Wolf und Mensch haben noch nie gut getan.
Das stimmt so nicht.
Hierzu ein kurzer, zusammenfassender (und sachlicher!) Artikel :
"Die gemeinsame Geschichte von Wolf und Mensch war anfangs durchaus positiv geprägt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits vor 14 000 bis 16 000 Jahren die ersten Wölfe vom Menschen aufgezogen und als Haustiere gehalten worden sind. Damit nahm die Erfolgsgeschichte des Hundes, des ersten vom Menschen domestizierten Tieres, ihren Lauf. Erst mit Beginn der großen Waldrodungen und der Viehhaltung änderte sich die Einstellung zum Wolf grundlegend. Einerseits engten die Rodungen der Wälder den Lebensraum des Wolfes bzw. seiner Nahrungsgrundlage des Wildes ein, andererseits bot der vom Menschen genutzte Raum leichte Beute in Form des Viehs. Das Vieh hatte früher eine viel existenziellere Bedeutung für die Menschen, oft besaß eine Familie nur 1-2 Tiere. Wenn diese vom Wolf gerissen wurden, war dies eine Existenzbedrohung. Daher erfolgte die Jagd auf Wölfe schon im Mittelalter. Karl der Große hat ein entsprechendes Gesetz zur Wolfsjagd erlassen. Wer sich nicht beteiligte, dem drohte eine Strafe.
Das schlechte Image des Wolfes, die gängigsten Ängste und Vorurteile haben sich in vielen Märchen (Rotkäppchen) und Filmen manifestiert. Es gibt aber auch Beispiele, bei denen der Wolf positiv besetzt ist z.B. in der Mythologie über die Gründung von Rom, in der die Gründer Romulus und Remus von einer Wölfin gesäugt werden.
Die nordamerikanischen Indianer bezeichneten den Wolf als „ihren Bruder“. Sie schätzten ihn als geschickten Jäger und eiferten ihm nach. In der Sprache der Pawnee-Indianer bedeutet dasselbe Wort gleichermaßen Wolf wie Mensch. In der Religion einiger dieser Völker wird der Wolf als Beherrscher des Landes verehrt."
Und was sagt das jetzt großartig anderes aus?
Wo der Mensch der Wildnis den Platz weggenommen hat, weil er siedelte und sich vermehrte, gab es Reibereien zwischen Mensch und Wolf. Quasi in ganz Mitteleuropa.
Der Wolf hat den Kürzeren gezogen.
Warum soll man ihn nun wieder in dieses System reinquetschen?
Wir wollen Arbeitsplätze, Landwirtschaft, Städte, Autobahnen, Naturschutz, Tierschutz, Vogelschutz, Atomkraftwerke, Autos und überhaupt eine heile Welt.
Ich denke halt, der Wildnisgedanken hat in unserer verwandelten Kulturlandschaft und Industriegesellschaft nicht uneingeschränkt Platz.
Eine Wildkatze oder einen Feldhamster krieg ich sicher in einer Nische wieder angesiedelt, beim Wolf stell ich mir das halt ziemlich schwierig vor.
Was soll dann noch kommen, Auerochse und Säbelzahntiger?