Hallo Floris,
Danke für Deine Antwort!
Du fragst mich:
Was erwartest du dir von der Gründüngung?
von einer Gründüngung erhoffe ich mir:
1. Schutz für das brachliegende Stück Gemüsegarten, welches ja ruht
2. durch das Gründungungsmaterial erhoffe ich mehr organisches Material, welches ich dann später einarbeite.
3. Schutz und Ergänzung des Kompostes, welchen ich zur Düngung aufbringen werde. (ich habe kompostierten Pferdemist, den ich mit Grasschnitt vermengt, aufgesetzt habe)
4. möchte ich die unteren Bodenschichten mit einem Tiefwurzler "aufschließen" ,
5. ich möchte gerne eine zusätzliche Humusschicht aufbauen und später evtl. nicht mehr umgraben.
6. möchte ich den Boden wieder auflockern, da er vor unserer Nutzung durch schwere landwirtschaftliche Maschinen verdichtet wurde - es war eine Stilllegungsfläche, die zweimal im Jahr geschlegelt/gemäht wurde.
7. Unkrautunterdrückung - weil keine "nackte" Erde.
Zu den Bodenschichten ist noch folgendes anzumerken:
Wir haben festgestellt, daß in etwa 40-50 cm Tiefe unter der feinsandigen Oberschicht, eine gelb/rötlich Bodenschicht liegt. Ich vermute, daß es sich um eine weitere Sandschicht handelt - Lehm ist es nicht.
Ausserdem weiß ich, durch Nachfrage bei der Behörde, daß wir hier einen sehr stark schwankenden Grundwasserspiegel haben. Im Winter steht das Grundwasser bis etwa1,00 - 1,30 unter der Oberfläche, im Sommer fällt der Grundwasserspiegel auf etwa 5m tief ab.
Ich denke mir, daß der Gemüsegarten vorrangig eine feuchtigkeithaltende Humusschicht benötigt, um mit den Wasserverhältnissen im Sommer zurecht zu kommen.
Der Begriff "Düngung" suggeriert ja, dass eine Anreicherung von Nährstoffen stattfindet. Das erfolgt allerdings nur beim Stickstoff und dem Anbau von Leguminosen.
Bei allen anderen Pflanzenfamilien wird lediglich der Boden beschattet und die Auswaschung der Nährstoffe verhindert, die Nährstoffe sozusagen konserviert aber nicht vermehrt.
Ich fasse den Begriff "Düngung" nicht so, wie im herkömmlichen Sinne.
Beim Begriff der Grün"düngung" habe ich eher den hegenden und pflegenden Charakter einer Gründüngung im Sinn - also Vermeidung von Bodenerosion, Zuführung von Humusmasse, Fütterung der Mikroorganismen.
Für ordentliche Erträge wirst du also trotz Grün"düngung" anschließend düngen müssen.
Ja, dafür möchte ich den Pferdedung/Grasschnitt-Kompost nutzen. (Hier wurde noch ein Teil Geflügeldung und eine Kleinigkeit Holzasche hinzugefügt)
Alles mit gut Laub und Strauchschnitt vermengt und locker aufgesetzt, sollte es eigentlich ein guter Dünger sein, oder?
Die notwendigen Anbaupausen bei den üblichen Fruchtfolgekrankheiten des Kohls liegen irgendwo zwischen 3 und 7 Jahren, so dass ich für Zwischenfrüchte keine Kreuzblüter verwenden würde.
Tja, da kommt dann wohl der Ölrettich nicht unbedingt so gut in Frage - aber gibt es überhaupt eine Gründüngung, die nicht zur Familie der Kreuzblüter gehört und trotzdem tiefe Wurzeln treibt (also Bodenverdichtungen beseitigt) und den Boden gut bedeckt?
LG
Nemesia