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Winteranbau in Freiland und Kalthaus (Gelesen 65234 mal)

Wurzelgemüse, Knollengemüse, Blattgemüse, Stielgemüse, Fruchtgemüse, Kohlgemüse
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thuja thujon
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #420 am:

Ja, die violetten Ränder auf dem Bild sind das was ich meine. Die werden erst später braun. Und unten das gelb muss auch ausgeputzt werden, da bleibt von dem Röschen kaum was übrig.
Die fangen gerade an zu schießen bei dir, ernte was noch zu retten ist. Wenn sie schon zu fest sind für Salat, brate sie mit Knoblauch und Tomaten an, fällt zusammen wie Spinat.
Frühjahrssaat kann irgendwo klappen, hier eher nicht. Da gibts 2-3 Blattkränze und dann will er auch blühen. Rentiert nicht zu ernten für die Küche. Ist wie bei vielem, was als nicht mehr Jugendliche Pflanze aus dem Winter kommt, geht sofort in Blüte, wenn die Temperaturen hochgehen.

Oktober bis Februar ist hier Feldsalatzeit.
Mitte Januar musste ich auch schon viel gelbes Laub unten wegputzen, da gingen die Rosetten aber noch halbwegs. Grenzwertig.
Im Feldsalatstrang ist das die letzten Jahre gut dokumentiert worden.
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Feldsalat 20260117.jpeg
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Tempel-Hof-Gärtner
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #421 am:

Das ist hier definitiv anders: Der März ist noch guter Feldsalat-Monat, bisweilen auch noch ne Woche oder 1,5 in den April hinein.
Die mir wichtigere Frage war / ist aber in der Tat die nach dem "Röteln": Ist mir erstmalig vor 3 Jahren aufgefallen (anbei ein Bild des ersten Auftretens, entstanden gegen Ende Februar 2023) und gehört seitdem zu den bislang ungeklärten Rätseln? Kannst Du was zu Entschlüsselung beitragen?
Ist's einfach nur N-Mangel oder Anzeiger eines fehlenden anderen (ggf. Mikro-)Nährstoffs...?
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''rötelnder'' Winterportulak.jpg
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #422 am:

Das Röteln ist Phosphormangel. Der ist im Boden genug vorhanden, aber bei der Kälte kann er nicht aufgenommen werden. Er wird auch nicht aus den gebundenen Formen freigesetzt, die Mikroorganismentätigkeit ist zu gering. Eine typische Kältechlorose also. Oben rum die Luft ist wärmer, da beginnt es zu wachsen und zu verbrauchen, von unten kommt aber nichts nach. Nach ein paar Tagen gutem Wetter gibts dann die Mangelsymptome.

Hier mal mein Feldsalat aktuell, knapp Mitte März, bereit für den Kompost oder untergraben.
Die kleine Pflanze in der Mitte, die wäre noch Küchentauglich, für Leute die keinen Hunger haben.
Feldsalat 20260312.jpeg
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #423 am:

Na, SUPER! Danke!
Endlich mal nen großen grünen (bzw. roten) Haken zu einer Frage, die mir noch keiner (und ich habe schon viele gefragt!) beantworten konnte... :D
Ist also sozusagen unvermeidlich (oder gibt's nen Profi-Trick [-> Blattdüngung], um das zu verhindern, zumindest zu minimieren)?
Noch nen kleines Bekenntnis: Die Frage nach Mikronährstoff hatte im Hintergrund das "Aha" aus etwas umfassenderer ("Maxi"-) Bodenanlyse (Reblu GmbH), die einen EXKLATANTEN Molybdän-Mangel auswies. Mein Versuch dazu, mit aufgelösten Nahrungsergänzungspillen mit hohem M-Anteil etwas dagegen zu tun, war aber ein Schuss in den Ofen...
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #424 am:

Bei Molybdän bin ich überfragt, da sollte es im Landwirtschaftsbereich Einzeldünger geben, die Frage ist, wie man da wieder rankommt, wenn die Firmen nicht an Privatpersonen liefern.

Wegen dem Phosphormangel im Frühjahr, bei Mais ist deshalb die Unterfußdüngung mit Ammoniumphosphat üblich, damit die Keimwurzel frisches, ungealtertes und verfügbares Phosphat hat.
Für Feldsalat oder andere Blattgemüse rentiert sich das nicht bzw ist nicht anwendbar. Wenn du die Pflanzen eh im Topf hast, gib einen flüssigen Volldünger mit der Kanne, das sollte reichen. Idealerweise dann auch mit etwas Molybdän drin. Oder du wartest noch eine Woche, dann sollte sich das wenn es ein leichtes Stadium ist auch auswachsen. So wie bei den Rosen die Frühjahrschlorose wegen Eisenmangel, also auch dort nur Kälte als Ursache, nicht Eisenmangel.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #425 am:

Eben, WEIL es für den kleinen Gärtnernden praktisch unmöglich ist, an Molybdän als Einzelnährstoff zu kommen (gibt's halt NUR in Großpackungen von Dimensionen, wofür ich noch einige 100 Jahre gärtnern müßte, um die zu verbrauchen... *gg*) habe ich ja den o.g. Weg gewählt... 8)
Grundsätzlich geht das aber schon, irgendwelche Extra-Dosen auf so einem Weg (also z.B. ne Calcium-Tablette zu zermörsern und in Wasser aufzulösen, wenn den Tomaten BEF droht) zu geben, oder...?
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

thuja thujon » Antwort #426 am:

Kommt auf den Einzelfall drauf an. Bei Calcium wirds nicht helfen, andere Elemente sind anders bioverfügbar. In den Nahrungsergänzungsmitteln ist aber meist kaum was drin, also das rentiert nicht, viel zu teuer für ausreichende Dosen.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

hqs » Antwort #427 am:

Habe gestern Haferwurzel im Freiland geerntet, die haben sich über den Winter gut gehalten, auch oberirdisch. Allerdings sehr beinig gewachsen, da ist die Zubereitung schwierig.
Der Hirschhornwegerich dagegen ist leider eingegangen, da war es vielleicht zu feucht. An sich soll er ja mehrjährig sein.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #428 am:

Uiii... - waren die verpflanzt - oder machen die das von Natur aus (habe noch nie welche angebaut), dass sie ihre "Pflicht", als Pfahlwurzler zu wachsen, so kreativ auslegen...?

Hirschhorn-Salat: War auch bei mir eine herbe Enttäuschung: Hatte ich aufgrund guter Erfahrungen der letzten Jahre eigentlich schon auf der Positiv-Liste.
Und nun sind alle (bis auf einen einzigen im überdachten Tomatenhaus) eingegangen und ob der eine wirklich nochmal "kommt", muss sich auch noch zeigen: Noch ist er winzig...

Der Unterschied zu vorangegangenen Jahren, da (sowohl im Tomatenhaus, wie auch bei den 2 überlebenden im Gewächshaus) die Feuchtigkeit NICHT den Unterschied macht: Das scheint mir eher die Dauer der Tieffrost-Periode gewesen zu sein... (werfe ich mal als Arbeits-Hypothese zu diesem Winter allgemein in der Ring).
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

hqs » Antwort #429 am:

Haferwurzel war in Direktsaat am 27. März, warum die so verzweigt wächst, weiß ich nicht. Da hatte früher jemand ein Erdbeerbeet angelegt, indem er wohl einfach ein paar Säcke Blumenerde auf den schweren Lehm geworfen hat. Zwei völlig unterschiedliche Schichten. Diese habe ich aber eigentlich recht gründlich vermischt vor der Aussaat. Kann natürlich sein, dass sich das noch feiner vermischen muss mit der Zeit.

Hier sah der Hirschhornwegerich bis zu der langen Frostphase auch noch halbwegs lebendig aus, soweit ich mich erinnere... also doch eher der Frost? Hmm.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

solosunny » Antwort #430 am:

Drei meiner sechs Endivien haben den Winter überlebt. Wird aber trotzdem nichts mehr glaube ich.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #431 am:

Jedenfalls sehen die deutlich besser aus als meine drei nachdem der Frost abgezogen ist - und wenn die Fotos tagesaktuell sind, haben sie auch schon wesentlich länger nach Beginn der warmen Tage, die bei mir schnell die Wurzelfäule sichtbar machte, durchgehalten.
Also wirf die Flinte mal lieber noch nicht ins Korn!
Welche maximalen Minus-Temperaturen haben sie denn in etwa überstanden...?
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

solosunny » Antwort #432 am:

Bei uns waren Minus 11,7 und langer Kahlfrost, der Boden war steinhart gefroren. Die Pflanzen standen in den Schneckenkrägen mit einem Plastikhäubchen drüber. Sie leben, aber ich denke sie werden bald in die Blüte gehen. Deshalb denke ich, dass es nichts wird.
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Tempel-Hof-Gärtner » Antwort #433 am:

Super, das ist doch mal ne Aussage!
Verdichtet das Bild in Sachen Zweifel an der "offiziellen" bis-minus-5-Grad-Ansage ja weiter in Sachen belastbare Gegenthese: Bis minus 10 gar kein Problem... ;)
(Abdeckung zwingend vorausgesetzt; meine unabgedeckten hatten bei -7° den Abschied genommen).
Jetzt fehlt nur noch Mediterranus mit seinem großen Endivien-Frühbeetkasten, wo nach dem stärksten Frost im Januar noch alles im grünen Bereich war, um die Sache abzurunden...
Berichte doch gerne über das weiteren Lebensweg deiner 3 "Surviver"... :D
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Monti
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Re: Winteranbau in Freiland und Kalthaus

Monti » Antwort #434 am:

Feldsalat haben wir Sonntag den letzten aus Gewächshaus und Freiland gegessen. war noch super zart, aromatisch. Etwas klein aber gut. Fängt aber auch an sich zu strecken.
Molybdän einzeln kenne ich auch nicht, als als Kombi Spurenelementdünger. https://www.raiffeisen-duengershop.de/p ... llo-basis/
Müsste man natürlich die anderen Gehalte abgleichen, damit man da nicht überdüngt.
Tempel-Hof-Gärtner hat geschrieben: 9. Mär 2026, 22:32 Da muss man ja echt zwei Mal hingucken, um den (zumindest ohne die Vergrößerung) zu "entdecken... ;)
Aber der sieht ja wirklich SPITZE aus - und das bei schlimmstenfalls noch etwas niedrigeren Temperaturen, als sie bei mir der best-bewährte Wintersalat, der Baquieu.
Hatte den Maribor (ist wohl nen anderer gebräuchlicher Name für den Roten Butterhäuptl auch am Start (in den Töpfen jeweils der bei 11 Uhr): Den stärksten Frost (-14) hatte er gut weggesteckt, aber auf der langen Froststrecke von Januar und Februar hat's ihn dann doch geschrottet (und das in einer Vorzugslage: überdachtes Tomatenhaus UND unter Vlies...). Das einzige, was überhaupt überlebt hat (zumindest zur Hälfte) ist die Winterkresse; selbst den eigentlich unkaputtbaren Winterportulak hat es zersetzt... :o
Naja, im Topf fehlt halt der Energiespeicher Boden. Die Tiefsttemperatur gerade im Herz-Wurzelbereich dürfte hier im gewachsenen Boden deutlich vorteilhafter sein als bei gleicher Lufttemperatur im Topf.
Ausfall gab es glaube ich nur eine Pflanze. Mittlerweile haben sie gut aufgeholt.
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