Bäume sind schneller und überwachsen ihn.

In der Waldwirtschaft werden solche Bäume freigestellt, damit sie sich entwickeln können. Solche Kandidaten werden im Urwald aussterben. Zumindest hier.

Zitat aus der Landesflora von Baden-Württemberg zum Wildapfel Malus sylvestris:

"Erstnachweis: Die Art ist im Gebiet urwüchsig. Ältester archäologischer Nachweis: Mittleres Atlantikum.

Bestand und Bedrohung: Der Holzapfelbaum ist besonders durch die Intensivierung der Forstwirtschaft zurückgegangen.

Ökologie: Auf nährstoffreichen und meist kalhaktigen Lehm -oder Steinböden, in Auwäldern, lokal Charakterart des Ulmo-Quercetrum, auch in Eichen-Hainbuchenwäldern oder in Steppenheiden, besonders in den weniger fortstlich gepflegten Bauernwäldern."


Demnach kommt die Art sehr gut ohne die pflegende Forstwirtschaft zurecht, und sie würde sich auch in naturnahen, nicht bewirtschafteten Wäldern von Natur aus halten.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #631 am: 23. Dezember 2013, 18:37:43 »

Hie und da wurden ziemlich lieblos Apfelhochstämme nachgepflanzt. Immerhin mal welche. Ich hoffe, das Kulturgut Streuobst wird mal wieder mehr geschätzt.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #632 am: 23. Dezember 2013, 18:41:20 »

Man erkennt es schlecht, ein absterbender Wildapfel (Holzapfel).

Ihm bekommt die Natur nicht, andere Bäume sind schneller und überwachsen ihn.

In der Waldwirtschaft werden solche Bäume freigestellt, damit sie sich entwickeln können. Solche Kandidaten werden im Urwald aussterben. Zumindest hier.

Zitat aus der Landesflora von Baden-Württemberg zum Wildapfel Malus sylvestris:

"Erstnachweis: Die Art ist im Gebiet urwüchsig. Ältester archäologischer Nachweis: Mittleres Atlantikum.

Bestand und Bedrohung: Der Holzapfelbaum ist besonders durch die Intensivierung der Forstwirtschaft zurückgegangen.

Ökologie: Auf nährstoffreichen und meist kalhaktigen Lehm -oder Steinböden, in Auwäldern, lokal Charakterart des Ulmo-Quercetrum, auch in Eichen-Hainbuchenwäldern oder in Steppenheiden, besonders in den weniger fortstlich gepflegten Bauernwäldern."


Demnach kommt die Art sehr gut ohne die pflegende Forstwirtschaft zurecht, und sie würde sich auch in naturnahen, nicht bewirtschafteten Wäldern von Natur aus halten.

WENN der Boden nicht stärkerwüchsige Konkurrenz zulässt.
Gegen Eiche und Hainbuche hat er bestimmt eine Chance. Hier hat ja nichtmal die Hainbuche gegenüber der normalen Buche eine Chance.

Und was bitte ist ein forstlich nicht genutzter Bauernwald. Ein Hutewald? Das gibt's auch kaum mehr.
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #633 am: 23. Dezember 2013, 18:43:02 »

Jedenfalls taugt der Holzapfel nicht als Beleg für deine Lieblingsbehauptung, dass nur die pflegende Hand des Menschen dem Wald guttut.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #634 am: 23. Dezember 2013, 18:58:09 »

Dem Wald tut sie nicht gut, nur dem Artenspektrum.

Überleg doch mal, ein Wildapfel wird vielleicht 10 m hoch, wächst langsam.
Eine Buche wird 30 m hoch, wächst schnell. Ebenso Fichte, Douglasie, Esche, Kiefer.

Wer wird wohl das Rennen gewinnen?

Auf wenigen Standorten, wo es den normalen Waldbäumen zu mager ist, da hätte Holzbirne und Holzapfel gute Chancen, ebenso Elsbeere und Speierling. Da es rein felsige und karstige Landschaften nicht so breit gestreut gibt, wären solche Pflanzen von Natur aus nur sehr selten.
Eine gezielte Bewirtschaftung kann solche Arten auch in anderen Bereichen an hellen Bereichen halten. Das ist dann nicht natürlich, fördert aber trotzdem die Vielfalt.
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #635 am: 23. Dezember 2013, 19:00:33 »

Naja, aber wie viele bewirtschaftete Wälder kennst du, in denen solchen Exoten Platz eingeräumt wird, wenn da statt dessen auch Furniereichen, Möbelbuchen oder Bauhholz-Fichten Kohle einbringen können? Ich kenn das so, dass man beim (händischen) Holz machen genau solche Bäume schon in relativ klein rausschneidet, damit die wertvollern übrig bleiben.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #636 am: 23. Dezember 2013, 19:04:06 »

Weißt du, was so ein Stamm wert ist ;)

Ein Waldbauer weiß schon, warum er auch sowas nachpflanzt 8)
« Letzte Änderung: 23. Dezember 2013, 19:09:19 von Mediterraneus »
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #637 am: 23. Dezember 2013, 19:08:30 »

Die Elsbeere, die der letzte Sturm in Vaters Garten gestürzt hat, wollte keine haben. Das war ein richtig dicker, hoher Stamm. :-[
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Günther

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #638 am: 23. Dezember 2013, 19:09:17 »

Die Fichtenäcker sind gottseidank schon am Wenigerwerden, Douglasien dürften auch nicht ganz einheimisch sein ::)
Derzeit steht in Mitteleuropa mehr Wald als vor dem Dreißigjährigen Krieg.
Seltene Holzarten haben Preise, und kommen freiwillig und ungepflegt kaum mehr durch.
Wo gibt's z.B. noch uralte Eiben, nicht einmal mehr "wilden" Jungwuchs....
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #639 am: 23. Dezember 2013, 19:17:24 »

Dem Wald tut sie nicht gut, nur dem Artenspektrum.

Überleg doch mal, ein Wildapfel wird vielleicht 10 m hoch, wächst langsam.
Eine Buche wird 30 m hoch, wächst schnell. Ebenso Fichte, Douglasie, Esche, Kiefer.

Wer wird wohl das Rennen gewinnen?

Auf wenigen Standorten, wo es den normalen Waldbäumen zu mager ist, da hätte Holzbirne und Holzapfel gute Chancen, ebenso Elsbeere und Speierling. Da es rein felsige und karstige Landschaften nicht so breit gestreut gibt, wären solche Pflanzen von Natur aus nur sehr selten.
Eine gezielte Bewirtschaftung kann solche Arten auch in anderen Bereichen an hellen Bereichen halten. Das ist dann nicht natürlich, fördert aber trotzdem die Vielfalt.

Wenn du oben nachliest, wirst du sehen, dass der Holzapfel - wie viele andere Gehölze auch - dort natürlich vorkommt, wo die Buche nicht voll konkurrenzkräftig ist.

Es sind vielerorts übrigens gerade solche "Extremstandorte" in Süddeutschland, deren Bewirtschaftung nicht mehr lohnt und die deshalb am ehesten aufgegeben werden.
« Letzte Änderung: 23. Dezember 2013, 19:18:34 von bristlecone »
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #640 am: 23. Dezember 2013, 19:18:43 »

Die Elsbeere, die der letzte Sturm in Vaters Garten gestürzt hat, wollte keine haben. Das war ein richtig dicker, hoher Stamm. :-[

Dann lies das bitte nicht ;)

http://www.lwf.bayern.de/wald-baumarten/elsbeere/
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enigma

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #641 am: 23. Dezember 2013, 19:23:38 »

Wir hatten hier vor einigen Jahren auf dem Grundstück eine größere Fällaktion. Dabei fielen mehrere knapp 1 m dicke, geradschäftige Robinien, hohe Stämme, nicht kernfaul.
Außerdem einige Eiben von etwa 15 cm Stammdurchmesser.
Und einige Ahornbäume, z.T. von knapp 1 m Durchmesser

Ich habe damals versucht, über den lokalen Förster das Holz loszuwerden, und einige Sägewerke in der Region abtelefoniert.
Außerdem einige Tischler, die selbst Holz einlagern.

Fehlanzeige. Niemand wollte die Stämme auch nur mal vor Ort ansehen.
Lohnt sich nicht. Die kaufen von angestammten Abnehmern.

Erst als es zu spät war, kam ein Hobbyarmbrustschütze. Der hat fast geweint, als er die für ihn nunmehr zu kurz geschnittenen Stammstücke der Robinien und Eiben sah.
« Letzte Änderung: 23. Dezember 2013, 19:29:43 von bristlecone »
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Eva

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #642 am: 23. Dezember 2013, 19:25:56 »

Ja, genau so ging es meinem Vater auch. Bis auf den Hobby-Armbrustschützen.

PS: Ist im Frankenland jemand, der Lärchenholz haben möchte? Bei meinem Vater liegen grade wieder welche im Garten (abgesägt, nicht umgefallen) und warten aufs Verräumen 8)
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #643 am: 23. Dezember 2013, 19:31:15 »


Wenn du oben nachliest, wirst du sehen, dass der Holzapfel - wie viele andere Gehölze auch - dort natürlich vorkommt, wo die Buche nicht voll konkurrenzkräftig ist.

Es sind vielerorts übrigens gerade solche "Extremstandorte" in Süddeutschland, deren Bewirtschaftung nicht mehr lohnt und die deshalb am ehesten aufgegeben werden.

Das ist richtig. Nur solche Standorte sind eben recht selten und auch Überlebensinseln für viele andere konkurenzschwache Gehölze.

Meines Wissens haben Wildbirne und Wildapfel nur durch bestimmte Waldbewirtschaftungsformen (Mittelwald z.b.) überhaupt bis heute überleben können. Hätte man damals den Wald zu Urwald gemacht, gäbe es diese Arten vielleicht heute gar nicht mehr bei uns.

Hier mal was zum Apfel. Im Erzgebirge gibt es noch viele Wildäpfel. Viele stehen "frei in der Landschaft" oder am Waldrand. Und von alleine stehen die nicht frei in der Landschaft.

http://baum-des-jahres.de/index.php?id=571
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LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #644 am: 23. Dezember 2013, 19:33:03 »

Medi, es ist unbestritten, dass der Wildapfel von Eingriffen des Menschen profitiert hat und weiter profitieren kann oder könnte.

Aber er käme halt auch ohne Zutun des Menschen in Europa vor.
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