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News: "Das Leben ist kein Ponyschlecken"  (Zwiebeltom)
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Autor Thema: Wieviel naturnah ist menschenfern?  (Gelesen 49738 mal)

andreasNB

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #75 am: 20. November 2013, 01:08:45 »

Prinzipiell würde ich der allerersten Aussage von Danilo zustimmen.
Der Mensch ist auch heute nur ein Bestandteil der Natur.
Mit all seinem Handeln und tun.
Auch dies ist Evolution!
Das ist nicht anderes wie bei einem Biber der durch den Bau von Dämmen sein Umfeld (bewußt?) gestaltet. Beim Menschen ist dies halt nur vielfältiger und großräumiger.
"Der" Mensch erhebt sich halt in seiner Arroganz und meint das er außerhalb & über "der" Natur steht. Entweder bemüht er dafür 'ne Religion oder die Wissenschaft.
Und sei es nur das er behauptet die Artenvielfalt sei menschengemacht, sich die Freiheit nimmt dies (positiv) zu bewerten und sich damit über "die" Natur erhebt. ;)

"Der" Mensch bzw. die verschied. menschlichen Gesellschaften müssen sich nur darüber klar werden, wie sie ihre Lebensgrundlage nutzen und gestalten wollen.
Und darüber wird ja nun wahrlich wunderbar seit Jahrzehnten gestritten.
Was ist "ihm" wichtiger - der monotone Maisacker zur Energiegewinnung oder die Feldlerche, unberührter Regenwald oder seine Umnutzung über verschied. Nutzungsformen bis hin zu monotonen Quadratkilometer großen Ackerflächen mit Soja ?
Eine idyllische Streuobstwiese oder eine mehr weniger intensiv genutzte, artenärmere Wiese zur Gewinnung von Silage.
Der Beispiele ließen sich sicher noch 1000 finden.
Ob ein Maisacker nun naturferner oder extensiv genutztes Grünland naturnäher ist, ist eine rein menschliche Bewertung.

Es gab 5 große Massenaussterben auf der Erde.
"Die" Natur hat es immer überlebt.
Irgendwie ging es immer weiter.
Es ist "ihr" also relativ egal ob sich die Menschheit selbst und mit ihr noch 99,9% der anderen Arten auf diesem Planeten auslöscht.
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #76 am: 20. November 2013, 07:32:54 »

Zum Thema Wald:

Geht doch einfach einmal im späten Frühjahr in Wälder (Forsten?) eurer Umgebung und versucht die in der Krautschicht vorkommenden Arten zu bestimmen und merkt euch welche alten Laubbäume dort häufig sind.

Ihr werdet feststellen wie vielfältig und wie unterschiedlich die Artenvielfalt solcher Waldstandorte je nach Bodensituation sein kann. (Ich lerne hier auch noch ::) )


Das stimmt schon. Wald ist nicht gleich Wald. Wo mehr Sonne nach unten kommt oder im laublosen Frühjahr ist mehr los mit Artenvielfalt.

Wenn die Bäume ganz weg sind, wirds komischerweise dann noch mehr mit Artenvielfalt. Wenn der Wald "gestört" wird, dann ist also mehr los. Windbruch z.B. oder Waldbrände. Zumindest letzteres kommt selten vor. Also muss der Waldbrand und somit eine Verjüngung durch irgendwas nachgeahmt werden. Und das ist halt die (maßvolle) Waldwirtschaft. Sowas kann auch naturnah erfolgen.

Zähle doch mal die Arten auf einem m2 Waldboden. Und dann gehst du auf einen Kalkmagerrasen (=auch ehemaliger Waldboden, vor langer Zeit) oder eine bewirtschaftete Streuobstwiese und zählst dort die Arten.

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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #77 am: 20. November 2013, 07:41:15 »

PS: Die Feldlerche gäbe es hier bei mir im Mainviereck ohne den Menschen auch nicht. Die mag nämlich keinen Wald.

Wir leben halt mal in Mitteleuropa. Und dort gibt es nun mal hauptsächlich von Menschen über Jahrhunderte gemachte Landschaften.

Warum soll man die nicht erhalten?

Was ist überhaupt eine Kulturlandschaft. Gehört der Maisacker da überhaupt dazu. Er ist vielleicht ein (negativer) Teil davon. Ein Feld an sich ist ja erst mal nicht negativ. Man denke an Mohnblumen, Kornblumen, Feldlerche ( ;) ) und Co. Überhaupt, wieviele Pflanzen und Tiere tragen in ihrem deutschen Namen das Wort "Feld..." (Feldhamster, Feldhase, Feldhuhn, Feld... Ackerwachtelweizen, Ackerwinde :-X ) ? Diese Tiere und Pflanzen kamen alle durch den Menschen als Kulturfolger.

 Felder, Wiesen und Wälder, ist das nicht (menschengemachte) Heimat für Mensch und Tier und Pflanze?

Ich würde das nicht gegen eine reine Naturlandschaft eintauschen wollen. Würden wir die Natur vollkommen in Ruhe lassen, könnten wir schon in wenigen Jahren keinen Schritt mehr durch die Landschaft machen. Alles wäre voller Brombeeren, Schlehen und Co. Alle Wege wären zugewachsen, Straßen wären nicht mehr benutzbar. Sowas geht im dichtbesiedelten Mitteleuropa einfach nicht. Wenn ich reine Wildnis will, dann muss ich mit dem Fallschirm über Sibirien abspringen, oder in Neu Guinea.
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 07:51:13 von Mediterraneus »
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Staudo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #78 am: 20. November 2013, 07:46:49 »

Was ist überhaupt eine Kulturlandschaft. Gehört der Maisacker da überhaupt dazu.


Komischerweise erwarten viele Leute, dass die Bauern Naturschutzgebiete auf ihren Arbeitsplätzen anlegen. Von Autobauern und Büroarbeitern verlangt das niemand.
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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #79 am: 20. November 2013, 07:49:44 »

Was ist überhaupt eine Kulturlandschaft. Gehört der Maisacker da überhaupt dazu.


Komischerweise erwarten viele Leute, dass die Bauern Naturschutzgebiete auf ihren Arbeitsplätzen anlegen. Von Autobauern und Büroarbeitern verlangt das niemand.

Komisch, ja. ;D

Ist ein Büro auch Kulturlandschaft? Ist die Stadt an sich auch Kulturlandschaft? Der Garten?
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sarastro

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #80 am: 20. November 2013, 08:52:34 »

Agroindustrieflächen würde ich nicht mehr als Kulturland bezeichnen. Wo liegen also die Grenzen? Hingegen mittelalterliche und auch neuzeitliche Städte sehr wohl...

Ein typisches voradventliches Novemberdiskussionsthema ist das übrigens. Passt eher in die Grünbewegung der späten 70er-Jahre. :o ;)
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 08:53:36 von sarastro »
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uliginosa

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #81 am: 20. November 2013, 08:53:33 »

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Es kommt darauf an, wo die Bauern ihre Maisäcker anlegen: An Hängen und in der Aue haben sie einfach nichts verloren, denn da schwimmt der Boden bei Starkregen oder Hochwasser einfach davon.

...
Ob ein Maisacker nun naturferner oder extensiv genutztes Grünland naturnäher ist, ist eine rein menschliche Bewertung.
....

Für die Erhaltung des extensiv genutzten Grünlandes ist nur ein Eingriff, eine Mahd pro Jahr notwendig.

Der Maisacker muss mit mechanischen und chemischen Methoden bis in den Mai vegetationslos gehalten werden, auch dann geht es nur mit Herbiziden und Dünger weiter, nach der Ernte wird der Boden dann noch mal bearbeitet ...
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Viele Grüße aus dem Trockengebiet, Uli

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #82 am: 20. November 2013, 08:58:28 »

Wir sind uns immerhin einig, dass Mais nicht das Nonplusultra menschlichen Eingreifens ist. ;)
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #83 am: 20. November 2013, 14:36:55 »

Komischerweise erwarten viele Leute, dass die Bauern Naturschutzgebiete auf ihren Arbeitsplätzen anlegen. Von Autobauern und Büroarbeitern verlangt das niemand.

Ein bisschen was werden die Leute erwarten dürfen, für die paar Milliarden, die jährlich in die Lehmkrümel-Werkbänke fließen ... (Wer misst auch schon deren Effekte :P )
Hast Du schon einmal ein "angelegtes" Naturschutzgebiet gesehen? Ich seh auf den Agrarflächen meist "übrig Gebliebenes", "Gerade noch übrig Gebliebenes" oder "Bis eben noch übrig Gebliebenes". Kann aber auch Berufskrankheit sein 8) (Der "Naturschützer" fährt ja schon reiche Ernte ein, wenn der Rückgang ein wenig zurückgegangen ist.)
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Mediterraneus

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #84 am: 20. November 2013, 15:00:51 »

Also ich merke immer mehr, dass hier die Welt wohl noch einigermaßen in Ordnung ist.

Es gibt hier auch die "übrig gebliebenen" Nischen, auf den Äckern gabs früher mehr Obstbäume z.b.
Andererseits, wenn ich mir alte Fotos anschaue, war die Landschaft früher viel offener als heute. Es gab kaum Hecken, jeder ebene Fleck wurde für Landwirtschaft genutzt, die Steillagen waren Wiese für Futter oder Streuobst. Selbst Lichtungen im Wald wurden als Wiese bewirtschaftet.
Jeder Aufwuchs wurde entfernt, Holz wurde zum Heizen gebraucht.
Heute wächst die Landschaft mangels Bewirtschaftung wieder zu, Hecken werden nicht mehr auf Stock gesetzt und werden zu hohen Baumreihen. Werden angrenzende Wiesen nicht mehr gemäht, werden sie von den Hecken eingenommen, erst wachsen Brombeeren in die Wiese rein, dann kommen Schlehen, Pappeln, die eingeschleppte Robinie an trockenen Stellen, dann die Eiche und schließlich die Buche.
Zum Glück gibt es keine allzuintensive Landwirtschaft, obwohl die meisten der kleinen Äcker an größere Bauern verpachtet sind, die selbstverständlich auch Mais anbauen. Gibt aber noch viele Kartoffeln, Weizen und Rüben.

Ich denke, es kommt auch noch viel auf die Region drauf an und die Menschen. Richtung Rhein-Main-Gebiet ist die Zersiedelung größer, die Ackerlandschaft wird zugebaut, die wenigen Wiesen, Streuobstbäume für Äppelwoi wachsen zu und verkommen. Es sind dort zwar mehr Menschen, aber halt "Städter", ohne Bezug zur Landschaft und ohne eigentliche Heimat.
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 15:01:55 von Mediterraneus »
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #85 am: 20. November 2013, 20:15:45 »

Mit dem Forums-Motto des Tages könnte man in diesen Faden ganz gut schließen:
Wir müssen danach streben, Natur, Gebäude und Menschen in einer höheren Einheit zusammenzubringen. (Le Corbusier) - Fürchte nur, dass schon in der "Ausführungsplanung" wieder jeder was anderes darunter verstehen würde. ;)
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 20:16:05 von lerchenzorn »
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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #86 am: 20. November 2013, 21:49:35 »

Ob gerade Le Corbusier uns hier weiter bringt, wage ich zu bezweifeln. :-X
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Danilo

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #87 am: 20. November 2013, 21:55:41 »

Ob gerade Le Corbusier uns hier weiter bringt, wage ich zu bezweifeln. :-X

Ich könnte mich mit diesem Bestreben anfreunden. :)
Wobei diese höhere Einheit für meinen Geschmack etwas zu viel an Spielraum bietet.
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lerchenzorn

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #88 am: 20. November 2013, 21:56:01 »

Ob gerade Le Corbusier uns hier weiter bringt, wage ich zu bezweifeln. :-X

 ???

steinerne Maisfelder, meinst Du? 8)
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 21:57:11 von lerchenzorn »
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troll13

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Re:Wieviel naturnah ist menschenfern?
« Antwort #89 am: 20. November 2013, 22:13:14 »

Nö eigentlich nicht, sondern das menschliche Streben nach dem Optimum archtiktonischer Form, wirtschaftlichen Ertrags und was sonst noch ...

Starking hat mit den Chaosgedanken schon vielleicht recht. ;)

Wälder sind nach meiner Beobachtung hier artenreicher und "naturnaher" geworden, seit sie nicht mehr nach kurzfristigem Ertragsdenken bewirtschaftet werden.

Und die Agrarlandschaft ist ärmer geworden, umso "industrieller" und"ertragsoptimierter" die die Landwirtschaft wurde.
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 22:14:22 von troll13 »
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