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Rindenbrand - diplodia mutila (Gelesen 41606 mal)

Pflanzenstärkung, Krankheiten und physiologische Störungen

Moderator: Nina

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Elro
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

Elro » Antwort #105 am:

So wie es aussieht hat es meinen zweiten Roten Mond erwischt. Der erste vor drei Jahren und letzte Woche sah ich den Mist an zweiten Baum und wie beim ersten genau an der Veredelungsstelle. Wie soll ich da etwas ausschneiden?
Letztes Jahr einen Jakob Fischer gefällt auch wegen Rindenbrand.
Das ist ein großer Mist!
Liebe Grüße Elke
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555Nase
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

555Nase » Antwort #106 am:

Stina Lohmann, Neukauf, hat seit 2 Jahren auf 50cm am Stamm Krebs und Witos was anderes komisches an der Rinde. Habe beides öfters mit Desinfektionsspray, 84% Ethanol, eingesprüht. Die Ausbreitung ist gestoppt und ein Zuwachsen ersichtlich.
Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx
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cydorian
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

cydorian » Antwort #107 am:

Manchmal ist der vermeintliche Rindenbrand auch Kragenfäule oder Nectria.
Jakob Fischer gehört bei mir auch zu den hochanfälligen Sorten, die schon vor Jahren weg sind. 2018 hat ihnen den Rest gegeben, dem Hitzejahr ohne Regen im Sommer und bis November. Bis 2020 waren dann viele Pflanzplätze frei...
Bei solchen Sorten braucht sich gar nicht erst die Mühe machen mit anpinseln oder sonstwas. Die sind erledigt im neuen Wetter, wenn keine Bewässerung und keine Gunstlage. Da waren auch die Leitäste befallen, maximale Katastrophe.
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Elro
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

Elro » Antwort #108 am:

Ich beobachte jetzt erst mal meinen Roten Mond aber die schwarze aufgeplatzte Rinde deutet schon auf Rindenbrand hin. Auch eine Etage höher ist an einem Ast so eine Stelle, die kann ich problemlos entfernen aber unten ists blöd.
Der Jakob Fischer stand nur 4m vom Roten Mond entfernt also gehe ich davon aus, daß er den Mist verteilt hat.
Eigentlich schade denn die Sorte mag ich sehr und habe noch einen dreijährigen Jungbaum und ein Kordon vom Jakob Fischer.
Liebe Grüße Elke
ringelnatz
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

ringelnatz » Antwort #109 am:

Was spricht dagegen? Der Schaden am Stamm ist eh da. Ausschneiden mit scharfem Messer ins Gesunde. Man riecht den Rindenbrand beim reinschneiden.
Für Wüchsigkeit sorgen, scharfer Rückschnitt, wässern, düngen.
Welcher Wundverband für den frisch ausgeschnittenen Teil gut passt - da bin ich überfragt. Kalk-Kupfer-Paste ist langfristig gut, hab ich aber nie auf frische Wunden gemacht.
Aber wenn die Alternative das Fällen ist, lohnt das Risiko vielleicht.
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Elro
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

Elro » Antwort #110 am:

ringelnatz hat geschrieben: 29. Mär 2025, 22:17 Was spricht dagegen?
Weil dann fast keine Rinde übrig ist denn die Stelle ist fast rundum.
Liebe Grüße Elke
ringelnatz
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

ringelnatz » Antwort #111 am:

Naja, wenns Rindenbrand ist, dann ist der Baum ja sonst eh geliefert. Hop oder Top - so oder so.
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Monti
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

Monti » Antwort #112 am:

vanderroy hat geschrieben: 27. Mär 2025, 16:38 Hat jemand mittlerweile mehr praktische Erfahrung mit Duaxo bei der Behandlung von Rindenbrand gemacht?
Rückblickend halte ich die Infektionen an meinen Bäumen (Seite 2 des Themas) doch eher für Pseudomonas Syringae. Da hatte sich der Befall nach der Behandlung mit Duaxo jedenfalls nicht weiter ausgebreitet. Ob das nun Ursächlich damit zusammenhängt kann ich nicht sagen. Schließlich handelt es sich bei Pseudomonas ja um bakterielle Erreger.

Welcher Kupferwirkstoff wäre denn am vielversprechensten, Kupfersulfat, Kupferoktanat, Kupferoxychlorid?
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thuja thujon
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

thuja thujon » Antwort #113 am:

Sulfat ist zu Wasserlöslich, Oktanoat und Oxychlorid sind ähnlich und als Depot einzustufen und die Mischung mit Hydroxid ist zwischendrin, hat also Depotwirkung, aber gleichzeitig auch gute Anfangswirkung. Nennt sich dann Coprantol Duo und ist als B1 eingestuft.

Wirkung? Wenn überhaupt Nebenwirkung. Man muss halt dran bleiben.
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cydorian
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Re: Rindenbrand - diplodia mutila

cydorian » Antwort #114 am:

Monti hat geschrieben: 30. Mär 2025, 12:51 Welcher Kupferwirkstoff wäre denn am vielversprechensten, Kupfersulfat, Kupferoktanat, Kupferoxychlorid?
Kupferoktanoat wirkt am schnellsten, akut wäre das vorzuziehen, auch weniger phytotoxisch, geringerer Kupfergehalt.
Bei Rindenbrand wäre vielleicht Kupferoxychlorid am meisten einen Versuch wert. Gibt seine Kupferionen langsam frei, wird ein bisschen weniger schnell abgewaschen. Schwer wasserlöslich, damit langsame, aber anhaltendere Wirkung. Wobei es meiner Ansicht nach sowieso unumgänglich ist, derartige Stoffe als aufgetragene Mittel zusätzlich zu überpinseln und damit länger am Stamm zu halten. Könnte man es gut fixieren, wären die anderen Kupfermittel genauso einsetzbar.

Ist eh Theorie. Kupferoktanoat kann man nicht mal mehr kaufen. Der grösste Vorteil ist vielleicht, dass Kupfer sehr gut durchleuchtet und erforscht ist. Es gibt einen Haufen Dokumente und Informationen darüber.
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