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Obstbaumveredler-Adepten-Fragen (Gelesen 408358 mal)
Moderator: cydorian
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Das witzige, das war die Veredelung an einer Veredelung. Und die Veredelung wuchs ausgebrochen stark, dass es nicht auffiel.
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Frage. Funktioniert Veredeln eigentlich auch wenn kein Zugauge da ist?
Ich habe eine Veredelung an einen Seitenast gemacht an dem primär nur so eine kleines (schlafendes?) Auge zu sehen war, das habe ich auch noch miteingewickelt unter dem Veredelungsband, sodass ich nicht sehe ob es überhaupt treibt. Bisher sehe ich nichts in die Richtung.
Eigentlich müssten ja mal schlafenden Augen kommen, bis jetzt aber nichts zu sehen.
https://up.picr.de/49434411ry.jpeg
Ich habe eine Veredelung an einen Seitenast gemacht an dem primär nur so eine kleines (schlafendes?) Auge zu sehen war, das habe ich auch noch miteingewickelt unter dem Veredelungsband, sodass ich nicht sehe ob es überhaupt treibt. Bisher sehe ich nichts in die Richtung.
Eigentlich müssten ja mal schlafenden Augen kommen, bis jetzt aber nichts zu sehen.
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Mit Zugauge meinst du Knospen an der Unterlage ?
Weil das Edelreis auf dem Bild hat doch Knospen...
Knospen der Unterlage sind egal. Ich achte beim Veredeln nicht auf die Position der Unterlagenknospen. Und z.B. bei Veredlungsmethoden wie Rindenprofpen auf etwas ältere Äste, da gibt/sieht man keine Knospen an der Unterlage und die Veredlunegn wachsen trotzdem sehr gut an.

Weil das Edelreis auf dem Bild hat doch Knospen...
Knospen der Unterlage sind egal. Ich achte beim Veredeln nicht auf die Position der Unterlagenknospen. Und z.B. bei Veredlungsmethoden wie Rindenprofpen auf etwas ältere Äste, da gibt/sieht man keine Knospen an der Unterlage und die Veredlunegn wachsen trotzdem sehr gut an.
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Danke, genau das war die Frage!Wild Obst hat geschrieben: ↑2. Apr 2025, 21:51 Mit Zugauge meinst du Knospen an der Unterlage ?![]()
Weil das Edelreis auf dem Bild hat doch Knospen...
Knospen der Unterlage sind egal. Ich achte beim Veredeln nicht auf die Position der Unterlagenknospen. Und z.B. bei Veredlungsmethoden wie Rindenprofpen auf etwas ältere Äste, da gibt/sieht man keine Knospen an der Unterlage und die Veredlunegn wachsen trotzdem sehr gut an.
- cydorian
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Ich dachte immer, das Zugauge wäre das eigentliche genetische Material der gewünschten Pflanze, das auf die Unterlage übertragen wird. Ohne das kann die Unterlage nur allein weiterwachsen.
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Im Kontext "Veredeln", finde ich, ist "Zugauge" scheinbar nicht einheitlich definiert.
Ich habe es schon gelesen/gehört, wenn sowohl das Auge der Unterlage als auch das des Edelreises, jeweils am oder in der Nähe der Veredlung, vor allem aber des Kopulationsschnitts, gemeint war.
Zugast wird ja auch zur Bezeichnung eines (unveredelten) Asts in der Nähe einer Veredlung verwendet.
Aber bei Knospen finde ich die Nutzung des Worts "Zugauge" nicht konsistent.
Aber wie gesagt, bei Apfel, Birne &Co achte ich bein Veredeln nicht ganz peinlich genau auf die Knospenpositionen.
Wenn ich nur wenig Edelreismaterial habe und möglichst viel aus dem vorhandenen Stückchen herausholen will, dann achte ich da schon darauf und versuche, keine Knospen wegzuschneiden und mache auch mal Kopulationsschnitte, die über fast die ganze Länge des Edelreises gehen und dann ist die Knospenorientierung natürlich wichtig, weil ich meist dann doch zwei Knospen am Edelreis bzw. einer Veredlung haben will.
Ich habe es schon gelesen/gehört, wenn sowohl das Auge der Unterlage als auch das des Edelreises, jeweils am oder in der Nähe der Veredlung, vor allem aber des Kopulationsschnitts, gemeint war.
Zugast wird ja auch zur Bezeichnung eines (unveredelten) Asts in der Nähe einer Veredlung verwendet.
Aber bei Knospen finde ich die Nutzung des Worts "Zugauge" nicht konsistent.
Aber wie gesagt, bei Apfel, Birne &Co achte ich bein Veredeln nicht ganz peinlich genau auf die Knospenpositionen.
Wenn ich nur wenig Edelreismaterial habe und möglichst viel aus dem vorhandenen Stückchen herausholen will, dann achte ich da schon darauf und versuche, keine Knospen wegzuschneiden und mache auch mal Kopulationsschnitte, die über fast die ganze Länge des Edelreises gehen und dann ist die Knospenorientierung natürlich wichtig, weil ich meist dann doch zwei Knospen am Edelreis bzw. einer Veredlung haben will.
Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Und dann kommt noch das Ding mit der Nichtverallgemeinerungsregel dazu. Mal klappt das Eine und mal klappt das Andere nicht.
Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Auf jeden Fall muss man unterscheiden ob man auf einen kleinen Baumsämling oder Steckholz veredelt oder ob man auf eine bereits größeren baum 20 andere Sorten macht.
Beim Mehrsortenbaum würde ich halt nicht gerade auf einen absterbenden oder unterversorgten Ast veredeln. Da mag die Veredlung noch anwachsen, aber wenn der Baum den Ast eh abstößt, wird sie nie wirklich wachsen.
Also eigentlich machen Veredlungen nur Sinn, wenn man auf Äste veredelt, die die Zukunft sind, also die stärksten.
Beim Mehrsortenbaum würde ich halt nicht gerade auf einen absterbenden oder unterversorgten Ast veredeln. Da mag die Veredlung noch anwachsen, aber wenn der Baum den Ast eh abstößt, wird sie nie wirklich wachsen.
Also eigentlich machen Veredlungen nur Sinn, wenn man auf Äste veredelt, die die Zukunft sind, also die stärksten.
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
Zugauge ist m.E. ein interessantes Thema bei der Veredelungspraxis.thuja thujon hat geschrieben: ↑3. Apr 2025, 10:19 Auf jeden Fall muss man unterscheiden ob man auf einen kleinen Baumsämling oder Steckholz veredelt oder ob man auf eine bereits größeren baum 20 andere Sorten macht.
Beim Mehrsortenbaum würde ich halt nicht gerade auf einen absterbenden oder unterversorgten Ast veredeln. Da mag die Veredlung noch anwachsen, aber wenn der Baum den Ast eh abstößt, wird sie nie wirklich wachsen.
Also eigentlich machen Veredlungen nur Sinn, wenn man auf Äste veredelt, die die Zukunft sind, also die stärksten.
Wobei sich Zugauge nach meinem Erkenntnisstand auf die Unterlage bezieht.
Ich habe vor ca. 20 Jahren einen alten Mostapfelbaum umveredelt weil der auf dem gekauften Grund mit allerlei Altbaumbestand nur unreifes Fallobst erzeugte.
Dem vergreisten Baum habe ich sämtliche Seitenäste auf 1 bis 1,5 m Stummel gekürzt und jeweils mit bis zu fünf Edelreiser -- rundum -- erst mit verbessertem Rindenpropfen und weil das Kambium zu leicht einriss kurzerhand mit Geißfußpfropfen je fünf pro Ast ordentlich traktiert. Hierbei habe ich darauf geachtet Zugäste der Unterlage stehenzulassen. Unterlage und Edelreis hatte ich mit dem Teppichmesser geschnitzt, es geht vieles auch ohne ein Kopuliermesser für 90€ auszugeben ;-)
Verbunden mit Bast und versiegelt mit LacBalsam.
Was soll ich sagen, trotz Erstversuch sind 4 von 5 Edelreiser (jeweils mit 3-4 Augen) angewachsen.
Bis zum Herbst hatte sich in rasanter Schnelligkeit an jedem Ast ein hirschgeweihartiges Gebilde mit bis zu 3 Zentimeter Dicke an der Basis gebildet.
Nach und nach ließ ich nur ein Edelreis je Ast ungestört treiben, die restlichen auf ein bis zwei Augen eingekürzt. Dieses Zurücknehmen fördert wunderbar die Überwallung der großen Schnittwunden.
Die Zugäste der Unterlage habe ich später nach und nach entfernt um die Edelsorte weiter zu begünstigen.
Zeitsprung. (Der alte kanns nicht lassen). Vor kurzem habe ich eine zweite additive Umveredelung einer Williams, diesmal Boscs als Chipveredelung auf der Stammverlängerung mit Gräfin von Paris eingebaut.
Und zwar so, dass gegenüber, 5 mm tiefer ein Zugauge der Unterlage steht. Ich werde fürs erste beide Augen austreiben lassen, darüber aber nach drei Wochen die Unterlage zügig abwerfen, falls der Act denn überhaupt gelingt.
Schauen wir mal. Es ist nur ein Experiment und wenns klappt mit der Veredelung ist es jedesmal sehr wundervoll ;-)
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Re: Obstbaumveredler-Adepten-Fragen
oje... vielleicht könnte hier das Problem liegen. Das ist schon die 3. Veredelung auf dem Baum... soll ich die anderen Zweige etwas abbinden um den Saftstrom in die andere Richtung zu lenken?thuja thujon hat geschrieben: ↑3. Apr 2025, 10:19 Auf jeden Fall muss man unterscheiden ob man auf einen kleinen Baumsämling oder Steckholz veredelt oder ob man auf eine bereits größeren baum 20 andere Sorten macht.
Also eigentlich machen Veredlungen nur Sinn, wenn man auf Äste veredelt, die die Zukunft sind, also die stärksten.
Bis jetzt tut sich bei den Tardicot-Veredelungen leider nichts, zwei andere Aprikosen machen Ansätze.