Jetzt musste ich mich erstmal wieder einlesen- und dabei erschreckt feststellen, dass die allerallerwichtigste Baumpflanzung überhaupt nicht beschrieben wurde....
Der beste kleine Bruder von allen (also meiner!) beschäftigt sich seit geraumer Zeit so hobbyhaft wie es in unserer Familie wohl üblich ist (Ihr kennt das mit stundenlanger Internet- und Literaturrecherche und monatelangem Themenversinken) mit dem Veredeln von Obstbäumen. Und so wünschte ich mir von ihm einen Kirschbaum auf schwachwüchsiger Unterlage und eine Aprikose auf ebenfalls schwachwüchsiger Unterlage.
Laut ihm bekam ich die leckerste Aprikose und die allerbeste Frühkirsche (Schreckens...? ich bin gerade außerhalb der Reichweite meines Gartenbuches).
Natürlich lagen auch hier Freud und Leid nah bei einander. Während der langen Autofahrt kam es zu gewissen Kollateralschäden an der Aprikose, von der sie sich trotz intensivster Zuwendung nicht mehr erholte, was ab ist, ist manchmal einfach ab.
Dafür schaffte es die Kirsche! Wir suchten einen Platz aus - Die Kleingartenvorgabe, zur Grenze 1,50m Abstand zu halten, ließ nicht viel Spielraum zu, wenn der Garten an der breitesten Stelle nur 12m misst und die Laube recht mittig platziert ist. Also wurde es etwas vom Apfelbaum entfernt, an der Grenze zum schnurgeraden Nachbarn.
Ich konnte den Ältesten überreden, das Pflanzloch auszuheben, das Argument, er würde seinen eigenen Baum pflanzen und das wäre etwas tolles, schien zu wirken. Oder er wollte mir einfach einen Gefallen tun, aber vielleicht hatte er auch vor, diesen Gefallen, irgendwann gegen etwas ähnlich anstrengendes einzutauschen, wer weiß das schon und welche Rolle spielt es eigentlich?
Er grub also ein recht tiefes, großes Loch aus, in das wir (damit meine ich: er) dann verschiedene bodenverbessernde Zutaten gaben, Kompost, etwas Lavamulch und so Sachen. Aus irgendeinem Grund grub er ein Viereck (oder korrekterweise Quader) und ich war so fasziniert davon, wie ordentlich (und meckernd) er die Ecken ausstach, das mir gar nicht auffiel, dass so ein Pflanzloch ja eigentlich nur rund sein muss.
Ihm allerdings dann schon, als wir den zarten, frisch veredelten Kirschzweig dann in dieses große Loch versenkten. Ich erklärte ihm sachlich richtig, dass das dennoch alles seinen Sinn hatte, weil der Kirschbaum ja seine Wurzeln in diese Richtung wachsen lassen würde, aber so richtig toll fand er das dann auch nicht. Ich lachte den Ärger weg, er goss den Baum an und hatte 2 von 3 Dingen, die ein Mann angeblich in seinem Leben tun muss, bereits mit 18 erledigt. (Hoffentlich lässt er sich mit dem einen anderen noch etwas Zeit....

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Das kleine zarte Dingens wuchs hervorragend an und ist jetzt 2 Jahre später schon von 3facher Höhe!