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Autor Thema: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)  (Gelesen 1281919 mal)

Schalli

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8130 am: 16. April 2018, 14:15:10 »

Hallo Tafeltraubenfreunde,

Wie würdet Ihr verfahren , folgendes Problem :
musste jetzt leider feststellen das zwei vierjährige Reben Mäusen zum Opfer gefallen sind  - eine in ca. 10cm Tiefe komplett abgenagt  / tot ,
die andere auch die Hauptwurzel durchtrennt, hat allerdings noch einige Feine Wurzeln über der abgenagten  Stelle - Überlebenschance / Erholungschance ?
Macht es Sinn  die Rebe bis kurz über der Veredlungsstelle rückzuschneiden oder verursacht diese zusätzliche Große Wunde nur zusätzlichen Stress / Stanndurchmesser ca.2Euro  Stück , sehe da die Gefahr da die wenigen Wurzeln ja nicht viel Saft  bringen das sie dann erst recht an der schnittwunde austrocknet  -- Wie sieht ihr das / Erfahrungen diesbezüglich ?
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Dietmar

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8131 am: 16. April 2018, 16:52:04 »

Deine Frage kann ich nicht beantworten, aber gefühlsmäßig würde ich auf mindestens 2 Augen über die Veredelungsstelle zurück schneiden. Das müsste aber recht schnell passieren. Im "Holz" sind Reservestoffe gespeichert, welche den Neuaustrieb befördern. Ist der Stamm schon dicker, erkennt man schlafende Augen kaum noch. Dann die Ruten (max. 2 Stück) auf zwei Augen schneiden. Ich würde mir aber keine überzogenen Hoffnungen machen. Vorsichtshalber würde ich mal recherchieren, was als Ersatz gepflanzt werden könnte.

Auch bei mir haben Mäuse (kleinere Bauart, vermutlich Feldmäuse, keine Wühlmäuse) über Winter schon etliche Reben abgetötet. Diese haben im Frühjahr zwar meist noch einmal ausgetrieben, aber spätestens Mitte Juni waren die Reservestoffe im Holz alle und die Blätter und die Rebe sind abgestorben.

Fazit:
- keinen Rasenmulch, Stroh oder Unkrautvlies unter die Reben. Das fördert die Mäusevermehrung enorm.
- Wenn Mäuselöcher zu sehen, dann unbedingt sofort bekämpfen
- Was nicht hilft: Duftkügelchen aus dem Gartenmarkt, Mausefallen, Schwefelgase, mit Wasser füllen, solarbetriebene Rüttler ...
- was hilft: Abgas von einem Trabant (viel Kohlenmonoxid) oder anderem Zweitakter, eine große Flasche Flüssiggas (ist schwerer als Luft) und das Gas in ein Mauseloch einfüllen (Vorsicht: keine offenen Flammen), bis der ganze Bau voll ist (der kann sich über eine größere Fläche unterirdisch ausdehnen), Flaschen mit Kohlendioxid gibt es auch, aber die meist nicht zur Leihe. Alles das zu möglichst windarmen Wetter. Nach der Vergasung unbedingt alle Mauselöcher suchen und fest verschließen. Ein unbewohnter Bau zieht ganz schnell Mäuse aus der Nachbarschaft an und schon ist wieder alles mit Mäusen besiedelt.
- Es gibt weitere sehr wirkungsvolle Methoden, aber die sind in D verboten.
« Letzte Änderung: 16. April 2018, 16:54:46 von Dietmar »
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Dietmar

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8132 am: 16. April 2018, 17:16:35 »

Zitat
Mangelnde Frosthärte kann in den ersten Jahren nach der Pflanzung mal ein Problem sein, was einen stärkeren Rückschnitt erforderlich macht, aber zu Totalausfällen sollte es bei Arkadia normalerweise nicht kommen. Und sie treibt auch jetzt wieder sehr schön aus.

Ohne Zweifel ist Arkadia eine sehr gute Sorte, wenn man zwei Nachteile im Griff hat, welche Du bereits genannt hast.

1. relativ geringe Frostfestigkeit: Angegeben ist -21 °C, aber das bedeutet, dass schon bei Windstille diese Temperatur in Bodennähe erreicht wird, wenn es offiziell nur -15°C ist, denn die offizielle Lufttemperatur wird in 2 m Höhe gemessen und bei Windstille ist es in Bodennähe viel kälter. In Ostdeutschland und Bayern ist deshalb diese Sorte riskant. Außerdem ist der erforderliche SAT-Wert recht hoch, sonst wird diese Sorte nicht richtig reif bzw. nicht richtig süß und aromatisch. In Weinbaugebieten außer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern werden solche tiefen Fröste aber kaum erreicht. Mir sind in Dresden beide Arkadia erfroren.

2. Die Pilzfestigkeit von Arkadia ist nur mittelgroß, also muss man mit dem Spritzen hinterher sein und darf da nicht schlampen. Dann klappt es auch mit Arkadia.

Zitat
Ich kann die Sorte durchaus empfehlen, und ich glaube auch nicht, dass es so viele bessere Sorten in unserer Klimazone gibt.

Glaube und Wissen stehen oft konträr gegenüber. Mit unseren hiesigen Bau-und Gartenmärkten, Baumschulen, Versandgärtnereien und fast allen Rebschulen hast Du zweifellos Recht, denn da gibt es nichts Gescheites. In den letzten 10 bis 15 Jahren hat sich jedoch in Osteuropa bezüglich Züchtung neuer Sorten sehr viel getan, nur hat man davon in D nichts mitbekommen. Jetzt gibt es jedoch Sorten, die auch für klimatisch weniger günstige Gebiete geeignet sind, d.h. die ultrafrüh reifen und die sehr pilzfest sind und deren Trauben und Beeren so groß wie bei Arkadia (und größer) sind. Diese Sorten sind jedoch noch kaum für unser Klima geprüft und manchmal stimmen Papierform und Realität nicht überein. Das bedeutet, dass solche sehr neuen Sorten mit einem gewissen Risiko verbunden sind. Problematisch können bei manchen Sorten viele Temperaturwechsel um den Nullpunkt sein, denn diese gibt es in Rußland oder der Ukraine nicht.

Solche Sorten kommen z.T. schon mit SAT-Werten von 2300 und manche schon mit 2200 zurecht, während bisherige Sorten mindestens 2500 bis 2700 brauchten.
« Letzte Änderung: 16. April 2018, 17:19:52 von Dietmar »
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Marianna

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8133 am: 01. Mai 2018, 20:23:07 »

Hat jemand Erfahrung mit der Sorte Muromez?
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Dietmar

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8134 am: 01. Mai 2018, 22:11:45 »

Zitat
Hat jemand Erfahrung mit der Sorte Muromez?

Ich persönlich baue keine neue blauen und roten Sorten mehr an. Das hat im wesentlichen 3 Gründe:

1. Die Kirschessigfliege steht auf rote und blaue Sorten, nicht aber auf helle Sorten. Wenn man nichts dagegen macht, muss man mit Totalausfall rechnen. Aber es gibt ein Mittel: Organzabeutel, die ca. 3 Wochen vor der Reife aufgezogen werden. Die helfen auch gegen Wespen und Vögel.

2. Viel schlimmer ist die Gefahr durch den Traubenwickler und da helfen Organzabeutel nicht, da dieser böse Schmetterling seine Eier schon viel zeitiger auf die Beeren legt. Für den Kleingärtner gibt es kein sicher wirkendes Mittel. Alle sind hochgiftig für Bienen und deshalb für Kleingärtner verboten und die Verwirrmethode mit Pheromontafeln funktioniert bei kleinen Anbauflächen nicht. Bei meinen rote und blauen Sorten habe ich seit ein paar Jahren deswegen praktisch Totalverlust, während helle Sorten bisher gar nicht oder zu unter 5 % der Beeren befallen werden. Ein etwas unsicheres Mittel für Kleingärtner ist das Spritzmittel XenTari, welches für Bienen und andere Insekten ungiftig ist und nur Eulenfalter tötet, wozu der Traubenwickler (und andere Wickler wie der Apfelwickler) und der Buchsbaumzüngler gehören.
Probleme:
a) wirkt nur zu ca. 70 % (nur Trauben spritzen!)
b) man muss genau die Flugzeiten der Traubenwickler kennen und genau zu diesem Zeitpunkt spritzen. Der Traubenwickler fliegt jedoch nur Nachts. Ein Kleingärtner kann jedoch die Flugzeiten kaum feststellen und damit nicht den richtigen Spritzzeitpunkt. In manchen Weinbaugebieten gibt es einen staatlichen Warndienst hierzu, aber für den Rest der Hobbywinzer gibt es das nicht und diese Flugzeiten sind jedes Jahr anders.
c) XenTari wird durch den nächsten Regen wieder abgewaschen und das UV-Licht der Sonne macht das Mittel näch spätestens 1 Woche unwirksam.

Allerdings ist mir ein Rätsel, woher der Traubenwickler weiß, dass das rote und blaue Sorten sind, denn zur Eiablage sind alle Beeren noch grasegrün.

Ich werde diese Jahr das Mittel mal testen, aber wenn das nicht (ausreichend) funktioniert, dann rode ich meine restlichen roten und blauen Sorten.
Generell empfehle ich deshalb allen, keine roten und blauen Sorten mehr neu zu pflanzen. Das erspart in Zukunft jede Menge Enttäuschungen.

3. Meiner Frau und mir schmecken die allermeisten blauen Sorten nicht, da diese zu wenig Weinsäure enthalten, welche für den fruchtigen Geschmack des Weines zuständig ist.

Zur angefragten Sorte:
- Farbe: blau
- SAT-Wert: 2200 - also auch für Nichtweinbaugebiete außer im Gebirge geeignet
- Reifezeit: 105 ... 115 Tage (von Blüte bis Lese) - also sehr zeitig, in Weinbaugebieten etwa Mitte August, sonst je nach Lage 4 bis 6 Wochen später
- Geschmack: einfach, saftig
- Beeren: bis 5 g
- Trauben: bis 400 ... 500 g (bei richtiger Erziehung)
- Zuckergehalt: 16 ... 18 % = 5 - 7 g /l
- Frostfestigkeit: bis -26 °C, also sehr gut
- Pilzfestigkeit: 7, also sehr gut

Die Sorte ist sehr wüchsig und fruchtbar, d.h. eine Ertragsbegrenzung ist sinnvoll.
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Marianna

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8135 am: 01. Mai 2018, 22:59:03 »

Oh je, schon wieder so ein fieser Falter... hab gerade erst meinen Buchs aufgegeben wegen des Zünslers >:(. Dann werde ich mir im Herbst nur eine helle Traube (Garold) holen und verzichte schweren Herzens auf blaue Trauben. Organzabeutel wegen der Kirschessigfliege wären noch drin gewesen, aber Traubenwickler... den Aufwand tu ich mir nicht mehr an, hab ja noch mehr Pflänzchen im Garten, die Pflege brauchen.
Ganz vielen Dank für die tolle Info :D
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Dietmar

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8136 am: 02. Mai 2018, 18:08:13 »

Garold ist bei mir ultrafrüh (zeitigste meiner Sorten), sehr pilzfest, bisher ohne Befall durch Traubenwickler, nur mittelgroße Trauben und Beeren, schön süß, aber nicht übersüß, sehr ausgeprägtes Muskataroma.

Wenn Du starkes Muskataroma magst, ist Garold eine sehr gute Wahl. So aromatische Sorten bekommst Du im Supermarkt nicht zu kaufen.

Wenn Du nicht auf Muskataroma stehst, sondern es nur fruchtig magst, wäre Galachad eine gute Wahl. Galachad ist nur wenige Tage später, hat aber deutlich größere Trauben und Beeren. Alle anderen Eigenschaften sind in etwa wie bei Garold.

Ich würde an Deiner Stelle trotzdem Organzabeutel überziehen, auch wenn die KEF bisher helle Sorten verschmähte. Da Garold ultrafrüh (beste Wespenzeit) und recht süß ist, ist Garold wahrscheinlich ein Liebling der Wespen und da die Beeren nicht so groß sind, sind sie schnabelgerecht für Vögel. Organzabeutel schützen auch vor Wespen und Vögeln.
Wenn Garold die einzige Rebe dauerhaft sein soll, dann reichen wahrscheinlich Beutel der Größe 20x30 cm. Wenn Du zukünftig auch großtraubige Sorten nicht ausschließt, würde ich gleich 30x40 cm kaufen. Eine einzige Größe ist besser als verschiedene Größen und außerdem ist dann die Stückzahl größer und damit der Preis günstiger. Du musst aber im Internet ganz schön suchen, um preiswerte Anbieter zu finden. Die meisten sind überteuert.
« Letzte Änderung: 02. Mai 2018, 18:20:35 von Dietmar »
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Dietmar

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8137 am: 02. Mai 2018, 18:24:30 »

Zitat
Oh je, schon wieder so ein fieser Falter... hab gerade erst meinen Buchs aufgegeben wegen des Zünslers

Traubenwickler und Buchsbaumzünsler sind biologisch sehr ähnlich. Deshalb soll bei beiden XenTari helfen, was im Prinzip nur bei Eulenfaltern tödlich ist. Es gibt zwei Unterarten von Traubenwicklern und die schädlichere von beiden ist etwa zur gleichen Zeit eingeschleppt worden wie die KEF, also noch recht neu und mit rasanter Ausbreitung.
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Siebenstein

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8138 am: 24. Mai 2018, 07:19:04 »

Schade, daß das Tafeltraubenforum hier gestorben ist!
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Dietmar

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Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8139 am: 24. Mai 2018, 12:57:56 »

@Siebenstein

Ich habe Dir eine PM geschickt.
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