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Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde (Gelesen 37827 mal)

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thuja thujon
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #180 am:

Ok, das ist dann schon die stark zersetzte Fraktion. Mit der habe ich meine Probleme, weil sie auch stark schrumpft, wenn sie trocken wird.

Da die Luftführung so nicht optimal ist, hatte ich mal überlegt ein paar Töpfe mit Perlite anzusetzen, aber das kanns ja auch nichts ein. Etwas weniger verrottet und stabil wäre toll. Ich habe hier hauptsächlich Ahornlaub, Eiche würde mich mal interessieren, oder die Mischung aus einem leicht verrottbarem mit zB Platane.
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Eckhard
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

Eckhard » Antwort #181 am:

Ich finde Lauberde nach Austrocknung weniger problematisch als Torf. Aber das mit der Luftführung ist ein Problem, da hast du recht. Daher bei mir der hohe Anteil Sand, Bims etc. Dann ist es ok.
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thuja thujon
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #182 am:

Ok, damit komme ich hier leider noch an meine Grenzen.
Staudo hat geschrieben: 27. Dez 2025, 20:11 Mein Großvater hat schon vor Jahrzehnten im Park Laub zusammengeharkt, um daraus hochgelobte Lauberde zu machen. Vermutlich war das schon vor 50 Jahren für eine Dorfgärtnerei kaum wirtschaftlich. Nun kann man mal schauen, was im Frühjahr in einem einzigen Baumarkt an Paletten mit Erde steht. Es ist schlicht unmöglich, die dafür theoretisch notwendige Menge Laub sauber zusammen zu bekommen.
In Zeiten von Hochbeetgärten sowieso utopisch, aber ich würde mich schon drüber freuen, wenn ich nicht wie Großvater 2 mal am Tag gießen müsste, wenn ich bei Frühjahrstrockenheit anziehe oder etwas Freitag Abends hinstelle und die Leute kommen erst Sonntag früh zum pflanzen. Die spielen da bei dem Großvaterspiel nicht mehr mit, die wollen alles auf dem Goldtablar ausgebreitet bekommen.
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Mediterraneus
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

Mediterraneus » Antwort #183 am:

Gilt eigentlich das 'Torf-Verbot' nur für Blumenerden und Substrat Mischungen?
Bzw. Kann man reinen Torf als Spezialsubstrat weiter kaufen?
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thuja thujon
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #184 am:

Es gibt kein Torfverbot, weil das gegen EU-Recht verstoßen würde. Es gibt nur eine freiwillige Selbstverpflichtung.
https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/gartenbau/torf.html hat geschrieben:... hat sich die Bundesregierung verpflichtet darauf hinzuwirken, dass im Freizeitgartenbau auf den Einsatz von Torf in den kommenden Jahren nahezu vollständig verzichtet wird. Angestrebt wird der vollständige Verzicht bis 2026. Im Erwerbsgartenbau soll bis zum Ende des Jahrzehnts ein weitgehender Ersatz von Torf stattfinden. Ausgangspunkt aller Bemühungen ist der freiwillige Verzicht aller Beteiligten (Erdenindustrie, Erwerbs- und Hobbygartenbau) auf Torf.

Der Koalitionsvertrag sieht vor, Alternativen zur Torfnutzung zu entwickeln und einen Ausstiegsplan für Torfabbau und –verwendung zu beschließen.
Ich würde mal vermuten, in Gartencentern wirst du keinen mehr bekommen. Im Fachhandel wird es das ein oder andere Produkt geben. Torf selbst nutze ich persönlich nur für Heidelbeeren mit etwa 30% Anteil und pur für Carnivoren, für Gemüsejungpflanzen sind es aufgekalkte Substratmischungen mit veränderlichem Torfanteil. In Kübeln, die länger stehen, nutze ich schon lange rein mineralische Mischungen weil sie im Gegensatz zu Organik strukturstabil sind.
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

Mediterraneus » Antwort #185 am:

Ja, man braucht ja nicht viel.
Es bringt ja schon eine enorme Ersparnis, wenn in den normalen Erdsubstraten weniger, bzw. kein Torf mehr drinnen ist. Wers braucht, muss dann halt auf Moorbeeterde ausweichen z.B. Diese kann ja aus nachhaltigem Abbau stammen. Der Flächenverbrauch ist doch riesig, und irgendwo wird auch gebaut, wo Torfboden ist. Dieses Material könnte man doch weiternutzen.
Oder man ordert sich Torfziegel als Brennmaterial 8)
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #186 am:

Der deutsche Torf kommt von Ackerflächen. Da wachsen schon lange keine Moorpflanzen mehr drauf.

Ich habe bis zu 200 Liter Verbrauch pro Jahr und habe damit in 2025 2251 Jungpflanzen angezogen. Die haben für ein paar Gärten gereicht. Was ich dafür aber brauche sind Topfballen, die stabil sind, damit man die Jungpflanzen transportieren kann.

Was man manchmal beobachten kann sind Gärtner, die mit Blumenerde den Boden düngen oder verbessern möchten. Das kann gerne verboten werden, weil es auch nichts bringt. Über Tomatenanbau usw in Kübeln könnte man nochmal reden, wer Boden hat sollte sie dort rein pflanzen, nicht in Kübel mit Torfsubstrat. Um Hochbeete aufzufüllen ist Torf auch nicht das Material der Wahl. Man könnte also schon auf vieles verzichten, die Leute tun es nur nicht.
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

monili » Antwort #187 am:

thuja thujon hat geschrieben: 5. Jan 2026, 13:23 Der deutsche Torf kommt von Ackerflächen. Da wachsen schon lange keine Moorpflanzen mehr drauf.
Wie muss ich mir das genau vorstellen?
Es wird ja wohl keine Äcker geben auf denen sich auf einmal Torf entwickelt?
Oder meinst Du damit ehemalige Moorflächen, die entwässert und stillgelegt wurden?
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #188 am:

Knapp 90% der Moorflächen D´s wurden früher entwässert um darauf Getreide, Zuckerrüben und ähnliches anzubauen. Die sind also schon lange entwässert und es wächst schon Jahrzehnte bis Jahrhunderte keine Moorpflanze mehr dort.
Wenn man dort Torf abbauen möchte braucht man die Genehmigung (das beinhaltet eine (Umwelt)Verträglichkeitsprüfung) und man muss später renaturieren.
Das mit der Genehmigung gilt auch für andere Böden wie lehmigen Sand, und das ist nicht einfach solch ein Papier zu bekommen. Auch für 20 Kubikmeter nicht, deshalb kompostieren und dämpfen wir im Geschäft die Böden für die Gewächshäuser. Kostet ein paar Millionen, aber ist günstiger und nachhaltiger als neue Standardböden zu beschaffen.

Hier 2 vielleicht interessante Seiten zur weiteren Information:
https://erden-substrate.info/torf-fuer- ... verfahren/

https://www.landwirtschaft.de/umwelt/na ... erzichtbar
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

monili » Antwort #189 am:

Danke, Thuja, wieder was gelernt! :-*
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

Gartenplaner » Antwort #190 am:

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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #191 am:

Steht in dem von mir verlinkten Link. Toll das du ihn gelesen hast. Was möchtest du mit dem Zitat sagen?
Torfverwendung einstellen? Kein Gemüse mehr in D anbauen? Eher Fleisch- oder Kohlenhydratlastige Ernährung? Gäbe es da nicht auch unerwünschte Effekte? Wäre das nicht der schlechtere Kompromiss?
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

Gartenplaner » Antwort #192 am:

Ja, die Seite hatte ich gestern schon gefunden.
Ich hab es dann aber gestern sein lassen, den Satz zu verlinken, der mir da schon ins Auge stach, um den Hahnenkampf-Vorwurf nicht weiter zu nähren ;D
Aber da du ja seit gestern so eifrig bist.... ;)
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

Hyla » Antwort #193 am:

Und wer soll das bezahlen?
Niedersachsen, wo viel Torfabbau war, gehört nicht gerade zu den reichsten Bundesländern. Die Flächen gehören ja wahrscheinlich einem Landwirt und nicht dem Staat.
Wir wollen mal auch nicht vergessen, daß seit der Energiewende die Äcker teuer wie Gold geworden sind und selbst wenn man genug Geld hat, gibt's kaum Flächen im Verkauf, weil jeder auf die Freigabe zum Bau von Windrädern und Solarparks wartet.
In der Regel möchten Landwirte keine hundert km zum Pflügen fahren, sprich Nähe zum Hof sollte auch noch sein. Ich sehe da schwarz.
Liebe Grüße!


Wenn du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
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Re: Geplantes Verbot von Torf für Blumenerde

thuja thujon » Antwort #194 am:

Schau dir mal den Beitrag von letztens über Gramoflor und die 45 ha im Campemoor an: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... r-100.html

Es zahlt also erstmal der Kunde des Substratherstellers. Hier in der Pfalz sind das zB die Jungpflanzenbetriebe. Eine Salatjungpflanze wird dann eben nicht mehr 12 oder 14 Cent kosten, sondern mehr. Was den Anbau unwirtschaftlich machen kann, in Verbindung mit dem gestiegenen Mindestlohn für ungelernte Saisonarbeiter zumindest kritisch. Bei Salat halb so wild, obwohl auch hier Herbizide wegfallen, also mehr Handarbeit gefragt sein wird. Man kann nicht alle Saisonarbeiter durch Maschinen ersetzen. Andere Kulturen die gepflanzt werden wie Kohl sind da eher betroffen, die werden wohl eher verschwinden oder eben doch stark im Preis steigen. Regionaler Blumenkohl für 5€ im Aldi ist nicht weit hergeholt. Dem moralisch überlegenen wird es das aber sicher wert sein. Oder er kauft heimlich spanischen.

PS, zu Niedersachsen: https://www.ihk.de/hannover/hauptnaviga ... s--5181182
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